Mittelalter Skalen gesucht.

von h4x0r, 14.12.07.

  1. h4x0r

    h4x0r Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.07.07
    Zuletzt hier:
    15.09.15
    Beiträge:
    2.081
    Ort:
    Siegen
    Zustimmungen:
    48
    Kekse:
    3.801
    Erstellt: 14.12.07   #1
    Hi ich bin auf der Suche nach Skalen, due sich möglichst "mittelalterlich" anhörn ... hab diesbezüglich noch nix gefunden, wär also nett, wenn man mir helfen könnte ;)
     
  2. ice

    ice Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    30.08.06
    Zuletzt hier:
    31.08.16
    Beiträge:
    21
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    52
    Erstellt: 14.12.07   #2
  3. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

    Im Board seit:
    12.10.07
    Beiträge:
    16.800
    Zustimmungen:
    3.576
    Kekse:
    49.837
    Erstellt: 14.12.07   #3
    Was stark nach Mittelalter klingt ist oft Bordun-Musik.
    Da klingt der Grundton (machmal noch Quinte) permanent mit, beim Dudelsack oder der Drehleier ist das ja quasi eingebaut.
    Vielleicht bringt Dich das auf eine Idee, wie Du mit den bereits erwähnten Modi arbeiten könntest.
     
  4. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

    Im Board seit:
    09.11.03
    Beiträge:
    16.150
    Zustimmungen:
    1.124
    Kekse:
    49.622
    Erstellt: 14.12.07   #4
    Nein. Die Modi werden ja auch im Jazz und Rock verwendet und dort klingt's ja nicht automatisch nach Mittelalter.

    Es sind nicht die Modi, sondern die Motiv- und Melodiebildung, die das "Mittelalterfeeeling" ausmachen (immer nur kurze Auf-/Abbewegungen, tonale Ruhepunkte, keine Intervallkaskaden, Rhythmik ruhig schreitend usw.)

    Tipp @Threadsteller: Hör Dir mal bei youtube Aufnahmen von Mittelalterfolklore und auch von irischem Fok (celtic, keltisch) an, damit Du die Sachen ins Ohr und in den Bauch bekommst. Das blinde Experimentieren mit Skalen bringt Dir nix, wenn Du nicht weißt, was Du von Dir hören willst. Du klingst ja auch nicht automatisch wie Santana oder Steve Lukather, nur weil Du einen dorischen Modus nimmst... Das geht halt nur, wenn Du Dich mit der jeweiligen Musik und seinen typische Bestandteilen auch auseinandersetzt.

    Eine der häufigsten Formen für solche Themen besteht aus einer Reihung von vier Motiven, die nach folgendem Muster laufen

    1 Takt Motiv
    1 Takt Antwort
    1 Takt Variation von Motiv 1 (oder identisch)
    1 Takt Antwort (Variation)

    Dieser Aufbau hat sich im Prinzip aus dem Mittelalter bis auf den heutigen Tag über die Klassik bis zum Rock erhalten und bildet nach wie vor eines der wichtigsten Gerüste auch für die Entwicklung von Riffs. Berühmtes Beispiel "Smoke on the Water" (oder in der Klassik auf höchstem Kompositionsniveau: Beethovens 5. wo das einfach Anfangsmotiv zur Keimzelle für eine ganze Symphonie wird - das nur nebenbei gesagt).

    Aber zurück zur Bildung einfacher Melodien auf der Basis der Motivtechnik:

    1 Motiv da da da
    2 Antwort da da da da
    3 Motiv (wie 1)
    4 Antwort (variiert) da da

    Nehmen wir das Ganze nun mal als "Schablone" für eine einfache Melodie, die etwas mittelalterlich klingen soll. Tonart E-Moll, Skala E-Moll (also nix mit weiteren Kirchenmodi !), so wie es (klanglich stark verrockt) auch von Ensiferum stammen, in keltischer Folklore vorkommen oder einem sinfonischen Werk orchestral und majestätisch langsam vorkommen könnte:

    Takt 1: Motiv (jeweils Achtel, letzte Note 1/4)

    ------------------------
    -----------------------
    -------2--4---------------
    2-4--5------5--4------------
    --------------------
    -----------------

    Takt 2: Antwort (2 x 2 Achtel, 2 x 1/4 Note)

    ------------------------
    -----------------------
    --------------------------
    2-5--4----2--2------------
    --------5------------
    -----------------

    Takt 3: Motiv 2 = Variation von Motiv 1 (jeweils Achtel, letzte Note 1/4)

    ------------------------
    -----------------------
    --4--2-------------------
    2-------5--4--2--4---------
    -------------------------
    -----------------

    Takt 4: Antwort auf Takt 3 und Variation von Takt 2 (2 x 2 Achtel, 2 x 1/4 Note)

    ------------------------
    -----------------------
    -------------------------
    ---2--4-----2---2------
    5--------5-------------
    -----------------


    In Rock und Folk wird das Ganze natürlich noch mit Akkorden unterlegt (halbtaktig wechselnd), die natürlich aus leitereigenen Harmoniestufen bestehen. Beispiel:

    e h / h e / e h / h(1-2) a(3) e(4)
     
  5. h4x0r

    h4x0r Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.07.07
    Zuletzt hier:
    15.09.15
    Beiträge:
    2.081
    Ort:
    Siegen
    Zustimmungen:
    48
    Kekse:
    3.801
    Erstellt: 15.12.07   #5
    Der Trick ist ja, dass ich in etwa weiß, was ich hören will und auch schon ein paar Melodien geschrieben hab, die so klingen wie ich es will aber das Problem ist, dass ich nun mit meinem Latein am Ende bin -> ergo klingen sich die Dinger jetzt immer ähnlicher und deswegen hatte ich gefragt ;) aber danke schonmal für die ausführliche Antwort *bewert*
     
  6. Gast 120987345

    Gast 120987345 Gesperrter Benutzer

    Im Board seit:
    18.06.07
    Zuletzt hier:
    22.11.11
    Beiträge:
    165
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    225
    Erstellt: 19.12.07   #6
    1. Melodisch Moll
    2. Harmonisch Moll
    3. Heavy Phrygian Dom
    4. Phrygian über den entsprechenden Moll-Akkord
    5. Dim7-Arpeggios mit korrespondierendem Akkord

    PS Hans hat absolut Recht, die Kirchentonarten klingen halt so, wie man sie mit Akkorden färbt. Zu einem lydischen Sound gehört nicht nur das Mode, sondern auch ne entsprechende Akkordfolge.

    Was du auch testen kannst ist ne nat. Moll-Leiter über nen molladd9-Chord (Option, add9 ist hier der 2te Ton der nat. Moll-Leiter)

    LG Nico
     
Die Seite wird geladen...

mapping