Kurzer Testbericht Kawai MP6....

von gmaj7, 04.11.10.

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Casio
  1. gmaj7

    gmaj7 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.11.10   #1
    Da der MP6 neben dem Piano auch viele andere Brot und Butter-Sounds abdeckt, stelle ich meinen Testbericht mal in dieser Rubrik hier ein.
    ___________________________________________________________
    Ich habe den MP6 heute für eine halbe Stunde angespielt. Da ich den Vorgänger 2 Jahre lang hatte, glaube ich aber das Gerät jetzt schon zu kennen :-)

    Alles in Allem kenne ich kein Gerät mit einem besseren Preis-Leistungsverhältnis. Für 1350€ (Ladenpreis) erhält man deutlich mehr als ein Stagepiano. Es handelt sich um die Weiterentwicklung eines tollen Geräts.

    Mein erster Eindruck:

    Die Klänge

    Die Pianos sind ein ganzes Stück besser geworden, reichen aber nicht ganz an das Piano des deutlich teureren RD700NX heran. Dennoch macht es Spaß die Pianoklänge zu spielen. Der Klavierklang gefällt mir um Längen besser als im S90XS.

    Auch das Epiano klingt durch die neue Amp-Simulation wirklich sehr gut. Die Alle anderen E-Piano-Sounds haben mir schon im Vorgänger sehr gut gefallen. Anspieltipp bei den Balladen-Epianos ist der Klang "Epiano in Love". (zu finden bei den Setups!)

    Streicher: Alles wie gehabt. Für Flächen und Atmosphäre perfekt.
    Mein Tipp: Layert den Klang "Warm-Strings" mit dem Concert-Grand 1. (Unbedingt die Pedaleinstellung bei den Warm-Strings umstellen, dann klingt er um Welten besser. Diese Piano-Streicher-Kombination klingt deutlich besser als die internen Piano-Streicherkombinationen.

    Orgeln: Mit ordentlich Ampsimulation und Leslie drauf klangen die schon sehr schmutzig, wie ich es am Liebsten mag. Ich bin aber noch nicht sicher, ob die Orgeln mit anderen Orgelsimulationen mithalten kann. Hier muss ich nochmal direkt vergleichen, da ich als Fantom-Nutzer keine guten Orgeln gewohnt bin ;-)

    Chöre: Hier sind ein paar sehr schöne Chöre dabei. (Auch hier ein Tipp: Piano mit Warmstring 1 layern und dann einen Breath-Chor mit sehr langsamen Attack leise einschwingen lassen. Klingt wie Lack! Der MP6 ist 192-Stimmig - dem geht die Puste nicht so schnell aus!

    Synthklänge: Ein amtlicher Jump-Sound und weitere gute Synthbrass-Klänge, ein toller Synthsweep und ein paar mittelmäßige Leadsounths befinden sich im Gerät. Auch ein paar schöne D50-Sounds sind vorhanden. Für ein Stagepiano auf jeden Fall super.
    Im Vergleich zu meinen Synthesizern fehlt es hier natürlich an allen organischen, wabernden dreckigen Synthsounds.
    Einige Synthklänge z.B. Synthbrass ,Synthsweep und die D50 Sounds sind aber so brauchbar, dass ich sie beim Vorgänger sogar der Fantom-G-Variante vorgezogen habe. Der Rest der Synth-Abteilung klingt dafür mehr nach General-Midi Tonerzeugung.
    In dieser Sektion konnte ich auch keine Unterschiede zum Vorgänger feststellen.

    Blasinstrumente: General Midi Niveau. Nicht besonders gut. Dafür gibt es ein paar sehr schöne Flöten.

    Gitarren: Nicht die Stärke des Geräts. Durch die Ampsimulation sind aber einige E-Gitarrenklänge nun wenigstens brauchbar. Eine Nylongitarre klang auch ganz nett. Diese Sektion hat sich im Vergleich zum Vorgänger etwas verbessert, ist aber nicht das Highlight des Gerätes.

    Die Tastatur:
    Spielt sich für mich besser als der Vorgänger. Kommt aber nicht an ganz an die S90XS oder die Roland-RD700-Tastatur heran.

    Die Bedienung
    Ich liebe dieses simple Bedienkonzept, dass das Erstellen von Splits und Layers zum Kinderspiel macht. Und das mit einem Mini-Display.
    Die Logik:
    Es gibt bis zu 4 Parts in einem Setup. Ein Setup ist das, was bei anderen Geräten Multi, Performance, oder Combination heißt. Jeder Part hat 2 Schalter und einen Schieberegler. Mit dem oberen Schalter wählt man den Part aus, mit dem unteren schaltet man ihn an und aus. Und mit dem Schieberegler ändert man beispielsweise die Lautstärke.

    Wenn ich jetzt einen 3er Split erstellen will ist das kinderleicht: Man klickt auf Part 1 und sucht sich einen Klang aus. Dann hält man PART1 gedrückt und drückt die unterste und die oberste Taste des gewünschten Tastaturbereichs. Schon ist der gewünschte Klang im gewünschten Tastaturbereich. Das macht man Ratzfatz für jeden Part. Alle Insert-Effekte werden dabei erstmal automatisch übernommen.

    Die weitere Bearbeitung ist auch sehr leicht. Man wählt den gewünschten Part einfach aus und ändert über die Regler im DIREKTZUGRIFF: Attack, Release, Effekteinstellungen usw. In einem Untermenü lässt sich auch sehr schnell die Transponierung für den gewünschten Part vornehmen.

    Dieses Gesamtkunstwerk lässt sich nun einfach als Setup speichern. Alle Änderungen, die man dabei an den einzelnen Klängen vorgenommen hat werden mitgespeichert.

    Auch genial: Wenn man die Ursprungsklänge ändert, bleiben die schon erstellen Setups unverändert. Es entfällt somit das blöde Referenzproblem, das man bei sonst bei vielen anderen Klangerzeugern hat. Ein für sich gespeichertes Setup ist alleine überlebensfähig :-)

    Auch toll gelöst bei Kawai: Wenn ich einen Part deaktiviere, wird er nicht gemutet! GENIAL! Mein Lieblingsanwendungsfall: Die Pianoballade, die nur im Refrain mit Streichern gelayert wird. Beim Fantom und dem S90XS bricht die Fläche sofort weg, wenn ich sie im letzten Akkord des Refrains deaktiviere. Der Kawai kapiert, dass ich erst mit dem nächsten Tastendruck keine Streicher mehr haben möchte. So gefällt mir das persönlich besser.

    Auch die Masterkeyboardfunktionen sind so einfach zu bedienen.

    Kritikpunkt: Die neue Ampsimulation kann man leider nur auf den ersten Part 1 anwenden. Wenn man Orgel und Epiano splittet muss man sich entscheiden, welcher von beiden die neue Ampsimulation verwenden kann. Es gibt aber einen ähnlichen internen Effekt, den man dan für den anderen Klang auswählen kann.

    Mein Fazit:
    Ich bin auch vom Nachfolger begeistert, da man hier für nur 1350€ ein tolles Stagepiano, viele weitere tolle Sounds und auch noch hervorragende Masterkeyboardfunktionen bekommt. Keines meiner Keyboards hat mir das Layern und Splitten je leichter gemacht!

    Ich persönlich denke ernsthaft darüber nach meinen S90XS zu verkaufen und mir den MP6 zuzulegen. Dabei verliere ich zwar einige tolle Motifsounds (insbesondere die Bläser), bekomme aber auf der anderen Seite ein deutlich besseres Piano, einige bessere E-Pianos, etwas wärmere Streicherflächen und wesentlich schönere Chöre.

    Natürlich verliere ich auch andere Funktionen des S90XS, die ich persönlich live aber nicht benötige (z.B. Arpeggiator, Vocoder).

    Das Wichtigste aber: Das normale Layern und Splitten von bis zu 4 Parts, geht geradlinig, schnell und ohne Transponierfallen :-)
    Das heißt, für meine Standadanwendungsfälle ist er deutlich einfacher und schneller zu bedienen.
    (Die Aufgabe lautet bei mir fast immer: 4 Klänge in bearbeiteter Form irgendwo auf der Tastatur abzulegen)

    Wenn ich mir von Kawai was wünschen dürfte: Bringt ein teureres Modell mit einem erweiterten Vorrat an Natur- und Synthklängen heraus.
    Viele Grüße
    Micha
     
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  2. sketch1002

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    Erstellt: 04.11.10   #2
    Hi Micha,

    schöner Bericht - macht definitiv Lust, sich das Teil mal anzuschauen.:great:

    LG,
    Chris
     
  3. FantomXS

    FantomXS Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.11.10   #3
    Danke für diesen sehr guten Testbericht. Ich bin am überlegen, ob Motif XF8 oder MP6 mit einer Motif SoundEngine
     
  4. Peddie

    Peddie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.07.12   #4
    Möchte mich dann auch nochmal bedanken :o] Habe mich nun auch für ein MP6 entschieden und bin schwer beeindruckt.
    Werde sicher noch viel Spass mit der Kiste haben.
    lg Peddie
     
  5. gmaj7

    gmaj7 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.07.12   #5
    Hallo Peddie,

    viel Spaß mit dem Teil - ein guter Kauf!
     
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