Leslie à la Ryo Okumoto

von Dodo Dinkel, 05.11.07.

  1. Dodo Dinkel

    Dodo Dinkel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.11.07   #1
    Mir ist bei der Live-CD "Gluttons for punishment" von Spock's Beard der Orgel-Leslie-Sound von Keyboarder Ryo Okumoto sehr positiv aufgefallen. Ryo spielt eine CX-3 (Korg) über ein Leslie 145 (wie auch immer angeschlossen).
    Was mir so gut gefällt, ist, dass der Leslierotor in Tremolo-Stellung ein deutliches WhapWhap-Geräusch produziert. Ich kenne kaum andere Produktionen bzw. Organisten, bei denen der Höhenrotor und seine Bewegungen im Raum derart differenziert hörbar sind. Es klingt eben gerade nicht wie ein Tremolo, sondern wie ein deutliches An- und Abschwellen.

    Frage: Wovon ist dieser Sound abhängig? Auf der einen Seite klingt es für mich so, als ob der Höhenrotor ganz einfach langsamer eingestellt wäre. Oder hängt es von einer guten Mikrofonierung, bzw. Nachproduktion ab?

    Ich kann - bei Interesse - auch einmal einen mp3-Schnippsel ins Netz stellen.
     
  2. Borntob4

    Borntob4 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.11.07   #2
    Wenn Du mehr Wap Wap = Amplitudenmodulationsanteile willst dann entferne die Reflektoren an den Hörnern Deines Leslies und spiele mit der Mikrofonierung. Ich würde näher an den Rotor rangehen.

    Gruß
    Borntob4
     
  3. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 06.11.07   #3
    was bitte ist deiner Meinung nach ein Tremolo ? Ich habe mal gelernt, dass man ein lautstärkemässiges an und abschwellen Tremolo oder Amplitudenmudulatuion (siehe Borntob4) nennt. Und beachte auch, dass ein Leslie nicht nur ein Tremolo erzeugt sondern auch noch einen Dopplereffekt und vom Raum abhängige Reflektionen erzeugt, alles in allem relativ komplex.
    ja mach mal

    Gruss Helmut
     
  4. Borntob4

    Borntob4 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.11.07   #4
    So, nochmal meinen Senf dazu.
    Wenn Ryo ein Hammond Leslie 145 spielt, dann stehen die Chancen ziemlich schlecht dass er an der Geschwinigkeitseinstellung was gemacht hat. Originale Leslie verwendet AC Motoren, da ist ein Verändern der Geschwindigkeit mit sehr viel Arbeit verbunden. Oder man ändert das Übersetzungsverhältnis, ich gehe aber mal nicht davon aus.
    Die original Hammond Leslie besitzen für das Horn ein 3 stufiges Antriebsrad auf der Motorachse, dadurch läßt sich dei GEschwingkeit begrenzt einstellen, der Unterschied ist aber gering.

    Wenns ein Motion Sound 145 Leslie ist, dann kann es gut sein dass die Umdrehungsgeschwindigkeit anders als bei den Hammond Leslie ist, da das MS Leslie Potentiometer zur Veränderung der Geschwindigkeit der DC Motoren besitzt.

    Bei originalen Hammond Leslies (also noch ohne Hammond im Namen, die von Don Leslie gebauten) sind die Modifikationsmöglichkeiten gering.
    Viele spielen ohne Rückwand, damit das Pulikum und/ oder der Spieler den Hörnern beim Drehen zuschauen können.
    Manche entfernen halt auch die Deflektoren an den Hörnern. Im originalpatent gibts ne schöne Grafik was dann passiert. Man verändert die Richtcharakteristik des Horns. Ohne Deflektor = keulenartig, mit Deflektor eher wie ne Niere (wenn ich mal die üblichen Charakteristiken aus der Mikrofonecke herannehmen darf).

    Der FM-Anteil verringert sich bei Demontage des Deflektors, der AM Teil tritt in Vordergrund. Mit der Mikrofonposition läßt sich der AM Anteil zusätzlich vergrößern.

    Gruß
    Borntob4

    ja, ein MP3 Schnippsel wäre toll.

    [Edit:] Hab mal auf der Homepage nachgeschaut. Hier http://www.spocksbeard.com/images/gear_ryo3.jpg
    sieht man Ryo mit seinem (aktuellen ?) Live Setup. Im Hintergrund das Leslie, Typ 145. Demnach fällt wohl meine MotionSoundTheorie weg.
     
  5. Dodo Dinkel

    Dodo Dinkel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.11.07   #5
  6. The POPE

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    Erstellt: 06.11.07   #6
    Auf der letzten Tour hat Ryo das Leslie backstage abgenommen. Den Sound kriegt er vermutlich durch die Mikrophonierung hin.
     
  7. Dodo Dinkel

    Dodo Dinkel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.11.07   #7
    Oh, thx. Aber gell, da ist schon 'was Spezielles dran?

    BTW: Dein Keyrig hätt ich auch gern :o))
     
  8. Borntob4

    Borntob4 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.11.07   #8
    Danke für die Schnipsel.
    mmmmh, klingt für mich ziemlich normal nach nem Leslie halt.
    Kann mir wie gesagt auch nicht vorstellen dass da viel modifiziert worden ist.
    Nahe Mikrofonierung durch den Schacht der abgenommenen Rückwand, würde ich mal tippen.

    Gruß
    Borntob4
     
  9. skymaster

    skymaster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.07   #9
    Dazu frage ich mich gerade: wie entfernt man die Reflektoren? Muss ich dafür den ganzen Rotor gegen ein Ersatzteil austauschen? Rausbrechen scheint mir etwas brutal.

    Grüße,
    skymaster
     
  10. Borntob4

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    Erstellt: 07.11.07   #10
    mmmh, gute Frage.
    Hab leider kein richtiges Hammond Leslie sondern ein Frankenstein Leslie mit DC300 Horn. Da fehlten die Deflektoren schon beim Kauf. Aber da die eigentlich [Spekulation-Modus:an] nur aufgesteckt und verklebt sind sollte das Entfernen leicht und bei Sorgfalt reversibel sein.[Spekulation-Modus:aus]
    Und wenn nicht, es gibt genug Händler für sowas, ab 30$ ist man dabei.

    Gruß
    Borntob4
     
  11. Dodo Dinkel

    Dodo Dinkel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.11.07   #11
    Hmm... irgendwie kommt das wirklich nicht gut rüber in den mp3s. Ich habe mich schon gefragt, ob der Eindruck einer verstärkten Amplitudenmodulation bzw. eines langsameren Rotors in Tremolostellung ganz einfach durch eine konsequentere Stereoverteilung der beiden Abnahmemiks zustandekommt. D.h., dass die beiden Miks radikal auf den linken und rechten Stereo-Kanal aufgeteilt werden, und so ein deutlicheres Hin- und Her-whapwhappen entsteht.
    Das Anzerren trägt wahrscheinlich auch sein wesentliches dazu bei.
     
  12. falschaberlaut

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    Erstellt: 22.11.07   #12
    Wenn man die die Treblerotormics 180° plaziert (dicht am Rotor) und weit auseinander pannt, gibt das unterm Kopfhörer eine akustische Achterbahnfahrt...
    Ganz extremes Whap-whap ist bei Steppenwolf's 'born to be wild' zu hören - die haben die Frequenzweiche im Leslie stillgelegt und alles fullrange über den Bassrotor getrieben.

    Gruß Thomas
     
  13. Dodo Dinkel

    Dodo Dinkel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.11.07   #13
    Sowas habe ich mir eben auch gedacht. Danke.
     
  14. Dodo Dinkel

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    Erstellt: 12.04.08   #14
    Ich möchte den Thread noch einmal aus der Versenkung holen. Vielleicht eine naive Frage:
    Was macht den Hammondsound dieses mp3s aus. Sind es die Röhren? Oder ist es die Mikrofonierung?

    http://rapidshare.com/files/106882704/Hammond.mp3.html

    Für mich klingt Ryos Hammond einfach sehr fett und hat für mich den "Genau-So-Will-Ich-Klingen"-Faktor.
     
  15. Manned

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    Erstellt: 12.04.08   #15
    So klingt es halt, wenn man eine Hammond (oder auch einen Clone) mit viel Power (und dadurch Endstufensättigung) über ein gutes Leslie jagt. Möglicherweise ist auch eine vorgeschaltete Röhrenzerre ála Reussenzehn im Spiel. Die Mikrofonierung erscheint mir bei diesem Sample in Stereo und mit etwas mehr Abstand vorgenommen worden zu sein. Bei den ersten Schnippseln tippe ich auf Monoabnahme ziemlich nahe am Horn (dadurch auch die scheinbar angsamere Geschwindig der Rotoren !

    Manne
     
  16. Dodo Dinkel

    Dodo Dinkel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.08   #16
    Hallo Manned
    Danke für die Info. So klingt das also :)
    Was verstehst du unter einem guten Leslie? Ein Voll-Röhren-Leslie. Oder wäre so ein Sound auch z.B. mit einem 760er plus Röhren-Preamp zu bewerkstelligen?
    Meinst du mit viel Power = laut?
    So weit ich weiss, benutzt Ryo 145er oder 122er. Die sind doch eigentlich gerade nicht so laut, oder?

    Wie hoch denkst du ist der Anteil des Leslies, wie hoch der Anteil der/des Hammond(clones)? Frage, weil: Ein Leslie- und Preamp-Zukauf zu meinem Nord Electro käme in Frage. Eine Hammond C-3 nicht.
     
  17. m-brose

    m-brose Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.08   #17
    Hi Dodo!

    Also wenn Dir Zerre wichtig ist würde ich sagen:

    Lieber nen Clone wie das Nord electro über ein echtes Röhrenleslie, als ne echte Tonewheel-Hammond über ne Leslie-Simulation.

    Schönen Gruß Martin
     
  18. Dodo Dinkel

    Dodo Dinkel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.08   #18
    Hallo m-brose
    Dieser "Grundsatz" ist mir bekannt. Aber so verzerrt ist der Sound im mp3-Snippet ja gar nicht. Eher: Fett (wohl "Röhren-Fett").
    Bei einem Vollröhrenleslie tut sich für mich das Problem der zu geringen Lautstärke auf. Ein 760er wäre da besser, aber eben keine Vollröhre sondern nur mit Röhren-Preamp ausrüstbar.
    Kommt dazu, dass ich auf Ebay etc. kaum je 122er oder 145er finde, 760er jedoch ab und zu angeboten werden.

    Mein Problem ist, dass ich kaum ein Geschäft kenne, in welches ich den Nord-Electro schleppen könnte, um dort sämtliche Leslies auszuprobieren, bis ich Ryos Sound in der "Tasche" habe.

    Noch einmal zu meiner Frage: Warum ist dieser Sound so fett. Manned schreibt von "voller Power": Heisst das auch "volle Lautstärke"?

    Oder wäre so ein Sound vielleicht sogar ohne Leslie, sondern lediglich mittels Einschlaufen eines Röhren-Preamps (z.B. von Reussenzehn oder H&K) erreichbar? Das berühmte "Pfund-im-Tone" eben...
     
  19. Dodo Dinkel

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    Erstellt: 14.04.08   #19
    bitte löschen
     
  20. Helmut

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    Erstellt: 14.04.08   #20
    das stimmt, aber man kann das 760er sehr gut auf Röhre umrüsten. Die verwendeten Lautsprecher sind identsich oder zumindest fast identisch. Dabei werden die eingebauten Endstufen des 760er abgeschalten, eine Passivweiche eingebaut und eine (externe) Röhrenendstufe drangehängt. Der Arbeitsaufwand ist überschaubar, der finanzielle Aufwand je nach Röhrenendstufe um einiges grösser.
    die Geschäfte gibt es quasi nicht mehr
    Das Zerren der Vorstufe und das Zerren, das durch die Sättigung der Endstufenröhren erreicht wird, klingt etwas unterschiedlich. Eine gute Röhrenvorstufe vor einem Transistorleslie oder auch Leslie-Clone, bringt Dich aber mit Sicherheit schon ein gutes Stück in die gewünschte Richtung. Wenn Du die letzten 10-15% suchst, kommst Du um ein Röhrenleslie nicht herum.

    Gruss Helmut
     
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