maximaler Schalldruck

von Hanskraut, 01.03.07.

  1. Hanskraut

    Hanskraut Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.07   #1
    Hey,
    Wie stark ist die Auswirkung auf die Aufnahme, wenn man den maximalen Schalldruck eines Mikros überschreitet? Kann dabei auf dauer etwas beschädigt werden? Kann man überhaupt so schnell mit einem Gitarrenverstärker einen Schalldruck von 132 dB erzeugen?

    Vielen Dank schonmal für die Antworten!
    -Endy
     
  2. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 01.03.07   #2
    Das erste, was passiert, ist ein Anstieg des Klirrfaktors, sprich: es verzerrt. Von einer Beschädigung des Mikros ist man da aber noch weit entfernt. Ob man mit einem dauerhaften "Prügeln" des Mikrofons evtl. dessen Lebensdauer langfristig reduziert, daran scheiden sich etwas die Geister. Eins lässt sich aber sicher sagen: Durch zu große Schalldrücke wird man ein Mikrofon so schnell nicht kaputt kriegen, wenn man nicht gerade versucht, einen Silvesterböller aus 20cm Entfernung aufzunehmen.

    Das kommt theoretisch auf den Abstand an. Praktisch wird man das aber in einer normalen Aufnahmesituation kaum schaffen bzw. wenn man es schafft (bei vollem "Brett" und naher Mikrofonierung), dann ist der Klirrfaktor des Amps schon dermaßen jenseits von gut und böse, dass ein paar Prozent mehr Klirr, die dann vom Mikro kommen, dem Sound sicher auch nicht mehr schaden.
     
  3. Jürgen Schwörer

    Jürgen Schwörer Offizieller Produkt-Spezialist SHURE

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    Erstellt: 02.03.07   #3
    hallo,

    kurz aus einer FAQ rauskopiert:

    Die Angabe Maximaler Schalldruck [dB] gibt den Schallpegel an, bei dem der Vorverstärker eines Kondensatormikrofons ins Clipping gerät bzw. der Klirrfaktor auf 1% (bei hochwertigeren Mikrofonen auch oft 0,5%) angestiegen ist. Wird also der angegebene maximale Schalldruck überschritten, so wird dadurch das Mikrofon keinesfalls beschädigt, sondern lediglich der Klang verzerrt.

    Grüße
     
  4. 4feetsmaller

    4feetsmaller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 03.03.07   #4
    ...aber ist es nicht so, das bei einer starken Überschreitung die Membran zerdrückt werden kann ? Beim vorletzten Recording Magazin wurde dies auf der DVD erwähnt und davor gewarnt. Bye
     
  5. Wolf-107

    Wolf-107 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.07   #5

    Genau das hab ich auch gelesen, als ich mich nach nem Großmembrankondensator umgeschaut hab. Irgendwo stand dass sehr hohe Schalldrücke zu einem Reißen der membrane führen kann. Wie hoch der Schalldruck dafür allerdings sein muss mag ich nicht zu schätzen.
     
  6. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 04.03.07   #6
    Ein "Zerdrücken" oder gar "reißen" der Membran halte ich bei den Schalldrücken, über die wir hier reden, für weitgehend ausgeschlossen. Wie Jürgen Schwörer schon schrieb: Der angegebene max. SPL ist zunächst einmal die Grenze, bis zu der das Mikrofon seine Spezifikationen einhält, die Zerstörschwelle liegt VIEL höher. Insofern kann man da Entwarnung geben.

    Interessant wäre jetzt, in welchem Zusammenhang die Warnung im Recording Magzin ausgesprochen wurde. Es ist z.B. tatsächlich so, dass große IMPULSE in eine Richtung so einem Mikrofon schaden können. So etwas tritt z.B. beim (ungünstigen) Fallenlassen des Mikros auf oder beim berühmten "Gegen-die-Membran-Pusten", mit dem manch einer testen möchte, ob das Mikro noch funktioniert oder überhaupt angeschlossen ist. So etwas nehmen manche Mikros wirklich übel, weswegen man bei Vocal-Aufnahmen besser einen Poppschutz verwenden sollte. Bei der Mikrofonierung eines Gitarrenamps wird so etwas abernicht auftreten.

    Oder bezog sich diese Warnung gar auf LAUTSPRECHER-Membranen?

    Jens
     
  7. 4feetsmaller

    4feetsmaller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 04.03.07   #7
    Hi und Hallo.

    Auf die Lautsprecher-Membrane bezog sich dieser Artikel nicht. Es ging vorwiegend um die Abnahme von Blasinstrumenten wie Trompete, Sax, Horn usw. Also wo ein großerer Schalldruck entstehen kann.

    Bye
     
  8. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 04.03.07   #8
    Ok, dann wird die Sache vielleicht etwas klarer. Bei Blasinstrumenten hat man neben dem hohen Schalldruck eben - ähnlich wie beim Gesang - das Problem, dass auch "Wind" entstehen kann. DAS ist u.U. tatsächlich ein Problem, und vermutlich bezieht sich die Warnung auch primär darauf (also auch wieder: Poppschutz verwenden). Im übrigen findet man im Web für Trompeten auch maximale Schalldruckpegelangaben von bis zu 155(!)dB. Das halte ich zwar für übertrieben, aber das wären immerhin 20dB mehr (also ein zehnmal höherer Schalldruck!) als der Grenzschalldruck des hier diskutierten Mikros. Das ist mit einem Gitarrenverstärker nun wirklich kaum hinzukriegen...

    Wer trotz allem bei seinem teuren GM-Mikro auf Nummer sicher gehen will und es lieber schonen möchte, der stellt es einfach in einem Meter oder mehr Abstand vom Verstärker auf, nimmt damit den "Raumklang" auf und verwendet für die nahe Mikrofonierung der Membran ein SM57/58 oder ein anderes "bewährtes" dynamisches Mikro.
     
  9. Hanskraut

    Hanskraut Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.07   #9
    nochmal danke für die antworten... :)

    gestern kam übrigens mein studio projects b1 mit dem preamp vtb1... leider hattet ihr es ja an die falsche addresse geschickt und mir auch nicht auf meine e-mail geantwortet... egal.. hauptsache es ist da :)

    nun vielleicht noch eine dumme frage dazu, wofür ich auch nicht unbedingt ein neues thema aufmachen will :o ...
    in welchem winkel soll ich das mikro zum sänger zeigen lassen?
    etwa so: http://www.stuckonaname.co.uk/images/thumb_eqp_studio_projects_b.jpg

    und noch eine: wie weit müsst ihr eigentlich den preamp aufreissen? bei mir musste ich sogar schon das outputlevel auf 12 stellen bei "30" input gain...

    achja.. und welche "mic impendace" sollte ich nehmen beim B1? 200 oder 50 ohm?

    Bis denn,
    Endy
     
  10. Puncher

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    Erstellt: 10.03.07   #10
    Die Membran ist senkrecht eingebaut, entsprechend sollte das Mikro auch senkrecht stehen.
     
  11. 4feetsmaller

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    Erstellt: 10.03.07   #11
    Dann Signal muss so ausgesteuert werden, das es nicht zum Übersteuern (clipping) kommt. Es darf also auf keinen Gerät eine rote Lampe angehen oder in der Software die 0 db Marke überschritten werden. Das kann den Geräten schaden zuführen und ist aus diesem Grund zu vermeiden. Ein kleiner Headroom von 2-4 db sollte man zur Übersteuerungsmarke von 0 db halten und einpegeln.

    Was die Ohmzahl bei Studio Mics bewirkt, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht einfach mal durch probieren.
     
  12. Astronautenkost

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    Erstellt: 10.03.07   #12
  13. Hanskraut

    Hanskraut Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.07   #13
    ok.. vielen dank :)
    besonders der link hat mir geholfen....

    btw:
    @4feetsmaller: deine workshops sind echt hammer :great:
     
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