Macht die KI jetzt blues?

  • #41

  • #42
Ne, hast Du nicht. Das Echte in der Musik verlangt dem Hörer Auseinandersetzung mit selbiger ab. Nach dem übertriebenen Polieren mit Autotune und Quantisierung, ist KI der nächste Schritt, um ein Produkt zu erzeugen, das bloß nirgends aneckt.
 
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  • #43
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  • #44
Nach dem übertriebenen Polieren mit Autotune und Quantisierung, ist KI der nächste Schritt, um ein Produkt zu erzeugen, das bloß nirgends aneckt.
Wenn sie jmd. mit der Absticht nutzt dass das Ergebniss nicht anecken soll wird die KI das liefern. Nun ist es aber so, dass man inzwischen sehr genau bestimmen kann wie mainstreamtauglich die Songs werden. Dieses Stück würde es sicherlich nicht in die Playlist von Liddl/Penny usw. schaffen:


Beitrag automatisch zusammengefügt:

Nein, die Rolle des Hörers übernimmt ebenfalls ein Bot und erzeugt massenweise fake streams
Unter Umständen geht man dafür in den Bau.

 
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  • #45
Es ging um Michaels Frage. Ein Haufen Menschen hört Musik einfach, weil es sonst still ist. Das muss gefällig plätschern. Das bekommt KI gut hin. Die Leute finden ja auch Silbermond und Glasperlenspiel gut.
 
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  • #46
Krass, ich wusste nicht, dass die KI das schon so gut hinbekommt.
Klar, es klingt nicht wirklich nach Blues, eher nach Neubau-Eigenheimsiedlung mit frisch geputzten Fenstern und Skoda Octavia vor der Tür.
Aber am Ende kriegt eine gute KI auch ein autenthisches Blues-Feeling hin, wenn die Trainingsdaten entsprechend angepasst werden.

Es ist traurig für Komponisten/Songschreiber. Ich finde es persönlich irgendwie abstoßend.
Irgendwelche Spaßgedichte oder Anregungen für eine Büttenrede kann man sich von mir aus generieren lassen. Aber Blues ist ja eigentlich echtes Gefühl, genauso wie ein Heinrich-Heine-Gedicht oder ein langsamer Song von den Stones oder ein Bild von Rembrandt. Wenn sowas jetzt in Massen generiert wird, stört mich das schon.

Aber man wird es nicht aufhalten können.

Bei der Musik heißt es für mich, dass das Geldverdienen über Streaming eigener Songs ziemlich aussichtslos sein wird.
Für Livemusik ist es vielleicht eine Chance. Ich hoffe es. Bis vielleicht in 25 Jahren die erste Roboterband auftaucht, die aussieht wie ACDC, spielt und singt wie ACDC ...
 
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  • #47
Hast du das gemacht? Saustark, die Nummer:great:

Auf jeden Fall finde ich äußerst beeindruckend, dass (bzw. wie) man die KI dazu nutzen kann, solch ausgeflipptes Zeugs zu machen.
 
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  • #48
Ernst gemeinte Frage, weil sich hier scheinbar gerade recht viele KI-Affine herumtreiben:

Kann die KI denn mittlerweile (sinnvolle !) 2. Stimmen kreieren, oder gar Fugen zusammenschustern ?
Vor ca. einem Jahr habe ich das mal angetestet (SUNO), aber da waren die Ergebnisse noch sehr dürftig.

Thomas
 
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  • #50
na ja, es gibt Sängerinnen, die das nachgemacht haben :)
 
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  • #51
Hast du das gemacht?
Ja, das war kein goßes Ding- sollte nur mal wieder zeigen, dass man auch Sachen kreieren kann die absolut nicht massenkompatibel sind. Atonal + Countertenor usw.
Auf jeden Fall finde ich äußerst beeindruckend, dass (bzw. wie) man die KI dazu nutzen kann, solch ausgeflipptes Zeugs zu machen.
Dann schau dir mal diesen Typen an.


Kann die KI denn mittlerweile (sinnvolle !) 2. Stimmen kreieren, oder gar Fugen zusammenschustern ?
Ich hab ein Video gesehen in dem einer gezeigt hat wie er sehr genaue Prompts für Backingvocals eingegeben hat die auch eingehalten wurden. Beim ersten mal klappt aber nicht immer alles.
Im Prinzip kann Suno die so ziemlich alles umsetzen was man will, zB durch vorgegebene Audiofiles oder solche Sachen wie phonetische geschrieben Texte. Man kann auch einstellen in welchem Umfang die Ki die Vorgaben einhalten soll.

(edit: Anhänge entfernt)
 
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  • #52
Falls man sich ein wenig mehr Mühe geben will, gibt es auch Software, die Midi Eingaben nachsingt. Natürlich samt eingegebenem Text und vielen anderen Parametern.
 
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  • #53
... in dem einer gezeigt hat wie er sehr genaue Prompts für Backingvocals eingegeben hat ...
Das meinte ich nicht. Backingvocals kann eine DAW (Cubase) aus einer Hauptstimme heraus auch bauen.

Ich meinte, eine nicht homophone 2. Stimme zu einer gegebenen Melodiestimme.

Thomas
 
  • #54
Ich meinte, eine nicht homophone 2. Stimme zu einer gegebenen Melodiestimme.
Meinst du eine zweite Stimme die unterschiedliche Intervalle zur ersten singt? Mit Suno Studio dürfte das eigentlich kein Problem sein.
 
  • #55
Man könnte die KI als einfachsten Fall mal nach einem Bicinium fragen.
 
  • #56
Meinst du eine zweite Stimme die unterschiedliche Intervalle zur ersten singt?
Unterschiedliche Intervalle sowieso. Die ergeben sich ja zwangsläufig, wenn man auch nur halbwegs den Stimmsatzregeln folgt.
Aber nein, ich meinte das, was „homophon“ (bzw. nicht-homophon) eben in der „Satz-Kunde“ bedeutet:

Homophon = Nicht rhythmisch gleichlautend, und stattedessen mit einer gewissen Eigenständigkeit.

Thomas
 
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  • #57
Bitte bleibt beim Threadthema, es geht um KI & Blues/Jazz ... für andere Genres gibt es eigene Bereiche.
Das soll hier keine "Grundsatzdiskussion" zu KI werden, sondern der Bezug zum Genre des Threadstarts soll bitte erhalten bleiben!

Danke ... :opa:
 
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  • #58
Ich krieg' echt den Blues ... zumal ich glaube, dass der Zusammenbruch jetzt schon vorhersehbar ist.

Ausgehend von der klassischen Sichtweise geht es um den Ausdruck menschlicher Grundempfindungen. Okay, Shakespeare, Oper oder die Übertragung seelischen Empfindens in ein (Blues-)Musikstück ist natürlich auch schon eine Verkünstelung. Trotzdem kommt darin Etwas zum Ausruck, was dem ganz "normalen" Leben entstammt, wenn auch wahrscheinlich kulturabhängig. Und zwar so, dass man es als "einfacher" Mensch miterleben kann. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Inhalt von Kunst und deren bloßer Form (oder deren äußerer Erscheinung). Die bloße Anordnung der Farbe auf der Leinwand ist nicht, was aus dem Bild ein Kunstwerk macht.

Ich befürchte, dass mit der KI eine völlig künstliche Blase entstehen wird, in der KIs aus den Ergebnissen von KIs "lernen" und allmählich immer weiter in ihren eigenen Space abdriften. Und Menschen werden beginnen, das für (z.B. Blues-)Musik zu halten.

Menschen, für die Musikhören noch zum Mitfühlen einlädt und damit auch das eigene Lebensgefühl mitprägen kann, werden versuchen bei solchen Songs herauszufinden, was da eigentlich ausgedrückt wird. Und da da aber nichts als bloße Form ist, werden solche Songs bei diesen Menschen dazu führen, dass ihre Fähigkeit zum Nachempfinden und ihr Lebensgefühl verdreht wird. Das Verständnis dessen, was das "normale" ganz "einfach" menschliche Erleben ist, wird korrumpiert.

Und wahrscheinlich wird es Generationen geben, die sich mehrheitlich an leeren Gangsta-/Paddie-/Freaky- und was sonst noch Attitüden orientieren, solange nur der Sound geil reingeht und es vielleicht ein toll anzusehendes Video dazu gibt. Es ist dann auch egal, woher die Stimmungs-"Droge" kommt, wenn sie eh überall in Unmengen zur Flatrate angeboten wird. Sonst einfach weiter skippen oder wischen. "Next please ..." Musik/Kunst als Lifestyle-Accessoire und zwar nicht mein Lifestyle, sondern der gerade propagierte, und nicht weil es ein Ich gäbe, dass das so möchte, sondern weil das eben Leben ist. Im Augenblick ist krün halt gerade plau, oder doch schon wieder rod?

Übel, dass "die Öffentlichkeit" da so mitzieht in der Hoffnung, die Wirtschaft werde mit KI schon irgendwie und vor Allem möglichst bald wieder laufen, während man das riesige Problemfeld überhaupt nicht ausreichend angeht, das sich im Anschluss daran ergeben wird.

Man kann einfach nur daneben stehen und zusehen wie das ganze Ding voll gegen die Wand fährt.
 
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  • #59
Man kann einfach nur daneben stehen und zusehen wie das ganze Ding voll gegen die Wand fährt.
Tja - und wenn man ein Musiker ist, macht man daraus einen Blues - egal, was um einen passiert. Denn ein Hauptmotiv für Menschen, Musik zu machen, ist, sich auszudrücken. Und das kann einem keine Maschine und keine KI nehmen. :cool:
 
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  • #60
Ich befürchte, dass mit der KI eine völlig künstliche Blase entstehen wird, in der KIs aus den Ergebnissen von KIs "lernen" und allmählich immer weiter in ihren eigenen Space abdriften.
Ja, das ist bei LLMs schon aufgetreten und untersucht worden.
Wohin es bei KI-generierter Musik oder speziell Blues führt, wenn man die KI immer wieder mit ihren eigenen "Exkrementen" füttert, wäre durchaus spannend ;)

Blues ist natürlich auch eine relativ einfach strukturierte Musikform, jedenfalls im Grundmuster. 12 Takte AAB, harmonisch klar geregelt, einstimmig zu Gitarre gesungen. Positiv gesehen könnte es durchaus interessant sein, verschiedene Crossover generieren zu lassen. Blues und Jazz hat ja schon Charlie Parker gemacht, also die harmonische Erweiterung des Bluesschemas, aber zB Blues und Expressionismus oder Blues und Palästrina ... ob dabei etwas sinnvolles herauskommt? Ähnlich wie bei den Bildern, wo man ein Foto im Dali-stil überlagern kann.

Bekanntes Kombinieren kann KI wahrscheinlich ganz gut.
 
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