Klangcharakter durch Saiten "ausdünnen"

von mixolydian, 08.12.16.

  1. mixolydian

    mixolydian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.12.16   #1
    Hallo,

    grundsätzlich spiele ich wenig Western, hatte mir zuletzt eine Blueridge BR-160 gekauft, welche für mein Empfinden gut, ausgewogen, aber auch relativ laut klingt. Für das damalige Budget bot sie einen guten Klang, aber so richtig zufrieden bin ich nicht. Aus der Erinnerung meiner Tests, gefiel mir wohl eine Gibson für etwa 1800 Euro am besten, die ich mir aber nicht kaufen konnte.

    Mich stört wohl insgesamt das große Volumen des Klangbildes, vor allem in den tiefen Bereichen. Auch hätte ich gern noch etwas "klarere" Höhen. Und ich frage mich, ob ich den Klang der Gitarre mit der Wahl anderer Saiten noch etwas anpassen kann.

    An Saiten hatte ich bislang Martin Custom Light und Adamas 1818.

    Hat jemand einen Tipp welche Saiten ich ausprobieren könnte, bei denen die tiefen Saiten weniger prominent klingen und dafür die hohen Saiten etwas heller?

    Vermutlich bleibt mir wohl eher mit meiner Gitarre loszuziehen und weitere Gitarren auszuprobieren. Aber ich würde andere Saiten gern erstmal testen. Und ein guter Tipp wäre daher sehr willkommen.

    Gruß

    [EDIT]
    Was ich wohl suche ist der Klangcharakter, wie man ihn von produzierter Rockmusik her kennt. Um einen Song zu nennen: Melissa Etheridge mit Bring Me Some Water. So in etwa.

    ...Oder ob ich mein Heil in einer 12-Saitigen suchen sollte? Klanglich könnte es vielleicht das Richtige sein.
     
  2. nasi_goreng

    nasi_goreng Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.12.16   #2
    Hi,
    kostengünstiger wäre es zuerst mal ein anderes Plektrum auszuprobieren. Macht viel aus!
     
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  3. Frank-vt

    Frank-vt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.12.16   #3
    Von den Materialien her (Palisanderkorpus/Fichtendecke) wäre für mich schon die Vemutung da, das sie recht volltönend ist. Und es ist eine DRead, die ist immer laut :D Ev. wärst du mit einer Mahagoni/Fichte und einem kleineren Korpus besser gefahren. Aber vor dem Kauf einer anderen würde ich erstmal mit Saiten und Pleks herumprobieren.
    Naja, Martin-Saiten sind nun generell nicht der Bringer. Die Adamas hatte ich auch mal eine Zeit lang, die klingen schon recht voll, halten aber nach meinem Empfinden nicht sehr lange.
    Plektrum ist eine Möglichkeit, mal weicheres ((auch deutlich) unter 1,00) versuchen. Verwende überwiegend Dunlop und Brain, wobei letztere für mich etwas heller (bei gleicher Stärke) klingen.
    Saiten würde ich mal D´addario (normal oder EXP) probieren. Für mich nix, aber sollten deutlich heller als die Adamas sein.
    12-Saiter ist so eine Sache, die klingen ja eigentlich noch voller. Ob so eine für dich die richtige ist, wage ich zu bezweifeln... Sie ist zudem eher als Dritt- oder Viert-Gitarre geeignet ;) Viele wollen eine haben, aber dann fristen sie meist ein untergeordnetes Dasein (spreche da auch aus eigener Erfahrung :D).
     
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  4. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.12.16   #4
    Saiten, Plektrum und Spieltechnik.
    Gerne dünnes Plektrum - 0.28 oder 0.38 - und gern auch mal suedlich vom Schalloch spielen.
     
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  5. mixolydian

    mixolydian Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.16   #5
    Ich danke euch vielmals, sehr hilfreich!

    Ein dünnes Plektrum hatte ich tatsächlich mal ausprobiert. Aber weil ein Kumpel meinte "das könne doch nicht mein Ernst sein", hatte ich es verworfen. :D Das war das weiße .38er Dunlop, sonst spiele ich .73. Wegen eurer Tipps, werde ich das jetzt aber noch mal ausprobieren.

    D'addario normal/EXP werde ich mir bestellen.
    Vielen Dank auch für die Hinweise bezüglich der Holzkombinationen! ...Die Blueridge war meine vierte Akustik - mit jeder Gitarre wurde der Klang "besser" und ich habe jetzt noch eine bessere Vorstellung davon, wie meine fünfte Gitarre klingen könnte.

    Einen Verdacht werde ich bei Akustikgitarren nicht los: Ich hatte bei inzwischen drei Gitarren den Eindruck sie hätten mit den Werkssaiten besser geklungen. Und sobald ich einen anderen Satz aufzog, war der Zauber etwas vorbei. Auch was die Bespielbarkeit anbelangt. Vielleicht liegt es an der Wahl der Saiten. Oder es ist ein Irrtum. :ugly:
     
  6. Frank-vt

    Frank-vt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.16   #6
    Kann schon an den Saiten liegen, wobei die ursprünglichen schon mehr oder weniger eingespielt sein könnten. Im übrigen sind die D´addario bei etlichen Herstellern drauf ;).
    Bei vielen wird schon ein 0,73-Plek als dünn angesehen :D Das bis 1,00 sind meine derzeit bevorzugten Stärken, diese ganz dicken Dinger mag ich nicht.
    Wie schon geschrieben, klingen die Dunlop für mich wärmer als die Brain, also auch dort mal andere Hersteller probieren.
     
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  7. mixolydian

    mixolydian Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.16   #7
    Eben habe ich noch mal ein paar Akkorde "gestrummt" und habe den Eindruck gewonnen, als sei ich meinem Problem etwas näher gekommen: Mich stören Frequenzbereiche der D-Saite!

    Die Gitarre, bzw. deren Korpus erzeugt beim Spielen der D-Saite einen unschönen, aufdringlichen, "mumpfigen" Frequenzbereich. Es macht etwas Unterschied ob näher am Steg angeschlagen, wobei der Effekt in Richtung Hals sehr viel aufdringlicher wird. Plektrumstärke ist nicht der stark beeinflussende Faktor, wobei leiser gespielt der Effekt auch weniger auftritt. Auch mit Deadnote, also mit Finger abgedämpft, ist dieser Frequenzbereich zugegen.

    Die A-Saite klingt demgegenüber ausgewogen, ohne störenden Resonanzbereich. Bei der tiefen E und G etwas, aber nicht prominent störend.

    Ich bin nicht so sehr in der Materie drin, aber für mich stellt es sich so dar, als ob der Korpus im Schwingungsbereich der D-Saite ungünstig dröhnt. Vielleicht bekomme ich es hin, das durch eine Aufnahme vorführbar zu machen.

    Vielleicht tausche ich mal nur die D-Saite aus. Vielleicht kann man aber das Schwingungsverhalten des Korpus beeinflussen. Ich denke da an Schlagzeuger, die Decken in ihre Bassdrum legen. Muss ich mal googeln.
     
  8. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.16   #8
    Die D-Oktav gegen eine normale D tauschen. Wenn's schlimmer wird andere Saiten probieren. Danach kann man ggf nach anderen Loesungen suchen.
     
  9. mixolydian

    mixolydian Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.16   #9
    Das kenne ich nicht. "D-Oktav" klingt als meintest du 12-Saitige?
     
  10. Corkonian

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    Erstellt: 11.12.16   #10
    Ach,nur 6 Saiten im Spiel?
    Dann andere Saiten ausprobieren. Oft spielt eine Saite aber auch nur nicht mit. Ggf auch mal nach "Fat Finger" guugln.

    Oder - wenn moeglich - ein bisschen "in sich verstimmen", also ein bisschen ober- oder unterhalb stimmen. Alles einen Viertelton rauf oder runter.
     
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  11. Flyboy

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    Erstellt: 15.12.16   #11
    Hallo Mixolydian,

    ein einfacher Test obs an der Gitarre oder der Saite liegt: A-Saite um 5.Bund drücken. wenn das Ok klingt, dann isses die Saite.
    Ansonsten denk ich, man kann an der Komplexität des Klangcharakters nachträglich nicht allzuviel schrauben. Die Blueridge-Gitarren werden ja gerade wegen ihres vollen Klanges gelobt. Ich kenne das Problem des "zu guten" Klanges selber und hab mal eine Johnson JD-22 deswegen verkauft.

    Dickere Saiten könnten was bringen, nach meiner Erfahrung drängen sie den Holzcharakter etwas zurück. Und ich hab Bronzesaiten für mich wiederentdeckt, weil sie mit ihrer Brillianz den Klang "aufklaren".

    viel Gück beim Experimentieren
     
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  12. Corkonian

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    Erstellt: 15.12.16   #12
    Eine zu gut klingende Gitarre kann ich einfach schlechter klingen lassen, eine schlecht klingende Gitarre hingegen .....
     
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  13. GeiGit

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    Erstellt: 15.12.16   #13
    Wenn es bissl heller klingen soll helfen dünne und spitze Plektren.
    Ich nehme gerne diese:
    [​IMG]
     
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