Kirchentonleitern - welche Akkorde?

von Deerdance, 25.10.08.

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  1. Deerdance

    Deerdance Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.08   #1
    Heyho
    Ich würde gerne in Zukunft ein bisschen mit den Kirchentonleiter experimentieren und komponieren, habe aber ein Problem:
    Welche Akkorde passen?
    Funktioniert das genauso wie mit Moll und Dur, wo man sich die entsprechende Tonleiter nimmt, immer die beiden übernächsten Töne nimmt (Terz und Quinte), also C D E F G A etc. und daraus dann die Akkorde bildet? Ich hab mehrmals gelesen, dass das so nicht funktioniert und kanns leider nicht ausprobieren weil ich im Moment kein Aufnahmemöglichkeit habe.
    Ich hoffe ihr versteht meine Frage und das ich im richtigen Forum bin, ansonsten bitte verschieben :o
    Lg
     
  2. H&M

    H&M Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.08   #2
    Du baust einfach auf den Tönen der jeweiligen Tonleiter Vierklänge auf indem du Terzen stapelst. Dann erhälst du die diatonische Reihe.

    z.bsp. Kirchentonleiter F-Ionisch (F-G-A-Bb-C-D-E)

    Fmaj7 Gm7 Am7 Bbmaj7 C7 Dm7 Em7b5
     
  3. Funkeybrother

    Funkeybrother Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 26.10.08   #3
    Richtig, das Prinzip ist das gleiche.

    Grundsätzlich hast Du damit ja nichts neues gewonnen. Das Tonmaterial der Kirchentonleitern (oder Modi) ist ja das Gleiche, wie das der Dur- bzw Moll-Tonleiter von der Du sie ableitest. Logischerweise ergeben sich die gleichen Stufenakkorde.

    Das wären demnach die gleichen Stufenakkorde wie von

    G-Dorisch
    A-Phrygisch
    Bb-Lydisch
    C-Mixolydisch
    D-Aeolisch
    E-Lokrisch

    Eigentlich ordnet man nach der Akkord-Skalen-Theorie eher die Modi den jeweiligen Stufenakkorden zu - also z.B. C7 => C- Mixolydisch


    Warum sollte das nicht so funktionieren?
     
  4. Deerdance

    Deerdance Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.10.08   #4
    Demnach müsste das doch auch mit normalen Dreiklängen funktionieren, oder?


    Das musst du die Herren fragen, die mir das gesagt haben :D
    Ich war ja selber etwas skeptisch, deswegen hab ich hier nochmal nachgefragt :)

    Schonmal ein dickes Dankeschön an euch beide :great:
     
  5. Funkeybrother

    Funkeybrother Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 31.10.08   #5
    Sowieso.;)

    Würde mich jetzt auch mal interessieren, wo Du das her hast.:confused:
     
  6. Hagenwil

    Hagenwil Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 01.11.08   #6
    Das kommt darauf an was du komponieren willst.

    Das Wort Kirchentonleitern, manchmal nicht ganz korrekt Kirchentonarten genannt, impliziert viele verschiedene Kompositionstechniken, am Anfang in erster Linie Kirchenmusik, später auch weltliche Musik. Die Kompositionstechniken sollte man vielleicht mal für sich selbst auflisten in ihrer historischen Folge, um sich ein Bild zu machen was für gänzlich verschiedene Kompositionstechniken das durch die verschiedenen Epochen waren.

    Wenn das jemand sagt, dann denkt er an ganz bestimmte Kompositionstechniken, zum Beispiel die frühchristliche Liturgie der Antike, oder an das Spätmittelalter als die Kirchenmusik mehrstimmig würde. Es wurde aber weiter komponiert mit Kirchentonleitern, und es entstanden die verschiedensten Kompositionstechniken. Bis in die Zeiten von Johann Sebastian Bach wurde mit der Kompositionstechnik Kontrapunkt komponiert.

    Desweiteren entstanden bis in die heutige Zeit weitere Kompositionstechniken welche auf Kirchentonleitern basieren, dass dann in einem personifizierten Stil. Zum Beispiel Oliver Messiaen komponiert ganz andere Musik als John Coltrane, McCoy Tyner oder Arvo Pärt, aber alle machten Werke welche auf der Basis der Kirchentonleitern beruhen. In den letzten zehn Jahren höre ich immer öfters Rock welcher auf Kirchentonleitern basiert.

    ::
     
  7. Blaubarschbube18

    Blaubarschbube18 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.11.08   #7
    Wenn ich jetzt sagen wir mal, ein Lied schreiben will das lydisch ist, wie gehe ich denn dann genau vor? Ich habe von dem was oben steht kaum was verstanden, obwohl ichs mir in Ruhe durchgelesen habe und mich auch bemüht habe es zu verstehen. Es muss doch ganz einfache Regeln geben, wie ich mir die passenden Akkorde herleite kann. Zum Beispiel kann man doch bestimmt sagen, ob der 2te Akkord der Tonleiter ein Major7th ist oder ein Diminished oder irgendwas anderes. Kann man dass irgendwie lernen? Es ist doch so, dass lydisch zum Beispiel nur richtig klingt, wenn man es mit den charakteristischen Akkorden unterlegt, die das lydische erst richtig zum Vorschein kommen lassen. Was sind das für Akkorde, wo kann ich das lernen. Bitte helft mir, ich finde einfach keine Lösung.
     
  8. Effjott

    Effjott Helpful & Friendly User HFU

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  9. Hagenwil

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    Erstellt: 02.11.08   #9
    Wenn man die Tonleiter Lydisch mit Akkorden versieht, dann sind das alle Akkorde, hier dargestellt das F Lydisch:


    F G Am H vermindert C Dm Em (= Dreikänge)

    I II IIIm IV vermindert V VIm VIIm (= Stufen)

    Fmaj7 G7 Am7 Hm7b5 Cmaj7 Dm7 Em7 (= Septakkorde)


    mehr Akkorde gibt es nicht in F Lydisch, und über anderen Grundtönen sind es genau dieselben Stufen.
     
  10. robsf

    robsf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.08   #10
    hallo!

    sry wenn ich jetz frag, aber das sind ja dieselben töne wie c dur (oder ionisch) . ich weiß schon dass das anders klingt. aber wie mach ich, dass bei f lydisch der grundton F ist? es heißt ja der startton muss ja nicht der grundton sein.
    lg
     
  11. Hagenwil

    Hagenwil Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.08   #11

    In welcher Tonalität sich die Harmonik bewegt, hängt in diesem Zusammenhang von der Kadenz ab.

    Bleiben wir der Einfachheit halber mal in den Tonalitäten welche von Kirchentonleitern ausgehend
    auf Grundton C gespielt werden können, dass wären:

    C Lydisch
    C Mixolydisch
    C Äolisch
    C Lokrisch
    C Ionisch
    C Dorisch
    C Phrygisch


    Nun, in C Lydisch wären die Septakkorde folgende:

    [​IMG]


    In C Ionisch wären die Septakkorde diese:

    [​IMG]


    Wie du hörst, sind die Stufen, als auch die Akkordtypen in C-Ionisch und C-Lydisch verschieden. Mit anderen Worten, eine lydische Kadenz ist harmonisch gesehen* in jedem Fall eine andere als eine ionische Kadenz.

    Wenn du nun das C-Lydisch nach F Lydisch transponierst, dann haben zwar F-Lydisch und C-Ionisch das selbe Tonmaterial, aber die kadenziellen Zusammenhänge von C-Ionisch und F-Lydisch sind immer noch zwei verschiedene Tonalitäten mit verschiedenen tonalen Zentren.




    * Ich sage bewusst "harmonisch gesehen", weil wenn die Melodik die harmonische Rhythmik, und die kadenzielle Funktion nicht bestättigt, der Komponist bewusst eine Hybrid-Struktur kreirt, also zum Beispiel die Harmonik ist F-Lydisch, aber die Melodik ist H-Lokrisch.


    ::
     
  12. CUDO II

    CUDO II Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.08   #12
    Hallo Deerdance,

    ich kann Hagenwil nur zustimmen.

    Zäume das Pferd doch nicht von hinten auf.
    Wie wär's denn zunächst mal eine Melodie in einem bestimmten Kirchenmodus zu schreiben. Mache Dir aber dazu klar was das Wort "Hypo-" dabei bedeutet.
    Schau dazu auch mal in die Gesangsbücher, ob evangelisch oder katholisch ist egal. Dort wirst Du 100% fündig.
    Übrigens, man muss eine dorische Melodie nicht unbedingt mit diatonisch-dorischen Stufenakkorden harmonisieren. Das geht auch anders!
     
  13. Blaubarschbube18

    Blaubarschbube18 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.08   #13
    Danke für eure Antworten aber eines verstehe ich immer nocht nicht ganz. Hagenwil, verstehe ich es richtig dass ich sowohl über die normalen Dur- und Molldreiklänge, als auch über die Septakkorde die du aufgeschrieben hast lydisch spielen kann? Das typisch lydische kommt dann aber nur über die Septakkorde richtig zur Geltung oder? Über die Dreiklänge unterscheidet es sich doch kaum von normalem Dur oder Moll.
     
  14. Hagenwil

    Hagenwil Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 04.11.08   #14
    Im Prinzip ja. Aber ich kenne keine Komposition die alle Stufen einer lydischen Diatonik durchläuft innerhalb eines Satzes, respektive in einer kurzen abgeschlossenen Passage alle lydisch leitereigenen Akkorde benutzt werden. Das gibt es aber auch kaum in Dur oder Moll, dass alle sieben Stufen im Einsatz sind.


    Man kann auch lydisch komponieren mit Dreikängen, ja es ist wohl häufiger der Fall das es nur mit Dreiklängen gemacht wird, und Kompositionen mit Vierkängen (Septakkorde) schon weniger häufig vorkommen in der bekannten Literatur. Nonakkorde, also Fünfklänge sind dann noch seltener, Sechsklänge noch seltener, und Siebenklänge kommen meist nur in weiten Lagen vor, ausser man spielt sie als Cluster; Cluster sind Akkorde bei welchen die Töne im Abstand einer Sekunde stehen. Mit Sicherheit darft Du annehmen, dass in der Volkmusik meistens nur mit Dreiklänge operiert wird, die irische Folklore ist bekannt für Songs in rein lydischer Harmonik.


    Ein wesentliches Merkmal an was man erkennt ob die Tonalität Lydisch ist, oder irgend eine andere auf Kirchentonarten beruhende Akkordfortschreitung, ist der harmonische Rhythmus.


    Zum Beispiel diesese Akkordfolgen sind eindeutig einer Tonalität zuweisbar:


    | Fmaj7 | Am7 Em7 | Fmaj7 | = eindeutig F-Lydisch

    | Am7 | Fmaj7 G7 | Am7 | = eindeutig A-Äolisch

    | G | Em Dm7 | G | Am7 Fmaj7 | G | = eindeutig G-Mixolydisch

    | Em | Dm7 | Em7 | Dm7 Fmaj7 | Em | = eindeutig E-Phrygisch

    | Em | Em7/D | Cmaj7 Am7 | Fmaj7 | Em | = eindeutig E-Phrygisch

    | Dm | Em Cmaj7 | Dm | = eindeutig D-Dorisch


    Wie du hörst, sind das immer dieselben Akkorde, aber in einer anderen Gewichtung der Harmonik (harmonischer Rhythmus), und somit mit anderen Toniken.




    Oder bei Blueslike Akkordfolgen sind eindeutig zuweisbar zum Beispiel:


    | Dm7 | Em7/G | Fmaj7/D | Em7/D | Dm7 | = eindeutig D-Dorisch

    | Dm7/G | Em7/G | Fmaj7/G | Em7/G | = eindeutig G-Mixolydisch


    u.s.w.


    :::
     
  15. robsf

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    Erstellt: 04.11.08   #15
    hallo!

    also wenns jetzt f-lydisch wär, dann wäre fmaj7(tonika) am anfang und am ende?
    oder wenns jetzt A-äolisch klingen soll, is dann also am anfang am7(tonika) und am ende?
    es kommt also auf den rhythmus und die reihenfolge der akkorde an?

    lg
     
  16. Hagenwil

    Hagenwil Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 04.11.08   #16
    Es spielt an und für sich keine Rolle mit welchem Akkord du beginnst, respektive du kannst mit jedem der Akkorde beginnen in den obigen Beispielen in Post #14.


    Wenn die Tonika nicht komponiert ist, verlässt man im Normalfall das hören einer eindeutig zuweisbaren Tonalität.


    Eines der Merkmale von organisierter Musik ist "Harmonischer Rhythmus", nicht nur "Rhythmus" als solcher.

    Der Begriff harmonischer Rhythmus wird vielerorts benutzt, zum Beisppiel in der Religion als harmonischer Rhythmus von Gebet und Betrachtung, oder als Lebensgrundlage als harmonischer Rhythmus in Denken und Handeln als lebenswichtiges Anliegen. In der Eurrythmie steht der harmonische Rhythmus für die Beziehung von Mensch und Bewegung, Inhalte durch Körperbewegungen und Gesten, Sinngebärden, Lautgebärden, Satzgebärden, Tongebärden und Motivgebärden darstellen, ähnlich wie im klassichen Ballet.

    In der Musik steht "Harmonischer Rhythmus" für den Rhythmus der Harmonien in der musikalischen Form - wie sind die Harmonien organisiert innerhalb eines Taktes, oder mehreren Takten und längeren Formabschnitten. Die europäische Musik wird oft organisiert mit Taktstrichen, und wie die Harmonien als auch die Melodien und die Perkussion innerhalb der Takte fällt, das bestimmt die Art des harmonischen Rhythmus. Diese strukturelle Organisation hilft dem hören, und es hilft auch die Form zu erkennen, das ohne grossen geistigen Aufwand für den Hörer wenn die Form eine klassische ist.

    Ohne eine formale Organisation würde eine der endlosen Arten von Chaos herrschen, mit anderen Worten, manche Komponist wirken dem Chaos entgegen in dem sie ihre Ideen in leicht erkennbare Strukturen organisieren.

    Das Fachuntergebiet "Harmonischer Rhythmus" ist Teil der Formenlehre, und wird meistens im Inhaltsverzeichniss unter "Musikalische Rhythmik und Metrik" oder unter "Rhythmus- und Formenlehre" indiziert.



    Die Reihenfolge der Akkorde in der Progression, oder wie in meinen Beispielen in Post #14 in den Abfolgen von Klangebenen, erlaubt eine grosse Variation in der Organisation der Reihenfolge.


    ::
     
  17. ginod

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    Erstellt: 09.12.08   #17
    Bei dem was Hagen sagt kann ich nicht mithalten, aber ich würde beginnen erstmal nur einen einzigen Akkord zu nehmen und diesen als Vamp sich loopen Eventuell mit nem netten Rhythmus.

    Jetzt würde ich mir mal Gedanken machen, welche Melodie welche Wirkung auf diesen Akkord hat. wir nehmen mal einen Dm7 .

    Der Dm7 kommt z.B. auf der 2. Stufe der C-Dur Tonleiter vor, wir müssten also durch einsatz der c-Dur Tonleiter einen dorischen Klang erzeugen können. Blöderweise spielt man und spielt man und es tut sich kaum was (vielleicht tut sich ja doch was). Aber viele verfallen in eine Pentatonikmuster und wenden die entscheidenden Töne nicht richtig an. Wer über den Dm7 nur Pentatonik spielt erhält den dorischen Klang nicht in genüge.
    Was unsere C-Dur Tonleiter von den vielen anderen Tonleitern unterscheidet sind ihre Halbtonschritte. Unser f und unser b ( oder auch h genannt) . Diese Töne sind bei der Pentatonik beklaut worden und deshalb klingt unsere Pentatonik auch so neutral.

    Wenn mal also viel das f und das b mit in seine MElodie einbezieht, erzietl man einen ganz anderen Effekt auf einen Dm7 . Der Dm7 lässt sich nun eindeutig dem dorischen zuordnen und schwebt nicht mehr als loser Dm7 im Raum . Schließlich findet ein Dm7 in vielen anderen Tonleitern noch einen Platz. Spielt man die anderen Tonleitern und diese ebenfalls mit ihren charaktertypischen Tönen, ist der Dm7 auf eimal in eienr ganz anderen Tonleiter eingepasst.

    Ich finde immer man sollte sich langsam an die Sachen rantasten. Asl nächstes kannst du einen G7 einbinden. G7 wäre wenn du wieder viel f und b einbeziehst ziemlich klar mixolydisch, tut dem dorischen Klangbild aber keinen abruch genauso wenig wie eine weitere auflösung in ein C. Es hört sich in meinen Ohren gut an und sehr melodiös. In meinen Augen wäre also eine typisch dorische Progression ein Dm7 und ein G7 .

    WArum das so ist, kann ich dir leider nicht wirklich beantworten. Ich habe den Dm7 zwar als Tonika gesetzt und fange somit in der dorischen Tonleiter in der ersten STufe an, aber was hindert mich nun daran alle möglichen anderen Stufen der dorischen Tonleiter mit einzubeziehen. Vielleicht kann jemand anders erläutern welche Progressionen und Verbindung besonders einen Akkord zur Tonika machen. Für mich sit ja auch eine I - IV - V - I - Verbindung eine typische Dur Verbindung in einer Dur Tonleiter.
    Aber genausogut kann ich auch die VI Stufe mal mit einbeziehen.

    Also ich finde zum einen ist es der Einsatz der Tonleitercharakter Töne in unserem Fall b und f . Zum anderen wäre es also der Einsatz charaktertypischer Progressionen wie z.B. be ider Dur Progression oder dem Dm7 und dem G7 bei dorisch.

    Wäre schön wenn jemand erläutern könnte, wie man Tonleiterstufe klar als Tonika durch andere Stufen definiert.

    Ich habe es bisher nur mit ausprobieren und Nutzung der charakteristischen Töne versucht zu erreichen.

    Wer Lust hat kann ja mal meine Myspace Seite unten in der Sigantur besuchen und sagen ob der neue Song in dorisch ist. ICh finde es hört sich so an ;-)
     
  18. MaBa

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    Erstellt: 09.12.08   #18
    Ich würde so eine Akkordfolge wie Dm7 G7 Cmaj7 oder Dm G C eher vermeiden, wenn das dorische Zentrum erhaltenbleiben soll.

    In d-dorisch haben wir Dm auf der Stufe I, G auf der Stufe IV, C auf der Stufe bVII. Sowohl G als auch C sind Spannungsakkorde (Kadenzfunktion). Im direkten Wechsel mit Dm als Tonika funktioniert das am besten:

    1) ||: Dm | G | Dm | C :|| Dm ||
    Ruheakkord und Spannungsakkord wechseln sich ab.

    2) ||: Dm | G C :||
    Hier liegen G und C im gleichen Takt, C auf weniger betonter Stelle. Damit empfindet man C hier trotz Quintfall nicht als harmonische Auflösung. Diese Kadenz funktioniert auch.

    3) ||: Dm | G | C | Dm :||
    Hier ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, daß man nach C-Dur zurückkippt. C hat fast genauso viel Gewicht wie das erste Dm. Daher wird man diese Akkorde eher als II-V-I in C-Dur hören, besonders, wenn zwischen den Akkorden G und C noch Leittonauflösung b-c auffällig hörbar ist.

    4) ||: Dm | Dm | G | C :||
    Obwohl diese Akkordfolge exakt der von 2) entspricht - nur jetzt im halben Tempo -, ist auch hier die Wahrscheinlichkeit recht hoch, daß man C als Auflösung hört, die Akkordfolge also nach C-Dur kippt.


    Wesentlich besser finde ich, wenn man anstatt des Quintfalls von G nach C einen Quintsprung aufwärts (oder Quartfall?) von C nach G verwendet. Dieser Sprung funktioniert in fast jedem Modus ziemlich gut. (alle Kirchentonarten, außer lydisch, weil in lydisch die Tonika nicht durch einen reinen Quintsprung aufwärts erreicht werden kann)

    5) ||: Dm | C G :||
    6) ||: Dm | Dm | C | G :||
    7) ||: Dm | C | G | Dm :||
    Hier funktionieren eigentlich alle 3 Varianten fast gleich gut.

    Gruß
     
  19. ginod

    ginod Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 09.12.08   #19
    dein Beitrag war wirklich sehr hilfreich. Habe gerade viel dazu gelernt und der Threadsteller bestimmt auch ;)
     
  20. Hagenwil

    Hagenwil Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.08   #20
    Zum Beispiel diese Klangebenenfolgen sind rein dorisch:


    | Dm | Cmaj7 |

    | Dm | Em Cmaj7 |

    | F/D | G/D |

    | Dm7 | Em7/D |

    | Dm7 | Em7/D | Fmaj7/D | Em7/D |
    ---> diese Folge hat Bluesqualitäten


    Die Basisregeln sind:

    a) Dm oder Dm7 ist tonikal.
    b) Alle anderen Akkorde sind nichttonikal.
    c) Bei solchen Folgen gibt es keine Substitution für die tonikale Ebene.
    d) Melodien enden normalerweise auf dem 1., 3. oder 5. Ton des Modus.
    e) Pedale sind meistens tonikal.
    f) Die tonalen Achse wird hervorgehoben mit langen Noten, das melodisch sowohl als auch harmonisch.
     
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