Also von meiner Seite (oder auch Saite ;-)) besteht kein Bedarf mehr, davon abgebracht zu werden, leichtfertig an das Stimmen eines Klavier heranzugehen. Das ist mir, wie ich schrieb, bereits klar geworden, dass das mit großer Wahrscheinlichkeit schlecht ausgehen wird. Meine Fragen nach dem Stimmen sind reines Interesse, also zu verstehen, wie das gemacht wird und haben nicht primär das Ziel, das selbst machen zu müssen/zu wollen. Aber es könnte durchaus daraus resultieren, dass ich eine Entscheidung treffe, mir das von einem Profi beibringen zu lassen (sofern er mich für geeignet hält) oder auch nicht, weil es mir dann doch aufwendig erscheint.
Solange sich die Bergwand nicht auf Dich zu- oder von dir wegbewegt, ist mir nicht klar, warum die Frequenz sich bei einer Reflexion ändern sollte.
Dispersion kann in Luft eigentlich vernachlässigt werden, dachte ich.
Was Du da hörst, sind einfach die verschiedenen Frequenzen - die Du aber nicht als getrennte Töne wahrnimmst - und die Schwebungen (s. Differenz-/Summationstöne), die bei knapp nebeneinanderliegenden Frequenzen hörbar sind, sowie die entsprechenden Obertöne.
Also der Höreindruck ist bei mir halt so, dass es für mich so klingt, also ob jemand "in den Bergen" Musik macht. Ich habe selbst mal in der sächsischen Schweiz zwischen Felswänden Gitarre gespielt. Da hatte ich auch so ein Klangerlebnis. Wobei ich glaube, dass es für Leute, die woanders stehen (also nicht an der Schallquelle sitzen) noch krasser ist.
Was bei der Reflexion ja passiert, ist, dass zusätzlich zum Ton, der auf direktem Weg von der Schallquelle zu mir kommt, zusätzlich der reflektierte Ton (oder auch mehrere Reflexionen) in mein Ohr kommen. Diese sind jedoch zeitversetzt und dadurch phasenverschoben.
Jetzt müsste ich spekulieren, inwieweit durch diese Phasenverschiebung ein ähnliches Wimmern entstehen kann, wie man es bei einer Schwebung (die bei Emmerson ja dann quasi bei jeder Taste stattfindet) hört. Wobei bei Emmerson die Töne ja nicht einfach nur phasenverschoben sind, sondern leicht unterschiedliche Frequenz haben, dadurch sind die dann automatisch immer mehr phasenverschoben, je länger (lang = ein paar Mikro- oder Millisekunden...) man wartet (bis sie dann periodisch wieder soweit verschoben sind, dass sie für kurze Zeit quasi gleichphasig überlagert sind).
Aber vielleicht ist die Gemeinsamkeit beider Effekte, also Schwebung und Echo, ja auch nur, dass bei beiden der Ton nicht mehr so "on point" ist.
Aber falls es jemand genauer erklären kann und auch weiß, an welchem Ort der Zuhörer vor dem Berg sich befinden muss, um maximal ähnlich Effekt wahrzunehmen, freue ich mich.
Ja, OK, das mit der Dispersion ist dann wahrscheinlich Blödsinn. Und natürlich gibt es auch keinen Dopplereffekt - solange sich weder Felswand noch der Musiker bewegt.