Kompositionen verlegen lassen

von metallissimus, 18.09.06.

  1. metallissimus

    metallissimus Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 18.09.06   #1
    Wenn man seine Stücke (im klassischen Musikbereich) verlegen lassen möchte, wie läuft das ab?
    Kauft einem der Verlag die Rechte an der Musik ab und danach ist die Sache gelaufen, oder muss der Komponist selber (mit)zahlen und wird dann an Gewinnen beteiligt, oder...?
     
  2. rockbuerosued

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    Erstellt: 20.09.06   #2
    Was , meinst Du mit "Sache"?

    Ein Verlag ist vorrangig für die Zweitverwertung wichtig (Kompositionen z.B. bei anderen KÜnstlern unterbringen / Kopplungen etc.).

    Wenn Autoren einen Verlagsvertrag abschließen, dann geben Sie Tantiemeneinnahmen ab. Wie schon öfter hier skizziert - ich tu's gerne nochmals - lautet die GEMA-Tantiemenaufteilung OHNE MUSIKVERLAG: 50 % für den Komponisten und 50 % für den Textdichter.

    Ist ein Musikverlag beteiligt wird wie folgt geteilt:
    40 % Musikverlag
    30 % Komponist
    30 % Textdichter.

    Es ist aber gar nicht so leicht, einen Musikverlag für seine Werke zu begeistern. Man sollte sich da keiner Illusion hingeben!

    Andererseits: Musikverlage haben heute mehr und mehr die A&R-Funktion übernommen, die sinnhafterweise Plattenfirmen früher hatten. Umgekehrt schließen Plattenfirmen heute kaum noch Deals ab, wo sie sich nicht auch gleich die Verlagsrechte für den eigenen Musikverlag sichern. Der Grund steht oben: 40 %!

    Steigt ein Verlag ein, dann hat aber i.d.R. auch mit Vorschüssen (mal überschaubar, selten exzessiv) zu agieren - zumal auch angesichts der Langfristigkeit der Rechteabtretung! Alles andere sollte zur Vorsicht mahnen. Es gibt auch heftige Schnarcher in dieser Branche.

    lg.
     
  3. metallissimus

    metallissimus Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 20.09.06   #3
    Vielen Dank für die Antwort, aber ich habe das Gefühl, dass sie etwas an meiner Frage vorbeigeht. Sie scheint mir doch sehr auf den Popularmusik-Bereich ausgerichtet zu sein.
    Vielleicht hab ich mich auch unklar ausgedrückt. Es geht mir darum, dass sie Stücke professionell gesetzt und gedruckt, und anschließend vertrieben werden.
     
  4. rockbuerosued

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    Erstellt: 20.09.06   #4
    Ich check's mal mit einem Verlagskollegen aus dem Klassikbereich und melde mich dann wieder.

    lg
     
  5. metallissimus

    metallissimus Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 20.09.06   #5
    Danke schonmal!
     
  6. rockbuerosued

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    Erstellt: 20.09.06   #6
    @metallissimus
    Habe schneller als erwartet einen Rückruf von einem KOllegen bekommen, der auch im DMV (Musikverlegerverband) sehr aktiv ist. Er ist allerdings Verlagsleiter bei einem sehr großen Verlag, aber leider nicht im Klassikbereich. Trotzdem kennt er sich sehr gut aus.

    Prinzipiell sei es jederzeit möglich, dass man sich als Autor einfach einen "Druckverlag" suche, der die Abwicklung von Satz und Drucklegung abwickle. Das erfolgt einfach als Dienstleistungsauftrag: der Autor bestellt, schafft an und bezahlt.
    Es ist halt eine aufwändige Telefonarbeit, einige Verlage durchzutelefonieren und zu erfragen, ob sie auch reine Druckverlagsaufträge abwickeln.

    Etwas schwieriger wird es aber, die Druckerzeugnisse in den Handel zu bringen. Das hat aber i.d.R. wirtschaftliche Gründe. Will heißen: das Repertoire der Verlage ist ohnehin schon ziemlich überladen. Es steht die "Herausforderung" an, einen Verlag zu "begeistern", dass er das eigenverlegte Produkt mit in die Handelskette einschleust.

    Die dabei auszuhandelnden Bedingungen sind "reine Verhandlungssache". Der Verlag dürfte seine übliche Handelsspanne nennen und dann muss man sehen, ob das, was zwischen drucktechnischen Produktionskosten und Vertriebsspanne für den/die Autor/en ausreichend respektive zufrieden stellen ist.

    Dafür wird dann eine gesonderte Vereinbarung getroffen, für die es aber keine standardisierte Vorlagen gibt.

    Soweit die Theorie.

    Knackpunkt ist tatsächlich, ob sich ein Verlag finden lässt, der seinen Katalog mit einer Eigenproduktion noch üppiger wachsen lässt. Bei den großen Verlagen ist die Chance da lt. der externen Experteneinschätzung gleich Null! Also lieber die Kleinen kontaktieren und aufpassen, dass sie eine gute Handelsabdeckung haben (selbst bei Musikalienhändlern stöbern und sehen, welche kleineren Verlage auch bis in die kleineren Läden kommen).

    Ich drück' Dir auf jeden Fall die Daumen.

    lg.
     
  7. metallissimus

    metallissimus Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 20.09.06   #7
    Vielen vielen Dank! Das ist genau das was ich wissen wollte. Werd' mich dann wohl mal auf die Suche machen... :)
     
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