Kompaktes Studio: Ist ein Tascam DP-008 EX die Lösung?

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Hallo Recording-Freunde,

ich fange mal von vorne an. Bisher habe ich immer ein ext. Audiointerface von M-Audio oder Focusrite benutzt um etwas aufzunehmen (meistens Gitarre). Habe mich dieser Hardware aber nun entledigt da mich das ständige auf und abbauen von Mikrofon, anschließen von Kabeln und so weiter vor jeder Recording-Session extrem demotiviert hat. Habe leider kein eigenes Zimmer für ein Studio, daher gab es was das anging keine andere Möglichkeit.

Ich suche also nach einer Lösung, wo ich schnell was aufnehmen kann wenn ich Lust habe und inspiriert bin, ohne vorher mich eine halbe Stunde damit beschäftigen zu müssen, alles für eine Session herzurichten.
Ins Auge gefallen ist mir das relativ neue DP-008 EX von Tascam welches mir außerdem preislich sehr entgegen kommt. Leider gibt es zu diesem Gerät nur wenige Reviews und noch weniger Soundbeispiele. Habe schon YouTube sowie Soundcloud abgegrast, leider bisher ohne Erfolg.

Meine Frage ist jetzt, ob das Gerät überhaupt das richtige für mich ist. Musikrichtung soll hauptsächlich im Singer/Songwriter Bereich sein, würde das aber auch gerne für ein weiteres Projekt im Stil von The XX nutzen können. Sprich hauptsächlich Aufnahmen von Gitarre, Gesang, Keyboard und E-Drums. Ich halte den Tascam außerdem wegen der Master-Sektion für sehr geeignet. Bisher muss ich zu geben habe ich noch nicht viel professionell aufgenommen und wenn habe ich quasi nur die Spuren zusammengelegt da ich nicht viel von Mixing/Mastern verstehe.

Könnte so ein Gerät was für mich sein? Gibt es andere Alternativen? Wichtig ist mir natürlich Soundqualität und Usability.

Vielleicht kann mir ja jemand von euch helfen, vielen Dank schon mal! :)
 
Eigenschaft
 
Hallo,

...sagen wir mal so: Das DP-008 wird mit Sicherheit recht schnell am Start sein, um Songideen festzuhalten. Ob das eingebaute Stereomikrofon für Deine angestrebte Anwendung letztlich befriedigend ist, wage ich zu bezweifeln. Und wenn Du die externen Mic-Inputs nutzt, die ja immerhin Phantomspeisung haben, dann bist Du doch wieder beim ungeliebten Mikrofonaufbau gelandet.
Soundmäßig wirst Du zumindest keinen Fortschritt gegenüber den bisher genutzten Interfaces erleben.

Kurzgefaßt: Schnelles Aufnehmen - ja, ordentliche Mehrspuraufnahmen mit anständiger Nachbearbeitung - eher nein.

Viele Grüße
Klaus
 
Hallo Klaus und danke für deine Antwort!

Nehmen wir mal an ich würde mich über das Mikrofonaufbauen hinwegsetzen und ein SM 57 oder mein Behringer B1 anschließen, wie sieht es dann aus? Auch bezüglich Nachbearbeitung? Soll jetzt nicht so klingen wie aus nem Studio von nem Profi aber schon vorzeigbar für den Familien- und Freundeskreis.

Oder gibt es evtl. andere, preiswerte Alternativen dafür?
 
Gute Gitarren-/Gesangsaufnahmen kannst Du schon in sehr guter Soundqualität mit den kleinen Zoom-Geräten machen (ab 99 €). Kommt dann noch was dazu wird es immer kompliziert. Denn im Grunde brauchst Du ja Drums zuerst wegen des Timings.
Mehrspur geht dann erst ab gut 250 € bei Zoom (H4n), und bei den größeren Geräten sind die Mikros meist nicht ganz so gut und dann hast Du wieder Gewurschtel.
Falls Du zufällig bereits ein Iphone hast, gibt es auch da preiswerte Lösungen (aufsteckbare Mikros, teils mit Line-Eingang), auch mit mehreren Spuren.

Bearbeiten in so kleinen Geräten ist aber recht unkomfortabel.
 
Ja ein iPhone habe ich. Hm, danke auch dir für deine Antwort, werde mal etwas weiter durchs Internet surfen und sehen ob ich irgendwo was richtiges für mich finde.
 
Hallo, Tasty Torge,

selbstverständlich kannst Du problemlos Deine genannten Mics anschließen - die sind klanglich auf jeden Fall besser als die im Tascam verbauten Minikapseln, von denen ich beinahe annehme, daß es sich dabei um Kugeln handelt (Achtung - unsicher, ich hab's jetzt nicht extra recherchiert...). Der Klang der Mikrofonspuren wäre da sicherlich mit den "Externen" gut verarbeitbar!

Problem Nummer zwei: Das Teil nimmt ja nur zwei Spuren gleichzeitig auf... das geht z. B. durchaus für das von Dir favorisierte Singer-/Songwriter-Szenario, sprich eine Klampfe plus gleichzeitig Stimmen dazu. Willst Du aber dazu auch noch Keyboards haben oder die E-Drums, so bist Du unbedingt gezwungen, die nachträglich einzuspielen. Natürlich geht das, aber manchmal - je nachdem, wie einem danach ist - möchte man vielleicht als Ensemble zusammen grooven, und dann stehst Du hier leider vor einer Wand.

Bezüglich des unkomfortablen Bearbeitens an diesen kleinen Geräten schließe ich mich an - das ist manchmal Fingerakrobatik hoch zehn - und am Ende vielleicht doch nicht das, was man sich vorgestellt hatte.

Eventuell - ich weiß ja nicht, wie dehnungsfähig Dein Etat ist - könnte vielleicht ein Zoom R16 etwas für Dich sein. Der hat immerhin acht gleichzeitig aufnehmbare Kanäle, ist sowohl als Standalone-Recorder (SDHC-Card) wie auch als USB-Interface benutzbar und hat immerhin auf zwei Kanälen auch Phantomspeisung. Und er nimmt nicht nur in 16 bit Wortbreite auf wie der Tascam, sondern in 24 bit.

Viele Grüße
Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo nochmal,

da ich selbst Keyboard/Drums/Gitarre einspielen würde ist das mit den bloß 2 Kanälen nicht so das Problem und ich meine gelesen zu haben dass Kugeln verbaut sind ;-) Das R16 liegt zwar eigentlich 33€ über meinem Budget aber ich werde mir das mal ansehen, vor allem der Aspekt dass man es ebenso als Interface nutzen kann sagt mir sehr zu, vielen dank für den Tipp!
 
Wenn Du Drums einspielst wirst Du aber mit 2 Eingängen nicht hinkommen...
 
Wenn Du Drums einspielst wirst Du aber mit 2 Eingängen nicht hinkommen...

Habe ja auch nirgends was von Drums geschrieben, wenn dann nur E-Drum bzw. Drumcomputer und ich glaube das sollte dann kein Problem sein.
 
Stimmt... da hab ich nicht aufgepasst. Midi (wegen Editiermöglichkeit) ist natürlich mit Iphone und Garageband (zB) auch gut machbar.
 
Stimmt... da hab ich nicht aufgepasst. Midi (wegen Editiermöglichkeit) ist natürlich mit Iphone und Garageband (zB) auch gut machbar.

Habe leider kein Macbook bzw Mac und das Arbeiten ausschließlich auf so einem kleinem Bildschirm wäre mir zu friggelig :D
 
Kann man sicher exportieren und in einer beliebigen DAW bearbeiten. Garageband ist ja in der Iphone-Software enthalten soweit ich gelesen habe.
 
Aber das ist doch alles irgendwie absurd hier. Mikro aufbauen und am Interface anschließen ist dir zu umständlich, aber Mikro aufbauen und am Recorder anschließen ist ok? Verwendest du die internen Mikros, so ist das klanglich ganz sicher ein Schritt zurück, denn die besten Ergebnisse bekommt man immer mit dafür geeigneten und korrekt eingerichteten Mikros. Und ob man nun einen Handheld Recorder auf ein Stativ schraubt oder ein Mikro ist ja nun auch kein großer Unterschied. Dafür hast du deine Daten dann in einem externen Gerät und nimmst entweder den Verzicht auf richtige Nachbearbeitung in Kauf, oder den Umstand, die Daten erst wieder vom Recorder in den Rechner transferieren zu müssen. Und das alles kostet dich etwas zusätzlich gegenüber dem, was du bereits hast. Bist du sicher, dass du dir das mal richtig überlegt hast?
 
Mittlerweile bin ich mir wirklich nicht mehr sicher ob ich mir das wirklich richtig überlegt habe. Schieben wir das bitte mal komplett zur Seite, dass es mir zu umständig war das Mikro aufzubauen, wenn ich das genauer betrachte ist das absurd.

Ich komme nochmal darauf zurück dass mir an dem Zoom R16 sehr gefällt dass man es direkt als DAW-Controller nutzen kann. Außerdem sieht es durch seine Größe etwas übersichtlicher aus. Ich möchte noch hinzufügen dass ich Musik alleine mache, sprich ich das Overdubbing-Verfahren nutzen möchte und es nicht wichtig ist dass ich 8 Spuren gleichzeitig aufnehmen kann. Bleibt der R16 geeignet? Wo liegen die Unterschiede zum R8? Oder doch was ganz anderes? Falls es hilft als DAW benutze ich Samplitude und Ableton.

Danke nochmal an alle!
 
Diese Recorder machen eigentlich wenig Sinn, wenn Du doch eine DAW benutzt. EDrums kannst Du per Midi aufnehmen, Keys sowieso, für Gitarre und Gesang brauchst Du ein ganz einfaches Interface mit max 2 Eingängen (wenn Du gleichzeitig aufnehmen möchtest).
Ich hab aber schon von Leuten gelesen, die ungern mit einer DAW arbeiten und das lieber mit so einem Recorder machen. Übersichtlicher und flexibler finde ich ganz eindeutig die DAW.
(Aber ich hab auch oft GAS und mir gefällt das Zoom R24. Nur wenn ich so überlege, merke ich immer wieder, dass ich nur rumspinne.... vom GAS wird die Musik nicht besser.)
 
Natürlich würde ich lieber mit Hardware aufnehmen als mit Software. Hätte gedacht man könnte dann mit dem R16 da so einen zwischen weg gehen und quasi mit der Hardware die Software kontrollieren (zumindest für den Recordingvorgang). Da ich noch nie gemastert habe könnten ja auch diese Masterpresets die eingebaut sind von Nützen sein oder nicht?
 
Was willst Du da groß kontrollieren? Start/Stop usw kannst Du in der Regel mit der Computertastatur machen (evtl Funktastatur). Die Fader bringen Dir nichts, weil es keine berührungsempfindlichen Motorfader sind (das heisst, die können ganz woanders stehen als in der DAW und erschweren die Sache nur).
Masteringpresets... hat die nicht inzwischen jede Software? Ich glaub, ich hab die sogar im Magix Studio gesehen, in meinem Studio One Pro sind sowieso welche. Aber ich denke, das wird längst Standard sein.

Wie vorher schon gesagt, ich hab von Leuten gelesen, die am liebsten ganz ohne Computer arbeiten. Kann mir denken, wenn man sich daran gewöhnt hat, kommt man mit so einem Recorder gut zurecht. Mir würde visuell viel fehlen.
 
Ich stelle mir folgendes Prinzip ganz gut vor:

In dem Recorder aufnehmen (ohne PC, ohne Nebengeräusche, am besten im Keller) und anschließend die SD Karte ab in den Rechner und dort die Dateien in die einzelnen Spuren ziehen. Geht in der Theorie doch auf oder? Ist der Qualitätsverlust zu verkraften?
 
Welche Nebengeräusche befürchtest Du denn? Ich nehme hier gelegentlich mit einem Zoom H2n was auf, also Mikrofon. Die vorbeifahrenden Autos höre ich zwar im Moment und auch meinen Computer, auf solchen Aufnahmen höre ich davon aber absolut nichts. Das kommt viel zu leise drauf und in den meisten DAWs könnte man auch noch die leeren Stellen einfach wegmachen, falls da doch irgendwas mit reinkäme. Befürchte ich selbst bei einem Großmembran-Mikro nicht, auf dem ich bei sonstiger Stille einen Stock tiefer meine Frau in der Küche wuseln höre, dass auf einer Aufnahme ausser bei Leerstellen überhaupt irgendetwas hörbar wäre. Dafür ist der Unterschied zwischen dem gewollten Signal (Stimme) und Außengeräuschen viel zu groß.
Bei Mididrums und Keyboard sowieso nicht...
Ansonsten gäbe es da auch noch Gate, so dass in den leisen Passagen (also wo nix gesungen oder gespielt wird) nichts mehr durchgeht.

So wie Du es machst, vielleicht hast Du ja auch im Keller einen Raum in dem Du Dein Gewusel stehen hast, musst Du mit Qualitätsverlusten nicht rechnen. Die Daten sind eh digital, also kann auch nichts verlorengehen.
 

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