Ich frag mich halt, ob ich wirklich so viele verschiedene Profile brauche? Ich bin ja auch immer auf der Suche nach dem Heiligen Gral, sprich meinem Sound. Aber da bin ich inzwischen relativ auf Reduktion angekommen. Ein Verstärker mit gutem Grundsound, der dynamisch auf mein Volumepoti reagiert, bei dem ich also von Clean bis Crunch alles rausholen kann. Und bissl mehr Zerre mit einem Pedal oder vielleicht doch ein zweiter Kanal. Ich benötige also nicht unbedingt dutzende Profile und für meinen Einsatzzweck ist der Kemper zu teuer.
Andererseits versteh ich durchaus den Einsatz des Kempers, da er doch eine Vielfalt an Möglichkeiten bietet und diese dann auf Knopfdruck in immer gleichbleibender Qualität abrufbar sind. Auf der Bühne sicher praktisch, muss man den Amp nicht auf den Bühnensound einstellen, kann das an den FOH Mischer delegieren.
ein guter Beitrag Stoffl,
Der Kemper oder jegliche Modelling Lösung bietet zwar eine Vielfalt an, diese muß aber ist nicht unbedingt ausschlaggebend für den Benutzer sein.
Ich hab meinen Kemper mittlerweile seit 5 Jahren und er hat, gelinde gesagt, meinen Gitarren-Alltag seitdem sehr ins Positve verändert, ich hab dadurch die Möglichkeit bekommen viel viel mehr Gitarre zu spielen weil ich Lautstärkenmässig komplett unabhängig geworden bin, und das bei einem sehr guten Ansprechverhalten und Spielgefühl. besonders das für mich sehr gute Spielgefühl war für mich hier ausschlaggebend warum es "klick" gemacht hat. Wobei ich anfangs überhaupt nicht der Freund von "Fremdprofilen" war.. wollte immer meinen eigenen Sound haben,.
Seit den 5 Jahren spiele ich beim üben und jammen zu 95% das ein und selbe Profil, sprich den selben Sound, und ist ein Marshall JCM 800 Hot Mod Zerrsound. der sehr dynamisch angelegt ist und super auf Spielweise und Arbeit mit dem Volume Poti reagiert.
die restlichen 5% sind ein noch 3 andere Profile, ein Clean, Semiclean und Crunch Profil die ich hier und da verwende beim jammen.
Was mir persönlich der Kemper bringt:
- Konsistenz.
- zu jeder Tages und Nachtzeit spielbar da lautstärkenunabhäng, und sehr guter Sound auch über Kopfhörer
- leicht und einfach zu Transportieren
- Vielfälltige Anschluss und Routingmöglichkeiten
- direkte Aufnahmemöglichkeiten und auch hier, konsistenz. ich kann über mehrere Tage oder Wochen, sogar Monate, an einem Projekt arbeiten und aufnehmen und hab immer den gleichen Sound wenn ich möchte. bei einer Mikrofonabnahme bewegst du das Mikrofon um 2mm oder drehst es um 2° und schon ist der Sound anders.
- für mich guter Sound und tolles Spielgefühl, ich würde sogar so sagen, ein für mich ein besserer Sound als mit fettem Röhrenamp bei geringerer Lautstärke, und da ich hauptsächlich mit geringer Lautstärke spiele, ist das für mich für meinen Einsatzzweck von Vorteil.Bbeim Röhrenamp über Gitarrenbox benötige ich immer eine gewisse Grundlaustärke damit es
mir gefällt, vorallem bei Zerrsounds, und dann rockt das teil auch, aber leise bin ich da nie wirklich zufrieden gewesen (habe viel probiert, Iso-Cab, Loadbox, etc, das waren alles nur krücken klanglich und auch vom spielgefühl her)
Ich meine, es geht ja nix über einen geilen Fender Clean über zb einen Blues JR, oder einen Mesa Mark I.. sabber das klingt einfach geil..keine Frage.. kann ich damit im Wohnhaus mit Nachbarn bis 3.00 in der Nacht spielen in Sonne-Aufgeh-Laustärke? vermutlich nur einmal, und dann muß ich mir ne andere bleibe suchen
- Kemper reagiert sehr sensibel auf unterschiedliche Gitarren und Pickups -> Riesenvorteil weil man so wirklich die Nuancen der unterschiedlichen Gitarren im Alltag sehr sehr gut raushört und nutzen kann
- keine fühlbare Verzögergung im Signal (Latenz), das teil fühlt sich "live" an.. kein gefrickel am PC mit Audiointerface, Software, Treiber usw.. damit man seine Modellingsoftware auf niedriger Latenz spielen kann..
und und und
also, es kommt immer auf den Einsatzzweck an, würde ich mal wieder in einer Band spielen wollen, zb kleien Combo, würde ich mir als erstes einen kleinen aber feinen Röhrenamp, der gut auf Pedale reagiert zulegen, Gitarre einstöpseln und loslegen...
sollten wir grössere Gigs mit gescheiter Backline, Stadien und Arenen spielen, (wers glaub..) lol, wäre wohl wieder der Kemper die erste Wahl,

und zuhause im Musikzimmer, kommt mir der Kemper so oder so nicht mehr weg

da superpraktisch