Lernen ohne nachspielen von Songs

  • Ersteller Ideentoeter
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Ansichtsache wie
So eine sehr verallgemeinernde Aussage wie "die Leute finden das Konzert immer geiler wenn sie die Lieder kennen" könnte man auch so formulieren: Junge vergiss es, die Leute wollen dein eigenes Zeug nicht hören. Mit meiner Erfahrung deckt sich das zum Glück nicht sonst hätte ich das komponieren wohl auch schon längst aufgegeben.

Dazu muss ich jetzt mal was sagen. Ich finde es auch okay, mal mit der Band Stücke nachzuspielen. Das beschränkt sich aber meist auf den Proberaum und auf Songs, von denen man noch was lernen kann. Wir gehen von unseren eigenen Sachen ja eher in die Alternative-Rock Ecke, aber warum nicht mal was von Vaughan, Lizzy, Tool, ZZ Top oder auch BlacK fLAG covern? Verschiedene Sachen eben, die einen vielleicht wieder in eine neue Richtung bringen beim komponieren.

Ich finde nicht das das Publikum begeisterter ist wenn man Stücke covert. Das kommt auf die Veranstaltung an. Ich spiele nicht mit Red Adaire auf einer Hochzeit oder einem Stadtfest, sondern in kleinen bis großen Clubs bei Veranstaltungen wo die Leute gerade deswegen kommen.
Bei genannten Festen habe ich schon mit verschiedenen Projekten, meist Funk/Jazz oder akustische Musik, gespielt, hier dann allerdings Covers in neuem Arrangement.
Man kann schon sagen das es im Coverbereich MEHR Auftrittsmöglichkeiten gibt, auch die Bezahlung ist EXORBITANT höher, jedenfalls wundere ich mich das man fast jeden Preis nennen kann und trotzdem gebucht wird.
Aber ich könnte mich nie darauf beschränken nur zu covern, da für mich die Erfahrung, wenn 800 Leute zu deinen eigenen SOngs abgehen deutlich intensiver ist, als wenn 2000 aufm Stadtfest bei Pick up the pieces tanzen.
 
@JensDance: kann ich alles unterschreiben was du sagst. Deckt sich mit meinen Erfahrungen. Wenn ich Geld verdienen will muß ich covern. Dann muß ich mich aber fragen lassen, ob es mir um die Musik oder um den Job und das Geld geht. Musik und Geld geht halt nur bei den wenigsten zusammen. Da darf man sich aber nich wundern, wenn dem Nachwuchs die Lust am Musik machen vergeht. Ich stelle mir das gerade für den Nachwuchs extrem frustrierend vor, wenn sie sehen das eine Cover-Band jede Gage abgreifen kann aber man froh sein muß, wenn man seine Kosten gedeckt bekommt, wenn man sein eigenes Zeug macht. Jetzt wär das Thema aber wirklich bald mal reif zum verschieben in die Plauderecke :)
 
Ich finde es wichtig, Stücke nachzuspielen, nicht nur die ersten paar Takte sondern komplett.

Warum? Musik ist wie eine Sprache, man muß nicht nur sein Instrument beherrschen sondern man muß auch wissen, wie man sich damit ausdrücken kann. Sprache ist immer eine Vereinbarung von mindestens zwei Leuten, die sich verständigen wollen. Es gibt vielleicht Millionen von Möglichkeiten, das gleiche Gefühl musikalisch auszudrücken, aber nur ein Bruchteil davon wird auch bei Zuhörern verstanden werden.

Sprachen lernt man unter anderem durch Nachplappern. Wenn man aber immer nur einzelne Worte nachplappert, erkennt man nicht, wie andere Menschen Sätze bilden und bildet irgendwelche Eigenkonstruktionen, mit denen man andere ziemlich verwirren kann. Sich selbst im übrigen auch, denn man kann sich ja jedesmal was Neues ausdenken.
Genauso läuft es mit Musik.

Die ersten Takte eines Stückes gehören zum Rest, alles im Zusammenhang macht die Musik aus. Viele glauben zum Beispiel, sie könnten Smoke on the Water spielen, weil sie die Akkorde in der richtigen Reihenfolge spielen können. Wenn man es aber gut spielen will, muß man begreifen, wie das Stück lebt, sich von Part zu Part bewegt, Spannung aufbaut, wieder auflöst und so weiter. In den Akkordsymbolen steht davon nichts, auch nicht in den Tabs. Man muß das selbst spüren und in die Musik einbringen. Quasi mit Leib und Seele spielen. Dann macht es auch Spaß! Wenn man aber nach den ersten Akkorden aus Langweile aufgibt, hat man nichts von dem Stück begriffen und kann auch nichts daraus lernen.
 
Sprachen lernt man unter anderem durch Nachplappern. Wenn man aber immer nur einzelne Worte nachplappert, erkennt man nicht, wie andere Menschen Sätze bilden und bildet irgendwelche Eigenkonstruktionen, mit denen man andere ziemlich verwirren kann. Sich selbst im übrigen auch, denn man kann sich ja jedesmal was Neues ausdenken

klingt irgendwie einleuchtend ;)

Nun ja, ich werde sicherlich auch mal von der Improvisiererei die Schnauze voll haben. Mal sehen was ich dann so alles anstelle :D
 
Das kommt mir bekannt vor 1000 Anfänge gelernt aber kein ganzes Lied, da bin ich ganz groß drin. Da fehlt mir die Disziplin und bin immer Neugierig auf was Neues.

nach Liedern lernen ist nicht das Schlechteste weil man da auch Sachen wie Song Aufbau und Übergänge vermittelt bekommt.

Ich hab mir einen Ordner mit Tabs angelegt und blättere die Sachen durch, spiel nach Lust und Laune verschiedene Sachen. Ganze Lieder hab ich zwar nicht drauf aber viele Teilstücke.

Am besten auch verschiedene Musikrichtungen sich anschauen, erweitert den spielerischen Horizont.
 
Micha du sprichst mir aus der Seele...

Allerdings gehts mir oft so, wenn ich einen Song übe oder nachspiele den ich geil find (unabhängig davon, ob es nun ein gitarristischer (gibts das Wort? *g*) Geniestreich, oder stupides Powerchord gedresche ist) fehlt mir der Rest der Band. Gitarre allein macht außer bei einigen Soli wenig her...finde ich zumindest. Nimm nen Song und streich 3/4...kann ich mich nich mit anfreunden.

Hätte ich jetzt eine Band mit der man was covern könnte, wär das schon ne ganz andere Pulle Bier. Ein Monolog vorm Spiegel entwickelt sich zu einem Gespäch.
Natürlich müsste man sich seinen Part vorher allein im stillen Kämmerchen draufschaffen, aber durch das Ziel ihn in absehbarer Zeit nutzen zu können, is die Motivation natürlich wesentlich höher.

Also mach ich von allem ein bisschen...ein paar Songs lern ich ganz, einge nur in Stückchen, dann kommt ab und zu ne Portion Theorie dazu und noch ein bissl Improvisation obendrauf.
Manchmal sitz ich hier auch und mach ne halbe Stunde bis Stunde am Stück nur Fingerübungen (bleibt der Amp halt aus und meine Eltern können schlafen).
Immer so wie ich Lust hab und grad motiviert bin.

Ein Kumpel von mir der seit 13 Jahren spielt und mit son bisschen dabei hilft laufen zu lernen, hat mal gesagt: "Als Änfänger is es egal was du lernst, weil du nur besser werden kannst."

Wenn man irgendwann soweit is dass man merkt dass es in gewissen Bereichen Defizite gibt, während man in Anderen wesentlich besser ist, dann sollte man da natürlich dran Arbeiten und versuchen das auszugleichen.

So seh ich das.
 

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