Najaaaa... ich bin Gitarrist, aber eher ein Exot. Ich würde im Zweifel lieber ne DI nehmen als nen Amp. Musste zwar letztens mal wieder über einen spielen udn hab mit viel Mühe auch die gewünschte Transparenz zumindest näherungsweise erreicht... Aber zum Mischen ist die Kabelversion sicher schöner. Den Eindruck machte mir zumindest das Feedback von den Soundjungs. So schnell wie bei meinem ersten DI-Gig war ich noch nie mit dem Soundcheck durch.
Da gibt es auch deutliche Unterschiede.
Ein gut eingestelltes Marshall Fullstack nehme ich gerne per Mikro ab - was auch recht problemlos ist und guten Sound liefert, wenn der Herr Saitenquäler vorher mal ein bischen Zeit zum Schrauben hatte.
Vor allem auf eher größeren Bühnen immernoch einer meiner Lieblinge.
Im Gegensatz dazu stehen die kleinen Fender-Combos, die leider durch extremes Beaming auffallen. Sprich: Auf Achse spitz wie hund, sobald man ein wenig zur Seite geht nur noch matt.
Wenn man sich damit noch die Füße beschallt (also beim Publikum etwa Brusthöhe...), dreht man da natürlich dermaßen viel Biss rein, dass es für Publikum und Mikrofon nur noch spitz ist.
Ähnliches gilt für die Mesa-Röhren Combos.
Engl, Framus und einige andere sind da ebenfalls eher gutmütig - liegt aber eben auch viel am Spieler.
Ich finde POD-Sounds z.B. teilweise sehr "plastikmäßig" - aber auch da hängt viel am Gitarristen.
Einige Bands sind komplett mit POD XT unterwegs und klingen damit nicht schlechter als die, die "richtige" Amps auf der Bühne haben - die haben halt ein paar Stunden an dem Ding gehangen und Sounds optimiert.
Etwas angenehmeres gibt es für Tonmenschen nicht.
Die Bühne ist leise (Drums waren da zwar natur, aber mit Meshheads und getriggert), der Monitor schnell und gut gemacht, ich habe sämtliche Freiheiten, was die Front angeht, ohne extrem "additiv" zum Bühnensound mischen zu müssen.
Triggern, POD und Bass per DI sind in dem Ausmaß wie bei der beschriebenen Truppe natürlich sehr geeignet für Top40 und Coverbands, weil einfach für jeden Song die passenden Instrumentensounds zur Verfügung stehen können (80er Jahre Plastikdrums bis hochwertige Percussions...), alles in einem Rack ist und vom Keyboarder zentral per MIDI umgeschaltet wird.
Schwermetall ohne Fullstack kann ich mir allerdings jetzt auch nicht vorstellen
