Live Pannen

  • Ersteller Ruonitb
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Letztes Wochenende haben wir erstmals vor Regen kapitulieren müssen.

Kleines Straßenfest, also wirklich ziemlich winzig, mit nur einer Bühne. Wir sollten am späten Nachmittag spielen, und genau in die Zeit sollte ein Unwetter mit allem Schickimicki fallen. Wann genau, war unklar, weil sich die Wettervorhersagen alle paar Minuten änderten. War trotzdem scheiße.

Irgendwie schafften wir es, etwa eine Stunde vor der großzügig geplanten Zeit vor Ort zu sein. Kurz mit Veranstalter und Technik gequatscht, die sagten, sie überlegen sich was, wir können erstmal essen gehen. Als wir zurück waren, hieß es, baut schon mal auf, das Programm vor euch weicht aus Platzgründen sowieso auf vor der Bühne aus, und dann spielt ihr so früh wie möglich, um noch was zu schaffen.

Das Wetter stand angeblich unter ständiger Beobachtung. Mir hatte man gesagt, eine Stunde vor Ankunft des Unwetters würde man uns Bescheid sagen, daß wir abbauen und alles einpacken sollen, damit noch genug Zeit bleibt.

Und was war? Nach dem vierten Song kam der Veranstalter an und blies den Gig ab. Sofort alles runter von der Bühne, das Unwetter kann jeden Augenblick losgehen. Dies zum Thema Vorwarnzeit, zumal die ja gesehen hatten, wie lange wir zum Aufbau brauchten.

Erschwerend kam dann noch dazu, daß ausgerechnet ich, der ich am längsten zum Auf- und Abbau brauchte, direkt vorm Bühnenzugang stand, weil der blöderweise genau in meiner Ecke war, und fast alles mußte durch meine Burg. Hätte man eigentlich vorher wissen müssen. Aber die ursprünglich geplante Techcrew war kurz vorm Gig abgesprungen, man mußte Ersatz anheuern. Die Ersatzcrew sah unseren Rider das erste Mal, als wir schon vor Ort waren.

Im Endeffekt frag ich mich, warum die uns überhaupt den ganzen Aufwand haben machen lassen für vier Stücke und dann Abbruch kurz vor knapp. Vor allem wär's für den Veranstalter billiger gewesen, uns zu sagen, Leute, nachher, wenn ihr spielen sollt, kommt Unwetter, tut euch das nicht an und fahrt wieder nach Hause, wir zahlen euch 'ne Aufwandsentschädigung. Aber so ist die komplette Gage fällig.

Wenn ich so drüber nachdenk, was wir für den Gig pro gespieltem Song gekriegt haben...


Martman
 
Hat sich die Hektik dann wenigstens gelohnt, sprich, war das Unwetter pünktlich da?
 
Letzter Gig mit meiner Coverband. Wir spielten Amen & Attack von Powerwolf und ich (drummer) hab mit Sanctified with Dynamite ebenfalls von Powerwolf angefangen. Die Lieder klingen aber auch alle gleich von denen... schon 1000x gespielt, noch nie passiert. Aber irgendwann hat jeder ja sein erstes Mal.
Da wir aber schon 15 Jahre zusammen spielen, hat jeder brav weiter gemacht bis ich wieder drin war.
Danach kam die Frage was los war, ich hab dann gesagt der Basser hat falsch angefangen. Was natürlich mit einem berechtigten todesblick mit anschließendem Gelächter belohnt wurde.
 
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Hat sich die Hektik dann wenigstens gelohnt, sprich, war das Unwetter pünktlich da?
Es hat schon beim Abbau angefangen zu schiffen. So gesehen war das Unwetter sogar überpünktlich. Wir hatten Glück, daß es nicht auf unser Zeug regnete, zumal dann ja auch noch der Wind drehte und von vorne auf die Bühne blies.


Martman
 
Hab mal wieder eine.

Situation: Open-Air-Gig, Bühne vorhanden, PA vorhanden, aber kein FoH und schon gar kein Toni vorhanden. Selbermischen war also angesagt. Gut, das wär für uns keine Premiere gewesen, darin hatten wir schon Erfahrung und genügend Leute, die auch mal beim Soundcheck vor die Bühne gehen können, um sich das alles mal anzuhören.

Und irgendwie klang es dünn. Keine Bässe, unter 50 Hz war absolut tote Hose. Lag das an der räudigen PA? Gingen vielleicht die Subwoofer nicht? Nee, die PA war in Ordnung.

Fazit: Man sollte die PA lieber an die Summenausgänge vom Pult anschließen – und nicht an die Satellitenausgänge vom Speakermanagement, das immer noch auf einen Subwoofer eingestellt war und an den Satellitenausgängen alles unter 50 Hz abschnitt.

Einen hab ich noch: das Catering. Besser gesagt: was für Catering?

Erstmal sollten wir Gutscheine für eine Mahlzeit plus Getränk im angeschlossenen Restaurant kriegen. Derjenige, der die Gutscheine hatte, war aber nicht da, und die, die da waren, wußten nichts von irgendwelchen Gutscheinen. Da war sowieso ein einziges Orga-Chaos.

Um noch eins draufzusetzen: Nein, die Band bekam keine Freigetränke. Das haben wir erst ziemlich spät rausgefunden, weil diejenigen, die sich um sowas hätten kümmern können, stundenlang damit beschäftigt waren, den PA-Sound in Ordnung zu bringen, und keinen Kopp für was anderes hatten. Kurz vor Gigbeginn dann die offizielle Frage, wie es denn mit Getränken aussieht. Nee, gibt keine Freigetränke. War da so üblich. Und in der tiefsten brandenburgischen Wallapampa war die nächstgelegene Quelle für nicht zu teure Getränke ein kleiner Laden im nächsten Ort, der natürlich schon seit 18.00 Uhr dicht war. Das Ganze endete dann damit, daß (letztlich aus der Bandkasse finanziert) aus dem Restaurant zwei ganze Kisten mit Wasser gekauft wurden, natürlich zu entsprechenden Preisen.

Warum wir nicht vorher nach sowas gefragt haben? Weil keine Band mit sowas rechnet. Und das wiederum, weil es normalerweise immer Freigetränke für die Band gibt.


Martman
 
Erstmal sollten wir Gutscheine für eine Mahlzeit plus Getränk im angeschlossenen Restaurant kriegen. Derjenige, der die Gutscheine hatte, war aber nicht da, und die, die da waren, wußten nichts von irgendwelchen Gutscheinen. Da war sowieso ein einziges Orga-Chaos.

Um noch eins draufzusetzen: Nein, die Band bekam keine Freigetränke.
Kenn ich!
Beim letzten Mal hab ich angedroht, meinen Kram wieder abzubauen und nicht zu spielen. Aus irgendwelchen Gründen wollte man mich dann trotzdem auf der Bühne sehen und gab mir was zu essen und zu trinken...
 
weil es normalerweise immer Freigetränke für die Band gibt.
Also da hab ich schon alles erlebt. Von allen Getränken frei, bis zu einem freien Getränk, bis zu einer gewissen Summe oder eben gar nicht. Und einmal haben wir uns auf einem Unifest Freigetränke "erzwungen" - hatten übersehen, dass das nicht ausgemacht war. Dafür haben wir beim nächsten Fest dann gratis gespielt.
 
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..., weil es normalerweise immer Freigetränke für die Band gibt.
So ist das! Steht so vorsichtshalber ausdrücklich in unserem Vertrag, und zwar ganz pauschal ohne irgendeine Limitierung, weil nicht nötig: "Alle Getränke, sowie je eine warme Mahlzeit für die Musiker sind frei."
Und ich weiß nicht, ob ich's hier schon mal berichtet hatte. Aber vor vielen Jahren, als ich noch viel Schützenfeste gespielt hatte, kam einmal nach dem wir aufgebaut hatten, der Festwirt zu uns und übergab uns Wertmarken für Getränke, 16 Stück, für jeden Musiker 4. Auf die Frage, was das denn soll, ob Getränke nun limitiert wären. Vier Getränke für 8 Stunden Musik, das ist definitiv ein Witz. Normalerweise gehen wir an die Theke, holen uns, was wir wollen, oder fangen uns einen Kellner ab, der uns was bringt. Tja, er hatte kürzlich schlechte Erfahrung mit einer Band gehabt, die zu dritt an drei Tagen (Freitag, Samstag, Sonntag) 350 Cola-Weinbrand getrunken hatten! :eek::weird::engel::igitt:
Wir haben uns dann drauf geeinigt, dass wir vor Beginn des Abends eine Runde Bier und dann eine Kiste Wasser auf die Bühne bekamen, normal für uns, und womit wir eh glücklich waren.
 
Also mal abgesehen davon, daß ich nie das Bedürfnis hatte, mich während oder nach Gigs in die Besinnungslosigkeit zu saufen, würde ich mit der heutigen Erfahrung nichtmal mehr androhen abzubauen, sondern es einfach tun. Fertig.
Wenn der Wirt den Künstler nicht zu schätzen weiß, dann hat er ihn nicht verdient. Ende.
Ich muß das nicht machen zum leben. Ich mach das, weil ich es machen will. Und wenns mir nicht paßt, dann schmeiß ich halt hin.
 
So ist das! Steht so vorsichtshalber ausdrücklich in unserem Vertrag, und zwar ganz pauschal ohne irgendeine Limitierung, weil nicht nötig: "Alle Getränke, sowie je eine warme Mahlzeit für die Musiker sind frei."
Ich bin reiner Amateurmusiker, ganz selten gibt's bei einem Auftritt tatsächlich sowas wie einen Vertrag. Meist gilt eine mündliche Absprache, aber damit hab ich bis jetzt auch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Manchmal waren's vielleicht nicht so tolle Deals, aber das Wort hat in der Regel gehalten.
 
Ich bin reiner Amateurmusiker, ganz selten gibt's bei einem Auftritt tatsächlich sowas wie einen Vertrag. Meist gilt eine mündliche Absprache, aber damit hab ich bis jetzt auch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Manchmal waren's vielleicht nicht so tolle Deals, aber das Wort hat in der Regel gehalten.
Wir sind auch reine Amateure, nur einer von uns hatte beruflich mit Musik zu tun. Aber ohne Vertrag und Rider treten wir nirgendwo auf.


Martman
 
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Wir sind auch reine Amateure, nur einer von uns hatte beruflich mit Musik zu tun. Aber ohne Vertrag und Rider treten wir nirgendwo auf.
Jup - schon aus Haftungsgründen (es ist kaum einem "Sessionmusiker" bewusst, dass er mit ein paar Leuten auf der Bühne eine GBR darstellt - und bei etwaigen Unfällen oder Beschädigungen usw. jeder mit seinem ganzen Hab und Gut dafür haftet).
 
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Vor allem kann sich auch nicht jede Band darauf verlassen, daß es "schon paßt". Die anspruchslose vierköpfige Punkband vielleicht noch, wir aber nicht.

Absprache vorher ist natürlich wichtig, damit beide Sachen wissen, womit sie's zu tun haben, und vielleicht noch der Veranstalter sagen kann, daß er die Anforderungen der Band nicht erfüllen kann, bevor man vor Ort aufschlägt. Aber mit dem Vertrag verpflichtet sich der Veranstalter, das Abgesprochene auch wirklich zu stellen.

Man hat ja meistens auch technische Mindestanforderungen. Mit dem Vertrag nebst Rider kann man sich absichern, daß die auch wirklich wie versprochen erfüllt werden, oder wenn nicht, ist das einseitiges Nichterfüllen des Vertrages durch den Veranstalter, und die Band hat es je nachdem, wie der Vertrag aussieht, leichter zu sagen: "Nee, unter den Bedingungen treten wir hier nicht auf." Damit sichert man sich ab gegenüber windigen Schnackern, die einem das Blaue vom Himmel versprechen und dann nicht liefern, aber auch gegenüber total verplanten Chaoten, die sich an nichts mehr erinnern können, wenn die Band vor ihnen steht. ("Was wollt ihr ham? Happter das gesacht? Nee, ham wer nich. Wer hat gesacht, daß ihr das kricht? Ja nee, der's nich hier.")

Wir haben ja schon zwei Gigs gehabt, bei denen es zwar vor Ort eine PA gab, wir uns aber selber mischen mußten. Einmal war wohl ein sehr rudimentärer FoH-Platz mit Mischer vorhanden, aber kein Toni. Das andere Mal gab's selbst den FoH-Platz in dem Sinne nicht, sondern nur Gesamtlautstärke und ein bißchen EQ. Das wußten wir zum Glück vorher, und wir haben da nicht mal nachgehakt, sondern die VA haben unsere Anforderungen gesehen und uns dann gesagt, wir sollen uns selbst mischen, aber PA ist da. Man stelle sich vor, man macht da was rein mündlich ab, der VA weiß nicht, womit er es zu tun hat, und dann steht man da vor Ort und kann nicht gemischt werden. Zugegeben, wenn's keinen Vertrag gibt, ist es für die Band einfacher, wieder abzuhauen, aber dann steht der Veranstalter doof da, wenn eine immer noch angekündigte Band nicht spielt.

Catering gehört ja auch zum Vertrag (offensichtlich Asche auf unser Haupt). Und – das hat auch mal die Betreiber einer Location erstaunt, wo wir aufgetreten sind – nicht alle Bands trinken bei Gigs Alkoholisches. Wenn man also was Bestimmtes haben will, und sei es etwas, was eigentlich selbstverständlich erscheint, wie Mineralwasser, gehört das in den Vertrag. Ansonsten steht der Kneipier, der einen gebucht hat, da: "Ja wie jetzt, Wasser? Ihr trinkt gar keinen Alkohol?! Nee, hab ich nich", weil Metro schon zu und er keinen Bock hat, Supermarktpreise für Getränke zu zahlen. Oder Tankstellenpreise, wenn man in einer derart tiefen Pampa auftreten muß, daß alle Supermärkte im Umkreis von 40 km spätestens um 19 Uhr dichtmachen oder am Sonnabend sogar noch früher.


Martman
 
Aus Neugier..Gibts da sowas wie einen Standarvertrag in der Branche bzw. ne Vorlage was da so alles am besten drinzustehen hat, halt eine Empfehlung?
Eben wegen dem Haftungsauschluss..Grundlagen, ich frag da noch unbedarft, vielleicht mal für eine etwaige ferne Zukunft..daher denkt man an vieles nicht
schon mangels Erfahrung.

Danke für etwaige Infos.

ps..und sorry für kleine ot, hal tgrad so erwischt..
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,


Oha, das ist aber mal ein schöner Thread! :)


Da krame ich mal in meinen Erinnerungen:


- mein erster Gig überhaupt (mein 2. war am selben Tag :)), ich war 14 und spielte Gitarre in der Schülerband und irgendwie haben wir es geschafft in einem richtig amtlichen Punkschuppen spielen zu können, wo sonst nur größere Acts am Start waren. Naja, ich konnte noch nicht alle Songs auf der Gitarre spielen, da habe ich bei 1 oder 2 gesungen und dafür dann die Gitarre auf das Schlagzeugpodest gelegt. Irgendwie war der Sound echt Shice, der Tonmensch fuchtelte dauernd wild herum und ich bekam eine Ahnung von der Komplexität von guten Livesounds. Nach dem Gig kam der Tonmensch zu mir und fragte mich, warum zur Hölle ich die Gitarre nicht leise gedreht habe, als ich sie ablegte. Achso, dachte ich, deswegen der komische Sound, meine Strat an aufgerissenem Zerrkanal meines Transistormarshalls pfiff schön vor sich hin....

- Jahre später ein Gig als Sänger einer Prog Metal Kapelle. Die Location war im Nirgendwo am Niederrhein. Auf die Frage nach Getränken gab es dann Wertmarken. Tja, damit kommse nicht weit. Aber gut, wir haben uns damit abgefunden, dass das anscheinend Usus ist. Trotzdem hat es unser Gitarrist geschafft sich königlich zu besaufen. Wir hatten schon die Gagenvernichtung in Verdacht, dann aber sagte er uns, dass draußen auf dem Innenhof vom Fest des Vortages eine Salatschüssel stünde, voll mit Wertmarken. Wir also hin, stimmte. Besäufnis war 1a, war aber komisch, dass das Personal das nicht gerafft hat, es waren gefühlt nur 30 Leute da und 15 waren von den bands vor Ort und wir hatten schon Durst....

- Ein Gig mit der Babylon Industrial Band, diesmal als Gitarrist. Wir durften für die H-Blockx eröffnen. Große Halle, Mördertechnik, leckomio, sehr beeindruckend. Als wir unsere Amps an den Bühnenrand stellten kurz vor dem Soundcheck kamen auf einmal so Schränke an und trugen das Zeug weg. Wir also direkt hin und ganz aufgeregt gefragt, was das denn solle, von wegen Diebstahl und so. Es stellte sich heraus, dass das die Roadies waren, die uns die Sachen auf die Bühne tragen wollten . Rockstarfeeling kam auf.
Beim Soundcheck (mein Gott, sowas gab es ja fast nie, was ein Luxus!) meinte ich dann irgendwann zum FOH, ich würde einen Ticken mehr Bass auf dem Monitor brauchen. Eine Millisekunde später wurde mein Kopf durch den Druck aus dem Monitor zur Seite geknickt. Krass.
Naja, der Gig war so lala, ich und der Sänger hatten beide Grippe und es war der heißeste tag des Jahres, eher so subdufte. Als dann die Blockx anfingen, hat mein Sänger nur noch gelacht. Ich fragte dann, warum. Er meinte, der Sänger von den Blockx würde ja dasselbe Mikro nutzen, was er benutzt hatte. Ich war verwirrt. Aber dann dämmerte es: das Hausrezept gegen Grippe war laut seiner Oma Knoblauch und Zitrone und davon hatten wir reichlich verinnerlicht. Ich will nicht wissen, wie das Mikro gerochen hat.....

- Wieder ein Gig mit der Prog Metal Band, wir fuhren mit 2 Autos, ich mit meinem supergeilen goldfarbenen Jetta II. Auf der Autobahn standen wir im Stau und ich war zu faul auf der Bremse zu stehen und habe immer mit Gas und Kupplung den Wagen an einer leichten Steigung gehalten. Tja, dann wollte ich in eine Lücke ziehen, zack, Karre verreckt. Shit. Ich also mit dem Drummer, der an Bord war die Karre auf den Standstreifen bugsiert und den ADAC gerufen. Der kam natürlich recht spät, Stau und so. Naja, die Zeit läuft, aber alles noch im Plan soweit. Der ADAC kommt und fragt, wohin mit der Karre. Ich sage, zurück zu mir nach Hause (wir waren auf halbem Weg zum Gig liegen geblieben). Okay, die Bandkollegen angefunkt, dass sie zu mir kommen müssten, umladen. Anruf geht beim ADAC Fahrer ein, während wir schon wieder gen Zuhause fahren. Noch einer liegengeblieben, komplett andere Richtung. Da muss er hin. Zeitplan wird enger. Er schleppt also den 2. Wagen ab, der Fahrer faselt was von wegen "hach, der sprang heute morgen schon fast nicht an". Blutdruck steigt bei mir und dem Drummer. Natürlich musste Auto Nr.2 zuerst weggefahren werden, weil das Ziel näher lag, irgendein ATU in Köln. Der ADAC Fahrer war sichtlich genervt von dem Fraggle und lieferte das Auto sehr zügig ab und fuhr auch auffallend zügig wieder weg. Drummer und ich bedankten uns für die Eile, weil Gig und so, voll nett. Er meinte aber, dass die Karre einen elektrischen Defekt hätte und das würde der ATU da eh nicht machen und er habe keinen Bock auf den Typen. Läuft.
Nach einer Odyssee endlich zu Hause, Bandkollegen vor Ort sickig wegen Wartezeit, wir laden alles schnell um und auf zum Gig. Ich hatte den Kanal schon ziemlich voll nach dem ganzen Wahnsinn und ging zur Theke. Ganz viel Bier meinte ich zur Servicekraft. Die fragte mich, ob ich von der band sei, ich bejahte. Und bekam 5 Getränkemarken....ich fragte, wieviel Bier es denn dafür wohl gäbe und sie meinte 2 und für das 3. müsste ich noch 1€ zuzahlen. Egal, ich willigte ein. Dann sagte sie, Pils wäre aus. Stimmung sinkt. Aber es würde Kölsch geben. Also kein Bier. Dann eben Kölsch. Das Kölsch sei aber warm, weil der Kühlschrank defekt sei. Alles egal, nur her mit dem Zeug.
Der Soundmensch war dann ein kompletter Checker, sah aus wie Jerry Garcia und hat sehr viel checkiges von sich gegeben. Ich habe weggehört, holte mein Neumann aus der Tasche und ab auf die Bühne um die 5 Leute zu unterhalten, die da waren. Super Gig. Nach dem Gig war der Tonmensch wie ausgewechselt, ja, hätte er das gewusst, Neumann und so und blablabla, fing an aus der Jugend zu erzählen und Krautrock und die geile Mucke von früher. Dumm nur, dass ich zu der Zeit massig Vinyl sammelte und das ganze Krautrock Alphabet von vorne bis hinten beherrschte (und wusste, wer sowas hört, der kann nicht normal sein :)) und sabbelte ihn dann meinerseits voll in dem typischen Schwanzvergleichsgespräch "Kennste die? Nein? Ach", bis er endlich weg war. Schlimm.

- Gig mit der Schweinerock Kapelle, wieder als Sänger. War zu spät dran, kam quasi von der Arbeit und Stau direkt auf die Bühne, davor noch 3 Bierchen zischen, Zeitdruck. Und nix gegessen. Nach 3 Songs wurde es undeutlich in meiner Wahrnehmung. Dem Gitarristen fiel dauernd der Sound aus, bis ich merkte, dass das Netzteil ja nicht richtig in der Dose hängt von seinem Board. Also schön während des Songs eingestöpselt, mehrmals, bis ich raffte, dass ich der Grund dafür war, weil ich vor lauter ekstatischer Bühnenshow dauernd gegen die Steckerleiste trat. Dann habe ich den Mikroständer noch irgendwie zerbrochen eine beklemmende Version unseres letzten Songs liegend auf der Treppe vor der Bühne dargeboten. Der Kommentar des etwas pikierten Veranstalters: "Granatenvoll".

- mit derselben Band einen Gig auf einer Charity Veranstaltung ganz kurzfristig gespielt. Nachmittags, Lion's Club. Und Schweinerock. Passt. Dumm nur, am Vortag war Junggesellenabschied und wir mächtig verkatert bis kaum einsatzfähig, der Drummer hielt sich noch Stunden vor dem Gig panisch am Haltegriff in seinem Auto sitzend fest, schlimmer Kater. Dumm auch, dass das auf einmal ein Wettbewerb war, Kinder, Jugendliche und eine andere Band spielten teilweise zum Playback, Opernarien, Liedermacher Zeuch und ein junger Typ mit Gitarre spielte so Herz zerreißend gut, das wir ihm trotz 13 Lenzen "My Technology" irgendwie glauben wollten. Naja, dann auf die Bühne, 3 Songs, total verkatert und dann Preisverleihung. Der Junge musste gewinnen, war uns klar. Hat er aber nicht. Sondern wir. Shice, war das peinlich........

- Gig in Mönchengladbach, Innenstadt. Lief alles ganz unspektakulär ab. Dann Abbau, ich packe meinen Jetta II (gold außen, beige innen, braunes Plastik, aber wenig gelaufen und der Kofferraum, riiiiiiieeeesig). Dann kommen Horden Fußballfans gröhlend durch die Straße. Ich sitze schon im Jetta, da rüttelt die Meute schon an meinem Wagen. Unangenehm. "Der shice Jetta in goldmetallic Alter, voll peinlich!" rief da jemand. Jaja, ich lächelte, der Typ aber halbwegs aggro. Dann nimmt ihn sein Kumpel zur Seite und meint "Das ist nicht goldmetallic, mann, datt ist Mexiko-Beige. So heißt datt nämlich! Datt ist ne VW Farbe Du Horst". Ich war um eine Erkenntnis reicher und der vormals noch aggressive Typ war wieder friedlich.



Oh mann, das kann man ewig fortsetzen, aber lassen wir es mal dabei :)


Alles Gute!


Jonas
 
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