Mikrofonierung von Geige und Flügel

  • Ersteller Ersteller Michael Scratch
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  • #21
Stereo-Mikrofonie UND Stütze in Stereo halte ich für eher ungünstig. Nicht aus Erfahrung, aber aufgrund theoretischer Überlegungen. Ich denke nicht, dass es für ein gutes Stereo-Bild geeignet ist.
Dass die Stereo-Stütze beim Klavier/Flügel nicht nur geeignet, sondern sogar absolut üblich ist bei Aufnahmen, vor allem Klassik, um das Klavier auch in der Stütze mit ausreichender Breite/Fülle/Präsenz und - insbesondere - einer gewissen eigenen Räumlichkeit abzubilden, hat sich mittlerweile ja hinlänglich geklärt.
Eine Mono-Stütze kann zwar die Präsenz verbessern, bringt aber nicht die Fülle und Räumlichkeit einer Stereo-Stütze. Für PA und wenn das Klavier nur ein Instrument unter vielen ist genügt oft Mono (z.B. wenn es nicht das Solo-Instrument wie beim Klavierkonzert ist, sondern als in das Orchester eingereihte Stimme fungiert).

Bei einigen Aufnahmen eines Sängers, der (klassische) Lieder für eine CD eingesungen hat, bin ich noch einen Schritt weiter gegangen. Da habe ich nicht nur dem Flügel, sondern auch dem Sänger eine Stereo-Stütze gegeben. Die Stereo-Hauptmikrofonanordnung verliert dabei aber ein wenig oder sogar ganz ihre Priorität und funktioniert bei der Mischung mehr als eine Raum-/Ambience-Stütze, welche die beiden Stereo-Spuren Flügel+Sänger am Ende noch etwas mehr verbindet, abrundet.
Die Aufnahme hat den Interpreten gut gefallen und sie klang überzeugend.
 
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  • #22
... Hast Du die LCT 040 im Einsatz? ...

Ich habe vier Stück davon, gekauft für die luxuriöse Drums-Beckenabnahme und Chor. Leider habe ich in den Jahren, seit ich sie habe, nie mehr als drei davon gleichzeitig im Einsatz gehabt und noch keine Chöre damit abgenommen, nur Drums. Und da sind die Signale laut, der Gain niedrig, und damit war Rauschen nie auch nur ansatzweise ein Problem oder in irgend einer Weise auffällig. Klanglich sind sie im positiven Sinne unauffällig, so in die Richtung LineAudio CM3 (die ich auch habe) und wohl auch die aktuellen CM4.
 
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  • #23
Die LineAudio CM4 scheinen ja ein richtiger Geheimtipp für Klassik-Aufnahmen zu sein. Die sind auch erschwinglich ... Das ist ja echt eine Überlegung wert!
 
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  • #24
Habe eben mal ChatGPT befragt:
Die wichtigsten Regeln im Umgang mit AI, bzw LLMs, so wie ich sie inzwischen gelernt habe:
1) Überprüfe das Ergebnis, das kann durchaus auch kompletter Nonsense sein, auch wenn es erst mal plausibel erscheint.
2) Suche dir anhand des Ergebnisses Quellen, die es dir bestätigen können, oder eben auch widerlegen
3) Betrachte die AI als Helfer, nicht als Experte. Im Endeffekt musst du die Entscheidungen treffen und wenn die daneben gehen, auch selber dafür gerade stehen.

Die LineAudio CM4 scheinen ja ein richtiger Geheimtipp für Klassik-Aufnahmen zu sein.
Das ist schon richtig so, die sind ganz gut für das Geld. Aber wenn du ohnehin schon die CC8 verwenden willst, dann würde ich weitere mit benutzen. Es ist nicht verkehrt wenn man für Anwendungen, die den selben Mikrofontyp wollen, eben Kleinmembraner mit Nierencharakteristik, auch das gleiche Modell zu benutzen. Und aus meiner Erfahrung mit meinen CM3 und dem CC8 kann ich nur sagen, dass meine CM3 seit ich die CC8 habe eigentlich im Schrank liegen bleiben. Noch feiner sind meine DPA 4011, aber da geht es dann preislich auch schon richtig zur Sache, deshalb habe ich da auch nur zwei:weep:.

Ein Wort noch zum AT2031. Die sind imho recht brauchbar, für mich passen die ganz gut an diversen Saiteninstrumenten, auch an einer Geige. Nur, wie auch bei den CM3/CM4, bleiben die inzwischen im Schrank weil eben CC8.... Hab ich schon gesagt dass ich die CC8 mag? :biggrinB:
 
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  • #25
Ich könnte ein Electronics sE8 Stereo-Set für 290 EUR gebraucht erwerben.

oder
zwei CM4 NEU für 336 EUR.

oder einfach leihweise
zwei Oktava MK-012 benutzen (die Rauschen weniger als die Lewitts).

Zugegeben: Es juckt mich schon, zwei zusätzliche Kleinmembraner anzuschaffen, ich hoffe ja, das das Konzert in Marburg nicht meine letzte Klassik-Aufnahme wird, da ich z.B. auch dem Jugend-Orchester und der Big-Band hier im Ort meine Dienste angeboten habe.

Andererseits ist es natürlich immer alles eine Preisfrage ... ein weiteres Paar CC8 ist mir definitiv zu teuer.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Die wichtigsten Regeln im Umgang mit AI, bzw LLMs, so wie ich sie inzwischen gelernt habe:
Richtig. Deshalb poste ich auch hier im Forum und frage Euch!
 
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  • #26
Holger Siedler hat sich eben gemeldet: für die CM 4 gibt es eine Warteliste bis Juli ... :(
 
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  • #29

Bassabsenkung ab etwa ~600 Hz nach unten
Anhebung im Präsenzbereich zwischen ca. 2,5 kHz und 8 kHz

Hier geht es im möglichst linieare preiswerte Mikros für Klassikaufnahmen.

Außerdem sind wir irgendwann preislich wieder bei den Austrian Audio CC8 gelandet! Fehlt jetzt nur noch, dass irgend jemand die Neumann KM (1)84 oder DPA ST2015 empfielt. ;)

Gut gemeint. Trotzdem bitte keine Empfehlungen weiter Mikrofone!
 
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  • #30
Hier geht es im möglichst lineare preiswerte Mikros für Klassikaufnahmen.
Die Haun MBC660 benutze ich explizit für Klassikaufnahmen (das ist auch mein Hauptgenre, sowohl als konzertierender Musiker als auch als "Tonler").
Allerdings nicht als Hauptmikrofone (da habe ich u.a. Neumann KM184, aber auch diverse Haun-Mikros mit Wechselkapseln zur Auswahl), sondern nur als Stützen.
Da machen sie eine gute Figur, egal an welchen Instrumenten.Den Frequenzgang kann man bei Bedarf gut mittels EQ in jeder DAW anpassen.
 
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  • #31
Die Haun MBC660 benutze ich explizit für Klassikaufnahmen
Mag ja sein, aber sie sind gleich nochmal einen 100er teurer als die SE Electronics SE8.

Kennt jemand eine Halterung im Flügel für Standard-Mikrofonklemmen?
 
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  • #32
Wenn "Raum", dann besser Stereo (AB, kann auch mit großem Abstand aufgestellt werden).
Interessant. Ich habe dazu eben bei Wiki folgendes gefunden:

Das AB-Zumischmikrofonsystem:
Dieses Zumischmikrofonsystem mit einer Basisbreite von etwa 1,20 m AB (Kugeln) steht in einem gewissen Abstand hinter dem nicht zu nah an den Schallquellen aufgebauten Hauptmikrofonsystem. Das bringt „Leben“ in den aufgenommenen Klang und „Luft“- sowie Umhüllungsgefühl für tiefe Frequenzen, auch die Tiefenstaffelung nimmt zu und der Klang gewinnt in akustisch guten Räumen an Größe. Aufgrund der Unähnlichkeit der Signale zum Hauptmikrofon ergeben sich keine hörbaren Kammfiltereffekte. Die für gleichmäßige Schallquellenverteilung meistens zu große Mikrofonbasis ist weniger kritisch, weil die in dieser Funktion erzeugten Signale nicht unbedingt richtungsgebend sein müssen.


Das AB-Raummikrofonsystem:
Beim Aufstellen eines „AB-Raummikrofonsystems“ braucht man sich eher keine Gedanken über eine gleichmäßige Verteilung der Raumsignale zu machen, denn man lebt mit dem hinzugemischten Links-Rechts-Flanken-Raum, der eine bestimmte Zumischpegelhöhe nicht überschreiten darf, um nicht doch noch als Fehler auffällig hörbar zu werden. Im Extremfall wird dazu je ein Grenzflächenmikrofon links und rechts an der Seitenwand des Konzertsaals angebracht. Durch die sehr große Mikrofonbasis gibt es eine Räumlichkeit aus dem linken Lautsprecher und eine aus dem rechten Lautsprecher. Das ist der typische „Flanken“-Raum, der sich dennoch problemlos in Maßen ins Klangbild einfügen lässt. Die Mikrofonbasis beträgt 2 m und mehr.
Hervorhebung von mir.

Das könnte ich eigentlich auch ausprobieren. Dann lasse ich die beiden "Zuschauermikros" weg, dann habe ich zwei Input-Kanäle übrig. Anstelle des Mono-Raummikros leihe ich mir noch zwei Kugel-Mikros oder Grenzflächen, die ich hinten im Kirchenschiff links und rechts anbringe.

Übrigens: Ich habe mir die Line Audio CM4 nun doch bestellt. Ein Tschechischer Händler hatte diese vorrätig. Ich gehe so ungern Kompromisse ein, wenn es um Klangerlebnis geht.

P.S. Blöd, dass ich meine beiden Dickreiter-Bände vor 20 Jahren verkauft habe. Jetzt hätte ich sie gerne wieder zum Nachlesen.
 
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  • #33
Außerdem sind wir irgendwann preislich wieder bei den Austrian Audio CC8 gelandet!
Naja, die Haun kosten als Paar in etwa so viel wie ein CC8.
Aber wenn du ohnehin in der Zukunft damit liebäugelst, solche Aufnahmen öfters zu machen, dann rentiert sich die Investition in gutes Zeug allemal. Denn gutes Zeug und viel Erfahrung gepaart sorgt für gute Aufnahmen, zufriedene Kunden und das resultiert in weitere Aufträge. Die Erfahrung kommt sicher erst mit den Aufträgen, aber gutes Equipment kann einem die Tür öffnen, meiner Meinung nach.
Kennt jemand eine Halterung im Flügel für Standard-Mikrofonklemmen?
ich nehme bei den DPA 4099 deren Magnetfüße oder eben schlicht und einfach Standard Stative. Optisch vielleicht nicht so der Burner aber gut und effektiv, zumal geschlossene Flügel bei Mikrofonabnahme innen ohnehin nicht so gut klingen, wie ich meine. Aber man kann ja irgendeinen anderen Halter auch benutzen, z.B
*​
 
  • Ersteller
  • #34
Denn gutes Zeug und viel Erfahrung gepaart sorgt für gute Aufnahmen, zufriedene Kunden und das resultiert in weitere Aufträge.
Man darf eines nicht vergessen: Ich mache das als Hobby oder bestenfalls als Nebenerwerb. Insofern bin ich jetzt imo mit der Bugetlösung (Austrian Audio CC8 und Line Audio CM4) erstmal gut bedient.


aber gutes Equipment kann einem die Tür öffnen, meiner Meinung nach.
Ganz meine Meinung: Wo Investition Sinn macht (der Reihenfolge nach):
1.) gut klingendes Instrument und Musiker die es spielen können (Ausbildung)
2.) Mikrofone als erstes Glied in der Signalkette
3.) Preamps als zweites Glied in der Signalkette

Alles weitere ist imo heutzutage nicht mehr ganz so wichtig: Effekte können auch PlugIns machen, was die Investition in Outboard-Hardware für jemanden wie mich eher zum Luxus werden lässt.

Was ich mir zukünftig vielleicht mal leisten werde für Klassik-Aufnahmen:
2x Omni 1 für AB-Technik
2x LRM-2b Bändchen für Blumlein-Stereo
 
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  • #35
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  • #36
2.) Mikrofone als erstes Glied in der Signalkette
3.) Preamps als zweites Glied in der Signalkette
eher gleichberechtigt... das eine geht nicht ohne das andere ;)
wobei der Preis (bei beiden) keineswegs ein eindeutiges Kriterium ist
 
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  • Ersteller
  • #37
So, heute wird gepackt, morgen dann aufgenommen. Ich werde berichten!

Noch mal eine Überlegung:

Für Geige: TLM 103 oder TLM49?

Beides hat aus meiner Sicht so seine Vor- oder Nachteile ...

Was meint Ihr? Zum Rumprobieren fehlt mir wahrscheinlich die Zeit.
 
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  • #38
TLM 103
 
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  • Ersteller
  • #39
Hat sich erledigt. Der Geiger = Auftraggeber will den Aufwand so gering wie Möglich halten, und so ein Mikro würde das Bild des Konzerts stören 😝

Werde also wahrscheinlich nur eine Stereomikrofonie aufbauen, weil wenn an der Geige kein Mikro stehen darf, machen Mikros im Flügel vermutlich auch wenig Sinn, weil der im im Zweifelsfall eher lauter als die Geige ist.

Schade, die ganzen Vorüberlegungen hätte ich mir sparen können.
 
  • #40
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