Mikrofon-Splitter - Phantomspeisung von FOH oder Monitorpult?

von Dathoba, 13.09.20.

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  1. Dathoba

    Dathoba Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.09.20   #1
    Hallo zusammen,

    ich baue für meine Band gerade ein In-Ear-Monitoring-Rack. Dafür nutze ich 2 "Art S8" Splitter und ein Behringer X32 Rack. Die Ausgänge vom Art gehen zum einen in das X32, zum anderen zum FOH. Nun hat der Splitter ja zwei Typen von Ausgängen, direct und isolated outs. Meist wird gesagt, dass die direct outs zum FOH gehen sollen, der einen mit Phantomspeisung versorgt. Ich habe die ersten 16 gelöteten Kabel von isolated outs zu X32 gesteckt, bevor ich gelesen habe, dass darüber keine Phantomspeisung geschickt werden kann.
    Wir wollen das Rack sowohl für Auftritte als auch für Proben benutzen, da unser Proberaum eine miese Anlage und Raumakustik hat. Heißt das nun, dass wir entweder vor jedem Konzert/Probe umstecken müssen, damit bei Konzerten das FOH Phantomspeisung schicken kann und wir beim Proben selber dafür sorgen können, oder, dass wir IMMER die direct outs zum X32 schicken müssen und dann auch IMMER (Auftritte und Proben) selbst für Phantomspeisung sorgen?
    Die Umstecklösung will ich sehr sehr gerne vermeiden, weil ich alles einmal fertig machen machen und dann immer nur noch einstecken und loslegen will. Sehe ich richtig, dass es mit fester Belegung von den isolated outs zum X32 im Proberaum (ohne weitere Anschaffungen) nicht möglich ist, Kondensatormikrofone etc. zu betreiben? Muss man in dem Fall zum Proben also zwangsläufig die direct outs nehmen oder gehts auch mit isolated oder ähnlich?
    An für sich finde ich es auch nicht schlimm, für unseren In-Ear-Weg immer den direct Weg zu nehmen und auch bei Konzerten selber Phantomspeisung zu liefern, ich weiß allerdings nicht, ob das jedem Techniker recht ist. Deswegen informiere ich mich hier, ob ich nicht doch etwas übersehen habe?
    Hier noch zwei Bilder zum Setup:

    Danke schonmal und viele Grüße
     

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  2. Technika

    Technika Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.09.20   #2
    Jeder foh-Techniker ist froh wenn er nicht arbeiten muss :D.
    Nein im Ernst. Macht die Phantomspeisung vom monitorpult. Das ist bei größeren Produktionen eh Gang und gäbe, da der monitormann eh meist über Mikrofone entscheidet, näher am Geschehen ist und damit auch den Zugriff braucht falls mal was nicht läuft und er umstecken muss etc.
     
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  3. netstalker

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    Erstellt: 13.09.20   #3
    Die Splitter FOH/Monitor haben einen "direct" Weg (unten out 2) und einen "Split" (unten out 1). Der Split ist (meistens)mit einem Trafo (=>Übertrager) ausgestattet, um das FOH-Signal vom Monitor zu entkoppeln.
    [​IMG]
    Damit ist es nur möglich, PHantom-Power über out 2 einzuspeisen.

    (die 1:1 - "Homemade"-Splitter aus alten Zeiten nehm ich hier mal aus).
     
  4. Alttöpfer

    Alttöpfer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.09.20   #4
    Ich sehe das gespalten und würde als sinnvolle zwei Regeln folgende aufstellen wobei die sich durchaus auch mal widersprechen können:

    Herr über die Phantomspeisung sollte immer der sein, der den Mikrosatz stellt.
    und
    Ob der Mischer die Primärseite, also die ohne den Übertrager bekommt oder nicht, entscheidet der Mischer.

    Der Vergleich mit „größeren Produktionen“ hinkt, weil dort in der Regel andere Bedingungen herrschen, als beispielsweise dann wenn ihr als einzige Band mit einem eigenen inear-Pult auf einem Kleinfestival mit Monitor vom FOH trefft. Es gibt eine ganze Menge vorstellbarer Konstellationen und ihr müsst das wahrscheinlich immer wieder neu mit der jeweiligen Situation abgleichen. Hier ein paar Beispiele.

    Anwendungsfall A: Ihr habt komplett eigene Mikrofone/DIs dabei und spielt den Abend alleine. Der Mischer kennt euch und weiß, dass die Phantomspeisung in eurem Pult korrekt geschaltet ist. die PA wird von der Veranstaltung gestellt. Klar hat der Mischer dann nichts dagegen, wenn Phantom aus eurem Monitorpult kommt.
    Anwendungsfall B: Die Mikrofonie kommt vom Mischer vor Ort, der für die Gesamtveranstaltung gebucht ist, und es spielen noch andere Bands ohne inear. Dann wir er selbst Herr über Phantom am FOH Pult sein wollen, weil er weiß, welche Quellen bei welcher Band Phantom brauchen, was unterschiedlich sein kann und er den Überblick darüber behalten will.
    Anwendungsfall C: mittleres Festival. Ihr kommt mit eigener Mikrofonie und eurem Rack. Eigentlich liebt der FOH Mann die Schalte Mikro -> euer Übertrager -> Festivalsplitter -> FOH überhaupt nicht aber: Dritter Festivaltag nachmittag, man ist müde und der Azubi darf die Nachmittagsband mischen und ihr seid die Nachmittagsband! Ihr baut auf aber zackig, der Azubi nimmt zum Mischen was sekundärseitig aus eurer Kiste kommt und der Stageler denkt schon mal darüber nach, wie er euren Krempel möglichst schnell von der Bühne bekommt.
    Anwendungsfall D: Ihr kommt in ein soziokulturelles Zentrum, in dem der hauseigene FOHler nur seine Mikros verwendet und immer das macht, was er immer zu machen gewohnt ist ...
    Anwendungsfall E: Ihr reist mit eigenem FOH Mann, der zwar seine eigenen Mikros dabei hat aber nicht an jedem fremden Pult den Phantombutton findet ....
    Ihr seht, es gibt keine immer funktionierende Version. :D
     
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  5. Dathoba

    Dathoba Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.09.20   #5
    Habe jetzt die direct outs zum X32 geschickt und wir schreiben in unseren Tech-Rider, dass wir Phantomspeisung geben und dass sich gemeldet werden soll, wenn das nicht gewollt ist. In dem Fall würde ich dann vor einem Gig einfach umstecken.

    Noch eine Frage:
    Ändert das Umstecken bzw. der andere Output irgendwas am Signal? Kann sich der Pegel oder sonst etwas ändern, das (digitale) Anpassungen im X32 nötig machen würde, wenn von direct out ouf isolated out gewechselt wird oder umgekehrt?
    Ich gehe davon aus, dass außer dem Umstecken nichts geändert werden muss und direkt drauflos gespielt werden kann?

    Viele Grüße
     
  6. Alttöpfer

    Alttöpfer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.09.20   #6
  7. Mr. Pickles

    Mr. Pickles Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.09.20   #7
    Sind Passive Splitternicht alle so wie dein Erstes Bild und unterscheiden sich quasi nur durch Qualität der Verwendeten Übertrager/Buchsen?
    Wenn dem so ist, was unterscheidet dann einen 1:1 Selbstbausplitter von einem Kommerziellen?

    Bin nur gerade am überlegen selbst splitter zu bauen, oder eben die MS8000er splitter umzubauen, daher die Frage ;-)
     
  8. netstalker

    netstalker HCA Funk- und Netzwerktechnik HCA

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    Erstellt: 15.09.20   #8
    Ein 1:1 Homemade besteht nur aus zwei (physikalisch) parallel geschalteten Ausgängen, ohne Übertrager, ohne Verstärker.
    Wurde "früher" oft in Stageboxen direkt gelötet, um per zusätzlichem Harting das Monitorpult anzuschließen.
    Funktioniert, solange die Eingangsimpedanzen der Pulte in etwa gleich sind (war zu Analogzeiten einfach so) und man ein wenig Acht auf Phantomspeisung gibt.
     
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