Kaufberatung Serenellini Cassotto Imperator

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Komondor

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Hallo,

Meine Fragen lauten:

Wer hat Erfahrung mit dem Knopfakkordeon Serenellini mit Cassotto?

Ist die Marke vergleichbar mit z.B. Akkordeons von Pigini die meines Erachtens locker 2000 bis 4000 Euro teurer sind.

Gehört habe ich beide und trotzdem höre ich nicht wirklich die Unterschiede heraus.

Vielen Dank für Euer Feedback

Grüße
 
?mona?

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Hallo

Erst mal herzlich willkommen!

Und nein...ich kenne das Akkordeon nicht und den Hersteller nur vom Namen. Da kann ich leider nicht weiterhelfen.

Aber was meinst du mit:
Gehört habe ich beide und trotzdem höre ich nicht wirklich die Unterschiede heraus.
Grüße

Wo hast du die denn gehört? Auf Aufnahmen? Die sind ja leider nicht ganz so aussagekräftig. Da wird schließlich durchaus mit Technik später optimiert. Und Bei nicht optimierten Privataufnahmen weißt du idR sehr wenig über die räumliche Gegenheiten.

Prinzipiell gilt wie bei (fast) allen Instrumenten:

Ich würde mir das Instrument immer selbst anspielen und Ohren aufsperren. Es gibt so viele Dinge, die noch ins Gewicht(!) fallen, außer den technischen Eckdaten.
Also Dinge wie Ergonomie, Haptik, Tastatur, und natürlich sehr wichtig der Klang.

Da hilft nur, in eines der Fachgeschäfte zu gehen oder bei Gebrauchtkauf zum Anbieter hinzufahren.
 
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Komondor

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Vielen Dank für die Antwort!
Ich habe die Akkordeons in Original beim Fachhändler gehört und bzgl der anderen technischen Details bin ich nicht Wissend genug um es zu beurteilen. Ein gutes Akkordeon ist recht teuer und bin daher ein wenig zurückhaltend.
 
?mona?

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Beim Fachhändler ist ja schonmal gut!

Aber warum nur gehört? Könntest du sie nicht selbst in die Hand nehmen?
Wenn du keinen Unterschied hörst, warum solltest du dann mehr Geld ausgeben?

Aber ich wiederhole mich gerne nochmal....Ich finde den Klang sehr wichtig, aber die anderen Punkte, wie Handhabung, Gewicht beim Spielen, wie fühlt sich das Akkordeon an etc. sollte man nicht vernachlässigen!

Was nützt mir der tollste Klang, wenn das Instrument sonst nicht zu mir passt, sprich ich mich beim Spielen nicht wohl fühle?
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Nachtrag: das Spielgefühl hat wenig mit technischen Daten zu tun, sondern eben mit Gefühl! Und das kannst doch nur du beurteilen.
 
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Als ich vor 5 Jahren auf der Suche nach einem Knopfakkordeon war, wäre es auch beinahe eine Serenellini geworden. Dass sie es nicht wurde, liegt daran, dass ich auf dem Gebrauchtmarkt mein Trauminstrument gefunden habe.
Ich war ebenfalls beim Fachhändler und spielte mich durch alle Instrumente, die meinen Spezifikationen entsprachen. Übrig blieben 2 oder 3 andere Instrumente und eben die Serenellini. Diese 3 oder 4 Instrumente ließ ich mir vom Verkäufer vorspielen, und mir ging es dann wie dir: wenn ich den Unterschied nicht höre, warum soll ich dann mehr Geld ausgeben?
Da ich das Instrument aber nicht kaufte, kann ich natürlich nicht mehr dazu sagen. Vielleicht meldet sich ja @CCRFan noch?
 
Tobias R.

Tobias R.

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Hallo Komondor,

Søren Thies, hauptberuflich Musiker (v.a. Akkordeon und Klavierlehrer, ab und an Konzerte), spielt eine Serenellini mit Cassotto. Ich habe mich mit ihm (wie könnte es anders sein:D) neulich im AkkordeonCafé in Dortmund auch zu seinem Instrument unterhalten. Er sagte, das sei nach viel ausprobieren das gewesen, was ihm am besten gefallen habe und sehr gut im Preis-Leistungsverhältnis.
Schreib den doch mal persönlich an. Auch wenn ich's vergessen habe, hatte er mir gesagt, von welchem Händler er es besteltt hat (m.W. waren da auch Sonderwünsche möglich).
http://www.soeren-thies.de/

Viel Erfolg beim Entscheiden und v.a. dann beim Spielen,
Tobias
 
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Komondor

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Erst einmal vielen lieben Dank für die Antworten!!!
Im Preis-Leistungsverhältnis von italienischen Akkordeons schien mir auch die serenellini am besten abzuschneiden. Andererseits frage ich mich, ob zb eine Pigini bei ähnlicher „Ausstattung“ zwar teuerer aber auch zb klanglich besser klingt. Irgendwie muss der höhere Preis sich doch niederschlagen.

Vielen Dank für Euer Feedback
 
Tobias R.

Tobias R.

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Andererseits frage ich mich, ob zb eine Pigini bei ähnlicher „Ausstattung“ zwar teuerer aber auch zb klanglich besser klingt. Irgendwie muss der höhere Preis sich doch niederschlagen.
Das muss sich nicht unbedingt am Klang bemerkbar machen.
Mein Lieblingsbeispiel ist immer noch mein mehrfach durchgeführter Vergleich bei Thomann: Eine Morino 96+ für 8149 Euro (37 Tasten, 96 Bässe, 4-chörig, Cassotto, Tipo-a-mano-Stimmplatten) mit einer Scandalli Air III für 7690 Euro (37 Tasten, 120 Bässe, 4-chörig, Cassotto, A-mano-Stimmplatten). Die Morino ist technisch top, klanglich gut, aber etwas dünn relativ charakterlos (bei der de luxe etwas besser), die Scandalli ist technisch sehr gut, klanglich kräftig und sehr charaktervoll, vielleicht etwas weniger universell. Und dann habe ich im Vergleich dazu auch noch eine Weltmeister Supra 96 für 3000 Euro, gebraucht, guter Zustand, (37 Tasten, 96 Bässe, 4-chörig, Cassotto, Tipo-a-mano-Stimmplatten) angespielt. Technisch etwas zurück, klanglich ebenfalls gut, kräftig und Charaktervoll, vielleicht nicht ganz so ausgeglichen.
Ich persönlich würde dort am ehesten die Scandalli oder die Supra kaufen (auch je nach Geldbeutel).

Noch dazu kommt, dass zum "Klang" mehreres gehört: Stimmung, Ansprache, Durchsetzungskraft, Ausgewogenheit sowohl innerhalb von Diskant und Bass als auch im Zusammenspiel usw. - dann auch noch Vorlieben und Einsatzzweck. Die Kategorien gut, schlecht, besser o.ä. greifen hier nur bedingt, das will näher beschrieben werden.

Gruß, Tobias
 
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Komondor

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Hallo Tobias,

Danke für die ausführliche Antwort. Je mehr ich über das Thema signiere, desto mehr komme ich ins Grübeln. Ich habe mein ganzes Leben auf einem Jugendakkordeon von hohner ohne zu klagen geklimpert und jetzt suche ich die bezahlbare Eierlegendewollmilchsau;)
 
Arrigo

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Hallo Komondor,


ich werde dich jetzt noch mehr verunsichern, also lieber nicht weiterlesen, wenn du das nicht willst.

Das richtige Instrument ist so vom Spieler abhängig und noch nicht einmal über ein Musikerleben dasselbe:

- Benötigter Tonumfang, Register und Schwebung, d.h. der Klang, hängen von der Art der Musik ab, die du spielst, und wenn du noch mehrere Jahrzehnte vor dir hast, wird sich die mit Sicherheit mehrfach ändern.
(Die Alternativen dazu sind nur: Du hörst mit dem Spielen auf oder, für die Instrumentenwahl noch schlimmer, du wirst fauler Orchesterspieler ohne Ehrgeiz, d.h. du wirst kontinuierlich schlechter ohne es zu merken und nach mehreren Jahren klingt dein Spiel auf dem schönen Instrument nicht besser als auf dem Mittelklasseinstrument.)

- Die gewünschte Schwebung (Tremolo) nimmt normalerweise ab, je besser du spielst, bis du auf einmal (wieder) Musik machen willst, wo du wieder mehr brauchst.

- Ein größeres Balgvolumen, und deshalb mehr Gewicht, ist etwas angenehmes, weil sich das Instrument ruhiger spielen lässt, solange man in Übung ist, und nur wenn man erwachsen ist und Größe und Gewicht eines größeren Komondor-Rüden hat, aber auch (noch) keine körperlichen Verschleißerscheinungen.

- Die einen bevorzugen geringeren Tastenhub oder weniger Federstärke beim Drücken des Knopfes, andere genau das Gegenteil.

- Ausgewogenheit heißt eigentlich: Rechte Seite und linke Seite sind gleich laut.
Die Ausgewogenheit ist aber auch Geschmackssache und von der Musik abhängig. Je mehr ein Musiker elektronische Musik, Popmusik, Diskomusik hört, desto mehr Lautstärke beim Bass hält er für normal.
Wenn du z.B. bei Rezensionen über Kopfhörer bei jedem zweiten Kommentar liest: "etwas bassarm", dann ist das meist ein ausgewogener Kopfhörer, nur die meisten Musikhörer haben eine andere Vorstellung von Ausgewogenheit.
Und schlechteres Gehör und Tinnitus können noch dazu kommen.

- Eine einstimmige Melodie in einem einchörigen Register braucht einen sehr viel leiseren Bass als volle Akkorde im dreichörigen Register, daher die Abhängigkeit der Ausgewogenheit von der Art der Musik.

- Höhere Lautstärke wird beim Akkordeonbass nicht selten durch die Tonhöhe erreicht, denn kleinere Stimmzungen sprechen besser an. Dann fängt die Bassoktave weiter oben an, oder die höheren Basschöre dominieren, aber die Gesamtlautstärke steigt.
Für den einen ist das akzeptabel oder sogar gut, für den anderen nicht.

Insgesamt finde ich dein Vorgehen gut, genauer, dass du dir anhörst, was klanglich möglich ist, und einen guten Spieler vorspielen lässt, wenn du dir das selber nicht zutraust.
Prinzipiell solltest du aber unbedingt überprüfen, ob, wie Mona schon schreibt, das Instrument größenmäßig zu dir passt, aber auch, ob es sich bzgl. Klang und Ausstattung mit deinen musikalischen Plänen verträgt.

Zuletzt ein Hinweis, der mir in den letzten Jahren zunehmend wichtig erscheint:
Kauf nur genau das Instrument, das du auch getestet oder testen lassen hast, und bestell auf keinen Fall das gleiche Instrument wie das im Laden.
Und wenn das Vorführmodell schon längere Zeit im Geschäft steht und immer noch schön und vor allem richtig kling, Jackpot!!!


Schöne Feiertage.
 
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Komondor

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Hallo Arrigo,

nicht schlecht mit dem Hunde (Komondor) Vergleich:))
Die wenigsten vermuten hinter dem Namen eine Hunderasse. Respekt!!!

Vielen Dank für die Antwort.
Ich habe mir Töne anschlagen lassen, weil ein guter Spieler aus fast jedem Instrument das Optimum rausholen kann. Trotzdem sind mir die Preisunterschiede bei Handgefertigten Akkordeons aus Italien ein Rätsel.

Du führst spannende Aspekten ins Feld.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe ist ein großes und schweres Akkordeon beim Spiel eher vorteilhaft.

Ich werde darüber nachdenken

Ebenso ein schönes Osterfest
 
Arrigo

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Die wenigsten vermuten hinter dem Namen eine Hunderasse. Respekt!!!
Ich habe normalerweise vor großen Hunden keine Angst, aber vor den Komondorok habe ich einen Riesen-Respekt.
Denn prinzipiell sind nach meiner persönlichen Erfahrung Herdenschutzhunde zumindest in der Stadt und auf neutralem Gebiet auch zu fremden Menschen freundlich, aber wenn ein Herdenschutzhund durch seine Mimik zeigt, dass es ihm jetzt zu nahe ist, sollte man das unbedingt erkennen und das ist beim Komondor das Problem.

Ich habe mir Töne anschlagen lassen, weil ein guter Spieler aus fast jedem Instrument das Optimum rausholen kann.
Bei einem schlechten Spieler liegt es aber nicht am Instrument, wenn dir das Ergebnis nicht gefällt.
Bei einem guten Spieler hast du eher das Problem, dass er gut auf sein eigenes Instrument eingespielt ist und dir das Instrument empfiehlt, das seinem am nächsten kommt und das mit seiner Spielweise funktioniert.
Deswegen solltest du dir schon anhören, was ein guter Spieler oder der Händler aus dem Instrument herausholen kann, aber das Gehörte selber danach beurteilen, ob dir (und nicht dem Spieler) der Klang gefällt und ob du mit diesem Klang etwas für deine musikalischen Ziele anfangen kannst.

Trotzdem sind mir die Preisunterschiede bei Handgefertigten Akkordeons aus Italien ein Rätsel.
Es gibt schon auch technische Unterschiede, aber generell bezahlst du in der Oberklasse weniger die Teile, aus denen das Instrument besteht, sondern die vielen Arbeitsstunden, in denen aus einem unterdurchschnittlichem Instrument ein gutes Instrument wird.
Weil aber kein Hersteller beliebig lange an einem Instrument nacharbeitet, ist nicht jedes Instrument gleich gut. Einen guten Hersteller zeichnet aus, dass er seine Qualität auf einem hohen Niveau halten kann, also weniger Ausreißer nach unten produziert.
Und wenn ein Hersteller irgendwann so einen Ruf hat, kann er die Preise erhöhen, denn vielleicht hat(te) er ja die zuverlässigeren und genaueren Arbeiter.
Solche Images - positiv wie negativ - wirken aber viel zu lange nach und es kann immer auch vom günstigeren Hersteller das bessere Instrument kommen und auch vom teureren Hersteller die Niete.
Weil gerade die Firmen in Castelfidardo bei Reklamationen sehr viel weniger deutsch oder englisch sprechen, als sonst, sind die Chancen auf eine nachträgliche Aufwertung echt gering.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe ist ein großes und schweres Akkordeon beim Spiel eher vorteilhaft.
Bei einem größeren Akkordeon hast du zwei Dinge:

1. Eine eine ruhigere Balgführung:
Lautes mehrstimmiges Spielen im mehrchörigen Register bewirkt, dass du bei kleinen Instrumenten ständig Balgwechsel machen musst. Das ist lästig.
Minimal mehr oder weniger Kraft führt schon zu hörbaren Änderungen in der Lautstärke. Das sollte aber gewollt sein und deshalb muss man sich darauf einstellen.
Anders herum führt ein crescendo oder decrescendo bei kleinen oder sehr flachen Akkordeonen dazu, dass sich die Geschwindigkeit, mit der sich der Balg öffnet/schließt, stark ändert.
Also insgesamt ist da nichts, an das man sich nicht gewöhnen kann, aber anders ist es mir lieber.

2. Mehr Kraftaufwand:
Beim Spielen pumpst du mit relativ kleinen Balgbewegungen schon relativ viel Luft. Das braucht auch mehr Kraft.
Nicht so extrem viel, aber bei Menschen mit weniger als 60 kg und einem Beruf, der viel im Sitzen stattfindet, sind Muskelkater und Tennisarm schon möglich.
Gerade das Hochheben eines schweren Akkordeons kann von der Muskelzerrung über Muskelfaserriss zum Bandscheibenvorfall alles mögliche verursachen.
Und der Transport des Instruments ist auch nicht ohne. (Vielleicht musst du ja mal in den dritten Stock ohne Aufzug?)

Außerdem gibt es meiner Meinung nach so einen "pick two out of three" - Zusammenhang zwischen schönem Klang, niedrigem Gewicht und niedrigem Preis.
 
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Komondor

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Nochmals vielen lieben Dank für die Nacht ausführliche und Informative Antwort.
Ich habe den Eindruck, dass man sich bei einem qualitativ vernünftigen Akkordeon gut im preislichen Bereich zwischen 6000 und 10000 Euro wiederfindet.
Mittlerweile denke ich über ein Akkordeon mit Konverter nach um eine größere musikalische Bandbreite abzubilden. Über den Sinn für einen akkordeonist
der in kämmerchen spielt, bin ich mir unsicher
 
maxito

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Ich habe den Eindruck, dass man sich bei einem qualitativ vernünftigen Akkordeon gut im preislichen Bereich zwischen 6000 und 10000 Euro wiederfindet.

In der Preisklasse solltest du auf jeden Fall ein gutes bis sehr gutes Akkordeon finden, mit dem man dundum zufreiden sein kann.

Was den Preisunterscheid ausmacht, das kann man so gar nicht einfach feststellen. Das sind oft Details, die man so gar nicht recht erkennt, die sich aber mitunter nach einigen Jahren im Spielgebrauch zeigen, mitunter sind das auch Abstimmungsdetails, die man im Laden auch nicht erkennen kann, die sich im Laufe der Zeit aber als gut erweisen , manchmal ist es ganz einfach der Standort und die dortigen Lohnkosten, die den Unterschied ausmachen, die Firmengröße, das Servicenetz das ja auch gepflegt sein will ...

Im Endeffekt geht es aber immer und vor allem darum, dass dir das Instrument gefällt, du den Klang magst und das Gefühl hast, dass dir das Instrument liegt, wenn du es spielst. Es nutzt dir gar nichts, wenn du ein Instrument kaufst, das ein Irre gutes Renomee hat, dir aber weder der Klang besonders zusagt, noch du dich hinter der Kiste wohlfühlst. Das sind eigentlich die entscheidenen Kriterien überhaupt, wenn man weiter nichts weiß oder verlangt und wenn dann das angepeilte "Trauminstrument" in bezahlbarer Region ist, ist das gut, auch wenn dann das Instrument 1000;-- Euro teurer ist als ein vergleichbares, das einem aber in ein paar Punkten nicht so gut gefällt. Wenn das Instrument dann 1000 ;-- Euro weniger kostet als eines mit "höherem Ansehen in etablierten Kreisen", das aber in der persönlichen Sympathieliste, dann würd ich auf das Renomee pfeifen und mir das Instrument nehmen, das mir gefällt (und nicht was anderen Gefällt).



Mittlerweile denke ich über ein Akkordeon mit Konverter nach um eine größere musikalische Bandbreite abzubilden. Über den Sinn für einen akkordeonist
der in kämmerchen spielt, bin ich mir unsicher

Ja, Konverter ist dannn wieder Konverter.

Ob und wozu man sich mit so was auseinandersetzt, hängt von den persönlichen Belangen ab, was man mit dem Akkordeon denn so machen will. Wenn man ganz gerne was klassisches auch mal spielen will, einem Barockmusik gut gefällt oder so, dann ist Konverter (oder mit Melodiebass allgemein) sehr wohl eine genauere Überlegung wert. Dazu muss man dann überhaupt nicht die Öffentlichkeit oder die Bühne suchen , das kann man auch ganz gut für sich im Kämmerlein tun. Und man kann auch darauf Musik auf jedem Niveau spielen - man muss nicht erst ein ausgewiesener Könner auf dem Instrument sein, bevor man sich einen Konverter zulegen "darf".

... Aber...

Man hat mit einem Konverter nicht nur einfach mehr Möglichkeiten, sondern auch ein paar Punkte, die sehr wohl bedacht sein wollen:

Ein Konverter hat mehr in der Basseite drin als ein normales Akko und wiegt dementsprechend grundsätzlich deutlich mehr als das vergleichbare Pendant in Standardbassausführung. Das Gewicht hast du immer dabei, auch wenn du dann gar nicht Melodiebass spielst.

Weil da mehr eingebaut ist, kosten Konverter auch mehr als ein normales Akko... und weil hiervon deutlich geringere Stückzahlen gebaut werden sogar deutlich mehr. Konverterakkos liegen oft über der magischen 10.000 Euro Grenze.

Weil eben weniger Konverter verkauft werden, sind in den Geschäften auch selten Konverter zum Ausprobieren da. Hier macht man beim Neukauf tatsächlich meist auf eine Art Blindkauf und hat auch nie die große Vergleichsmöglichkeit vor Ort.

Drum, wenn die Überlegung da ist: "Wenn ich mir ein Akko kaufe und dafür soviel Geld ausgebe, dass doch am besten gleich für eines, "das alles kann", so dass ich gerüstet bin für den Fall der Fälle".... davon würde ich abraten! In den allermeisten Fällen wird man hier bei meist eher unglücklich, weils dann doch nicht so ist, wie man sich das so vorgestellt hat.
 
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Ein großes Dankeschön für die Antwort!!!
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Ich schwanke gedanklich zwischen einer Pigini super compact mit Konverter und der oben beschriebenen Serenellini. Die Pigini erscheint als Porsche und die serenellini als Skoda Fabia. Zumindest bzgl der Preise.
Es ist in Betracht der Preise nicht einfach sich zu entscheiden.
 
maxito

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Es ist in Betracht der Preise nicht einfach sich zu entscheiden.

kann ich mir vorstellen.

In meinem akkordeonistischen Bekanntenkreis sind Spieler die Serenellini spielen und welche die Pigini spielen ... und alle sind sehr zufrieden mit ihren Akkordeons! Und wenn man dann die jeweiligen Spieler/innen fragt warum die Auswahl genau auf dieses Instrument fiel, dann kann jeder für sich begründen, warum das nun für ihn das genau richtige Instrument ist.


Als Hauptgründe kommt dann :

Der kräftige Bass
der nicht so kräftige Bass
der helle Diskantkklang
der dunkle Diskantklang
der scharfe druchdringungsfähige Ton
der weiche Klang
die kompakte Größe
Das große Luftvolumen durch die Gehäusegröße
das geringe Gewicht
...

... also hat jeder nach seinen Vorstellungen das für ihn beste Instrument gefunden.... macht es aber für einen persönlich nicht leichter herauszufinden, welches den nun für einen selber das ideale Instrument ist. Wenn man noch keine genaue Vorstellung hat, welchen Klang und welche Ausprägungen einem wichtig sind, dann empfehle ich viel und ausgiebig quer Beet zu probieren - auch Instrumente , die man eigentlich aus irgendwelchen Gründen sonst eher links liegen gelassen hätte. Zum einen bekommt man dann mit der Zeit mit, wie unterschiedlich die Instrumente klingen können und man bekommt irgendwann auch n bissl ein Gefühl, was für ein Klang einen eher anspricht. Und dann kann man dann schon gezielter suchen! Und oft kommt dann irgendwann völlig unerwartet der Punkt, wo man beim Ausprobeiren eines Instrumentes dann weiß: das isses!
 
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Komondor

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Das kann ich mir gut vorstellen.
Wenn es nicht um so viel Geld gehen würde wäre die Wahrscheinlichkeit leichter.
 
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Wenn es nicht um so viel Geld gehen würde wäre die Wahrscheinlichkeit leichter.

.. Schon mal gebrauchte Instrumente angeschaut?

Die sind zum einen viel günstiger und zum anderen erweitert sich die Vielfalt gleich wieder deutlich. Es gibt auch gebrauchte, die relativ neuwertig oder sogar neuwertig sind. Es kommt nämlich gar nicht so selten vor, dass sich Käufer im Laden vorstellen, ja das isses , aber dann nach einiger Zeit merken, dass das Instrument gar nicht soo gut zu der Musik passt, die sie spielen.

Und solche Instrumente werden oft deutlich unter Neupreis wieder in den Handel gebracht.
 
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Wahrscheinlich mache ich mir zuviele Gedanken und versuche etwas zu ergründen was subjektiv ist und dementsprechend schwer zu ergründen ist
 
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