Metronom mit Rückmeldung der gespielten Genauigkeit

MusikBert
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Hallo Musiker,

Metronome habe ich einige - mit vielen Features; eingebaut im Instrument, eines für die Tasche zum Mitnehmen und etliche im PC als Software. Doch keines der Metronome gibt mir eine Antwort, ob ich tatsächlich jeden Ton synchron (rhythmisch korrekt) spiele. Gibt es auf dem Markt ein Metronom (als Instrument, keine App oder Software) mit eingebautem Mikrofon, das die Synchronisation des Gespielten bewertet und als ein Signal ausgibt (z. B."rot" aus dem Takt gefallen oder +/- xy sec)?

Gruß, Bert
 
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Danke schön, Ralph, das schaue ich mir an.

Gruß, Bert
 
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@MusikBert, das einzige "Messinstrument", das dir präzise und zuverlässig Auskunft darüber geben kann, ob du noch synchron mit dem Metronom bist, sind deine Ohren! Was nützt dir die Analyse des Mess-Metronoms, wenn du es dann doch nicht hörst? Nichts.
Wenn du mit anderen Mitmuszierenden zusammen spielst, musst du immer hören, ob du gut mit ihnen zusammen bist. Die Mitspieler geben im Zweifel zwar auch schon mal Rückmeldungen, wenn man auseinander ist, aber Hören ist das A und O.
 
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MusikBert
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Ja, Jürgen Du hast recht, doch ich bin kein begnadeter Musiker, und brauche deshalb an vielen Stellen diverse (Kontroll)Hilfsmittel.

Vor Corona hat meine KL jede Woche mit strenger Konsequenz jedes Fehlerchen, jede auch die winzigste Abweichung vom Blatt korrigiert, ich habe mir die Stelle im Notenblatt markiert und habe zu Hause diese Stelle mit besonderer Aufmerksamkeit geübt, bis sie saß. Diese Rückmeldung/Korrektur fehlt mir, und ich habe das Gefühl, daß sich in dem letzten unterrichtsfreien Jahr das Tempo-Halten bei mir etwas "verselbständigt" hat, ohne daß ich die Stelle, an der ich abrutsche, lokalisieren kann.
Hinzu kommt, daß meine KL von mir verlangte, am Klavier absolut ruhig zu sitzen, und ich hatte kein körpereigenes Mittel (z.B. ein leichtes Kopfnicken oder ein geräuschloses, nur angedeutetes Fußklopfen), das vorgegebene Tempo zu halten. Statt dessen sollte ich mit einem Metronom spielen/üben, und das habe ich mühsam(!) gelernt. Da ich diese Rhythmus-/Tempo-Probleme früher nie hatte, denke ich, daß ich durch die körperliche "Starre" in dem fast sechsjährigen Klavierunterricht diese "Natürlichkeit" verloren habe.

Das Üben mit einem Metronom ist für mich immer noch anstrengend (ganz salopp gesagt - mich nervt das Getacker) und es lenkt meine Konzentration vom Spiel ab. Im Laufe der Jahre habe ich es gelernt, dem Metronom nur einen winzigen Teil meiner Aufmerksamkeit zu widmen, so daß ich über kurze oder längere Strecken die Ohren vom Metronom abschalte. Wenn das Ohr wieder (zur Kontrolle) ein Paar Tacker vom Metronom aufnimmt, bin ich meist richtig im Takt, aber es passiert auch mal, daß ich abweiche, ohne gemerkt zu haben, wo ich schneller/langsamer geworden bin. Wenn ich etwas nicht merke, kann ich es nicht korrigieren, und mit zufällig variiertem Tempo kann man keine Musik machen. Nicht mal allein.

Gruß, Bert
 
Ralphgue
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jede auch die winzigste Abweichung vom Blatt korrigiert,
Hinzu kommt, daß meine KL von mir verlangte, am Klavier absolut ruhig zu sitzen,

ich spiel zwar kein Klavier, aber sorry, das ist doch antiquiert und (Laienmeinung) falsch.
Offensichtlich lernst du nicht Klavier, sondern Schreibmaschine (bei IHR).
Es klingt eher so, als wolle Sie dir jeden vorhandenen Funken von Spass und Musikalität abtrainieren und dich zu einem roboterhaften Notenaffen machen...
 
MusikBert
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Ach, Ralph, ich will es gar nicht bewerten, weil ich von Pädagogik keine Ahnung habe. Ich habe bei dieser KL sehr viel gelernt, hatte aber bei ihr auch ein hartes Brot zu beißen. Insbesondere die von ihr verlangte körperliche Starre machte mir viel zu schaffen.

Die Unterrichtsmethoden entwickeln sich seit Ewigkeiten; der Eine schwört auf die Schule, der Andere auf jene, wie soll ein Klimperer wie ich beurteilen können, was falsch/richtig ist? Zwar beobachte ich bei vielen Pianisten (klassische Musik), daß sie ihren Körper im Rhythmus der gespielten Musik bewegen, aber die nicht selten affektierten Gesten mancher Musiker mag ich auch nicht anschauen. Man kann gut Klavier spielen (oder auch ein anderes Instrument), ohne dabei wie ein Hampelmann auszusehen.

Gruß, Bert
 
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Vor Corona hat meine KL jede Woche mit strenger Konsequenz jedes Fehlerchen, jede auch die winzigste Abweichung vom Blatt korrigiert, ...
Hinzu kommt, daß meine KL von mir verlangte, am Klavier absolut ruhig zu sitzen, und ich hatte kein körpereigenes Mittel (z.B. ein leichtes Kopfnicken oder ein geräuschloses, nur angedeutetes Fußklopfen), das vorgegebene Tempo zu halten. Statt dessen sollte ich mit einem Metronom spielen/üben, und das habe ich mühsam(!) gelernt. Da ich diese Rhythmus-/Tempo-Probleme früher nie hatte, denke ich, daß ich durch die körperliche "Starre" in dem fast sechsjährigen Klavierunterricht diese "Natürlichkeit" verloren habe.
Gegen die Achtsamkeit, möglichst genau zu spielen ist natürlich grundsätzlich nicht einzuwenden. Auch, sich im Prinzip ruhig und ´versammelt´ hinzusetzen ebenfalls nicht.
Aber für mich klingt das ganze eher nach einer mechanischen Dressur als nach einer Vorgehensweise, die dich dein Spiel, deine Technik, deine Haltung, deine Stabilität, deinen Ausdruck selber finden lässt, sondern eher nach Dressur. Denen, die zur Über-Gewissenhaftigkeit neigen. mag das als "Methode" einleuchten, aber so vorzugehen treibt der Musik meistens das Leben aus und dem Schüler oft jede Selbständigkeit (er befolgt ja nur Anweisungen), und dazu jegliches Körpergefühl und jeglichen Instinkt dazu. Besonders das Letztere, wenn das geschieht, kritisiere ich als eine "Todsünde".
Ohne damit üble Klischees bedienen zu wollen, sind derartige "Dressur-"Methoden" oft von Instrumentallehrern bekannt, die aus dem osteuropäischen Raum stammen.
In Russland, bzw. der Sowjetunion stand in der Musikerausbildung sehr stark der Drill im Vordergrund.

Du musst selber heraus finden und beurteilen, ob meine Einschätzung zutrifft. Aber deine Beschreibung nährt in mir die Empfindung, dass ich dir dringend einen Lehrerwechsel empfehlen würde hin zu einer Person, die in der Lage ist, deine musikalische und körperliche Intuition (die ich aus anderen Threads heraus lese) zu unterstützen und in die gute Richtung zu lenken.
Dressur und Drill magst du als angemessen empfinden (vielleicht auch schon länger selber nicht mehr), aber damit läufst du nur immer weiter fest und die Musik, di in dir steckt, kommt immer weniger heraus.

ganz salopp gesagt - mich nervt das Getacker
Das ist auch nervend, geht mir nicht anders. Das Metronom betrachte ich wie eine hochdosierte Medizin, die man mit großem Bedacht und der angemessenen Dosierung anwenden sollte. Im Zweifel und wenn es nervt und sogar behindert, besser weg lassen. Bzw. die Melodien, Rhythmen usw. besser mit Metronom sprechen/singen. Dabei ggf. den Takt zusammen mit dem Metronom klatschen.
Das Metronom hilft, präziser zu werden und ein Tempo besser zu halten, der Musikalität hilft es nicht.
Präzision ist etwas feines in der Musik, aber Präzision ohne Seele ist toter Schall. Nutzloses Getöne.

Wenn ich etwas nicht merke, kann ich es nicht korrigieren, und mit zufällig variiertem Tempo kann man keine Musik machen. Nicht mal allein.
Das kann man wohl, aber das zu vertiefen, fehlt mir jetzt die Zeit aufzuschreiben. Nur soviel: Man kann beim Üben sehr davon profitieren, wenn man in der Lage ist, bei schweren Stellen kontrolliert das Tempo zurück zu nehmen. Das beugt Verkrampfungen vor, geht aber natürlich nicht mit Metronom.
Bei falscher, und vor allem, bei über-bürokratischer Anwendung nützt das Metronom nicht nur nichts, es behindert und verschlechtert auch das Fortkommen, weil es Verspannungen verursachen kann.

Jegliche Form der Kammermusik schult das Tempogefühl und das Gehör besser.
Ja, ich weiß, derzeit unter den Corona-Einschränkungen geht das natürlich nicht. Aber später irgendwann wird es ja wieder möglich sein, dann würde ich empfehlen, mal auf die Suche nach Mitspielern zu gehen, die du begleiten kannst. Ist auch von der Literatur her interessant.
 
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Temporef ist grade kein so guter Tipp: "WE ARE CLOSED AND NOT TAKING ORDERS!"
Wer genug Geld hat, kann aber die ganze Firma kaufen ... ;-)

Ich kann aber auch nur @LoboMix zustimmen: Hören ist das Wichtigste.
Wenn Dir ein Gerät sagt, daß Du zu schnell warst, weißt Du nur - daß Du zu schnell warst. Das bringt Dich einer Lösung nicht näher.

Ich würde alleine das Hören - und vor allem die Konzentration darauf - trainieren und keine anderen Geräte oder sonstige Hilfsmittel hinzuziehen. Das klassische Metronom genügt vollkommen.

Was das "still sitzen" angeht, habe ich eine andere Vermutung.
 
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(...) Ohne damit üble Klischees bedienen zu wollen, sind derartige "Dressur-"Methoden" oft von Instrumentallehrern bekannt, die aus dem osteuropäischen Raum stammen.
In Russland, bzw. der Sowjetunion stand in der Musikerausbildung sehr stark der Drill im Vordergrund. (...)

Zu der Herkunft meiner ehemaligen KL (ja, mit Corona haben wir uns getrennt) kann ich nichts sagen, aber Du hast insofern recht, als daß sie selbst nach der russischen Schule und sehr drill- und disziplinbetont ausgebildet wurde (Hochbegabtenschule), und später selbst nach dieser Methode auch unterrichtet hat.
Aktuell bin ich im Gespräch mit einem KL, der mit mir demnächst ein Fernunterricht machen würde; ich schicke ihm mein Klavierspiel als mp3, er wird es analysieren und korrigieren. Mal sehen, wie es gehen wird. Für die Zeit nach Corona habe ich zwei KL-Kandidatinnen in Sicht, dann wird es im Sommer-Herbst vielleicht die erste Probestunde geben. Bis dahin muß ich allein zurechtkommen.

(...) Dressur und Drill magst du als angemessen empfinden (vielleicht auch schon länger selber nicht mehr) (...)

Keineswegs! Ich war schon als Kind ungehorsam und unbeugsam (und in dieser Eigenschaft von beiden Eltern angenommen und unterstützt), und so habe ich mir meine eigene Selbstdisziplin erarbeitet, wie ich es für richtig/wichtig halte; wenn ich von etwas innerlich überzeugt bin, bin ich mit vollem Herzen und Fleiß dabei.
Beim Klavierspielen ist es etwas schwierig. Als Laie kann ich nur fleißig und geduldig spielen/üben, aber die Richtigkeit kann ich nicht beurteilen. In diesem Aspekt habe ich meiner KL einfach voll und ganz vertraut. Am Klavier bin ich, wie auch sonst im Leben, ein ruhiger, konzentrierter Typ, und so habe ich die Anweisungen, körperlich zu erstarren, als seltsam und musikfremd empfunden, aber ich habe der KL vertraut, daß mir diese Methode langfristig zum besseren Spiel verhilft. Heute, und nicht zuletzt auch durch Deine Beiträge, sehe ich es anders.

Mit dem Metronom arbeite ich nur zum Üben eines neuen Stücks (erst sehr langsam, dann wird das Tempo in mehreren Stufen gesteigert), oder wenn ich ein altes Stück auffrischen will (ich vergesse die Stücke sehr schnell, wenn ich sie nicht regelmäßig spiele).
Mit den Füßen zu klopfen oder in die Hände nach dem Metronom zu klatschen, bereitet mir keine Probleme, und ich höre dabei die synchrone "Doppelstimme" (Hand und Metro), weil ich mich bei dieser Tätigkeit dem Metronom "widmen" kann, ist ein bißchen wie tanzen. Aber am Klavier brauche ich meine Konzentration für die Noten, Tasten, Fingersatz, verbinden, absetzen, Dynamik und all die tausend Dinge, die das Klavierspiel ausmachen, und da steht mir das Metronom tatsächlich im Weg. Ja weg damit, mache ich häufig, aber irgendwann mal muß auch das passende Tempo eingeübt werden, und dann klackert es halt. Da muß/gehe ich durch.

Meine Frau singt seit zig Jahren im Chor, und sie singt vom Blatt nach Noten und sehr Rhythmus bewußt. Es kommt selten vor, aber manches Liedchen bereite ich mir sehr sorgfältig am Klavier vor (ja, auch mit Metronom), und dann drücke ich ihr die Noten in die Hand, sie singt die zweite Stimme vom Blatt, ich singe die erste Stimme und begleite uns am Klavier - natürlich ohne Metronom, und es ist mir nie passiert, daß ich im Tempo oder Rhythmus abgerutscht wäre, es läuft ganz natürlich.
Also bei leichten Stückchen geht es doch, aber sobald es etwas komplexer wird, ist es bei mir mit harter Arbeit (Üben) verbunden und da brauche ich auch das Metronom.

(...) Das kann man wohl, aber das zu vertiefen, fehlt mir jetzt die Zeit aufzuschreiben. Nur soviel: Man kann beim Üben sehr davon profitieren, wenn man in der Lage ist, bei schweren Stellen kontrolliert das Tempo zurück zu nehmen. (...)

Ja, das habe ich auch gemacht; das ganze Stück konnte ich ganz gut im Tempo spielen, nur in zwei-drei Takten brauchte ich viel Zeit, "die Finger zu falten", und dann habe ich diese Takte langsamer (aber sonst richtig) gespielt, und ich fand, es klang ganz gut, aber meine KL war nicht so sehr begeistert. Mittlerweile mache ich es wieder so; manchmal gelingt es mir nach einiger Zeit (Wochen, Monate), die schwierige Stelle auch im normalen Tempo doch richtig zu spielen, aber gerade für solche Stellen brauche ich das Metronom, um sicher zu gehen, daß ich bei dem kurzen "Tempowechsel" alle Notenwerte richtig spiele/halte.

(...) Aber später irgendwann wird es ja wieder möglich sein, dann würde ich empfehlen, mal auf die Suche nach Mitspielern zu gehen, die du begleiten kannst. (...)

So gut, daß ich am Klavier jemanden begleiten könnte, spiele ich noch lange nicht, und ein solches Spiel-Niveau werde ich in meinem Leben wahrscheinlich nicht mehr erreichen.

Gruß, Bert
 
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Temporef ist grade kein so guter Tipp: "WE ARE CLOSED AND NOT TAKING ORDERS!"
hoppla
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Ich kann aber auch nur @LoboMix zustimmen: Hören ist das Wichtigste.
Wenn Dir ein Gerät sagt, daß Du zu schnell warst, weißt Du nur - daß Du zu schnell warst. Das bringt Dich einer Lösung nicht näher.
das sehe ich anders, und zwar nicht so absolut.

wenn mir das tempo-gefühl fehlt, brauche ich den vergleich:
hören sagt mir, was ich gerade mache, aber ggf. bin ich nicht in der lage, zu erkennen, ob ich synchron spiele oder nicht (s.o.)
ein metronom etc. sagt mir, was ich machen soll.

beides zusammen sollte am besten funktionieren, durch den Vergleich kann ich lernen
 
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das sehe ich anders

Nein, wir sind vermutlich sogar einer Meinung :-D
Metronom natürlich benutzen, als Vergleich. Mit "hören" meinte ich hier, sich selbst zum Metronom zu hören.
Die Ablehnung bezog sich nur auf weitergehende Geräte, die versuchen, das Gespielte (z.B. optisch) zu analysieren.
 
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Für die Zeit nach Corona habe ich zwei KL-Kandidatinnen in Sicht, dann wird es im Sommer-Herbst vielleicht die erste Probestunde geben.
Ich drücke dir die Daumen!

Mit den Füßen zu klopfen oder in die Hände nach dem Metronom zu klatschen, bereitet mir keine Probleme, und ich höre dabei die synchrone "Doppelstimme" (Hand und Metro), weil ich mich bei dieser Tätigkeit dem Metronom "widmen" kann, ...
... natürlich ohne Metronom, und es ist mir nie passiert, daß ich im Tempo oder Rhythmus abgerutscht wäre, es läuft ganz natürlich.
Daraus folgere ich, dass du ein gutes, vielleicht sogar ein sehr gutes Tempogefühl hast. Sonst würde das nicht so funktionieren wie du es beschreibst.

... natürlich ohne Metronom, und es ist mir nie passiert, daß ich im Tempo oder Rhythmus abgerutscht wäre, es läuft ganz natürlich.

Aber am Klavier brauche ich meine Konzentration für die Noten, Tasten, Fingersatz, verbinden, absetzen, Dynamik und all die tausend Dinge, die das Klavierspiel ausmachen, und da steht mir das Metronom tatsächlich im Weg. Ja weg damit, mache ich häufig, aber irgendwann mal muß auch das passende Tempo eingeübt werden, und dann klackert es halt. Da muß/gehe ich durch.
Solange es dieses Stadium des Überlegens noch gibt, werden die entsprechenden Stellen Zeit brauchen. Lass dir diese Zeit, das Metronom hilft dir nicht, die Stellen besser in die Finger zu bekommen.

Also bei leichten Stückchen geht es doch, aber sobald es etwas komplexer wird, ist es bei mir mit harter Arbeit (Üben) verbunden und da brauche ich auch das Metronom.
Auch hier: lass dir Zeit. Das Metronom hilft nicht, die Technik und die Koordination zu verbessern.

hören sagt mir, was ich gerade mache, aber ggf. bin ich nicht in der lage, zu erkennen, ob ich synchron spiele oder nicht (s.o.) ein metronom etc. sagt mir, was ich machen soll.
Richtig, das Metronom ist eine Kontrollinstanz!
Es hilft dabei, ein Tempo zu halten - aber erst, wenn das Stück wirklich gut in den Fingern ist.
Ansonsten empfehle ich bei der Arbeit mit Metronom eher, was ich gerne das "Langeweile-Tempo" nenne. Ein so langsames Tempo wählen, dass man ohne jede Mühe durch das Stück kommt, also dass es fast schon langweilig wird. Das übt auch die Gleichmäßigkeit, aber ohne Stress und Verspannung. Wenn das schön und locker geht, dann kann man das Tempo langsam (manchmal gerne auch mal sprunghaft) steigern, bis man beim Endtempo angekommen ist.

Mein Fazit, @MusikBert: im Grunde brauchst du kein Metronom. Keinesfalls als eigentliche Übe-Hilfe, sondern allenfalls als die beschriebene Kontrollinstanz.


So gut, daß ich am Klavier jemanden begleiten könnte, spiele ich noch lange nicht, und ein solches Spiel-Niveau werde ich in meinem Leben wahrscheinlich nicht mehr erreichen.
Das würde ich als ein Fehldenken bezeichnen. Es gibt schöne Kammermusik und ganz allgemein viele auch einfache Stücke zum zusammen Musizieren. Wenn deine Frau singt, dann steht euch selbst in Corona-Zeiten eine ganze Welt offen.
Und wenn es da mal ein paar Takte gibt, die etwas langsamer angegangen werden müssen - who cares? Ihr werdet ja nicht live ins TV gestreamt.
Freude kann Musik auch machen, wenn es beim Vortrag einige unvollkommene Stellen gibt.* Das ist das Glück des Amateurs - es geht weder ´um die Wurst´, noch gar um die Existenz. Genieße es!

*)
Solle auch bei Profis schon mal geben. Ein beseelter Vortrag , mit ein paar kleinen ´Macken´, ist mir hundert mal lieber als ein ´perfektes´ makelloses , auf Hochglanz poliertes, dabei aber langweilig und seelenloses Spiel.
 
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Richtig, das Metronom ist eine Kontrollinstanz!
Für mich ist das Metronom ein Mitmusiker. Gerade bei Jazzsachen stelle ich mir einfach vor, das Metronom wäre mein Lieblingsdrummer, der auf 2 + 4 die Hi Hat spielt. Deshalb ist das Metronom für mich ein echter Spaßfaktor.

Beim Spielen mit dem Metronom ist es wichtig, daß man mit den Ohren spielt. Man spielt den Klavierton genau dann, wenn man den Metronom-Klick hört, und nicht dann, wenn man glaubt, daß er kommt. (Das ist nämlich meistens zu früh.)

Am Besten ist es, wenn man das Spielen zum Metronom übt, und nicht das Metronom zum Üben verwendet (ein kleiner, aber feiner Unterschied). Dafür nimmt man zunächst Stücke, die man schon sehr gut kann.

Ein beseelter Vortrag , mit ein paar kleinen ´Macken´, ist mir hundert mal lieber als ein ´perfektes´ makelloses , auf Hochglanz poliertes, dabei aber langweilig und seelenloses Spiel.
Volle Zustimmung! :great:

Viele Grüße,
McCoy
 
Claus
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Man spielt den Klavierton genau dann, wenn man den Metronom-Klick hört, und nicht dann, wenn man glaubt, daß er kommt.
Ein Click ist allerdings keine Zeitspanne, sondern nur ein Zeitpunkt.

Hört man den Click, um darauf zu reagieren, dann kommt der eigene Ton zwangsläufig zu spät. Schon mit dem Hören war der Click die Zählzeit, sie ist damit vorbei.
Praktisch würden sich hier die Reaktionszeit auf den Click plus die Attack der Klangbildung auf dem Instrument addieren, was als Latenz hörbar zu spät ist.
Sehr gut hörbar wäre dieser Timing-Fehler beim Spielen der Tuba, auf der die Tonentstehung vergleichsweise lange braucht.

Viele haben das aber auch schon bei schleppenden Amateursensembles gehört, wenn rhythmisch unsichere Spieler auf ihre erste Stimme im Satz oder auf den Nachbarn hören bzw. reagieren.
So entstehen unschöne Klangeffekte, die ich als "Klangfahne" oder "Echo" beschreiben würde.

Deshalb übe ich so, dass ich den Metronom-Click für mich übernehme und nach diesem inneren Click spiele, Kontrolle bietet das mitlaufende Metronom.
Der gespielte Ton fällt mit dem Click idealerweise zusammen, oder kommt eben kurz davor oder dahinter.
Technische Übungen (Tonleitern, Arpeggios) und entsprechende Etüden wie z.B. Beyer op. 101, 82 finde ich ideal, um sich damit vertraut zu machen.

Gruß Claus
 
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MusikBert
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(...) Daraus folgere ich, dass du ein gutes, vielleicht sogar ein sehr gutes Tempogefühl hast. Sonst würde das nicht so funktionieren wie du es beschreibst. (...)

Das ist genau das, woran ich zweifle. Ich habe ein sehr gutes musikalisches (Wiedererkennungs)Gedächtnis (drei-vier Töne oder ein-zwei Takte und ich weiß, welches Werk gespielt wird), aber ich brauche viel Übungszeit, um einen Rhythmus oder ein bestimmtes Tempo zu verinnerlichen und dann auch treu zu spielen. Die Liedchen hatte ich vorher fleißig geübt und auch beim Spielen/Singen habe ich mich sicherlich an meiner Frau orientiert.
Meine Tochter (spielt E-Bass und trommelt in einer Band) und meine Frau brauchen kein Metronom; einmal angesagt (1, 2, 3, 4 oder ähnlich) und sie legen los und spielen/singen rhythmus- und tempotreu. Ich kann das nicht, ich muß mich erst "reinfühlen", manchmal auch mühsam einüben. Ob es "gottgegeben" ist, oder ob man den sofortigen Einstieg ins Tempo erlernen kann, weiß ich nicht, aber es war meine Hoffnung, es im Klavierunterricht zu erlernen (deshalb habe ich, das unnatürliche/quälende absolut ruhige Sitzen beim Klavierspiel in Kauf genommen bzw. erduldet). Leider hat's bei mir nicht funktioniert, im Gegenteil - ich spiele deutlich tempo-sicherer, wenn ich mich mit sanften rhythmischen Bewegungen mit dem Fuß oder mit dem Kopf unterstütze.

(...) Hört man den Click, um darauf zu reagieren, dann kommt der eigene Ton zwangsläufig zu spät. Schon mit dem Hören war der Click die Zählzeit, sie ist damit vorbei. (...)

Ja, Claus, da hast Du vollkommen recht; genau diesen Prozeß - das Klick-Tempo des Metronoms in mich aufzunehmen und dann mit dem Metro synchron zu spielen - muß ich bei jedem neuen Stück lernen. Und das geht bei mir nur mit einem Metronom oder einem menschlichen Taktgeber.

Gruß, Bert
 
McCoy
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Ein Click ist allerdings keine Zeitspanne, sondern nur ein Zeitpunkt.

Hört man den Click, um darauf zu reagieren, dann kommt der eigene Ton zwangsläufig zu spät. Schon mit dem Hören war der Click die Zählzeit, sie ist damit vorbei.
Das mag unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten korrekt sein. Meine Aussage war aber eine musikpädagogische. Letztendlich geht es dabei - genau wie beim Ensemblespiel - ums Zuhören. Die meisten können nämlich genau das nicht, weil sie - so wie es auch @MusikBert beschreibt - zu sehr mit den technischen Problemen des eigenen Spielens beschäftigt sind. Viele hören bewußt noch nicht einmal sich selber, geschweige denn den Mitmusiker oder - wie in diesem Fall - das Metronom.

Musik ist eine Kunst für's Ohr, und der Musizierende sollte lernen, beim Musizieren sein Ohr zu benutzen und nicht nur seine Vorstellungskraft. Das kann man mit dem Metronom sehr gut üben: Man hört sich und man hört das Metronom (oder den Mitmusiker) und ist dadurch in die Lage versetzt, beides zu synchronisieren. Und erst durch dieses Zuhören wird man in die Lage versetzt, einen kritischen Standpunkt seinem eigenen Spiel gegenüber einzunehmen.

Um das zu Üben, hat sich meine Aussage von oben seit Jahrzehnten bewährt:
Man spielt den Klavierton genau dann, wenn man den Metronom-Klick hört, und nicht dann, wenn man glaubt, daß er kommt.
Viele Schüler bemerken bei diesem Satz das erste Mal, daß sie gar nicht aktiv zuhören. In der Schülercombo lautet der Satz z.B.: Der Bassist hört dem Drummer zu und der Drummer dem Bassisten. Dann gibt es sozusagen eine Hör-Rückkopplung, und plötzlich geht groovemäßig die Post ab ...

Also: Meine Aussage ist eine musikpädagogische, keine wissenschaftliche. Und sie funktioniert. Ob sie unter wisenschaftlichen Gesichtspunkten stimmt, ist mir dabei relativ egal ...

Und deshalb nochmal: Das Metronom als Mitmusiker verstehen, nicht als Kontrollinstanz. Zum Üben einfache Stücke wählen, die man beherrscht, dann entwickelt sich das im Laufe der Zeit. Die Rückmeldung einer Maschine ist eher kontraproduktiv und bringt Dich nicht weiter.

Viele Grüße,
McCoy
 
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Beim Spielen mit Metronom mache ich oft die Erfahrung, dass ich das Klicken genau dann sogar gar nicht mehr höre, wenn ich total synchron zu ihm spiele (natürlich abhängig von den jeweiligen Lautstärken des Metronoms und meines Spiels).

Ansonsten gibt es gerade im Jazz viele schöne kreative Übemöglichkeiten mit dem Metronom, wobei es beim TE meiner Einschätzung nach aber vordringlich darum geht, sich keinen verkrampften Umgang mit dem Metronom anzugewöhnen, bzw. diesen wieder abzustellen, wo es schon verkrampft ist.
Wenn dieser freiere Zugang und Umgang erreicht ist, können sich noch weitere Türen im Umgang mit dem Metronom öffnen.
 
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