Kummerkasten - Wenn's mal scheitert, woran liegt's? ;)

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Strato Incendus

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Das Musikerdasein besteht bekanntlich aus mehr als dem reinen Beherrschen seines Instruments und mich würde einfach mal interessieren, wo in dem ganzen Drumherum ihr am häufigsten auf eure persönlichen Hürden stoßt. Oft bekommen wir von anderen Musikern nämlich nur das mehr oder weniger "perfekte" Endergebnis ihrer Arbeit zu sehen - eine professionelle Aufnahme oder ein solider Auftritt. Den beschwerlichen Weg bis dorthin inklusive zahlloser, anfangs scheußlich klingender Übungs-Sessions, bekommen wir hingegen nicht zu Gesicht. Wir bekommen lediglich das Resultat präsentiert, oft noch verbunden mit einem Satz wie "Wenn du nur hart genug arbeitest, kommst du auch da hin." In diesem Thread würde ich gerne mal diese American Dream-Parolen zur Seite schieben :) und einfach mal einen offenen und ehrlichen Austausch darüber führen, wo wer von uns am häufigsten auf Probleme stößt, vielleicht auch auf so große, dass er zuweilen das Aufgeben in Erwägung zieht.

Ich kenne z.B. diverse Leute, die sich mit dem Songwriting richtig schwer tun, was mir persönlich eher leichter fällt, dafür habe ich als wenig technikaffiner Mensch öfters Sorge wegen der Logistik - das Kabelchaos beim Aufnehmen oder bei Auftritten, hören sich auch alle vernünftig, bekommen wir das ganze Equipment da hin, reißen Saiten oder gehen Röhren kaputt, ist der Tontechniker genervt usw. :)

Ich mache das extra hier im Sänger-Forum, da wir hier erstmal "unter uns sind" und ich hier im Vergleich zum Rest des Boards mittlerweile recht viele Leute "kenne", soweit das übers Internet möglich ist ;) .

Fangen wir mal beim vermeintlich einfachsten Punkt an:

Mitmusiker finden
Jemanden zu finden, der irgendein Instrument spielt, ist noch verhältnismäßig leicht. Jemanden aufzutreiben, der ein bandtaugliches Instrument spielt - und nicht bspw. ein Orchester-Instrument - schon schwieriger. Jemanden, der zudem den eigenen Musikgeschmack zu einem ausreichenden Anteil teilt, das ist in der heutigen Zeit imho deutlich schwerer als früher, einfach weil es mehr Musik gibt, jeder kennt was, aber jeder kennt was anderes. Der größte gemeinsame Nenner ist da oft nur das, was in den Charts läuft. Handgemachte Musik ist da momentan eher weniger vertreten, und wenn man aus dem Metal-Bereich kommt sieht's buchstäblich noch düsterer aus ;) .
Hat man seine Mitmucker dann zusammen, trennt sich meist die Spreu vom Weizen anhand der Zuverlässigkeit. Alle Bands, mit denen ich bisher zu tun hatte, unterteilen sich irgendwann in einen "harten Kern" - die, die die Songs schreiben, die Probetermine organisieren, die sich beim Auftritt darum kümmern, dass der ganze Kram zusammen gehalten wird, die die Leute fürs Aufnehmen zusammentrommeln - und einen Teil von "Mitläufern"; der Typ, der eine etwas weitere Anreise hat, dadurch notorisch zu spät kommt und nicht mal seinen eigenen Bass mitbringt, sondern lieber auf dem spielt, der im Proberaum herumsteht (ist ein reales Beispiel und nicht speziell gegen Bassisten gerichtet ;) ).
Dann bleiben einem zwei Möglichkeiten: Entweder, man erträgt das und versucht die Mitläufer an der Leine zu halten. Oder aber man greift durch und schmeißt die, die sich hängen lassen, raus. Die meisten Mitläufer, denen ich persönlich begegnet bin, waren irgendwann Gott sei Dank so nett, sich selbst rauszukegeln, indem sie einfach gar nicht mehr zur Probe erschienen sind. Aber ob so oder herausgeworfen, in dem Fall steht man wieder beim Ausgangsproblem: passende Mitmusiker zu finden ist leichter gesagt als getan ;) .
Bei uns liegt das womöglich auch an dem eigenwilligen Konzept, Metal mit inhaltlichem Fokus auf das (historische) Mittelalter zu machen und im Gegensatz zu anderen Power-Metal-Bands dann auch in Kettenhemd & Co. aufzutreten (ja, das geht, man kann damit Gitarre spielen! ^^). Da gucken einen die meisten potentiellen Mitmusiker erst einmal irritiert an ;) .

Songschreiben
Wie gesagt bei mir einer der etwas weniger problematischen Punkte. Natürlich habe ich auch einige Stücke, wo mir längere Zeit kein Text oder keine Bridge einfällt, aber dann mache ich eben in der Zwischenzeit an anderen weiter. Zur Not mal einen Coversong zwischenschieben, damit man sich nicht ständig "im eigenen Saft dreht" und mal über den Tellerrand hinausguckt. Auf Zwang einen Song fertig zu stellen nach dem Motto "Geht mal schnell raus und schreibt den Text" funktioniert bei mir nur selten und davon halte ich auch nicht besonders viel. Da genieße ich auch mal den Vorteil, eben kein Profi-Musiker zu sein, dem womöglich das Label mit einer Deadline im Nacken sitzt.

Arrangieren
Habe ich früher mit Songschreiben in einen Topf geworfen, weil Songwriting ohne zumindest eine gewisse Form von Arrangement meistens nicht geht (es sei denn, man bezeichnet ein paar Verse und eine einstimmige Melodie ohne Akkorde und Harmonien schon als "Song"). Mittlerweile weiß ich, dass der Arrangier-Teil seine eigenen Herausforderungen hat, bin da aber Dank des Theoriewissens, das ich von meinem zweiten Gesangslehrer habe, souveräner geworden. Da ich mir wohl kaum auf absehbare Zeit ein Orchester für meine Aufnahmen leisten können werde, muss ich ja auch nicht in der Lage sein, eine komplette Partitur für wer weiß wie viele Instrumente zu schreiben, solange meine Streicher- und Hörner-Parts im Notationsprogramm und beim Garritan Personal Orchestra gut klingen. Für die Standard-Bandinstrumente Gitarre, Bass, Schlagzeug und Klavier geht einem das Arrangieren meiner Erfahrung nach in Fleisch und Blut über, je mehr Songs man schreibt, denn für letzteres braucht man es halt sowieso. Guitar Pro is King! ;)

Üben
Da viele meiner Songs in der Notationssoftware entstehen, neige ich dazu, mir manchmal Parts zu schreiben, die mich erstmal überfordern, egal ob Gitarre, Gesang, Klavier oder Schlagzeug. Aber mittlerweile bin ich recht fix geworden im "den Tab vom Blatt spielen", sodass ich tatsächlich nicht mehr so viel "üben" muss wie früher sondern einfach eher "spiele" und irgendwann kommt das von selbst. Für den Gesang haben mein Bruder und ich mittlerweile einen neuen Lehrer in Köln gefunden, morgen Abend ist die erste Probestunde, mal schauen, wie's so wird.
Mangelnde Übungsbereitschaft von Bandmitgliedern ist halt nur bedingt in der eigenen Hand. Ich habe mich schon oft dazu überreden lassen, Parts zu vereinfachen, damit wir vorwärts kommen, aber bei manchen Sachen, die für mich essenziell zum Song dazugehören, bin ich dann auch stur und sage: "Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um das zu üben, aber das muss da einfach hin, das können wir nicht abändern." Manchmal münden die Schwierigkeiten der beiden Mitmusiker mit ihren jeweiligen Parts dann in den vermeintlichen Zwang, das selbst spielen können zu müssen, und sei es nur um übungsunwilligen Leuten zu zeigen "Sieh her, das ist machbar!" - nicht, um sie zu demotivieren, sondern um ihnen Tipps geben zu können, wie sie da hin kommen.

Proben
Hängt eng mit der oben erwähnten sehr variablen Zuverlässigkeit verschiedener Bandmitglieder zusammen. Meist geht die auf unterschiedliche Zeitreserven und Prioritätensetzung zurück - Arbeit und Partner/Familie sind da die beiden größten "Saboteure" des Bandgeschehens (nicht abwertend gemeint). Das Hauptproblem liegt darin, dass die betreffenden Leute sich oft selbst nicht genau entscheiden können und sich lieber alle Türchen offen halten wollen, als klar zu sagen "Pass mal auf, mir ist XY gerade wichtiger, nach dem nächsten Auftritt bin ich raus, schaut euch schonmal langsam nach jemand neuem um". Und einfach rausschmeißen macht man ja auch nicht mal eben, gestaltet sich zudem als schwieriger, wenn Familienmitglieder Teil der Band sind. So treten wir z.B. seit unserem letzten Auftritt vor gut einem Jahr ziemlich auf der Stelle, mit meinem Bruder am Schlagzeug habe ich noch ein paar Sachen aufnehmen können, aber Proben bestehen hauptsächlich daraus, immer wieder dieselben alten Songs zu üben und das aufzuarbeiten, was über die Zeit verschütt gegangen ist. Für mich als denjenigen, der die Songs schreibt, ist das natürlich frustrierend, nach all der Zeit nichts Neues einbringen zu können und ständig in Lagen zu singen, die aus heutiger Sicht für mich nicht mehr optimal (=meist zu tief / unspektakulär) sind - mein Vater am Bass hingegen kommt halt berufsbedingt nicht so viel zum Üben und muss gefühlt bei jeder Probesession wieder von Null anfangen. Songs transponieren in eine jetzt passendere Lage ist damit Fehlanzeige, das würde für ihn in kompletter Überforderung enden, zudem hält er sehr stark an den Songs in ihrer jetzigen Form fest, weil er sich schon so stark mit ihnen identifiziert hat. Also wird er nicht freiwillig den Platz räumen für jemand anderen, ich kann und will ihn natürlich auch nicht "rausschmeißen" und mich mit meinen restlichen Songs vom Acker machen ist auch keine Option, weil die an unsere bisherigen anknüpfen.

Auftritte
Da unser "harte Kern" normalerweise aus drei Leuten besteht und wir immer nur mal zwischendurch einzelne Gastmusiker hatten, haben wir seit jeher Background-Orchester und teilweise auch Zweitstimmen für den Gesang vom Band kommen lassen - Bassist und Schlagzeuger müssen sich bei uns zu sehr auf ihre eigenen Parts konzentrieren, um mitzusingen, geschweigedenn mehrstimmig. Ich habe einfach die Flucht nach vorne gemacht und bei unserem letzten Auftritt das Macbook meines Vaters, das das Orchester-Playback abgespielt hat, als viertes Bandmitglied vorgestellt, das einzige, das sich garantiert nicht verspielt hat ^^. Das kam natürlich gut an, aber langfristig ist man damit ziemlich eingeschränkt.

Aufnehmen
Haben wir uns momentan als eher verwirklichbares Ziel gesetzt. Da wir eh Track für Track aufnehmen müssen, kann sich jeder seine Übe-Zeit flexibel einteilen und es wird dann aufgenommen, wenn derjenige in seinem Part sicher ist. Halt alles auf Home-Level mit Garage Band, den Verstärker auf Ohrstöpsel-Niveau aufdrehen bis man ordentliche Speaker-Bewegungen und eine tolle Cabinet Resonance hat ist halt einfach nicht drin. Unser Schlagzeug ist ein Roland-V-Drum, was einem immerhin den Ärger mit den ganzen Mikrofonen spart, und ich bin froh für jedes Instrument, dass wir still aufnehmen können. Habe meine Gitarrenparts schon nachts um zwölf aufgenommen, sodass die Zeit, wo meine Mutter nicht im Haus ist und sich über den Lärm beschweren könnte, für den Gesang bleibt. Den der dringt nun mal durchs ganze Haus ^^.
Vielleicht wäre langsam mal ein Upgrade der Aufnahmesoftware auf etwas wie Reaper oder bestensfalls gleich Logic angebracht; andererseits habe ich das Gefühl, aus Garage Band noch nicht alles herausgeholt zu haben, was geht, also gibt's da Hemmungen, den Batzen für ein komplexeres Programm hinzulegen. Nichtsdestotrotz ist mir das Home-Recording-Vorgehen deutlich lieber als alle wieder unter Druck zu setzen, wie sau zu üben und dann in ein professionelles Studio zu gehen - was daran liegen könnte, dass ich, was Tontechniker anbelangt, bisher mehr mit denen vom Typ Glenn Fricker zusammengetroffen bin: professionell bis zur K*tzgrenze und gefühlt notorisch genervt. Klar, kann ich auch verstehen, die machen den ganzen Tags nichts anderes, haben die Routine und entsprechend wenig Verständnis für die "Noobs", die vielleicht Songs schreiben und ihre Instrumente einigermaßen spielen können, aber eher wenig Ahnung von dem technischen Klimbim drumherum haben. Um dem entgegenzuwirken versuche ich's dann lieber selber und falle zuweilen auf die Nase, aber schaffe mir damit peu à peu dieselben Grundlagen drauf. Mal gucken, wo es endet...



So, genug ausgeheult, wo liegen euch am häufigsten Stolpersteine im Weg? ;)
 
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Mit Bruder und Daddy zusammen spielen finde ich irgendwie cool (Gruss an den Daddy, der vom Geist jung geblieben ist). :cool:

Genauso wie mit seinen drei Soehnen zu spielen, so wie es mein Ex-Chef macht.

https://www.facebook.com/PizzicatoBlue

Mal etwas zu meiner Geschichte, ich bin mir sicher dass viele Parallelen erkennen. :rolleyes:

Ich spiele in zwei Bands die unterschiedlicher nicht sein koennten.

1.) Rock- und Blues Coverband
Der Leadgitarrist ist Geschaeftsfuehrer eines Farbenmischwerks, der Rhythmusgitarrist Manager bei der Berufsgenossenschaft Chemie. Ich selbst bin Softwareentwicklungsingenieur. Bei der Band ist der Anspruch in der wenigen Zeit, die wir haben bestmoeglich zu spielen. Dies klappt auch erstaunlich gut, da wir im Durchschnitt maximal alle 14 Tage spielen, und besonders unser Rhythmusgitarrist terminbedingt haeufig absagen muss. Andererseits ist Uli der Einzige der Band, der noch Unterricht nimmt, und er uebt regelmaessig (was man vom
Leadgitarrist nicht behaupten kann *ggg*).
Wir gehen das Ganze aeusserst relaxed an, und sind dafuer gar nicht mal so schlecht. Seit Werner (Drums) dabei ist grooved es einfach. Es macht einfach Spass und ist fuer mich ueben mit Mikro. Der Anspruch ist ab und zu ein Gig, in der Besetzung waren es bislang drei und wir haben positives Feedback erhalten.

-> Mehr will keiner, alles easy, alle zufrieden :cool:

2.) Alternative Band (eigene Mucke)
Mit der Coverband haben wir sogar 2 eigene Songs, die aus der Improvisisation entstanden sind. Eigentlich haetten wir sogar 4 Songs, aber 2 Songs (die ich auch mit Lyrics versehen habe) spielen wir nicht. Die Jungs wollen covern, auch gut, es soll ja nur Spass machen. ;)
Als ich auf der Suche nach einem neuen Drummer fuer meine Coverband war bin ich bei meiner Alternative Band gelandet. Die Band bestand aus damals Rhythmusgitarre, Bass und Drums und war im Aufbau (suchten somit einen Saenger). Ich habe da eigentlich nur mitgemacht um den Drummer kennen zu lernen und wir haben mangels Songs improvisiert (bzw. ich habe einen alten Song von mir angespielt). Sofort meinte Markus (drums): "Wir haben frueher auch nur eigene Sachen gemacht, das will ich lieber als covern". Lars (rhythym guitar) meinte: "OK, warum nicht" und so haben wir angefangen uns eigene Songs zu erarbeiten (>20 in 2.5 Jahren).
Die Band ist natuerlich laengst meine Hauptband, aber genau hier knirschte es gewaltig. Ende Juli kam es dann zum Bruch. :mad:

Aber der Reihe nach:
Nach 3-4 Proben hatten wir bereits 2 Songs zusammen, kurze Zeit spaeter waren es dann 4. Sowas verbindet. In der Anfangszeit hatten wir etliche Musikerwechsel (an lead und bass). Das haelt natuerlich auf, aber nach 4 Monaten kam Thomas (bass) und kurze Zeit spaeter Taner (lead) dazu. Die Besetzung hielt knappe 8 Monate und wir waren bei ca. 12 Songs. Dann stieg Thomas aus familiaeren Gruenden aus (Pflegefall in der Familie).
Es dauerte knapp 3 Monate bis Benni als Ersatz am Bass gefunden war und es munter weiter ging. Am Ende hatten wir 18 Songs zusammen und natuerlich kann man damit auch einen Gig denken. Dummerweise braucht man gute Referenzaufnahmen um mit eigener Mucke "vorstellig zu werden". Und da gingen die Meinungen doch sehr weit auseinander. Lars (rhythm) hat absolut null Bock auf Klick und Multitrack, was nach weiteren 2 Monaten zu seinem Ausstieg fuehrte. Sowas deprimiert und schmeisst einen zurueck, wir haben weiter gemacht und gehofft Lars ueberlegt es sich nochmals.
War aber nicht, nach 3 Monaten haben wir dann aktiv gesucht. Allerdings ist es gar nicht so einfach *ueberhaupt* Musiker zu finden. Anfang der 90er waren im Karlsruher Anzeiger zig Annoncen an Musikergesuchen, heute sieht es bei Quoka, BandsInBaden und Co. eher mau aus. Es machen nicht mehr so viele Musik, und die es tun haben ihre Band.
Wir haben 9 Monate zu viert weiter gemacht bis ein "hervorragender Gitarrist" (25 Jahre Erfahrung) sich gemeldet hat. Er hatte unsere Annonce zwar gesehen, suchte aber eine Coverband um einfach ein paar Gigs zu spielen. Er hat einige parallele musikalische Projekte (u.a. nimmt er eine Progrock CD in Eigenregie auf) und wollte einfach auf die Buehne. Dass "eigene Mucke" nicht foerderlich fuer Gigs ist war ihm natuerlich klar und er hat sich anfangs auch nicht gemeldet. Vom Spielniveau der annoncierenden Cover Bands frustriert war er doch zweimal bei uns. Und Taner und er haben sich sofoert praechtig verstanden. Er hat aber dennoch einen Rueckzieher gemacht, da er einfach den Aufwand der "eigenen Mucke" kennt und die Resourcen eben nicht frei hat. :(

In der Zeit haetten wir die Moeglichkeit zu einem Auftritt gehabt (40 Minuten bei der "fete da la musique"), die aber am Veto einzelner gescheitert ist. Urlaubsbedingt waren wir halt nicht komplett und ich habe mir gedacht man koennte die Songs der Band doch akustisch interpretieren. Kurz Werner (von der Coverband) gefragt, na klar hatte er Bock am Cajon auszuhelfen. Frag nicht nach Sonnenschein, das hat Knatsch gegeben. :eek:
Zitat: "Ich will nicht dass ihr unsere Lieder spielt". Sowas kommt besonders gut wenn Du einzelne Songs komplett alleine geschrieben hast, bei allen Songs die Melodie und die Lyrics ebenfalls dazu beigetragen hast. Es ging mir ganz einfach darum eine Chance zu nutzen, die Songs zu spielen und die Reaktion von "Unbedarften" zu erleben. Widerwillig haben Taner und ich uns dem Bandfrieden zuliebe gebeugt (dabei stammt ein Groh der Songs eben von uns beiden).

Kurze Zeit spaeter ist Lars wieder eingestiegen ("es war ein grosser Fehler die Songs zurueck zu lassen") um nach 2 Monaten an den gleichen Punkten wieder Probleme zu bereiten. Und wieder war eine Auftrittsmoeglichkeit Stein des Anlasses. Obwohl Lars recht schnell wieder die Songs drauf hatte wollte er nicht spielen (Zitat: "wir blamieren uns bis auf die Knochen"). Darauf meinte ich nur: "OK, dann spielen wir halt ohne dich. Haben wir ja 9 Monate auch so geprobt". Diesmal war es so heftig, dass Markus entgueltig keinen Bock mehr hatte. Natuerlich trage ich mitschuld, ich wollte "alles geklaert haben". Wer will was, wie sieht es mit den Rechten an den Songs aus, u.a. wer darf was spielen (war ja der Stein des Anstosses).

Wenn dann ein: "Ich will niz mehr hoeren sonst steig ich aus" kommt ist sowas kontraproduktiv.

Jetzt sind wir zu dritt: Taner, Benni und ich, und wir machen weiter. Ich koennte kotzen, aber bin ein Stueck weit auch froh dass das *Unterschwellige* vorbei ist. Mit einem neuen Musiker koennen wir direkt die Dinge abklaeren, die einem wichtig sind.
 
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Singemod
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vielleicht auch auf so große, dass er zuweilen das Aufgeben in Erwägung zieht.

Hier muss ich unterscheiden. Ganz pauschal habe ich nie ans Aufhören gedacht. Dafür aber direkt vor jedem einzelnen Auftritt. Zumindest früher, als ich noch mit 9köpfiger Band unterwegs war, habe ich mir jedesmal gewünscht, ich läge jetzt auf dem Sofa und würde Fernsehen oder irgendwo ein Bier trinken, wie andere Leute. Einfach wegen allem: der Logistik, dem Auf- und Abbau, dem Lampenfieber ... und und und. Nach dem Gig war das alles wieder vergessen.

Musiker finden
Jemanden aufzutreiben, der ein bandtaugliches Instrument spielt - und nicht bspw. ein Orchester-Instrument - schon schwieriger.

Musiker, die den Geschmack teilten oder zumindest offen dafür waren, habe ich eigentlich immer problemlos gefunden, da die meisten aus meinem Dunstkreis eher "Contemporary" waren. Bei Metal mag das aber durchaus schwieriger sein, da die Leute spezialisierte Fähigkeiten brauchen. Orchesterinstrumentalisten (Brass) sowe Backgroundchöre haben wir immer eingekauft und bezahlt. Da gab es die wenigesten Probleme.

Alle Bands, mit denen ich bisher zu tun hatte, unterteilen sich irgendwann in einen "harten Kern" - die, die die Songs schreiben, die Probetermine organisieren, die sich beim Auftritt darum kümmern, dass der ganze Kram zusammen gehalten wird, die die Leute fürs Aufnehmen zusammentrommeln - und einen Teil von "Mitläufern"

Das stimmt wohl. Ich habe mich manchmal darüber aufgeregt - aber am Ende hatte das auch Vorteile. Dadurch, dass ich als Teil des "harten Kerns" mehr Engagement mitbrachte, konnte ich auch das Konzept stärker prägen. Denn die "Mitläufer" konzentrieren sich auf das Nötigste und sind meist zu faul für Widerspruch und Protest. Und wenn sie merken, dass mehr Mitspracherecht auch mit mehr Engagement verbunden ist, ziehen sie sich wieder zurück. ;)

Songs schreiben
Keine Probleme. Bei meinen Coverbands sowieso nicht, momentan als Solist auch nicht. Und bei meinen früheren Bands der übliche Weg: Einer kam mit einer Grundidee auf Bass oder Gitarre und damit wurde dann gearbietet und drauf gejammt, bis ein SOng draus wurde. Texte wurde mal spontan geschrieben, mal vorher ... wie es kam.

Üben
Ich hätte mir besonders bei den Coverbands natürlich ebenfalls bessere Vorbereitung gewünscht. Da ich aber selbst diesbezüglich oft ein fauler Sack bin, halte ich lieber den Mund.


Proben
Früher wurde zweimal die Woche geprobt. Das hat nicht immer, aber meist geklappt. So ab Mitte zwanzig verlor ich aber zusehends die Lust am Proben. Wenn man ein Repertoire zusammen hat, lässt sich das Proben auch gut reduzieren. Oder auf die Zeit vor den Gigs konzentrieren. Eine "Auffrischungsprobe" ab und zu oder bei einem neuen Song reicht mir dann aus. Ich probe nicht gern ohne ein konkretes oder direktes Ziel vor Augen.

Aufnehmen
Keine Probleme. Ein Großteil meines musikalischen (Band)-Schaffens habe ich in der analogen Ära verbracht, als Aufnahmeequipment teuer, groß und kompliziert war. Daher wurde gespart und ein Studio gemietet. Heute produziere ich überwiegend allein am Schreibtisch und die Musiker spielen dann etwa das, was ich vorbereitet habe. Meine Songs sind mittlerweil so reduziert, dass ich mit wenig Equipment und wenigen Instrumenten auskomme.

Fazit
Den Ärger, den du hast, hatte ich wohl nicht in den Maßen. Oder anders formuliert: In den ersten Jahren meines Schaffens habe ich vermutlich ähnlich empfunden, wurde aber von Jahr für Jahr entspannter. Wenn man erstmal weiß, dass man kein Rockstar mehr wird, wird das Musikmachen auch einfacher.

Was mir dagegen das Bandleben schwer macht:
Worüber ich mich mehr geärgert habe und mich immer noch ärgern kann, sind Mitmusiker, die du wohl zur Gruppe der "Mitläufer" zählen würdest, die aber trotzdem die ganze Zeit den Eindruck erwecken, sie würden noch immer zu viel tun und ausgenutzt werden ("ich sehe nicht ein, dass ich mein Auto für den Transport zu Verfügung stellen muss, nur weil ich eins habe).

Und was ich auch nicht leiden kann, sind unzufriedene Musiker, die die anderen Kollegen für persönliche Probleme einspannen, um sich nicht allein positionieren zu müssen.

Beispiel:
Ich hatte mal ein unlösbares (nicht musikalisches) Problem mit einem Mitmusiker. Ich habe beschlossen, mich von ihm trennen zu müssen, da es mir sonst keinen Spaß mehr macht. Ich habe die anderen Musiker nicht nach ihrer Meinung gefragt oder sogar um Rückhalt gebeten, sondern sie lediglich informiert. Ob das in der Konsequenz dann meinen Ausstieg, einen Persnalwechsel oder die komplette Bandauflösung zur Folge hat, ist mir in so einem Fall dann ziemlich jacke.

Umgekehrt hatte jemand ein persönliches Problem mit mir. Statt für sich selbst zu sprechen oder einfach auszusteigen, hat er aber die Band instrumentalisiert - teilweise ohne ihr Wissen ("XY ist der gleichen Meinung"). So etwas schätze ich allgemein nicht so sehr.
 
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Hallo!

Nach langen Jahren mit vielen Problemen in Bands habe ich zumindestens zwei große Fehlerquellen gefunden und versuche immer, gegenzusteuern:

1. Kommunikation

Eine Band ist eine Gruppe von Menschen wie jede andere auch. Mir haben die Grundlagen der sog. Transaktionsanalyse geholfen und das geht so: Jede Botschaft hat eine Sachebene und eine Beziehungsebene. Wenn der Sänger zum Gitarristen sagt "du bist zu laut", dann kann der Gitarrist zwei Dinge verstehen, nämlich erstens, dass er zu laut ist (Sachebene) oder dass der Sänger den Gitarristen oder sein Verhalten insgesamt nicht schätzt (Beziehungsebene). Wenn in einer Gruppe erst einmal klar ist, dass man sich auf der Sachebene unterhält, dann ist schon vieles einfacher. Dann kann der Gitarrist schlicht leiser machen oder man rückt ein wenig an den Boxen oder sonstwas.

Antwortet der Gitarrist so etwas wie "lern du erstmal deinen Text", dann wird es doof - dann ist meistens auch die Beziehungebene gestört....

2. Diskussionen

Man kann ja über alles reden und versuchen, es theoretisch zu ergründen. Ob es nun ein anderer Gitarrensound ist oder ein schnelleres oder langsameres Tempo oder mehr oder weniger "Brett" im Gesamtarrangement etc. Es ist aber völlig sinnlos, solche Vorschläge zu zerreden und zermürbende Diskussionen zu führen, wodurch mehr geredet als musiziert wird. Die Lösung lautet ganz einfach: In der Zeit, in der wir diskutieren könnten, probieren wir es einfach und dann WISSEN wir, wie es klingt. Danach können wir entscheiden, ob wir das mögen oder nicht. Das klingt verblüffend einfach und das ist es auch.

Wenn man diese zwei Aspekte in den Griff bekommt, ist man schon einen Riesenschritt weiter.

Es steht und fällt ja alles mit den Leuten. Keine Stinkstiefel, A****löcher, Egomanen oder völlig Irre in die Band holen! Das funktioniert nicht. Ich habe lieber einen vernünftigen Menschen dabei, mit dem ich mich gut verstehe und der am Instrument kein Halbgott ist als einen arschigen Virtuosen. Es ist meine Freizeit, ich muss schon bei der Arbeit Kompromisse hinsichtlich meiner Mitmenschen machen. In der Band kann man sie sich aussuchen.

Schwierig finde ich die Ausrichtung einer Band. Alle werden anfangs sagen, dass es ihnen um den Spaß geht, jeder aber gewisse Ansprüche an das Niveau hat. Alle wollen gerne auftreten, kaum einer spricht von finanziellen Dingen. Hier ruht Konfliktpotenzial, denn was für den einen schon unmenschlicher Drill ist, der überhaupt keinen Spaß meh macht, ist für den anderen gerade mal der Anfang disziplinierten Arbeitens. Der eine ist froh, wenn alle mehr oder weniger gleichzeitig anfangen und aufhören und der Ansicht, dass dann das Zusammenspiel past - der nächste will sogar Gesichtsausdrücke arrangieren.

Ich bin letzte Woche in eine Band eingestiegen - heute ist die zweite Probe - und ich bin gespannt, wie sich das dort darstellt.

Gruß

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Eine Band ist eine Gruppe von Menschen wie jede andere auch. Mir haben die Grundlagen der sog. Transaktionsanalyse geholfen und das geht so: Jede Botschaft hat eine Sachebene und eine Beziehungsebene. Wenn der Sänger zum Gitarristen sagt "du bist zu laut", dann kann der Gitarrist zwei Dinge verstehen, nämlich erstens, dass er zu laut ist (Sachebene) oder dass der Sänger den Gitarristen oder sein Verhalten insgesamt nicht schätzt (Beziehungsebene). Wenn in einer Gruppe erst einmal klar ist, dass man sich auf der Sachebene unterhält, dann ist schon vieles einfacher. Dann kann der Gitarrist schlicht leiser machen oder man rückt ein wenig an den Boxen oder sonstwas.
Nach Schulz von Thun vier:
  1. Sachebene
  2. Beziehungsebene
  3. Appell
  4. Selbstkundgabe
Du hast recht, diese Modelle zu beachten kann viel Dampf aus Diskussionen nehmen. Notfalls muss man auf die Metaebene gehen und sich verständigen auf welcher Ebene man gerade spricht bzw. hört.

Übrigens, nach hm, ich glaub Rosenberg sagt man besser "Das Gitarrenspiel ist mir zu laut", denn das "Du" beinhaltet einen direkten Angriff.
 
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Du hast recht, diese Modelle zu beachten kann viel Dampf aus Diskussionen nehmen. Notfalls muss man auf die Metaebene gehen und sich verständigen auf welcher Ebene man gerade spricht bzw. hört.

Übrigens, nach hm, ich glaub Rosenberg sagt man besser "Das Gitarrenspiel ist mir zu laut", denn das "Du" beinhaltet einen direkten Angriff.


Und was ist, wenn ich es völlig legitim finde, Gitarristen zu demütigen und zu demoralisieren? :evil:

Schpass beiseite: Das nützt alles nichts, wenn nicht alle diese Richtlinien kennen und beherrschen. Wir reden hier aber über Rockmusiker. ;)
 
moniaqua

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Strato Incendus

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@antipasti: Was moniaqua mWn meint ist die "Empathie-Wippe" - also prüfen, ob man die Bedürfnisse des anderen richtig verstanden hat, darauf eingehen, und nachher wieder zurückwippen und die eigene Position darstellen ;) . Konnte kürzlich mal bei einem Kommunikationscoach hospitieren, der totaler Rosenberg-Fan ist.

Hätte nicht damit gerechet, dass so bald schon wieder zu sehen, und dann auch noch hier. In den meisten Foren, in denen ich mit sowas angekommen bin, wird man erstmal komisch angeguckt (im übertragenen Sinne ;) ), wenn man Metakommunikation zu starten versucht - vermutlich, weil viele Leute es gewohnt sind, im Internet hemmungsloser ihre Meinung zu äußern, wenn sie sich hinter ihrem Nickname verstecken können. Da wird meiner Erfahrung nach der Sinn von "gewaltfreier Kommunikatin" viel scheller infrage gestellt als draußen im "echten Leben" ;) .
 
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@antipasti: Was moniaqua mWn meint ist die "Empathie-Wippe" - also prüfen, ob man die Bedürfnisse des anderen richtig verstanden hat, darauf eingehen, und nachher wieder zurückwippen und die eigene Position darstellen ;) .

Blöderweise ticken alle verschieden. Ich bin mittelmässiger Sänger und lausiger Instrumentalist, dazu erschwerend aber auch noch Ideenjunkie. Wenn mir eine Musikidee gefällt dann kann ich auch schon mal nerven (über's WE einen Text schreiben, Liedgerüst vorgeben, etc.). Da hat es auch schon mal geknirscht (Zitat): "wenn der Text steht ist der Song meistens vorgegeben, da kann man nur noch schwer variieren". Dabei habe ich auch komplette Texte schon weggeschmiessen, aber so bleibt es halt hängen. Wenn man durch andere (durchaus nachvollziehbare) Ideen Vorgaben gemacht bekommt, werden die eigenen Ideen halt eingeschränkt.

Am schlimmsten habe ich aber den Anspruch empfunden. Als Ingenieur will ich nie, nie, nie mit Musik mein Geld verdienen, bin aber wie gesagt Ideenjunkie und würde gerne sehen wie die ankommen. Dazu braucht es gute Referenzaufnahmen, um überhaupt Interesse zu erwirken, gut performen muss man natürlich auch. Ist ein steiniger Weg der viel kostet und nix einbringt.

Taner würde (und könnte wahrscheinlich auch) professionell spielen, geeignete Band vorausgesetzt. Was 99.9% aller Musiker mit eigener Mucke verdienen ist ihm natürlich bekannt und so arbeitet er auch (eher notgedrungen) als Ingenieur (den Job habe ich ihm in unserer Firma besorgt, seitdem spielt er schlechter da gestresst).

Als Party und Bierzeltmusiker mit einem Programm von Helene Fischer bis AC/DC hat man da weniger Probleme, aber wer will das schon. :redface:

Bei uns hat die Richtung "gute Referenzaufnahmen" zum Knack geführt. Die einen sehen es als notwendiges Übel an, bei den anderen stehen Klick und Kopfhörer konträr zu ihrem "Rock & Roll Verständnis". Und ausserdem soll die Mucke zur Entspannung vom stressigen Job dienen, Arbeit (oder gar Streß) geht schon mal gar nicht. Gigs spielen (wie früher) will man ja schon, eigene Mucke ist ebenfalls cool, aber viel Zeit darf es nicht kosten. :rolleyes:

Das hat dann nix mit Sympathie oder Antipathie zu tun, sondern: "was will der eine, was der andere, was leistet der eine, was der andere". Bzw: "wer macht mit, wer nicht".

Rein menschlich hat es nie Probleme geben, dennoch habe ich "aus Überzeugung" genervt. Taner wollte/will nicht im Proberaum versauern, ich auch nicht, weswegen ich in diese Kerbe geschlagen haben. Und ich kann nerven. :eek:

Wir sind weit davon entfernt weiter zu sein, aber sonst wären wir versauert (das berühmte Ende mit Schrecken, anstelle Schrecken ohne Ende).

Ob wir wieder auf die Beine kommen kann ich nicht sagen, aber ich sehe es als Option. ;)
 
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erniecaster

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Hallo,

die Transaktionanalyse will ich hier gar nicht überbeanspruchen. Alle Beteiligten müssen wissen, dass es um die Sache und nicht um die Person geht, wenn jemand etwas kritisiert. Nicht mehr und nicht weniger - auf "Müslidiskussionen", ob denn nun der Gitarrist zu laut ist oder nur seine Anlage, habe ich einfach keine Lust. Entweder alle im Raum schütteln den Kopf und finden die Lautstärke der Gitarre richtig oder das Ding wird leiser gemacht und alle Beteiligten können weitermachen.

Es ist meiner Meinung nach auch wichtig, sich einzugestehen, wenn es nicht geht. Ich schreibe mal was von meiner letzten Band.

Besetzung: Sänger, Schlagzeuger, Bassist und Gitarrist (ich). Die allen kommunizierte Idee war, eigene Songs zu spielen. Alle vier hatten was in der Schublade, das war kein Problem. Wir hatten recht schnell zehn Songs zusammen. Nun gingen die Ansichten sehr auseinander, wie weit wir waren. Der Schlagzeuger wollte damit auf die Bühne. Ich war dieser Idee nicht abgeneigt, wollte aber noch ein bißchen an der Präzision des Zusammenspiels feilen - okay "raspeln" wäre das bessere Wort, denn es war schon noch ziemlich rau.

Der Sänger sah das ähnlich wie ich, wollte aber keine richtige Position beziehen. Der Bassist war völlig anderer Ansicht. Was wir spielen würden, seien quasi nur "Blaupausen" von Songs, da würde noch jede Menge Arbeit drinstecken. Er hätte da noch Melodien und Parts im Kopf, die unbedingt verwirklich werden müssten, sonst würde er damit nicht auf eine Bühne stellen. Wenn wir noch einen weiteren Gitarristen hätten und noch einen Keyboarder, dann könnte man das alles super verwirklichen. Meine Verständnisfrage, ob er dann der Ansicht sei, dass wir also zu viert auf keinen Fall live spielen könnten, wies er harsch zurück und meinte, ich würde ihm das Wort im Mund umdrehen.

Als einziger Gitarrist in der Band muss man schon etwas mehr spielen als in einer größeren Besetzung, außerdem sang ich natürlich noch Backgroundvocals. Wenn ein Keyboarder und/oder ein Gitarrist dazu kommen, müssen die Parts anders aussehen. Welchen Sinn hat es dann, sich überhaupt zu diesem Zeitpunkt Gedanken über Arrangement zu machen, wenn plötzlich und unerwartet die Aussage im Raum steht, dass die Besetzung nicht komplett ist?

So weit war das alles undramatisch, nur steckten wir fest. Neue Musiker waren nicht in Sicht und bei jeder Probe kam das Thema Livespielen wieder auf. Zwei in der Band wollten, einer überhaupt nicht, der vierte äußerte sich nicht. Das ging noch ganze zwei Monate so, in denen ich nach jeder Probe grummelnd und schimpfend nach Hause kam, bis es zum Krach kam. Das wurde dann wirklich unschön. Davon mag ich hier aber nicht schreiben.

Es wäre klüger gewesen, früher den Stecker zu ziehen, soviel ist sicher.

Woran lag es? Als Beteiligter ist es schwer bis unmöglich, eine neutrale Position zu beziehen aber im Rückblick ist mir klar, dass wir unterschiedliche Ziele verfolgten. Wenn das einmal klar ist, dann sollte man das eingestehen, dass die Gruppe als solche nicht funktioniert. Und dann ist eine Trennung angesagt - das geht auch friedlich.

Beste Grüße

erniecaster

Gruß

e.
 
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Oha, da muss ich auch mal meinen Senf dazugeben :)

bei uns kam letztens das Thema auf, "Wie ernst meint ihr es eigentlich mit der Band?". Eines unserer Mitglieder hatte öfters abgesagt (oft durch Krankheit, allerdings nicht so krank, dass man nicht proben konnte, zumindest meiner Meinung nach ist ein (Zitat) "Schnupfen."(Zitat Ende) kein Grund, nicht proben zu kommen.)
Aber ich nehme die Musik eh ein bisschen zu "ernst", wobei das nicht richtig ist, aber Musik ist in meinem Leben sehr wichtig, ergo auch das Musik machen.
Zumindest haben wir in einer "Notfallsitzung" darüber gesprochen, kamen zu dem Entschluss, das es weitergehen kann, keine drei Wochen später das gleiche Problem "ichbin krank.". Am Mittwoch noch zu krank, um zu proben, aber am Donnerstag ins Kino gehen... klaaaaaar.

Ein anders Ding, was mich oft sauer macht ist auch die Tatsache, dass immer die gleichen Fahrer sind, wenn es zu Gigs geht. "Nö, ich will lieber saufen nach dem Gig." - schöne Aussage, dann, wenn man wieder zu Hause ist "zu voll" um beim reintragen der Sachen in den Proberaum zu helfen...

Und auch bei den Lyrics kommt es oft zu Diskussionen. Letztens wollte einer einen Text nicht als Text für den Song haben, weil darin vorkam "[...] deep wounds we cut, devour their flesh and drink their blood[...]" - das wäre ja Death Metal und wir machen ja Heavy Metal und nö, mit solchen Texten würde er sich nicht abgeben, das wäre zu stumpf und sowieso.

Na ja, es sind aber oft die Kleinigkeiten, die wirklich an die Grenzen bringen. Saite reißt, keine Ersatzsaite dabei, Probe nach 15 Minuten sogesehen vorbei. Kabelbruch, Gitarre fällt runter, alles schon erlebt... Klassiker bei nem Gig, beim 3 Song raucht die Monitorbox weg...
 
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Am Mittwoch noch zu krank, um zu proben, aber am Donnerstag ins Kino gehen... klaaaaaar.

Dies kommt ganz auf den Stellenwert und die Effektivität an. Meine Coverband betrachte ich als "Übungsband". Es macht eine Menge Spaß, ich treffe mich mit den Jungs gerne und es ist wenn wir komplett sind sogar recht effektiv.

Leider klappt(e) es mit den Absprachen nicht immer. Beruflich bedingt fehlt der Rhythmusgitarrist häufiger, dies wurde auch nach der Probe besprochen und ob die nächste Woche ausfällt. Ich bin *zweimal* vor'm Proberaum gestanden weil keiner kam, und die Montagsmail zur Probe Dienstag nicht beantwortet wurde.

Meine Androhung: "Wenn einer fehlt dann fehle ich auch" hat dabei Wunder gewirkt. Auf einmal wurden montags doch noch eMails beantwortet. ;)

Inzwischen lassen wir die Probe trotzdem ausfallen, unser Drummer hat >40km Anfahrtsweg und spielt (wie ich) in einer anderen Band. Da Karlsruhe eine ähnliche Baustellenkatastrophe wie Stuttgart ist treffen wir uns derzeit nur noch wenn wir komplett sind. Ich finds gut, da effektiver. ;)


Ein anders Ding, was mich oft sauer macht ist auch die Tatsache, dass immer die gleichen Fahrer sind, wenn es zu Gigs geht. "Nö, ich will lieber saufen nach dem Gig." - schöne Aussage, dann, wenn man wieder zu Hause ist "zu voll" um beim reintragen der Sachen in den Proberaum zu helfen...

Wir haben nicht viele Gigs, und auch nur mit der Coverband, die Eigene-Mucke Band stand noch nie auf der Bühne. Aufbau/Abbau war nie ein Problem (wenn man mal von den Rückenschmerzen absieht).

Den andauernden "Zusatzroadie" zu spielen hätte ich aber auch keine Lust. Geht gar nicht.

Und auch bei den Lyrics kommt es oft zu Diskussionen. Letztens wollte einer einen Text nicht als Text für den Song haben, weil darin vorkam "[...] deep wounds we cut, devour their flesh and drink their blood[...]" - das wäre ja Death Metal und wir machen ja Heavy Metal und nö, mit solchen Texten würde er sich nicht abgeben, das wäre zu stumpf und sowieso.

Jetzt wird es *persönlich*, bei Lyrics oder Stil (Gesang, Gitarre, etc.) geht um den Ausdruck. Wenn es hier Differenzen gibt knallt es eigentlich sofort."Drink their blood" ist eigentlich auch nicht meins, genauso wenig wie "Squeeze me baby, until the juice runs down my leg". Da ich selber Lyrics schreibe weiss ich aber wie schwer es ist eine Stimmung aufzubauen und Gefühle darzustellen. Und viele Gefühle (z.B. Angst) sind kaum rational beschreibbar, weswegen die Interpretation ganz unterschiedlich ausfallen muss.

Sehr schwieriges Thema.


Na ja, es sind aber oft die Kleinigkeiten, die wirklich an die Grenzen bringen. Saite reißt, keine Ersatzsaite dabei, Probe nach 15 Minuten sogesehen vorbei. Kabelbruch, Gitarre fällt runter, alles schon erlebt... Klassiker bei nem Gig, beim 3 Song raucht die Monitorbox weg...

Alles nicht erlebt, aber die alten Säcke sind i.a. geldmässig nicht ganz so klamm, und sind wenigsten dies bzgl. gut vorbereitet. Dafür üben die weniger, man kann nicht alles haben.
 
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Ja, das mit dem "devour their flesh and drink their blood" ist eigentlich auch nicht das Wahre, aber sich wegen einer Stelle schräg zu stellen, fand ich halt ziemlich albern.

Aber wo ich es jetzt gerade so gelesen habe, mit den Lyrics ist es echt schwer. Vor allem wenn dann einer, der sowas (eigene Aussage) nicht kann dann nen Spruch zu hören wie "Hast du den Text immer noch nicht fertig? Mann, du hattest 2 Tage Zeit." könnte ich ausrasten... Und sich dann auch noch beschweren :/

Und das mit den Sachen reintragen: Ich meinte die EIGENEN Sachen nicht wieder verräumen können, weil man ja auf der Rückbank pennen muss, weil "zu voll" -_-"
 
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Ja, das mit dem "devour their flesh and drink their blood" ist eigentlich auch nicht das Wahre, aber sich wegen einer Stelle schräg zu stellen, fand ich halt ziemlich albern.

Einfach die Jungs auffordern selber mal Lyrics zu schreiben. Die sind schnell froh dass der Kelch an ihnen vorübergegangen ist. ;)

Lyrics sind überbewertet und unterbewertet zugleich. Die meisten Lyrics werden wohl in ihrer Gänze nicht wahrgenommen. So gesehen kann man fast alles texten, merken eh die wenigsten ob das gehaltvoll oder schwachsinnig ist. Interessant wird es wenn "Textpassagen sich eingraben", in diesem Fall assoziiert der Zuhörer die Lyrics und die Musik mit einem Gefühl und interessiert sich für den ganzen Text. Wenn einem dieses gelingt sind Lyrics eminent wichtig, da sie die Musik auf eine "Gefühlsschiene" bringen.

Zuguterletzt müssen die Lyrics zum Song natürlich passen. Der Text von "The End" (The Doors) würde als Kinderlied nicht nur nicht wirken, er würde verstören. Zur düstereren Musik wurde "das Ende" (ursprünglich zu einer Liebesbeziehung) so weit interpretiert dass es sogar als Soundtrack für "Apocalypse Now" herangezogen wurde, ein wahrlich extremes Ende.
 
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Am Mittwoch noch zu krank, um zu proben, aber am Donnerstag ins Kino gehen... klaaaaaar.

Ein anders Ding, was mich oft sauer macht ist auch die Tatsache, dass immer die gleichen Fahrer sind, wenn es zu Gigs geht. "Nö, ich will lieber saufen nach dem Gig." - schöne Aussage, dann, wenn man wieder zu Hause ist "zu voll" um beim reintragen der Sachen in den Proberaum zu helfen...

Das klingt für mich nach dem klassischen "Mitläufer", den ich im Startpost beschrieben habe ;) . Irgendwo in der Band wird es den wahrscheinlich immer geben, eine rundum motivierte Band muss mir erst noch unterkommen. Mitläufer haben ja auch durchaus ihre Vorteile - wenn es Leute gibt, die einfach ihren Teil gut machen und auf der Bühne funktionieren, ohne an allem mitbestimmen zu wollen, können manchmal auch angenehmer sein als Leute, die einem in jede Textzeile reinreden (wo ihr das gerade anführt ;D ). Dafür nimmt man dann auch das Drumherum in Kauf, dass man selber, wenn man eher ein "Bestimmer" ist, die Gigs organisiert usw., während der Mitläufer einfach nur funktioniert, aber auch nicht viel zu kamellen hat.

Die Frage, die ich mir in letzter Zeit gestellt habe, ist: Auf welchen Posten setzt man den Mitläufer am besten? ^^ Bisher habe ich von solchen Typen schon am Keyboard, am Bass und an der Rhythmusgitarre gehört - dafür eigentlich nie an der Lead-Gitarre, dem Mikro oder am Schlagzeug :p .
 
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Mitläufer haben ja auch durchaus ihre Vorteile - wenn es Leute gibt, die einfach ihren Teil gut machen und auf der Bühne funktionieren, ohne an allem mitbestimmen zu wollen

Ich weiss die Meinung der Bandkollegen durchaus zu schätzen, und auch die kritischen. Die Meinung wurde ja i.a. mit Sachverstand abgegeben, sowie nach dem persönlichen Empfinden. Aber auch hier gibt es Gos und NoGos.

Beschränken wir uns mal auf die nicht positive Kritik.

Zuerst Coverband:
1.) unser Leadgitarrist spielt eine schöne, flüssige (Blues-)Sololinie ist aber (u.a. auch berufsbedingt) eher faul
-> man arrangiert sich, spielt erstmal Songs die ihm liegen (z.B. Bluesrock) bzw. arrangiert akustisch dass er wenig zu tun hat
2.) unser Rhythmusgitarrist spielt erst seit ca. 8 Jahren E-Gitarre, früher aber klassisch akustisch (zupfen), nimmt sogar Unterricht
-> Uli wird "am Riff und im Solo" kontinuierlich besser, standardmässig zupfen (z.B. BAP, Jupp) konnte er seit ich in die Band gekommen bin (-> Uli ist technisch beschränkt, hierbei besser werdend, und sehr beliebt -> :great:)
3.) unser Bassist ist sehr solide, zurückhaltend, analytisch ("zum Schluss wurden wir mal wieder schneller") und hält mir ab und zu vor dass ich zu arg schreie
-> Thomas hat recht, und nimmt mein Gegenkritik "das Anschreien gegen die Band" genauso auf. Seit wir einen neuen *grösseren* Proberaum haben kommt das Thema nur noch selten hoch
4.) unser Drummer ist im Vergleich zum Vorgänger eine Wucht hat aber einen langen Anfahrtsweg (wobei die A5 hier die Katastrophe ist) sowie eine zweite Band
-> z.Z. proben wir Werner zuliebe nur jede 2te Woche, kommt allemal besser als mit dem alten Drummer wöchentlich
5.) meiner einer, Vocals
-> ich melde mich natürlich wenn ich nicht mehr locker genug durchkomme. Irgendwie werden alle Gitarrenverstärker trotz fehlender Bedienung kontinuierlich lauter. Verantwortlich sind dafür wahrscheinlich Ausserirdische. :tongue:


Eigene Mucke-Band:
1.) unser Leadgitarrist
-> ist der mit Abstand beste Musiker, könnte professionell spielen wenn er sich darauf konzentrieren könnte (wir wissen ja was Musiker verdienen ;))
2.) meiner einer, Vocals
-> bin ziemlich wichtig da alle Melodien und Lyrics (damit grösstenteils auch der Songablauf) von mir sind (bin aber technisch schlechter als wie es mir durch den Kopf geht).
3.) unser Bassist
-> lieb und nett, solide, weiss was er will und auch was er von den anderen hat. Und hat seine eigene Meinung (sehr wichtig!).
4.) unser Ex-Rhythmusgitarrist
-> fühlte sich als Bandleader (was er nur ganz zu Anfang war), kam nicht so recht damit klar dass andere auch Ideen haben (es gab Nebenkriegsschauplätze: Sound, Gigbereitschaft, etc. -> abkotzen (ohne etwas produktives dagegen zu tun) und dann das Weite suchen)
5.) unser Ex-Drummer
-> sehr ruhiger und angenehmer Zeitgenosse, solide, ihm gingen die Querelen aber an die Nieren. Bei Markus tut es mir echt leid, dass wir kein *klärendes* Gespräch führen konnten.

Die verbliebenen drei (Lead, Bass, Vox) haben die Songs im Auge, und genau so kann eine eigene Mucke Band IMO nur funktionieren. Es zählen die Songs, sonst nix. ;)


Bzgl. Anspruch und Wirklichkeit noch ein paar Beispiele:
- der erste will Entspannung nach einem langen Arbeitstag
- der zweite liebt Musik und würde gerne Skynyrd spielen finde aber keine Mitmusiker und lässt sich auf eigene Mucke ein
- der dritte ist beruflich arg gebeutelt weiss aber dass er technisch gut mitspielen kann
- der vierte kennt seine Stärken und Schwächen ganz genau und verhält sich auch so
- der fünfte hat viele Ideen, kann diese aber nicht alleine umsetzen
- der sechste spinnt einfach
- der siebte hat auch viele Ideen, kann einiges davon umsetzen, kann aber nicht so gut mit anderen
- der achte ist eigentlich geheilt, aber wenn man ihn bekniet dann macht er doch wieder mit
- der neunte vergisst einfach dass "Musiker Sieben" schwierig ist und freut sich auf Gigs und Parties
- der zehnte weiss nicht ob er soll, oder auch nicht, kann ich nicht sagen, und entschwindet dann wieder

Die zehn Punkte beschreiben Hobbymusiker, wie muss es abgehen wenn professioneller Anspruch dahinter steht. :redface:



können manchmal auch angenehmer sein als Leute, die einem in jede Textzeile reinreden (wo ihr das gerade anführt ;D ).

Auch hier bin ich nicht ganz deiner Meinung. Wenn ich ein lieber, netter Bassist wäre (alle Bassisten, die ich kenne sind lieb und nett ;)) und der Sänger faschistische Parolen vertexten würde hätte ich ein Problem. OK das ist der Extremfall, dumpfe Hetze erkennt man leicht, da kann man sich schnell von distanzieren. Viel schwieriger sind "verwaschene Andeutungen", "Ungenauigkeiten und Doppeldeutigkeiten", "Bauchgefühl und Angstbeschreiben", etc..

Solche Lyrics können einen packen, aber auch total verstören oder starke Gegenreaktionen hervorrufen.

Der Text von "The End" (The Doors) ....

Father/ Yes son?/ I want to kill you/ Mother, I want to …

Vatermord und Ödipus sind harter Tobak.

Ich finde hier Danzer's Ansage bei diesem Konzert für sehr passend. Er sagt, dass man als Sänger in eine Rolle schlüpft, und dass man aus dieser den Sachverhalt beschreibt, den man thematisieren möchte. Das muss nicht bequem sein, kann sogar abartig sein, um eben diesen Sachverhalt ins Bewusstsein zu bringen.

Wer bei einzelnen Textzeilen reinredet und die "Songausaussage"nicht verstanden hat, der gehört ja sowas von vor den Kopf gestossen. Ist mir zum Glück nie vorgekommen. :)

Wo wir gerade bei einer Text-Aussage sind: :great:


Bisher habe ich von solchen Typen schon am Keyboard, am Bass und an der Rhythmusgitarre gehört - dafür eigentlich nie an der Lead-Gitarre, dem Mikro oder am Schlagzeug :p .

Nöh, es gibt hinreichend Keyboarder, Bassisten und Rhythmusgitarristen die das widerlegen. ;)
 
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Ich habe ja auch nicht gesagt "Alle xxx sind Mitläufer", sondern "Wenn du bereits einen Mitläufer in deiner Band hast" (Bedingung!) - was sich leider oft nicht vermeiden lässt - dann kann man ihn eher an Keyboard, Rhythmusgitarre oder Bass unterbringen als am Schlagzeug, am Mikro oder der Leadgitarre ;) .
 
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dann kann man ihn eher an Keyboard, Rhythmusgitarre oder Bass unterbringen als am Schlagzeug, am Mikro oder der Leadgitarre ;) .

Saenger sind meistens wichtig, da von ihnen haeufig Melodie und Lyrics kommen. Es gibt aber auch Saenger die Mitlaeufer sind, bei Zappa waren alle anderen Musiker Mitlaeufer. ;)

Es gibt divenhafte Leadgitarristen, die nix anderes beitragen als sich selbst darzustellen. Und der erste Drummer unser Coverband waere mit Mitlaeufer noch gut bedient gewesen. Oft war er nicht mal Mitspieler, da er sich immer streng am "Original" orientiert hat was er technisch einfach nicht drauf hatte. Dabei hat es ihn regelmaessig rausgehauen. Alle gut gemeinten Hinweis ("spiel einfach, aber durch") wurden als Angriff gewertet und mit dem folgendem Satz beantwortet: "Es liegt nicht an mir, wenn ich zur CD spiele komme ich immer durch". :redface:

Dass es doch an ihm gelegen hat hat der Nachfolger eindrucksvoll bewiesen. :rolleyes:

Auf der anderen Seite, stelle dir mal RHCP ohne Flea vor, die Stones ohne Keith Richards und Deep Purple ohne Jon Lord.

Besonders bei Coverbands kann schwer vorausgesagt werden wer die treibende Kraft ist. Oft ist die treibende Kraft (und Organisator) naemlich der Bassisist (ich hatte schon mal erwaehnt, dass ich persoehnlich keine komplizierten Bassisten kenne ;)).

Nur mal so als Gegenbeispiele. ;)


Nachtrag:

Nur mal so als weiterer Gedankengang. Es gibt etliche Musiker die schlecht spielen aber sich damit in der Band durchgesetzt haben. David Byrne ist ein Antisaenger, Peter Gabriel (besonders anfangs) auch. Beide Musiker schaetze ich fuer ihre "eigene Art" *sehr*. Bob Dylan ist mir hingegen zu viel des Guten, auch wenn ich seine Leistung (Songwriting + Lyrics) ebenfalls zu schaetzen weiss. Gut gecovert liebe ich ihn sogar. :D

Ferner gibt es "stille Zeitgenossen" die eminent wichtig sind. Bei Queen wird oft Freddie angefuehrt: die Band hatte aber einen bunten und 3 stille Leader.

Wiki schrieb:
Die Musik der Gruppe ist durch große stilistische Vielfalt gekennzeichnet; alle vier Bandmitglieder waren wesentlich am Songwriting beteiligt. Zu Queens bekanntesten Liedern zählen das von Freddie Mercury komponierte We Are the Champions, Brian Mays We Will Rock You, John Deacons Another One Bites the Dust und Roger Taylors Radio Ga Ga.
 
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