Mal ne ganz dumme Frage: Tonart einer Komposition bestimmen

von musicmacher, 27.01.06.

  1. musicmacher

    musicmacher Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.01.06   #1
    Hallo, meine Frage ist mir fast schon peinlich, da ich seit über 10 Jahren Klavier, und seit 7 Jahren Posaune spiele, also sowas wirklich wissen sollte, aber irgendwie ist das alles schon so lange her, und ich habe es in der Praxis nie wirklich gebraucht, da ich vor allem Popmusik komponiert habe und die Instumentalisten in dem Bereich meistens eh nur mit Leadsheets bzw. die Sänger/innen mit dem Anhören von Gesang-Demos arbeiten..

    Aber jetzt wo ich verstärkt wieder meiner eigentlichen Liebe, dem Jazz fröhnen will, und langsam anfangen möchte für eine Big Band in der ich spiele Stücke zu schreiben stellt sie sich mir wieder, die einfache Frage:

    Wie kriege ich raus, welche Tonart das Stück hat, das ich geschrieben habe?
    Stehe gerade total auf dem schlauch :-(

    danke für eure Antworten schon im Vorraus

    grüße

    music
     
  2. Houellebecq!

    Houellebecq! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.01.06   #2
    Normalerweise erkennt man es am Anfangs-/ Schluss-Akkord, an den Vorzeichen, am Skalenmaterial etc.
    Am besten postest du einfach mal, was zu geschrieben hast (ich bin jetzt schon etwas verwundert, dass jemand songs schreiben kann, ohne zu wissen, in welcher Tonart er gerade schreibt...:confused:
     
  3. musicmacher

    musicmacher Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.01.06   #3
    Hi, ja also bin noch nicht sehr weit mit dem stück:) (in meinem Kopf ist es schon fertig, aber jetzt gehts an die umsetzung)
    Ich poste einfach mal was ich bisher habe:
    http://www.fmghome.de/thatcertainfeeling.mp3

    lasst euch bitte nicht von dem Midigequäke abschrecken, das soll dann eines Tages ne echte Band spielen:)

    Ist wie gesagt noch nicht viel,habe gestern nacht erst angefangen.Die mellodie wird noch verfeinert, bläsersätze kommen auch noch, ein doubletime-part damit das ganze nicht so dröge ist ein soloteil und und und....

    Ja wiegesagt mir geht es darum, rauszufinden welche tonart das wohl sein mag, und welche vorzeichen ich dann in den Noten setzen muss....Sieht so unprofessionell aus, wenn da ständig vor jeder note vorzeichen auftauchen:)

    gruß

    music
     
  4. booooobby05

    booooobby05 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.01.06   #4
    hi musicmaker..

    nja bei mir ist das so..ich mach zu erst die tonart und dann das stück^^.......

    und ich denke mal das ist der normalste weg..:D aba was ist schon normal :rolleyes:

    also der quintenzirkel im anhang

    Die grafik spricht eigentlich für sich...ich hoffe ich hab deine frage ansatzweise getroffen^^

    aja Buchtipp: Die Neue Harmonielehre! .....Des sollte (fast) alle Unklarheiten beseitigen^^

    MFG booooobby05

    Edit: Darf ich eigentlich so ne grafik hier reinstellen:rolleyes: ich will ja net gegen irgendein dummes gestzt verstoßen:eek:
     

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  5. musicmacher

    musicmacher Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.06   #5

    also die vorzeichen will ich ja noch setzten, deshalb die Frage mit der Tonart:)
    Was meinst du mit Skalenmaterial?

    Der anfang und der Schlussakkord sind jeweils cmaj9 heisst das also das das stück ganz simpel in C Dur steht?

    Aber an den meisten anderen stellen des Stückes habe ich schon ziemlich viele Vorzeichen stehen (also temporär vom Programm erstellt, die eigentlichen globalen Vorzeichen für das Stück habe ich ja wie gesagt noch nicht gesetzt,da ich mir noch nicht schlüßig bin.)
    Kann das trotzdem hinkommen?


    Ja also den Quintenzirkel kenn ich schon:) Aber wie hilft der mir denn weiter, wo ich doch weder die tonart noch die vorzeichen kenn? Die will ich ja erst festlegen.
     
  6. Houellebecq!

    Houellebecq! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.06   #6
    Ich finde, das ist ein ziemlich guter Hinweis auf C-Dur. Vllt postest du statt der mp3 besser die Noten (ich kann auch ein paar exotischere Datei-Typen öffnen...) oder du schreibst mal alle verwendeten Akkorde in der Reihenfolge auf/ machst screenshots der Noten etc.
    Natürlich muss man dabei beachten, dass die meisten jazz-Kompositionen gelegentlich hin- und hermodulieren, womit man keine globale Tonart mehr bestimmen kann und auch die Frage mit den Vorzeichen hinfällig ist. Dann würde ich tatsächlich darauf ausweichen, die vor jeden Ton einzeln zu setzen.
     
  7. Gomez..!

    Gomez..! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.06   #7
    Ich hab das ganze irgendwie noch nicht gerafft.. mit der SuFu bin ich auch restlos überfordert!


    Beispiel: Klassische Akkordfolge --> C G Am F , C G F G

    Ich geh vom Anfangsakkord C aus, alle Töne liegen beieinander (Laut dem Quintenzirkel-Bild) - kann ich nun in C über das Lied hinweg solieren?


    Vielleicht könnt ihr noch ein paar praktische Beispiele aufzählen.. Habt Dank und Geduld mit mir! :)
     
  8. jaZoo

    jaZoo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.06   #8
    Sicher, ist doch eine astreine C-Dur-Kadenz. Was will man mehr. :)
    Oder wo genau liegt dein Problem?
     
  9. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 17.08.06   #9
    Hallo,

    Es gibt genau eine einzige sichere Methode, um Tonarten zu bestimmen: suche Dominanten und Toniken, halte insbesondere Ausschau nach direkten Verbindungen "Dominante-Tonika". Eine Dominante ist maximal auflösungsbedürftig und steht auf der 5.Stufe der Tonleiter einer Tonart, die Tonika ist nicht weiter auflösungsbedürftig und steht auf der 1.Stufe der Tonleiter der Tonart. Die Tonika einer Akkordverbindung zeigt dir also die Tonart an.

    Daß eine Tonika häufig am Anfang und Ende eines Stückes vorkommt ist zwar richtig, aber daraus umgekehrt zu folgern, daß am Anfangs- und Endakkord die Tonart abzulesen sei, ist zu kurz gegriffen.

    Ein Beispiel: Cm Bb / Dm Gm / C7 F7 / Bb Cm /
    Die Tonika ist Bb-Dur, denn nur der Bb-Dur-Akkord ist perfekt schlußfähig und nicht weiter auflösungsbedürftig. Alle anderen Akkorde haben eine Spannung, die die Schlußfähigkeit verhindern. Außerdem ist Bb-Dur das Ende einer langen Quintschritt-Reihe (D-G-C-F-Bb) und ist ein langfristig anvisiertes Ziel - auch das ist typisch für eine Tonika.

    Harald
     
  10. Gomez..!

    Gomez..! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.06   #10
    ..an was ich diese "astreine C-Dur-Kadenz" nun erkenne.. ;)
    Wie steht es zb mit der Akkordfolge Am C E.. Laut dem Bild "grenzt" E ja nicht an C oder Am..

    Könnte ich bei der obigen Akkorfolge (C G Am G usw..) auch mit beispielsweise Am solieren?

    Was ist außerdem mit den Tönen die "nicht an XYZ grenzen"?! Zb F zu G? Soll das bedeuten, eine Akkordfolge mit F auf G ist nicht sinnvoll..?! Oder lieg ich total neben der Bahn..
     
  11. Alpha

    Alpha Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.06   #11
    Am und C sind ja Paralleltonarten, ergo ja.

    Ansonsten ist es hilfreich, n paar Tricks zu wissen, zB 'n paar "Indikatortöne" (wenn Grund- und Terzton von einer Tonart vorkommen, ist es sinnvoll, es mal mit der zu versuchen), aber man hört meistens ja auch was gut klingt. Wenn man konstant einen Powerchord unter den Riffs durchspielen kann und er nicht disonant klingt, geht der als Grundton durch. Schlagt mich :D
     
  12. MathiasL

    MathiasL HCA Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 17.08.06   #12
    Nochmal zur Eingangsfrage: absolut richtig was haraldS schreibt!,..jetzt kann es Dir allerdings passieren ,dass Du mehrere Tonartzentren in Deinem Song hast.
    In diesem Falle musst Du einfach abschätzen,ob Deiner Meinung nach eine Tonart
    vorherrschend ist,zb durch die Anzahl der Bestätigungen V/I,oder schlicht durch die
    Proportionen ,also mehr Takte in dieser Tonart.
    In diesem Falle schreibst Du das dann vorne hin ,und musst Dich halt mit
    Vorzeichen bzw Auflösungszeichen herumplagen.
    Solltest Du kein BESTIMMTES GEFÜHL für eine Tonart entwickeln können,dann
    schreibst Du auch KEINE Vorzeichen.Auch hier bleibt Dir dann nichts anderes
    übrig als mit Vor/Aufl-zeichen zu arbeiten.
    Eine Regel für den einen oder anderen Fall gibt es meines Wissens nicht.
    Da stehen schon mal tunes die fröhlich durch alles mögliche marschieren ,und haben trotzdem ein Vorzeichen,oder andersherum komischerweise wieder nicht.
    Das wichtigiste ist doch im Prinzip die Leserlichkeit,und somit der kollegiale
    Umgang.
    Wenn die Tonart nicht wirklich klar ist,würde ich ganz simpel mal überschlagen ,bei welcher Variante Du am wenigsten Vor/Aufl-zeichen benötigst.

    Grüße!
     
  13. whir

    whir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.06   #13
    Oh doch! E ist die Dominante zu Am.
     
  14. kingcools

    kingcools Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.06   #14
    der ton bei dem du denkst " uah jetzt ist das stück zu ende" ist der grundton, also die tonart in dem das stück geschrieben ist
    alternativ kannst du auch die ersten paar takte aufschreiben, und die kreuze, oder die bs am anfang so setzen, dass die anzahl an kreuzen oder bs im stück selber minimal ist
     
  15. Dez Fafara

    Dez Fafara Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.09.06   #15
    Ja, diese Frage stelle ich mir auch öfters. Ich spiele in einer Rockband. Da wir eigene Songs schreiben, sammeln wir Ideen usw.
    Wenn wir dann mal ein Riff haben und Bassline + Melodie dazu, dann wissen wir nie, welche Tonart das ist. Oft ist es so, dass einfach einer auch seiner Gitarre rumklimpert, ein paar schöne Akkorde hat, eine Melodie dazu geschrieben wird und ich meine Bassline dazu mache. Woher wissen wir jetzt, welche Tonart wir spielen?

    Aktuelles Beispiel:

    Akkordfolge: A G F D E D

    Bassline: A F G D C A G

    Vielleicht kann mir ja jemand helfen. :)
     
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