Ich hab mich ebenso für die Lösung M-Air / X32 (je nach Anforderung) + X-Touch entschieden.
Bei 90% meiner Jobs gibts die Optionen: Wenn Mix aus dem Publikum, dann bitte ohne FOH-Platz, ansonsten eben mit Sack und Pack auf/neben der Bühne bleiben. Also lag der Fokus klar auf mobiler Bedienung. Das geht mit Mixing Station Pro ja auch wunderbar.
Damit lässt sich eh das meiste schon komfortabel realisieren. Wenns aber eben doch mal schnell gehen muss und viele Bedienhandlungen in kurzer Abfolge oder auch "parallel" gefragt sind (z.B. Feedbackfrequenz mit dem EQ suchen und dabei per Fader genau die Grenze ausloten), muss eben doch was haptisches her. Oder auch 3-Minuten-Soundcheck in der klassischen Newcomer-Bandcontest-Situation, wo eh jeder am rumdudeln ist. Da habe ich sofort alle Gains und Fader haptisch im Zugriff und kann mir da quasi schon mal blind was zusammenschrauben, während ich gleichzeitig gucke, was auf der Bühne abläuft. Oder auch generell alles, wo Mikros rumgereicht werden, man dementsprechend mehrere Channels im Blick haben muss und aber auch gleichzeitig das Bühnengeschehen verfolgen muss. Das geht mit reinem "Wisch-Misch" unmöglich, auch wenn Multitouch ja technisch möglich wäre - da schiebt man aber einfach irgendwo hin, wenn man nicht aufs Display schaut. Fakt.
Diese Lücke schließt der X-Touch wunderbar.
Hab das ganze auch schon per WLAN realisiert mit zentralem AP für Tablet, Laptop und X-Touch, letzteren dann per WLAN-Client angebunden. Klappt auch hervorragend. Somit ist nur von "irgendwoher" Strom erforderlich und ich muss mir keine Gedanken drüber machen, dass irgendwer auf sensiblen CAT-Leitungen rumtrampelt.
Wenn ich doch mal Zuspieler am FOH habe und somit dort Audio I/O brauche oder recorden will, kommt das X32 eben da hin und auf die Bühne eine Stagebox.
Für mich ist das die Ideallösung. Ich hab lang überlegt, ob ich mir mal noch ein X32 Producer nachordere, aber eigentlich ist das Quatsch, da ich es wie gesagt in 90% der Fälle dann letztlich doch wieder nur per Tablet steuern würde, also Null Komfortgewinn und höherer Platzbedarf.
Aber: Es ist natürlich schon ein Invest. Mir war diese Modularität halt aufgrund der vielen Anwendungsszenarien und mehrerer vorhandener "Pulte" wichtig. Außerdem spare ich mir wie gesagt die zusätzliche Stagebox (ich hab selber gar keine, leihe mir nur fallweise eine DL16 aus), wenn ich eine FOH-Situation habe, aber keine lokalen I/Os brauche.
Wenn man als Band ein einzelnes Pult sucht, ist das Producer aber natürlich günstiger als X32-Rack + X-Touch und man hat eine 100% vollintegrierte Lösung. Der X-Touch kann zwar fast alle Parameter abbilden und es gibt auch "Sheets" zu kaufen damit die Beschriftung passt, aber es bleibt halt doch ein Kompromiss.