Marshall DSL 401 - Bias Problem/Frage

von banjogit, 27.08.10.

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  1. banjogit

    banjogit Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.10   #1
    Hallo zusammen,

    kennt sich einer von Euch mit dem Marshall DSL 401 aus?

    Ich habe mich mal an die Bias-Einstellung gewagt und bin dabei wie folgt vorgegangen:

    Instructions:

    1) unplug the amp and remove the head unit from the cabinet.
    2) locate the 3 pin molex connector labelled (CON 5).
    3) securely attach the red probe of the voltmeter to one of the outer pins (use aligator clips).
    4) securely attach the black probe of the voltmeter to the center pin (again use aligator clips).
    5) plug the amp in (make sure the head is connected to the speaker) and let it warm up for a couple of minutes.
    6) then turn on the standby and let the circuit stabilize for a few minutes.
    7) adjust the mini pot (PR1) until the voltmeter reads

    DSL201 0.675 V
    DSL401 1.375 V

    Die Anleitung stammt aus den Original Marshall Unterlagen.

    Meine Messung ergab: ca. 900mV - also zu wenig.

    Also Poti raufgedreht, aber siehe da - ich komme nur bis 1328mV - und da bin ich bei Vollanschlag!
    Das kann doch nicht sein, oder?

    Weiß jemand was da los ist und warum das so ist? Warum empfiehlt Marshall einen Wert, den ich gar nicht erreichen kann.

    Auf dieser Seite steht auch noch Interessantes:
    http://eurotubes.com/euro-Marshall-DSLTSLV.htm

    Nämlich, dass 1375mV "too hot" seien, und man 0,9V - 1V einstellen soll.
    Demnach hätte mein Amp ja gepasst?

    Was soll ich tun - auf 1328mV lassen oder zurück zu 0,9V?

    Danke für Eure Hilfe
    Hans

    EDIT:
    Nach weiterer Recherche hab ich herausbekommen, dass es wohl eine neuere Version des Amps gibt, die mit weniger Bias auskommt. Die ältere hatte wohl Hitzeprobleme. Und ja - ich erinner mich, gleich nach dem Kauf war der Amp defekt und ein Garantiefall. Ich glaube damals wurde die Platine komplett getauscht.
    Nur leider kann ich keinerlei Informationen über diese neuere Version im Netz finden. Immer nur über die alte (mit 1375mV) :-(
     
  2. banjogit

    banjogit Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.09.10   #2
    So - ich habe es jetzt mal auf 1V stehen gelassen. Nach meiner Rechnung komme ich damit auf einen Bias von 25mA was laut Datenblatt der EL84 in Ordnung ist.

    Ein Anfruf bei Musik Meyer (Marshall Service, www.marshallamps.de) hat leider gar nichts gebracht.
    Der Mann am Telefon war sehr freundlich, ließ mich dafür aber kaum zu Wort kommen, ich mußte ihn regelrecht in seinen Monologen unterbrechen. Seine Aussagen beschränkten sich trotz der Länge auf einen einzigen Punkt: das Ding zu einem Techniker geben. Sonst war nix rauszubekommen. Weder was jetzt der korrekte Bias-Wert ist, noch ob es eine neuere PCB-Version des Amps gibt und damit vielleicht neuere Schaltpläne. Schaltpläne rücken sie natürlich sowieso nicht raus. Klar - die wollen Geld verdienen, kann ich schon verstehen. Und niemand auf dem Gewissen haben - auch verständlich.

    Hier im Forum ist allerdings sehr wohl die Rede von Hitzeprobleme und Gleichrichtertausch bei älteren Modellen. Warum weiß der Mann bei Musik Meyer nichts davon? Hier scheint man bewusst Informationen zu verschweigen um den Kunden dumm zu halten.

    Naja, Der Amp funktioniert ja im Prinzip einwandfrei, bis auf ein leises Brummen (wenn Standby auf On). Wäre natürich schön wenn das weg wär, oder ist das normal?
    Vielleicht kann ja doch noch jemand etwas in Erfahrung bringen bzgl. des korrekten Biaswerts.

    Ein technischer Idiot bin ich nicht, ich kenn mich schon etwas aus mit der Materie.

    Und ich möchte eine Erfahrung mit Peavey ergänzen:
    Damals benötigte ich auch einen Schaltplan für einen Röhrenamp.
    Habe einfach 'ne Email nach Mississippi geschickt und 'ne Woche später hatte ich die pdf im Mailfach. Ohne aufwendigen Rückruf mit Gelaber, das nichts bringt. Ich konnte meinen Amp aufgrund dessen reparieren.
     
  3. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 24.09.10   #3
    Hallo,

    vorweg; keine Panik, deinem Marshall geht es gut :)

    Ich kann den Tech am Telefon einigermaßen verstehen, denn es ist wirklich schwierig einem Laien soetwas verständlich nahezubringen und evt. noch auf Fehlersuche zu gehen oder erstmal zu überprüfen ob der Vorgang an sich korrekt ausgeführt wurde.

    Aber das ist nicht wild, denn was du festgestellt hast ist, dass du nicht die Höhe des Ruhestromes erreichst, die Marshall scheinbar als Optimum vorgibt.
    Angemerkt sei hier, dass das zum Einen Röhrenabhängig ist, d.h. mit einem anderen Paar Röhren könntest du schon über diesen Wert kommen und zum Anderen ist die Abweichung auch nur sehr gering.

    Die besagten Hitzeprobleme gab es tatsächlich. Dass der Herr bei Musik Meyer davon auch nichts wissen mmöchte kann ich nachvollziehen, denn wer gesteht seinem vertriebenen Produkt schon einen Designfehler ein ;)

    Um aber zur Sache zu kommen.
    Du müsstest messen wie hoch die Anodenspannung ist und dann kann man anhand dieser Spannung ermitteln, welchen Ruhestrom du einstellen solltest.
    Wenn du einigermaßen Firm in solchen Sachen bist und nicht ganz ungeschckt kannst du das selbst messen und dann klären wir alles Weitere.
    Traust du dir das nicht zu, und das ist keine Schande wenn man kein technisches Händchen hat, dann gehst du wirklich lieber zu einem Techniker, der dann neben dem Einmessen kurz einen Blick auf die Bias-Schaltung werfen soll.

    Ich würde dir auch anbieten mir den Verstärker anzuschauen, wenn du nicht weisst wohin mit ihm. :)

    Grüße,
    Schinkn
     
  4. banjogit

    banjogit Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.09.10   #4
    Was ich wissen möchte ist -

    hat sich aufgrund dieser "Hitzeprobleme" (ich nenn es mal Serien-Fertigungsfehler) auch schaltungstechnisch an dem Amp was verändert? Mein Schaltplan datiert aus dem Jahr 1998 und ist u.a. hier zu finden:

    http://www.drtube.com/schematics/marshall/dl40-68-00-iss2.pdf

    Ich habe meinen Amp ca. 2003 gekauft und er war nach wenigen Betriebsstunden gleich mal kaputt und wurde auf Garantie repariert. Angeblich wurde die ganze Platine getauscht, was genau defekt war, oder was dazu führte wollte man mir nicht sagen (ähnliche Geheimniskrämerei wie bei Musik Meyer).
    Wahrscheinlich war's das o.g. Problem.
    Event. ist ja der Schaltplan von 1998 für meinen reparierten Amp nun gar nicht mehr gültig, und es gibt eine neuere Version?
    Aber anscheinend kann mir in diesem Forum keiner was darüber verraten.
    Und bei Marshall will mir keiner was verraten.

    Hinweise auf einen anderen Biaswert für den "neueren" DSL-401 findet man z.B. hier:

    http://www.marshallforum.com/workbench/7361-jcm200-dsl401-bias-qestion.html

    Da ist doch was faul, oder?


    Hans
     
  5. bluesfreak

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    Erstellt: 24.09.10   #5
    Der verbaute Gleichrichter war unterdimensioniert und hatte auch eine zu hohe Siebkapazität was den GR überlastete und er raucht über kurz oder lang ab. M hat dann einen anderen GR verbaut, zusätzlich aber (um die permanenten Ausfälle bei den Endröhren in den Griff zu bekommen) den zulässigen Bias reduziert. Bias Einstellung anhand einer Spannung die in einem Manual steht halt ich für nicht ausreichend, besser ist die Anodenspannung zu messen und den gewünschten Strom auszurechnen, mit JJ EL84 liegst Du bei 80-85% Pmax in einem sicheren Bereich...
     
  6. banjogit

    banjogit Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.12.14   #6
    Bin grade über meinen eigenen Posting gestolpert, da mir das leise Brummen wieder aufgefallen ist beim DSL 401. Kann dazu noch jemand was sagen, wo das event. herkommt? In einem anderen Forum habe ich gelesen, man müsse den Elko C32 tauschen (statt 100uF -> 150uF mit 450 V einsetzen).
    Und ja - ich lebe noch :-)
     
  7. l-s-d

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    Erstellt: 26.11.15   #7
    Der Thread ist zwar schon älter, aber mein DSL 401 brummt auch ordentlich. Klingt für mich wie 50Hz Brummen.
    Hatte vor paar Jahren mal den Gleichrichter und die Siebelkos (C73 /C78) gleich mitgeschaut und Abdeckungen auf die Trafos geschraubt.

    Quelle:
    http://www.guitarmaniacs.de/cgi-bin/gallery.pl?action=gallery&id=2131

    @banjogit: Hast du den C32 dann mal getauscht? Hast das was gebracht?
     
  8. banjogit

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    Erstellt: 29.11.15   #8
    Sorry, ist 'ne zeitlang her, aber soweit ich mich entsinne habe ich nichts mehr dbzgl. unternommen und er brummt immer noch.
    Allerdings spiel ich jetzt auch einen kleinen Engl - der klingt viel geiler als der Marshall ;-)

    Aber wenn jemand Lösungen zum DSL 401 bieten kann - ich habe trotzdem weiterhin ein offenes Ohr dafür.
     
  9. l-s-d

    l-s-d Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.11.15   #9
    Allso ich hab am Wochenende mal den 100uF Sieb-Kondensator C32 gegen einen 150uF getauscht. Ich hab schon das Gefühl, dass das ständige "Grundbrummen" weniger geworden ist. Auf Zimmerlautstärke brummt es kaum noch. Aber: Das Brummen steigt mit zunehmendem Volume und ist bei vollaufgerissenem Master schon ziemlich laut. Da brummt mein JCM 800 viel weniger - Der rauscht fast nur.

    Die BIAS-Spannung hat auch deutlichen Einfluss auf das Brummen. Bei 800mV brummts deutllich weniger als bei den von Marshall empfohlenen 1400mV für Amps die vor 2002 gebaut wurden.
    Hab ihn jetzt aber bei 1,400mV gelassen. Marshall wird schon wissen was sie tun.

    Hat noch jemand eine Idee woher das brummen kommt?
    Vielleich hab ich auch nur vergessen, dass Brummen bei den Kisten ganz normal ist.
     
  10. crazy-iwan

    crazy-iwan Gesperrter Benutzer HFU

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    Erstellt: 30.11.15   #10
    heh...
     
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