Licks lernen, richtig üben und anwenden

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SlowFingerFlo
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Hallo zusammen,

bisher habe ich alles an Tonleitern gelernt was ich mir so ausgedacht habe, aber noch nie darüber nachgedacht, dass einfache Licks beim Inprovisieren helfen könnten und mir mehr Sicherheit geben.
Jetzt ist es relativ einfach innerhalb von 15 Minuten auf Youtube 2.000 verschiedene Licks zu finden. Mir ist klar, dass das die falsche Art zu lernen ist.

Meine Überlegung war, dass ich 1, maximal 2 Licks oder Läufe parallel lerne und erst wenn eines davon sicher klappt und eingesetzt werden kann darf ein Neues dazu.

Beim Üben versuche ich folgende Schritte:
1. Das Lick sauber ohne Geschwindigkeit spielen
2. Über mehere Übungstage das Lick mit Metronom schneller spielen
3. Das Lick mit einem Backingtrack einsetzten

Was ich allerdings noch nicht verstanden habe.
Ab wann ist ein Lick "abgeschlossen" und so viel geübt, dass es flüssig beim Improvisieren raus kommt?
An der Geschwindigkeit kann man das ja schlecht ausmachen. Und nur weil ich das im Backingtrack, bei voller Konzentration platzieren kann ist das sicher auch nicht voll im Schädel.

Ich möchte auch nicht bis zur nächsten Jam Session warten ob es dort richtig "raus kommt" und mich 6 Wochen nur auf ein Lick fokusieren. Damit komme ich vermutlich auch nicht weiter.

Also wie handhabt Ihr das?
 
Ich hänge mich gar nicht so an Licks auf und dem Versuch, sie perfekt zu lernen, um sie dann perfekt irgendwo zu reproduzieren.

Mir langt es, wenn ich Licks als "Denkanstoß" grob beherrsche, um daraus peu à peu quasi als Silben meine eigene Sprache zu entwickeln.

Aber wie gesagt - dafür muss ich die gar nicht zu 100% beherrschen.

Das ist mein Weg, mit dem ich gut gefahren bin - andere können natürlich eine andere Herangehensweise oder Philosophie praktizieren.
 
Was ich allerdings noch nicht verstanden habe.
Ab wann ist ein Lick "abgeschlossen" und so viel geübt, dass es flüssig beim Improvisieren raus kommt?
An der Geschwindigkeit kann man das ja schlecht ausmachen. Und nur weil ich das im Backingtrack, bei voller Konzentration platzieren kann ist das sicher auch nicht voll im Schädel.
Wenn du das oft genug machst, dann bleibt das schon im Schädel und du kannst das irgendwann auch ohne nachzudenken abrufen. Irgendwann fängt man auch fast automatisch an kürzere Licks miteinander zu verbinden.

Wobei es genauso wichtig ist zu verstehen "wann" und an welcher Stelle, bzw. bei welchem Akkord das jeweilige Lick Sinn macht.

Was auch Spaß machen kann, das ist sich selbst aus dem "Tonvorrat", den man einigermaßen flüssig abrufen kann und dazu mit möglichst einfachen Backings-Tracks seine eigenen kleinen Licks/Melodien zu basteln. Erstmal aus ganz wenig Tönen, aber dafür gezielt über den jeweils passenden Akkord und vor allem auch rhythmisch passend und gut klingend. Alles, was man leicht mitsingen/summen kann (oder "könnte") klingt in der Regel auch mehr nach einer Melodie, als nach dem Abdudeln irgendwelcher Tonleitern.

Vielleicht auch mal interessant:
Nimm meinetwegen einen a-moll Akkord und suche nur auf einer einzigen Saite alle Töne, die wirklich "passen", bzw. die Töne einer jeweils gewünschten und passenden Tonleiter.

Das machst du dann mit allen Saiten. Am besten die Töne immer mitsprechen. Zieh das durch bis du kurz davor bist die Gitarre einfach anzuzünden.

Danach kannst du immer mehr von Saite zu Saite wechseln und kleine Melodien entwickeln. Slides, Bendings, etc. und dann klingt das schon mal nicht so verkehrt. Da gibt es ja viele hilfreiche Videos. Wenn man mal genau hinhört, dann findet die man die ja an jeder Ecke auch bei anderen so, oder sehr ähnlich wieder. Zumindest im Bereich Blues und in vielen eher "klassischen" Rocksongs.
 

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