Klavier stimmen

von Pommbaer, 06.12.17.

Sponsored by
Casio
  1. Pommbaer

    Pommbaer Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    28.11.17
    Zuletzt hier:
    21.03.18
    Beiträge:
    17
    Zustimmungen:
    9
    Kekse:
    240
    Erstellt: 06.12.17   #1
    Eine kurze Frage:

    Ich spiele schon sehr lange Klavier, habe aber noch nie selbst eines gestimmt. Dafür haben wir früher immer den Klavierstimmer kommen lassen.
    Mittlerweile bin ich aber ausgezogen, nutze ein EPiano in meiner Wohnung und das Klavier steht weiterhin bei meinen Eltern. Da niemand regelmäßig darauf spielt, wurde es schon länger nicht gestimmt. Bekannte haben sich ebenfalls ein altes Klavier aus einer Haushaltsauflösung geholt - eigentlich zur Dekoration, aber die Tasten sind noch sehr gängig und es ist halt extrem verstimmt. Damit die Kinder da eventuell ein bisschen was lernen können, sollte es natürlich gestimmt werden.

    Kann man sich hier entsprechendes Werkzeug kaufen und es einfach selbst stimmen? was ist zu beachten? Sind die Schrauben genormt oder gibt es verschiedene Stimmhämmer? Ist einer zu empfehlen (günstig und gut)?

    Vorweg: Ich habe ein absolutes Gehör, würde also danach vorgehen oder zur Sicherheit auf 440Hz (a) stimmen, ohne elektronische Hilfsmittel. Da das Instrument nur alleine gespielt wird, wäre hier ein exakter Hertz-Wert nicht ausschlaggebend.
     
  2. Klavierbauer1

    Klavierbauer1 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.10.12
    Zuletzt hier:
    26.11.18
    Beiträge:
    173
    Zustimmungen:
    68
    Kekse:
    596
    Erstellt: 06.12.17   #2
    Je nach dem was Du überhaupt unter "absolutem Gehör " verstehst, hilft Dir das beim Klavier stimmen gar nichts.
     
    gefällt mir nicht mehr 3 Person(en) gefällt das
  3. Pommbaer

    Pommbaer Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    28.11.17
    Zuletzt hier:
    21.03.18
    Beiträge:
    17
    Zustimmungen:
    9
    Kekse:
    240
    Erstellt: 06.12.17   #3
    Ich höre einen Ton und weiß genau welcher es ist. Mit einem Zettel und Papier schreibe ich dir auch gerne die Hertzzahl auf (habe die Werte für die einzelnen Töne nicht im Kopf, müsste das umrechnen ausgehend von a).

    Dachte das hilft eventuell beim stimmen, wenn man ohne weitere Hilfsmittel rangeht und maximal eine Stimmgabel für das a verwenden würde.
     
  4. Klavierbauer1

    Klavierbauer1 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.10.12
    Zuletzt hier:
    26.11.18
    Beiträge:
    173
    Zustimmungen:
    68
    Kekse:
    596
    Erstellt: 06.12.17   #4
    Daß Du die einzelnen Töne benennen kannst ist ja schön und gut, aber kannst Du raushören ob das z.B. dreigestrichene a mit 1.752 oder 1.769 Hertz schwingt?
     
  5. Anowon

    Anowon Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    06.10.16
    Zuletzt hier:
    10.12.18
    Beiträge:
    100
    Zustimmungen:
    35
    Kekse:
    356
    Erstellt: 06.12.17   #5
    Und außerdem ist hören nur ein Teil der ganzen Arbeit.. genauso wichtig ist zu Wissen wie ich die Temperaturoktave richtig aufteile und auch der Umgang mit dem Werkzeug.. du wärst nicht der erste der die d Saite stimmen will und auf einmal das dis reißt weil der Stimmhammer am falschen Wirbel sitzt...

    Nicht umsonst gibt es den Beruf des Klavierbauers (nicht Klavierstimmer). Wenn das jeder auf anhieb könnte warum dann nen Profi bestellen?
     
  6. Pommbaer

    Pommbaer Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    28.11.17
    Zuletzt hier:
    21.03.18
    Beiträge:
    17
    Zustimmungen:
    9
    Kekse:
    240
    Erstellt: 06.12.17   #6
    Ich will ja nicht Klavierbauer werden. Ich behaupte mal ich kann einschätzen ob die Töne so klingen wie sie sollen, platt gesagt.

    Da ich mich früher ( in der Zeit wo ich noch täglich am echten Klavier geübt habe ) schon dafür interessiert habe möchte ich mich da ran trauen.
    Möglich, dass sich der ein oder andere Klavierbauer da auf den Schlips getreten fühlt wenn jemand "daherkommt und das so einfach sieht", aber ich sehe es momentan so einfach.

    Ich habe als Ingenieur schon deutlich komplexere Maschinen und Mechaniken vor mir gehabt (was nicht heißt, dass ich vor einem Klavier keinen Respekt habe).

    Bevor ich mir aber einen Stimmhammer bestelle und loslege dachte ich, es gibt ein paar wertvolle Tipps. Letztendlich würde ich es so oder so probieren.
     
  7. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    28.04.05
    Zuletzt hier:
    10.12.18
    Beiträge:
    9.054
    Ort:
    Süd-West
    Zustimmungen:
    5.274
    Kekse:
    75.757
    Erstellt: 07.12.17   #7
    Du solltest bedenken, daß Du durch unsachgemäße Verwendung des Stimmhammers auch die Löcher, in denen die Stimmwirbel sitzen, ruinieren kannst.

    Ich habe mein Klavier 2x selber gestimmt und habe jedesmal 3 Tage gebraucht. Nach ein paar Stunden waren beide male einfach die Ohren übersensibilisiert. Ich habe nur noch tausend Obertöne gehört, die irgendwie umeinander schweben, und das Urteilsvermögen, ob es gut klingt oder nicht, war weg. Am nächsten Tag ging es wieder eine Weile. Die Stimmung war am Ende - nach noch einmal schlafen und Ohren ausruhen - gar nicht schlecht. Nur leider hielt sie nicht lange, keine 2 Monate ... :ugly:

    Naja, seitdem kommt bei mir wieder der Stimmer. Der ist schneller, die Stimmung klingt besser, macht mehr Spaß, hält länger, schont die Nerven und das Geld gebe ich dafür gerne aus.

    Wenn das Klavier alt und nicht viel Wert ist, kannst Du es ja mal probieren.

    Ein vernünftiges Stimmset kostet mehr als eine Klavierstimmung.



    Mit einem Billigstimmhammer für € 30,- kann man mal einen Ton nachstimmen, der abgerutscht ist, ein ganzes Klavier würde ich damit nicht stimmen. Die Stimmwirbel unterschiedlicher Hersteller haben AFAIK unterschiedliche Größen. Ein guter Stimmhammer hat unterschiedliche Aufsätze dafür. Wenn man die nicht benutzt, kann man - AFAIK - die Stimmwirbel in sich verwinden. -> Nicht gut ...

    Viele Grüße,
    McCoy
     
    gefällt mir nicht mehr 4 Person(en) gefällt das
  8. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    18.08.03
    Zuletzt hier:
    9.12.18
    Beiträge:
    11.922
    Ort:
    Hamburg
    Zustimmungen:
    2.820
    Kekse:
    28.107
    Erstellt: 07.12.17   #8
    Ich kann McCoy da nur beipflichten. Ich habe einen Stimmhammer (für das Klavier in meinem Elternhaus), weil ich dort nach zwei gerissenen Saiten die neuen jeweils einige Wochen bis Monate lang immer mal nachgestimmt habe, nachdem mir der Klavierbauer gezeigt hat, wie es geht. Man macht sich als Laie völlig falsche Vorstellungen davon, was es bedeutet, ein Klavier zu stimmen. Das ist eben nicht nur eine Gitarre mit ein paar mehr Saiten. Ich habe schon viele Instrumente gestimmt und hätte z.B. auch bei einem Rhodes keine Bauchschmerzen. Selbst an ein (kleines!) Register einer Kirchenorgel würde ich mich rantrauen - aber Klavier sollen mal schön die Profis machen... ;)
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
Die Seite wird geladen...

mapping