Möglichst originalgetreu covern? Wo bekommt man die Sounds? Welchen Aufwand betreibt ihr?

  • Ersteller Gregor07
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Wird zumindest von mir nicht behauptert, sondern erfragt: Mein Bekanntenkreis aus der Ecke "nicht Musiker" erwartet genau das. Die gehen dahin um unterhalten zu werden und bei Top40 und Atemlos, möchte jeder das typische Intro hören.
Da liegt der Hund begraben. Und leider sind viele Musiker zu "betriebsblind", um das zu bemerken.

Musiker erwarten von Coverbands einen möglichst kreativen Umgang mit dem Material. Teilweise sogar bei Tributebands.

Nichtmusiker erwarten von Coverbands eine 1:1-Replika. Natürlich geht das nicht, aber Nichtmusiker wissen nicht, daß das nicht geht, weil ihnen sowohl das theoretische als auch das praktische musikalische Basiswissen fehlt.

Leider ist bei den allermeisten Gigs der Anteil der Nichtmusiker um ein Vielfaches größer als der der Musiker...

Um das nochmal zu sagen: Wenn der Keyboarder das "Kabinettstücken" nicht reproduzieren kann, die Band den Song aber geil findet und ihn deswegen vielleicht auch gut spielt. Alles in Ordnung. Aber sich dann hinzustellen, wie es leider oft der Fall ist und zu sagen: 1:1 reizt mich einfach nicht, oder finde ich Anspruchslos... das ist dann einfach frech.
Es gibt ja sogar die, die darauf bestehen, daß eine 1:1-Reproduktion "zu einfach" sei. Wahrscheinlich haben sie das noch nie versucht, schon gar nicht mit wirklich anspruchsvollem Material vor wirklich anspruchsvollem Publikum. Denn dann könnten sie aus eigener Erfahrung sagen, ob es jetzt wirklich sowohl 1:1 als auch einfach war.

Ich habs bestimmt schon irgendwo im Forum geschrieben, aber in meinen Coverbandzeiten war's der MuPo erst mal wurst, woher der Sound kam, aber WEHE ein markantes Motiv fällt weg. Plastiksynth-Patch für das Keysolo von Money for Nothing, war allen egal, aber die zweite Stimme von Walk of Life, wenn die sitzt (oder umgekehrt fehlt), das fällt auf.

Oder der Klassiker, das Rosanna-Keyboardsolo. Polyfusion Modular, den trägt keiner rum, aber wenn die Läufe porcaroesk auf acht Sounds verteilt kommen UND passen, DAS wiederum wird positiv honoriert (der etwas faule Greg Phillinganes hat dafür retrospektiv ja auch bisschen aufs Dach bekommen, nachdem das Original wieder auf der Bühne stand und ne Quasi-Replika abgeliefert hat, anstelle den Alibiversionen von Phillinganes und vorher auch Paich).
Gerade "Walk Of Life" und "Rosanna" sind ja Paradebeispiele für Sachen, die extrem schwer zu replizieren sind, für einen einzelnen Keyboarder ohne jegliche Zuspielungen gar überhaupt nicht. Guy Fletcher hat mal gesagt, daß noch keine Cover- und keine Tributeband je eine vernünftige Replika des "Walk Of Life"-Intro hingekriegt hat, auch weil kaum einer weiß, wie und womit das Original gemacht wurde. Das heißt – wenn man weiß, was beim Original verwendet wurde, macht das die Sache auch nicht leichter, im Gegenteil.

Na aber Hallo...
die einzelnen Tempi sind klar definiert. Warum gibt es wohl Bezeichnungen wie Allegro, Moderato, Presto etc...
Welcher Ton kurz oder lang gespielt werden soll ist ebenfalls notiert! Dafür gibt es doch Noten!
Dynamik ist auch klar definiert!
Allegro ist wieviel bpm genau?
Moderato ist wieviel bpm genau?
Presto ist wieviel bpm genau?
Gab es damals schon quarzgesteuerte Metronome, die in 1-bpm-Schritten einstellbar waren?

Wer hat ein präziseres Timing bei der Tempoangabe, Herbert von Karajan oder ein Akai MPC3000?

Auch in der Notation ist die maschinenmäßige, unbestechliche Präzision eines MIDI-Sequencer jeder klassischen Notation haushoch überlegen. Klassische Notation hat nur ihr grobes Notenraster und ansonsten relative Larifari-Begriffe, außerdem nur acht Dynamikstufen.

Eine legato gespielte punktierte Viertelnote in mezzoforte am Anfang des 87. Taktes wird im MIDI-Sequencer wesentlich eindeutiger und exakter notiert: 87:00.00 Note On, Velocity 72, 87:01.48 Note Off, Release Velocity 72. Da gibt es keinen Spielraum, keine Ungenauigkeiten, kein gar nichts. Digitale Präzision. Klassische Notation kann das so nicht bieten, weil es weder 128 Dynamikstufen noch eine Timingauflösung von 96 ppqn (oder höher) hat, geschweige denn, daß es mit menschlichen Musikern mit akustischen Instrumenten – im Vergleich zu digitalen elektronischen Klangerzeugern, die per MIDI ferngesteuert werden – so präzise umsetzbar wäre.

Natürlich nutze ich mittlerweile auch hier und da mal ein Arpeggio, z.B. wenn es um eine schnell gespielte Streicher-Passage geht. Seit PC3 kann ich mir die Arpeggios ja individuell erstellen. Hab ich schon mal für den schnellen Lauf abwärts beim Solo von Rosanna überlegt...
Der ja noch nicht einmal nur abwärts geht. Das ist im Original eine duophone (!) programmierte Sequenz, bei der eine Stimme die ersten vier Noten sogar diatonisch ansteigt. Zumindest wurde diese Figur auch im Original nicht händisch eingespielt, sondern von einer Maschine (Roland Micro-Composer, der Porcaros Polyfusion ansteuerte – entsprechend simpel waren auch die beiden identischen Patches, die den Sound dazu lieferten, denn sie mußten auf einem und demselben System zeitgleich mit dem ersten Leadsound gepatcht sein).

Zu den Videos werde ich mich evtl. äußern, wenn ich Gelegenheit habe, sie zu sehen und vor allem zu hören.


Martman
 
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Musiker erwarten von Coverbands einen möglichst kreativen Umgang mit dem Material. ... Nichtmusiker erwarten von Coverbands eine 1:1-Replika.
Das lassen wir einmal dahingestellt. Ich als Musiker erwarte erst einmal gar nichts von Coverbands, außer dass sie mich gut unterhalten, und natürlich finde ich es immer interessant, wenn da mal was vom Original abweicht, das aber dann auch gut gemacht sein sollte. Vielen Nicht-Musikern ist es egal, ob es 100% 1:1 ist oder nicht. Den meisten reicht ein Wiedererkennungswert.

Gerade "Walk Of Life" und "Rosanna" sind ja Paradebeispiele für Sachen, die extrem schwer zu replizieren sind, für einen einzelnen Keyboarder ohne jegliche Zuspielungen gar überhaupt nicht. Guy Fletcher hat mal gesagt, daß noch keine Cover- und keine Tributeband je eine vernünftige Replika des "Walk Of Life"-Intro hingekriegt hat, auch weil kaum einer weiß, wie und womit das Original gemacht wurde. Das heißt – wenn man weiß, was beim Original verwendet wurde, macht das die Sache auch nicht leichter, im Gegenteil.
Ehrlich? Scheiß drauf! Das Klientel, die Walk of Life hören wollen reagieren spätestens nach den ersten 2 Takten, völlig egal, was das für ein Orgelsound ist, hauptsache die Töne stimmen.
Wir haben neulich Centerfold in's Programm genommen, weil alle Nase lang jemand danach fragt. Da kam ich auch erst in's Grübeln, was das wohl für ein Sound im Intro ist (der erste Ton ist hier für die Wiedererkennung genauso entscheidend wie bei Walk of Life). Googlen ergab, dass es sich wohl um einen Prophet 5 oder CS80 handeln sollte!? Ja, man kann jetzt viel Zeit mit Recherche und Soundschrauberei verbraten. Ich glaube ich hab einen Farfisa-ähnlichen Sound mit einem SynthBrass gemischt. Fakt ist, dass die Leute den Song bereits nach dem ersten Takt erkennen - was will ich mehr?
An Rosanna arbeite ich noch, da geht's mir eher persönlich darum, das etwas näher am Original hinzubekommen.
Was meinst Du mit
...Der ja noch nicht einmal nur abwärts geht. Das ist im Original eine duophone (!) programmierte Sequenz, bei der eine Stimme die ersten vier Noten sogar diatonisch ansteigt.
'duophone programmierte Sequenz'? wo steigt da was 'diatonisch' an? Du wirfst hier gerade mit schwer nachvollziehbaren Begriffen um Dich.
Ich rede von dem Lauf ab 3. Takt Solo, der vom D an bis zum G diatonisch abwärts läuft, dann in Oktavensprüngen weiter oder auch nicht, je nachdem wie es interpretiert wird, meinetwegen auch mit verschiedenen Sounds. Schau Dir Youtube Videos an, von denen es reichlich gibt, in dem dieses Solo immer anders aussieht. Ist auch egal, vor allem spielt es keine Rolle, ob da ein Prophet benötigt wird oder ein anderes Keyboard. Auch hier geht es um einen bestimmten wiedererkennungswert, aber viel mehr darum (mir zumindest), wie man das als einziger Keyboarder in der Band vernünftig rüberbringen kann, ohen dass wieder blöde Kommentare von irgendeiner MuPo kommen - obwohl die sowieso kommen, egal wie Du's machst ;)
 
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Der ja noch nicht einmal nur abwärts geht. Das ist im Original eine duophone (!) programmierte Sequenz, bei der eine Stimme die ersten vier Noten sogar diatonisch ansteigt.
Checkt mal Rick Beatos Video aus: da hat man das Synth-Solo etwas isolierter und ziemlich akkurat ausnotiert (bei 10:20)
 
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Was meinst Du mit

'duophone programmierte Sequenz'? wo steigt da was 'diatonisch' an? Du wirfst hier gerade mit schwer nachvollziehbaren Begriffen um Dich.
Das bedeutet, daß das nicht nur eine Sequenz mit einer fallenden Durtonleiter ist, sondern dazu noch eine zweite, synchron laufende Sequenz mit einer Durtonleiter, die die ersten vier Noten steigt und dann fällt.

Nach einem Vierteltakt hört man beide Sequenzen als Delay. Nach einem halben Takt hört man beide Sequenzen noch einmal als Delay (nicht als Feedback des ersten Delay, sondern als separates Delay) – und zeitgleich setzt die kurze Minimoog-Figur ein.

Ich würde es grafisch ausnotieren (mit und ohne ausnotierte Delays), aber die Zeit habe ich jetzt nicht, und ich glaube nicht, daß ich das hier mit unter Copyright stehender Musik darf.

Ist auch egal, vor allem spielt es keine Rolle, ob da ein Prophet benötigt wird oder ein anderes Keyboard.
Prophet?!? Wo habe ich geschrieben, daß das irgendein Prophet war? Abgesehen davon, daß weder der Prophet-5 noch der Prophet-10 noch der Pro-One so etwas konnte.

Das war ein Polyfusion Modular, der für Steve Porcaro speziell modifiziert worden ist. An dem Gerät waren drei Patches gleichzeitig gesteckt: ein aufwendigeres Patch für die Solofigur ganz am Anfang und dann vorm mehrstimmigen Teil noch einmal und zwei identische, ziemlich simple Patches, die vom Roland Micro-Composer angesteuert wurden und die hier besprochene Sequenz spielten.

Auch hier geht es um einen bestimmten wiedererkennungswert, aber viel mehr darum (mir zumindest), wie man das als einziger Keyboarder in der Band vernünftig rüberbringen kann, ohen dass wieder blöde Kommentare von irgendeiner MuPo kommen - obwohl die sowieso kommen, egal wie Du's machst ;)
Na ja, der Threadtitel lautet ja, und ich zitiere wörtlich:

"Möglichst originalgetreu covern? Wo bekommt man die Sounds? Welchen Aufwand betreibt ihr?"

Na ja, vielleicht ist das auch nur die Denke eines Synthesizernerds, der schon vor Erreichen der Volljährigkeit auf den damals besten erhältlichen Arranger-Keyboards (und das Technics SX-KN2000 war als Workstation in manchen Punkten so manch einer tatsächlichen zeitgenössischen Workstation überlegen, außerdem hatte ich nichts anderes zur Verfügung) Jean Michel Jarre im Originalarrangement nachgebaut hat – und es daher gewohnt ist, bei allen Sounds und allen Parts exakt hinzuhören und die dann auch exakt nachzubauen.


Martman
 
.... ich bin mal gespannt, ob es einen Tag gibt, an dem wir uns darüber einig sind, was exakt bedeutet.
 
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@Martman: Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich wollte Dich hier nicht kritisieren. Du hast ohne Zweifel mehr Ahnung von Keyboards und Soundbasteleien als ich. ich bin halt nur ein pragmatisch denkender Anwender ohne allzu große Ansprüche an Authentizität. Ich versuche mich in den meisten Fällen auch eher am Zuhörer zu orientieren, was der hören will und tatsächlich wahrnimmt. Der MuPo wird man's eh nie recht machen, ist auch nicht mein Ziel, wobei ich bei Sachen die ich selber gerne mache und wo ich es wert erachte, gerne etwas mehr Energie hineinstecke, als bei banaleren Songs.

Na ja, der Threadtitel lautet ja, und ich zitiere wörtlich:
"Möglichst originalgetreu covern? Wo bekommt man die Sounds? Welchen Aufwand betreibt ihr?"
Und meine Antwort darauf lautet:
a. nein, nicht zwingend
b. Selber basteln
c. mal mehr mal weniger, meistens dann, wenn der eigene Anspruch es erfordert
 
Na ja, vielleicht ist das auch nur die Denke eines Synthesizernerds, der schon vor Erreichen der Volljährigkeit auf den damals besten erhältlichen Arranger-Keyboards (und das Technics SX-KN2000 war als Workstation in manchen Punkten so manch einer tatsächlichen zeitgenössischen Workstation überlegen, außerdem hatte ich nichts anderes zur Verfügung) Jean Michel Jarre im Originalarrangement nachgebaut hat – und es daher gewohnt ist, bei allen Sounds und allen Parts exakt hinzuhören und die dann auch exakt nachzubauen.
Gibt es davon Aufnahmen, die du als gelungen bezeichnen würdest?

Gibt es generell Aufnahmen, von denen du sagen würdest, du hast es geschafft, dass du so klingst wie deine Vorbilder? Hier im Forum wurde das schon öfters gefragt und teilweise waren auch Videos von euch zu sehen, aber afair kamen deinerseits dann immer Einwände alá "Die Band wollte keine Overdubs", "Der Drummer hat es falsch abgemischt", "Wir hatten zu wenig Zeit zum Einstudieren" etc.

Aber wenn du nur für dich alleine JMJ (oder wen auch immer) so covern würdest, wie du es hier immer als Maß aller Dinge darstellst, wie würde das dann klingen?

Falls du nichts bereit hast, könntest du als kleine Challenge ja mal ein Stück nehmen und es beispielsweise bis zum Jahresende nach deinen Maßstäben fertigstellen und hier präsentieren. Selbst wenn du beschäftigt bist, sollten 5 Monate dafür ausreichen. :)
 
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@egoldstein: eine durchaus interessante Frage an den 'richtigen', die sich eigentlich widerspricht, wenn man @Martman 's Post folgt. weil man seiner Aussage nach nie klingen kann wie das Original, wenn man nicht dasselbe - und ich meine tatsächlich exakt das 'selbe' - Equipment zur Verfügung hat.

BTW: Martman hat schon mal Videos von seiner Coverband gepostet, das war schon ganz geil, obwohl es mich jetzt Soundtechnisch nicht unbedingt vom Hocker gerissen hat. Er macht da schon recht viel and en Keyboards, in meinen Augen eigentlich zu viel, denn es wirkt nicht mehr entspannt und auch nicht locker. Und sorry, wenn ich mir eine Band live antue, dann erwarte ich schon, dass was rüberkommt, und nicht nur musikalische Leistung, sondern auch das Gefühl, dass die Jungs da auf der Bühne Spaß dran haben, was sie machen. Eine Band, wo die Musiker völlig konzentriert auf der Bühen stehen, auch müssen, weil es mehr Technik und Handwerk ist, das benötigt wird, dann macht mir das als Zuhörer leider nicht wirklich Spaß.
 
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.... ich bin mal gespannt, ob es einen Tag gibt, an dem wir uns darüber einig sind, was exakt bedeutet.
Einen allgemeingültigen Konsens darüber, was "möglichst" und "originalgetreu" bedeuten, wird es nie geben.

"Möglichst": Der eine muß alles mit einer MOXF oder einem Nord Stage erschlagen. Der andere würde, ohne mit der Wimper zu zucken, sich einen Roland SE-02 zulegen nur für ein paar Minimoog-Sounds, ein Tom Oberheim SEM Pro nur für "Davy's On The Road Again" und eine x0xb0x nur für "Sexy And I Know It" oder sich einen Rackrechner zulegen und darauf 30 VSTi-Klone verschiedener Synths fahren.

"Originalgetreu": Der eine sagt, selbst zwischen 12 und 24 dB/Oktave hört man in der Praxis keinen Unterschied. Der andere hört auf Anhieb den Unterschied zwischen SEM, OB-1 und OB-X und will den auch beim Covern umgesetzt haben.

Gibt es davon Aufnahmen, die du als gelungen bezeichnen würdest?
Es gibt davon meines Wissens gar keine Aufnahmen. Und mit einem Technics SX-KN2000 – das ist immer noch ein Arranger aus den frühen 90er Jahren – war ein Niveau, das ich aus heutiger Sicht als "gelungen" bezeichnen würde, eh nicht möglich.

Gibt es generell Aufnahmen, von denen du sagen würdest, du hast es geschafft, dass du so klingst wie deine Vorbilder?
Neuere Aufnahmen von mir gibt's auch keine.

Hier im Forum wurde das schon öfters gefragt und teilweise waren auch Videos von euch zu sehen, aber afair kamen deinerseits dann immer Einwände alá "Die Band wollte keine Overdubs", "Der Drummer hat es falsch abgemischt", "Wir hatten zu wenig Zeit zum Einstudieren" etc.

Aber wenn du nur für dich alleine JMJ (oder wen auch immer) so covern würdest, wie du es hier immer als Maß aller Dinge darstellst, wie würde das dann klingen?
Das ist schwer zu sagen. Ich müßte überhaupt erstmal ein Stück finden, das ohne große Abstriche umsetzbar ist, wo ich also zum einen weiß, was wie gemacht wurde, damit ich weiß, wie ich es machen muß, und wo ich zum anderen genau das auch machen kann. Gerade der Riesenhit "Oxygène 4" ist bis heute von niemandem je als echtes, vollumfängliches Replica-Cover umgesetzt worden, weil es noch niemandem gelungen ist, den "scharfen" Leadsound (im Original RMI Harmonic Synthesizer → Electro-Harmonix Electric Mistress der ersten Generation) komplett zu reverse-engineeren und zu replizieren.

Ich meine – das scheint hier noch fast niemand verstanden zu haben –, ich sehe mich selbst nicht als Maß aller Dinge. Ich weiß, daß ich nicht das Maß aller Dinge erreichen kann. Ich weiß aber auch, daß es Unmengen an wesentlich fähigeren Leuten an den Tasten und an der Synthese gibt als mich, von denen obendrein viele auch noch besseres Equipment haben als ich. Die kommen natürlich noch erheblich näher ans Original als ich.

Falls du nichts bereit hast, könntest du als kleine Challenge ja mal ein Stück nehmen und es beispielsweise bis zum Jahresende nach deinen Maßstäben fertigstellen und hier präsentieren. Selbst wenn du beschäftigt bist, sollten 5 Monate dafür ausreichen. :)
Ich glaube, bis Jahresende wäre schon sehr knapp für dieses Niveau – und ich rede von einem Niveau, das hier "Replica-Cover" genannt und als solches auch uneingeschränkt anerkannt wird. Und da gibt es Leute, die hören extremstens genau hin.


Martman
 
Ich meine – das scheint hier noch fast niemand verstanden zu haben –, ich sehe mich selbst nicht als Maß aller Dinge.
...und doch schreibst du andauernd so, dass genau dieser Eindruck entsteht. Vielleicht sollte dir irgendwann auffallen, dass wenn dich seit Jahren ständig und immer wieder 20+ Leute in diesem Zusammenhang "missverstehen", dass dann vielleicht das Missverständnis nicht erst auf der Empfängerseite entsteht.

Die kommen natürlich noch erheblich näher ans Original als ich.
...und das mit viel geringeren Ansprüchen an das Equipment, das dabei zum Einsatz kommt.
 
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Eigentlich müsste Martman ja komplett frustriert sein, wenn er bei der Umsetzung der Songs, die sie covern wollen, den Ansprüchen an das seiner Meinung nach benötigte Equipment nicht ansatzweise gerecht werden kann, weil er's nicht zur Verfügung hat, wie auch kein Covermusiker das entsprechende Equipment hat und eigentlich auch gar nicht haben will.
Normalerweise müsste man auch anders da ran gehen, denn der höhere Respekt gilt nicht dem, der Sounds mit dem absolut authentischem Equipment reproduziert, sondern der, der das mit gängigen und aktuell verfügbaren Keyboards hinbekommt.

Meine Meinung ist auch, dass es weniger die Sounds an sich sind, auf die es ankommt, sondern wie man es spielt. Wir hatten in unserer Top40 Band Mitte/Ende der 90er einen Keyboarder, der die damals aktuellsten Keyboards hatte, dazu ein 24HE Rack mit Samplern und Expandern, die er auch ausgiebig genutzt hat. Als er ausgestiegen ist und wir einen Nachfolger suchten, kam u.a. ein Tanzmucker, der nicht mehr als so eine Entertainer Tischhupe mitbrachte. Und es war unglaublich, was er da raus geholt hatte, weil er nicht nur das Gerät perfekt bedienen konnte, sondern auch die Spielweise drauf hatte, dass die Sounds so rüberkamen, wie es sein sollte.
 
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:rofl: Ich frag mich immer: Für wen spielt ihr so? :rock:Also wer ist bei euch so im Publikum, der nachm Gig feststellt, in Solo XYZ hätte der Synthesizer einen steileren Filter vertragen? Ich mach ja nun gewissermaßen "Musicians-Music", und manchmal ist schon jemand im Publikum, wo ich weiß, der hört jetzt meine "blauen". :rolleyes: Aber Coverrock für Stadtfeste? Da kann ich mir das grad nicht so vorstellen ... "Hey, da hätte noch eine 16tel g# mt einem Sax ausm DX7 dazwischen gehört! Sauerei!" :D

Das VIdeo oben ist cool. Entscheidender Satz bei 12:47: "What makes the solo sound so great is actually what happens behind it" :great: Weise.
 
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Ich meine – das scheint hier noch fast niemand verstanden zu haben –, ich sehe mich selbst nicht als Maß aller Dinge. Ich weiß, daß ich nicht das Maß aller Dinge erreichen kann. Ich weiß aber auch, daß es Unmengen an wesentlich fähigeren Leuten an den Tasten und an der Synthese gibt als mich, von denen obendrein viele auch noch besseres Equipment haben als ich. Die kommen natürlich noch erheblich näher ans Original als ich.
Ja, wenn man nachbohrt, bestreitest du es. Davor kommen aber Sätze wie die hier, die das direkte Gegenteil behaupten:

Na ja, vielleicht ist das auch nur die Denke eines Synthesizernerds, der schon vor Erreichen der Volljährigkeit auf den damals besten erhältlichen Arranger-Keyboards (und das Technics SX-KN2000 war als Workstation in manchen Punkten so manch einer tatsächlichen zeitgenössischen Workstation überlegen, außerdem hatte ich nichts anderes zur Verfügung) Jean Michel Jarre im Originalarrangement nachgebaut hat – und es daher gewohnt ist, bei allen Sounds und allen Parts exakt hinzuhören und die dann auch exakt nachzubauen.
Exakt hingehört. Exakt nachgebaut. Das sind deine Worte. Und sie drücken aus, dass es dir gelungen wäre, mit deiner Begabung und deiner Hingabe eine Replik anzufertigen. Nicht "halbwegs hingehört" und "einigermaßen nachgebaut", nicht 50% oder 95%. Sondern exakt™.

Wenn man nachbohrt, heißt es dann, dass dabei nichts Zufriedenstellendes rausgekommen ist. Trotz aller Exaktheit.

Und dieses Zitat ist nicht der einzige Fall. Alleine deine aktuelle Signatur sagt, du seist ein " Perfektionist" und "Authentizitätsfanatiker auf der Suche nach den perfekten Sound- und Arrangement-Repliken." Und wie du selbst sagst, bist du mit dieser Suche noch nicht zu einem erwünschten Ergebnis gekommen.

Wenn man nachbohrt, warum Anspruch und Leistung auseinander gehen, heißt es dann - fairerweise auch in deiner Signatur - die Technik wäre das Limit. Kurzum: "Ich würde authentischer klingen, wenn ich besseres Equipment hätte."

Nun, du hast laut Profil etwa 20 Synthesizer/Workstations/Keyboards/Orgeln/generell synthetische Klangerzeuger. Wenn die - egal, wie programmiert, gelayert oder bearbeitet - nicht ausreichen, auch etwas Zufriedenstellendes zu produzieren, dann denke ich nicht, dass das Problem an mangelnder Technik liegt. Und damit wären wir bei...

Ich glaube, bis Jahresende wäre schon sehr knapp für dieses Niveau
5 Monate für ein einzelnes, gecovertes Stück mit einer Länge von 4:14 sind verdammt lang. Selbst ein kommerzielles JMJ-Coverprojekt wäre mit dem Gesprächsverlauf "Wie lange brauchst du?"-"Also ein halbes Jahr mindestens, eher mehr. Pro Song." unzufrieden.

Da du bereits in jungen Jahren exakt™ herausgefunden hast, wie die Stücke und Sounds aufgebaut sind, hast du sogar einen erheblichen Vorsprung, insofern wäre die tatsächliche Arbeitszeit noch einmal deutlich länger als nur 5 Monate.

Und jetzt versetze dich bitte mal in die Lage einer Cover- oder Tribute-Band, die ein (seien wir mal bescheiden) 2-Stunden-Set auf die Beine stellen will. Bei 5 knappen Monaten pro 4 Minuten und 14 Sekunden Spielzeit würde es mehr als 10 Jahre dauern, bis das Set steht.

Das würde dem Rest der Band* nicht reichen, das würde den Veranstaltern nicht reichen. Den Fans würde es Fans gäbe es gar nicht erst. Schließlich gibt es keine Auftritte oder Aufnahmen, um die zu gewinnen.

*Jarre wäre als Solo-Künstler natürlich ein eher undankbares Beispiel für eine Band. Aber die viel zitierten Arrangements von Boogie Wonderland und Co. und deren Unmöglichkeit, sie auf Keyboards zu reduzieren, wären ein ähnliches Beispiel, bei dem dann noch der Rest der Band dazukommt.

Du pochst zwar öfters auf die Worte "möglichst originalgetreu", aber du vergisst dabei, dass "möglichst" nicht "sofern es mit unbegrenzter Zeit und freiem Zugriff auf jedes je produzierte Stück Equipment möglich ist" bedeutet, sondern in der Regel "sofern es mit verfügbarem Equipment bis zum nächsten Auftritt/Release möglich ist" meint.

Und bevor ich beschuldigt werde, Worte zu verdrehen:

  • Wie viele Fälle gab es hier schon, dass ein User unbegrenzte Geldreserven hatte und damit den Rest seines Lebens an einem einzigen Stück arbeitet, um das Zoolook-Forum oder ähnliche Gruppen zu beeindrucken? Jeder Einzelne davon wäre ein Argument für die erste Interpretation.
  • Wie viele Fälle gab es, in denen ein User ein begrenztes Budget oder ein gegebenes Synthesizer-Setup hatte und damit bestimmte Songs oder Bands nachspielen wollte? Jeder Einzelne davon wäre ein Argument für die zweite Interpretation.

Zähl ruhig nach.


und ich rede von einem Niveau, das hier "Replica-Cover" genannt und als solches auch uneingeschränkt anerkannt wird. Und da gibt es Leute, die hören extremstens genau hin.
Die gibt es. Ebenso gibt es dort aber auch Leute, die (Seite zwei deines Links) ein JMJ-Medley vorstellen, das sie nur mit Software-Synths erstellt haben (s. Infobox rechts). Darunter so "anspruchslose" Sachen wie Arturias V-Collection, NI FM8, Freeware-VSTis oder gar die mitgelieferten Plugins von FL Studio.

Das gibt dann immer noch Reaktionen wie "Good job!" oder "I love this" - ohne negative Kommentare.

Also suggeriere bitte nicht, dass die Leute dort derartig penibel sind und jede Abweichung gleich mit der Mistgabel quittieren.

Auch JMJ-Fans freuen sich, wenn sie einen Nachbau hören, der vielleicht nicht exakt™ dem Original entspricht, aber zeigt, dass sich der Ersteller wirklich Mühe gegeben hat.
 
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Word, Bro! Ich kann dir leider gerade keine Kekse geben... :D
PS, hab meine Keksdose aufgeräumt, geht wieder... ;)
 
halbe bücher wer soll das lesen?
 
Ich frag mich immer: Für wen spielt ihr so?
Ich spiele jedenfalls nicht für diejenigen Zuhörer mit dem geringsten Anspruch.

Was ich spiele, soll auch mich selbst zufriedenstellen. Wenn ich mich so reduzieren soll, daß die Band zufrieden ist, daß das Publikum im wesentlichen zufrieden ist, daß ich aber mit mir selbst nicht mehr zufrieden bin, dann weiß ich, ich bin für diesen Job in dieser Band der falsche Mann.

Alleine deine aktuelle Signatur sagt, du seist ein " Perfektionist" und "Authentizitätsfanatiker auf der Suche nach den perfekten Sound- und Arrangement-Repliken." Und wie du selbst sagst, bist du mit dieser Suche noch nicht zu einem erwünschten Ergebnis gekommen.
Richtig. Ich bin auf der Suche. Und ich bin noch nicht am Ziel.

Ihr tut aber so, als behauptete ich, ich wäre schon am Ziel.

Wenn man nachbohrt, warum Anspruch und Leistung auseinander gehen, heißt es dann - fairerweise auch in deiner Signatur - die Technik wäre das Limit. Kurzum: "Ich würde authentischer klingen, wenn ich besseres Equipment hätte."

Nun, du hast laut Profil etwa 20 Synthesizer/Workstations/Keyboards/Orgeln/generell synthetische Klangerzeuger. Wenn die - egal, wie programmiert, gelayert oder bearbeitet - nicht ausreichen, auch etwas Zufriedenstellendes zu produzieren, dann denke ich nicht, dass das Problem an mangelnder Technik liegt.
In der Band habe ich nur derer fünf und nicht alle 20. Ich habe ein Bandsetup, ich habe ein Setup zu Hause, und ich habe mehrere Geräte, die überhaupt nirgendwo in ein Setup eingebunden sind.

5 Monate für ein einzelnes, gecovertes Stück mit einer Länge von 4:14 sind verdammt lang.
Was soll 4:14 lang sein? Von welchem Stück gehst du aus?

Ich hatte bereits geschrieben, daß "Oxygène 4" nicht umsetzbar ist, falls du das meinst.

Außerdem habe ich nicht jeden Tag Zeit. Ich habe auch nicht jeden zweiten Tag Zeit. Ich habe auch nicht jede Woche mehrere Tage Zeit. Ich habe nicht einmal zwingend jede Woche Zeit. Und wenn ich unter der Woche abends Zeit habe, dann vielleicht zwei, drei Stunden. Die Zeit kann durchaus draufgehen für Detailarbeit an einem einzigen Sound.

Ich kann hier keinen halben Kram abliefern. Ich weiß, ich muß hier ein praktisch perfektes Sound-alike abliefern, um auch nur mein Gesicht wahren zu können.

Da du bereits in jungen Jahren exakt™ herausgefunden hast, wie die Stücke und Sounds aufgebaut sind, hast du sogar einen erheblichen Vorsprung, insofern wäre die tatsächliche Arbeitszeit noch einmal deutlich länger als nur 5 Monate.
Zu wissen, wie es im Original gemacht wurde, heißt nicht, von vornherein zu wissen, was genau ich an welchem Gerät wie machen muß, um es 1:1 zu replizieren.

Und jetzt versetze dich bitte mal in die Lage einer Cover- oder Tribute-Band, die ein (seien wir mal bescheiden) 2-Stunden-Set auf die Beine stellen will. Bei 5 knappen Monaten pro 4 Minuten und 14 Sekunden Spielzeit würde es mehr als 10 Jahre dauern, bis das Set steht.
Professionelle Top40-Coverband-Keyboarder sind meistens Berufsmusiker, denen pro Woche, wenn's drauf ankommt, 80 Stunden oder mehr fürs Sounddesign zur Verfügung stehen. Die arbeiten entsprechend konzentriert am Stück. Möglicherweise gelingt es denen sogar innerhalb relativ kurzer Zeit, auf einem Kurzweil Forte das Knurren und Quietschen eines 303-Filters exakt nachzubauen, weil die Band "Sexy And I Know It" spielen will/soll.

Und ich wüßte keine Tributeband, in der ein einziger Musiker derart komplexe Gesamtarrangements ganz alleine 1:1 nachzubauen hat. Bands haben immer mehrere Musiker.

Außerdem weiß ich nicht, worüber ihr abhört. Die Wahrscheinlichkeit, daß jemand mein Machwerk über ein professionelles Studio-Audiointerface und ein Paar mehrere tausend Euro teure Genelec-Highend-Studiomonitore abhört, ist bedeutend viel höher als die, daß jemand es über eine Stadtfest-PA hört wie die, über die Top40-Bands meistens spielen.

Du pochst zwar öfters auf die Worte "möglichst originalgetreu", aber du vergisst dabei, dass "möglichst" nicht "sofern es mit unbegrenzter Zeit und freiem Zugriff auf jedes je produzierte Stück Equipment möglich ist" bedeutet, sondern in der Regel "sofern es mit verfügbarem Equipment bis zum nächsten Auftritt/Release möglich ist" meint.
"Verfügbar" kann auch wieder so oder so aufgefaßt werden. Ich bin mir ziemlich sicher, daß unter "verfügbar" für so manch einen Keyboarder in einer Tributeband, der wirklich exakte Klangnachbauten haben will, auch das fällt, was sein Händler oder gar Thomann hat. "Verfügbar" ist für den Keyboarder einer ABBA-Tributeband, wenn's drauf ankommt, auch ein Korg ARP Odyssey, den er heute bei Thomann bestellt und Anfang nächster Woche in den Händen hält.

Die gibt es. Ebenso gibt es dort aber auch Leute, die (Seite zwei deines Links) ein JMJ-Medley vorstellen, das sie nur mit Software-Synths erstellt haben (s. Infobox rechts). Darunter so "anspruchslose" Sachen wie Arturias V-Collection, NI FM8, Freeware-VSTis oder gar die mitgelieferten Plugins von FL Studio.

Das gibt dann immer noch Reaktionen wie "Good job!" oder "I love this" - ohne negative Kommentare.
Derjenige hat aber nirgendwo geschrieben, daß es Replica-Covers sein sollen. Im Gegenteil, er relativiert ständig, daß es "nicht wirklich so sehr nach Paris La Défense" klingt oder allenfalls "grob inspiriert" ist.

Also suggeriere bitte nicht, dass die Leute dort derartig penibel sind und jede Abweichung gleich mit der Mistgabel quittieren.
Wenn du "Replica" dranschreibst oder anderweitig suggerierst, daß es ein exakter Nachbau sein soll, dann wird jede, aber auch jede Abweichung vom Original genau seziert und dir vorgehalten. Die 95% (oder 99,99%, je nach persönlicher Skala), die du geschafft hast, sind dann erstmal egal, dann geht's um die 5% (oder 0,01%), die noch verbesserungswürdig sind.

Keine Kritik zu einem Replica-Cover bekommt man höchstens dann, wenn die letzten verbliebenen Abweichungen wirklich minimal und überhaupt nicht mehr oder nur mit gigantischem Aufwand ausbügelbar sind (z. B. sehr subtile Details in der Spielweise, die aleatorische Hintergrundfigur in "Ron's Piece" ist nicht Note für Note als Sequenz nachgebaut, für das letzte Quentchen Klangcharakterdetail müßte man wirklich die originale Signalkette da haben). Oder wenn die Ganz-genau-Hinhörer (besonders Chrisbern, Radek Tymecki und ganz besonders Analog-Umph, der Sachen hört und darauf hinweist, die hier in diesem Forum vermutlich nicht einmal 1‰ an Authentizität ausmachen dürften, aber nicht nur die drei) den Thread nicht gefunden haben.


Martman
 
Professionelle Top40-Coverband-Keyboarder sind meistens Berufsmusiker, denen pro Woche, wenn's drauf ankommt, 80 Stunden oder mehr fürs Sounddesign zur Verfügung stehen.
Auf welchem Planeten lebst du? Die Top40-Musiker, selbst wenn sie Berufsmusiker sind, haben sicher keine 80h/Woche(!) Zeit neben anderen Mugge-Jobs, Unterricht, Taxifahren oder in der Kneipe jobben. Und auch wenn sie sagen wir mal 40h/Woche für eine Band hätten, dann sicher nicht 100% für das Sounddesign.

Und ich wüßte keine Tributeband, in der ein einziger Musiker derart komplexe Gesamtarrangements ganz alleine 1:1 nachzubauen hat. Bands haben immer mehrere Musiker.
Das ist ja noch ulkiger. wenn die Band genau einen Keyboarder hat - wer glaubst du, außer dem Keyboarder, wird da noch Sounddesign für den Synth machen? richtig, KEINER. Gerade bei Profis wird erwartet, dass sich jeder um seinen Aufgabenbereich kümmert. Und wenn alle das machen, dann klappt das auch.

Wenn ich mit meinen Covertruppen neues Material einstudiere, dann spendiere ich dem Sounddesign pro Song vielleicht 8-10h, wenn es wirklich hoch kommt. Das Video zu Ain't nobody habe ich ja hier schonmal verlinkt, mal so als Beispiel, wo das Sounddesign nicht an einem Abend gemacht war, sondern 2-3 Abende gebraucht hat. Klar ist da auch noch Luft nach oben, aber sicher nicht für ein halbes Jahr, 2-3 Abende die Woche für einen Song!

Lieber Martman, vielleicht merkst du mal, dass du an der Stelle eine extrem verzerrte Wahrnehmung hast. Wie viele Berufsmusiker kennst du persönlich (Keyboarder womöglich noch)? Was machen die so? Wie lange brauchen die für einen Song - und wieviel Zeit geht dann für Technik drauf und wieviel für das Spielen?

Ich kann dir sagen: Ich kenne eine gute Handvoll Berufsmusiker, darunter zwei, die wirklich als Keyboarder ihr Geld verdienen. Die drehen dir während der Probe den Rohsound für einen neuen Song in 5 Minuten hin, während die anderen Pinkelpause machen. Ich als Freizeitmucker brauche dafür dann vielleicht 10-15 Minuten für "wiedererkennbar als XYZ". Und nach einem Abend im stillen Kämmerlein sitzt das - es sei denn es ist Depeche Mode, a-ha oder sowas, wo es nicht einen Sound braucht sondern 8-10. Da ist dann eine halbe Woche (abends nach Feierabend) aber wirklich das höchste der Gefühle, wenn ich wirklich Bock drauf hab.
 
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Vollkommen richtig Jens. In allen Punkten muss ich dir beipflichten...

Und um das mal direkt zu sagen... Ich möchte nur einen Sound hören, der im Ansatz ans Original ran kommt.
Einen wirst du doch haben?

Bisher passte leider weder das Spielerische, noch das Soundtechnische.
Tut mir ja leid, aber bei dem was du leider immer von dir gibst bekommt man nicht den Eindruck dem du hinterlassen willst, sondern den, den wir immer beschreiben.
 
Und um das mal direkt zu sagen... Ich möchte nur einen Sound hören, der im Ansatz ans Original ran kommt.
Einen wirst du doch haben?
Oh, ja. BITTE! Streich das "im Ansatz ans Original rankommt". Präsentier einfach mal den "besten" Sound, den du aktuell hast, von dem du glaubst, er käme dem jeweiligen Original am nächsten von deinen Eigenbauten. EIN Patch reicht, und es reicht auch EINE kurze Phrase, die typisch für den Song ist. Ohne Rest-band, von mir aus - oder mit, wie du magst.

Wir legen dann gerne nach...

Tut mir ja leid, aber bei dem was du leider immer von dir gibst bekommt man nicht den Eindruck dem du hinterlassen willst, sondern den, den wir immer beschreiben.
So isses.
 
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Jop,

ich bin im Moment unterwegs, würde aber morgen oder Sonntag durchaus in Vorleistung treten.
Ich hab ein paar Sounds mit denen ich zufrieden bin ;) nicht perfekt, aber die Band ist zufrieden und das Publikum meckert nicht.

Interessant ist, dass ich mit dem Kronos und dem Forte absolut nicht identisch Klinge. Einige Dinge sind auf dem einen cool, andere auf dem anderen. Aber spielen und die Leute begeistern kann ich mit beiden...
 

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