Mitglied für ein Jahr weg - Kann das gut gehen ?

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Tranistor
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Hallo Leute,

meine "Rockband" hat sich vor c.a einen Jahr gegründet. ich bin von anfang an mit dabei. Wir sind 6 Leute. Ein Drummer, ein Bassist, ein Keyboarder, ein Sänger und zwei Gitarristen (Lead und Rythmus wechseln sich da ab jenachdem wies gerade passt, klappt aber ganz gut).
Wir sind alle keine Profis aber auch keine totalen Anfänger, sind leider etwas faul, zum Teil unorganisert, trinken und kiffen zuviel (das ist aber jetzt ein anderes Thema) haben aber einige wirklich gute Songs, Ambitionen und sehr gute Kontakte sodass uns Auftritte und Aufnahmen eigentlich nix im Wege stehen. Und zu guter letzt das Wichtigste, wir sind alle sehr gut miteinander befreundet (schon länger als es die Band gibt) und uns macht das zocken einfach Spaß, jeder geht dabei auf und es ist wirklich für jeden eine Herzensangelegenheit.
Wir lassen uns den Spaß auch nicht von kritischen Stimmen nehmen.
Wir stehen also kurz vor unseren ersten Auftritten und Aufnahmen und jetzt will ein Gitarrist von uns für ein Jahr nach Australien gehen...
Wir können es ihm eigentlich nicht verübeln, weil er ein wirklich geiles Jobangebot bekommen hat, was wohl kein Mensch ablehnen würde und man im Leben wirklich nicht oft solche Möglichkeiten bekommt.
Außerdem wollen wir ihm das Leben nicht auch noch unnötig schwer machen weil er selbst ja nicht nur uns, sondern auch seine Freundin und Familie daheimlässt. Ihm fällt das alles nartürlich auch nicht leicht.
Wir wissen jetzt bloß nicht wie wir als Band weitermachen sollen. Abgesehen davon das die meisten Songs eh für 2 Gitarren konzepiert, hat er durch seine solos und seine Spielweise unseren Sound stark mitgeprägt.
Trotzdem besteht die Möglichkeit sich einen neuen Gitarristen zu holen. Es wird sich aber wohl keinen finden der nach einem Jahr wieder abhaut, wenn der alte wieder da ist und vielleicht klappts dann mit den alten auch nicht mehr, weil sich die Band ja weiterentwickelt und er bei Prozess ja nicht dabei ist.
Das wird wahrscheinlich auch ohne neuen Gitarristen passieren. Denn es besteht ansonsten die Möglichkeit innerhalb der Band ein wenig zu rotieren (Sänger spielt nebenbei noch Bass, Bassist übernimmt die Gitarre) aber auch das würde sich einiges am Bandsound verändern.
Ist es überhaupt Möglich das das ein Bandmitgleid nach einem Jahr Pause wieder erfolgreich mit einsteigt oder ist das Niveau dann doch schon zu unterschiedlich (mal angenommen wir wären jetzt alle auf den gleichen level) ?
Klar, berühmte Beispiele gibt es genug wo es geklappt hat oder auch nicht, aber ich würde gern mal eure Erfahrungen und Ansichten dazu hören.
Die große Frage bei uns ist jetzt einfach ob wir so weitermachen sollen wie gehabt und in einem Jahr wieder in voller Besetzung zusammen rocken sollen oder unsern alten Gitarristen rausschmeißen sollen der jetzt eh für ein Jahr wegfliegt und uns neu orientieren sollen, da wir uns in einem Jahr evt soweit weiterentwickelt haben das dieser musikalisch nicht mehr reinkommt und es nicht mehr harmoniert.
Die letzte Option wäre Freunschaftlich zwar sehr sehr schwer für uns aber ich denke er wird das auf jeden Fall verstehen.

Was würdet ihr mir/uns raten !? Habt ihr schon ähnliche Erfahrungen gemacht ?

LG
 
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Hallo,

schwierige Frage - letztlich müsst ihr entscheiden, ob euch die Musik an sich am wichtigsten ist (egal mit welchen Leuten), oder ob ihr vor allem in genau dieser Konstellation weitermachen wollt. Für mich klingt es so, als ob letzteres der Fall ist.

Bei uns ist das auch so, dass die Freundschaft immer sehr wichtig war. Wir haben deshalb schon Leute für Auslandsaufenthalte "abgestellt" und danach wieder erfolgreich integriert und uns wird das in der Zukunft voraussichtlich auch erneut bevorstehen. Allerdings waren es bei uns Erasmus-Semester, also nur einige Monate, nicht ein ganzes Jahr.

Die Sorge, dass der Bandkollege die Sachen verlernt oder musikalisch den Anschluss verliert ist in meinen Augen unbegründet. Wenn es musikalisch passt, dann passt es und dann funktioniert es auch später wieder. Gegebenenfalls kann der Kollege ja auch eine Gitarre mit nach Australien nehmen und ihr schickt ihm Proberaummitschnitte - alles möglich.

Wichtig ist, dass ihr als verbleibende Band die Motivation oben haltet und weiter probt und Songs schreibt etc.

Zum Thema "Ersatzmann": Es ist nicht unmöglich, eine Aushilfe für diese Zeit zu finden. Entweder ihr sucht jemanden, der schon weiß, dass er in absehbarer Zeit selbst wegzieht, z.B. weil er selbst nur für ein langes Praktikum o.ä, in der Stadt ist. Oder ihr holt jemanden von einer befreundeten Band, der dann eben für den Zeitraum in beiden Bands spielt und den Platz wieder räumt und sich auf seine Hauptband konzentriert, wenn euer Bandkollege wiederkommt.

Da ihr aber immer noch einen Gitarristen und einen Keyboarder habt, sollte es eigentlich auch problemlos möglich sein, die Songs anders zu arrangieren und die Zeit einfach mit der Stammformation zu überbrücken. Wird zwar anders klingen als bisher, aber sicherlich trotzdem gut.

Ich wünsche euch viel Erfolg!
LG, Frank (Shades Of Neon)
 
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Hey Transistor,

ich hatte mit meiner alten Band mal eine ähnliche Situation. Damals ist unser zweiter Gitarrist für ein Auslandsjahr nach Japan gegangen. Wir haben uns damals dazu entschieden ein Jahr ohne ihn und anschließend wieder mit ihm weiter zu machen. Das hatte zur Folge, dass wir einige Songs so umschreiben mussten, dass wir sie mit einer Gitarre spielen konnten (ja anders klangs natürlich trotzdem aber das lässt sich ja nicht vermeiden). Die bei denen es gar nicht ging vielen weg, dafür schrieben wir neue. Da das alles natürlich auch ein bisschen Zeit brauchte, hatten wir in diesem Jahr leider nur 5 Auftritte...

Als er dann wieder da war ging es aber wieder richtig gut vorran. Die neuen Songs waren schnell auf zwei Gitarren umgeschrieben und auch er hatte eine ganze Menge Riffs aus Japan mitgebracht. Die Band bestand nach diesem jahr noch 6-7 Jahre weiter, bevor sie durch Studium und Arbeit leider aufgelöst werden musste. Insgesamt bereue ich die Entscheidung damals nicht, da wir im nachhinein mit einer super Zeit belohnt wurden, außerdem hätte es auch gedauert einen neuen Gitarristen zu finden und einzuarbeiten und wie du schon sagst, wäre es nciht einfach geworden ihn dann wieder rauszuwerfen.

Was für euch richtig ist, könnt ihr am Ende nur selber entscheiden. Fragt euch doch mal, was eure Ziele sind und ob ihr diese noch erreichen könnt, wenn ihr ein Jahr ohne euren 6. Mann seit, bzw. ob euch das Zwischenmenschliche wichtiger als das Ziel ist. Außerdem sollte abgeklärt sein, ob euer Gitarrist nach dem Jahr 100% zurückkommt. Ich mein bei einem Jobangebot kann es ja auch passieren, dass er bei guter Arbeit länger bleiben darf und vieleicht dann ja auch will.

Grüße

Jonny
 
Holt euch für die Übergangszeit einen älteren (Amateur)gitarristen.
Die sind meist abgeklärt, routiniert, haben reichlich Banderfahrung und wechseln öfters mal. Das könnte eine Bereicherung für euch sein und eine Trennung ist auch eher unkompliziert.
Was in einem Jahr ist, weiß eh' niemand ...

Ach ja, wenn so ein älterer Musiker immer noch kifft, würde ich die Finger davon lassen ... ^^
 
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Wuerde auch eine Vertretung nehmen. Der kann ja ruhig wissen, dass es befristet ist.
Haben wir 2009 auch gemacht und das lief sehr gut. War wie Edged schreibt, ueber 40 und abgebrueht. Mit dem sind wir heut noch befreundet.

cu
martin
 
Ich kenne eine Band (huch, in der spiele ich sogar selbst :D ), die hat für 2 Jahre ohne Sänger und ohne Gitarre bestanden. Und danach kam der ursprüngliche Sänger zurück und es ist alles wie früher :)

Ich bin "der Neue" (Gitarrist) dort.

Ich denke es kommt auf die Umstände an. Meine Bandkollegen sind alle Ü33 mit Kind und Kegel. Da passiert nicht so viel.

In vielen Bands durfte ich von vorn anfangen weil einer umgezogen ist für Studium oder sowas.
Deshalb kläre ich das als erstes ab:
- "Seid ihr über 22 Jahre alt oder plant ihr demnächst umzuziehen ?"

Also bei mir (bzw. beim Sänger) hat es geklappt. Der Rest der Band darf dann halt nicht sauer sein, muss einfach cool bleiben und nicht denken "Oh Gott jetzt verpassen wir etwas".

Man muss sich damit abfinden und am Besten 1 Jahr ohne ihn.
Freundschaftlich sieht es ja gut aus, dass er wieder einsteigt! ;)
 
sind leider etwas faul, zum Teil unorganisert, trinken und kiffen zuviel (das ist aber jetzt ein anderes Thema) haben aber einige wirklich gute Songs, Ambitionen und sehr gute Kontakte sodass uns Auftritte und Aufnahmen eigentlich nix im Wege stehen. Und zu guter letzt das Wichtigste, wir sind alle sehr gut miteinander befreundet (schon länger als es die Band gibt) und uns macht das zocken einfach Spaß, jeder geht dabei auf und es ist wirklich für jeden eine Herzensangelegenheit.

Viele Widersprüche in einem Satz - Hervorhebungen sind von mir... :D Oft gesehen, selten hat funktioniert.

Mein Feedback dazu:

Ich vermute, Ihr seid noch keine 35 und in festen Jobs mit Familie, sondern jünger - wenn das so ist, stellt Euch drauf ein, dass es noch weitere Veränderungen geben wird. Ich leite das aus Schreibstil und Situation heraus ab... und mit Abi, Studium und Ausbildung in verschiedenen Städten, Freundinnen, Frauen, Kindern, Jobs und Jobwechseln hat jeder zu kämpfen, der sich nicht voll und ganz auf "wir werden Profi" eingeschrieben hat.

ALSO: Hinterfragt Euch - habt ihr wirklich echte Ambitionen, ist Musik "alles" für Euch? Dann stellt saufen & kiffen ein, macht voll auf Musik, und ersetzt Mitglieder, die für so lange gehen auch dauerhaft. Hart aber ist so. Wenn nein, seid eine Kumpels-Hobby-Band, macht ohne ihn weiter und schaut nach Rückkehr, ob/wie es passt, habt Euren Spaß und seid damit glücklich... aber stellt die Ambitionen ein bzw. schneidet sie auf das tatsächlich erreichbare Maß (paar schöne Gigs, paar nette Aufnahmen, etc.)

Ganz einfach also. :D
 
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Echt schwierig...bin in ähnlicher Situation (eigentlich ist sie ganz anders...), da unser Gitarrist und unser Bassist die Band verlassen haben.
Grund ist bei beiden übrigens übermäßiger Drogenmissbrauch im Bandraum aber das nur nebenbei.

Beide sind meine engesten und längsten Freunde, mit dem Gitarristen machen ich seit ca. ´97 Musik. Nun haben beide die Hoffnung geäußert, nach einer Weile wieder einsteigen zu können, vielleicht nach 6 Monaten oder auch erst nach eine Jahr...
Man kann sich denken, dass so eine Entscheidung nicht leicht fällt aber gerade bei dem Gitarristen, der mit mir zusammen der kreative Motor der Band war, habe ich nun klar gesagt, dass es für mich keine Rückkehr geben wird und ich mit ihm keine Musik mehr machen werde.
Da er eben sehr viel in die Band eingebracht hat und dazu noch ziemlich bockig sein kann, wenn sich mal ein Song nicht in seine Richtung entwickelt, kann ich schon absehen, dass alles, was wir in seiner Abwesenheit machen würden, mindestens auf dem Prüfstand stehen würde, wenn wir nicht sogar wieder von vorne anfangen müssten.
Dazu bin ich einfach nicht bereit (bin ja auch 35...und hab einfach keine Lust mehr immer wieder neu anzufangen) und ich werde nicht die Konsequenzen aus seiner Dummheit tragen.
Daher haben wir uns entschieden, die Band auf eine Gitarre umzustellen (auch das ist fast ein Neuanfang) aber so haben wir dann auch nicht das Gefühl, dass noch etwas fehlt, sondern wir können motiviert an die Sache rangehen.

Ich denke, das Ganze muss individuell geguckt werden aber ich würde dazu raten zunächst mal jedes Bandmitglied zu fragen, wo die Band denn hingehen soll. Sicher ist euer Gitarrist ein guter Freund und es wäre schön, wenn er dann zurückkommen könnte aber rein musikalisch müsst ihr wohl auch ein wenig egoistisch sein. Ihr wollt ja auch nicht ein Jahr so rumdümpeln (obwohl das kiffend eigentlich schneller geht als man denkt ;)), also müsst ihr so oder so einen Weg finden, wie es weiter geht.
Klar ist das mit Australien eine tolle Chance aber sie kostet eben auch was und diese Kosten muss er selbst abschätzen. Ist ja nicht nur die Band, die er vielleicht verliert, eine Freundin macht das unter Umständen auch kein Jahr mit (entgegen aller vorherigen Beteuerungen), das muss er wissen.
Insofern entscheidet er sich eben nicht nur für Australien, sondern auch gegen das, was er hier hat. Ist auch völlig ok, so eine Chance mag auch individuell mehr wert sein, als eine Hobbyband aber es gibt sie eben nicht umsonst.
Also noch mal: Ihr müsst eine Entscheidung OHNE ihn treffen, was ihr machen wollt. Kann ja sein dass ihr sagt, wir machen jetzt ein Jahr musikalische Experimente, ihr probiert euch aus, nehmt Ideen auf, schreibt mal anders Songs und startet dann wieder richtig mit ihm durch, wenn er zurück ist. Aber IHR müsst mit dieser Entscheidung leben können.
 
Wenn die Chemie bei euch so stimmt dann haltet das Jahr einfach aus. Sucht Euch eine Aufgabe. Ihr könntet ein paar Eurer Lieblingssonsg Covern und bei späteren Konzerten damit euer Set strecken. Ihr könntet mal etwas neues Versuchen - alles mal akustisch einproben, so dass man auch mal einen Unplugged Gig nehmen kann? Werdet kreativ und wartet auf Euren Freund, der euch versichert, dass er sich meldet, sobald abzusehen ist, dass er nicht mehr in die Band zurückkehren will. Einen anderen Gitarristen aufzunehemen wird wohl zum Knall führen am Ende. Egal was man vorher so abmacht...

Grade wenn Ihr kifft und sauft bei der Probe, dann ist der soziale Faktor doch größer als der musikalische. Ich kenne das von Chören, wo die Leute nicht wegen der Musik mitmachen, sondern weil deren Freunde da auch bei sind und das eben Spaß macht in der Besetzung. Das müsst ihr wissen. Alles andere wäre ein grad an professionalität, der euch vielleicht nicht steht, oder den ihr auch nicht wollt. Ob es eine Kifferband zurückwirft wenn sie ein Jahr nicht in voller besetzung spielt? Ich glaube nicht, zumal ihr ja auch noch nicht etabliert seid und nicht "jetzt dranbleiben" müsst. Easy going! Ein Jahr chillen, songs schreiben, Straßenmukke, Abi machen, üben (!).den Drummer mal Cajon versuchen lassen - und am andern Ende der Welt übt der Gitarrist seinen scheiß und wird mit frischer Technik und Ideen zurückkommen... und dann gehts eben weiter.

Wenn ihr so richtig große Pläne mit der Band habt, die an professionelles Arbeiten heranreichen sieht das natürlich anders aus. Aber da hat man auch einen anderen Blick auf die Musik und nicht selten auch auf die Bandmitglieder.
 

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