glas wird spröde wenns heiß wird...
Man bekommt Probleme mit Spannungen im Glas, wenn man einen Verstärker hat, der eine Fehlkonstruktion ist und Röhren, die nicht für Zwangskühlung zugelassen sind, mit Lüftern direkt anbläst. Dann kanns Spannungen geben und dann reißt was. Aber sonst? Nein...
Und du meinst wirklich, dass die in PANZER solche Rotzröhren eingebaut haben, wie sie wir in unsere Verstärker stecken?
Ja, die haben solche "Rotzröhren" eingebaut. Viele der russischen Röhren, die man kaufen kann, sind aus Militärbeständen, wie z.B. meine geliebte 6P14P in bestimmten Versionen. Die Dinger sind unkaputtbar, sind getestet nach den Militärkritierien. Und das heißt in Etwa Hammerschläge mit 200g und Rütteltests mit 50g...wenn einer das beim Rumtragen seines Amps schafft, dann ist alles hin, aber die Röhren leben noch.
erstens im Militärbetrieb liefen Röhren meist im "extrem" kalten Bereich um die Haltbarkeit zu erhöhen
Das ist falsch. Richtig ist: Die Röhren wurden in Militär-und Industrieschaltungen:
1. innerhalb ihrer zulässigen Grenzwerte betrieben (die überschreitet jeder Marshall und jeder Mesa usw gnadenlos)
2. bezüglich ihrer Parameterstreuungen vorselektiert
3. vor dem Einbau vorgealtert
4. bezüglich ihrer Parameterstreuungen bis zum Erreichen der in den Datenblättern angegebenen Endwerten kompensiert, sodass diese Streuungen die Funktion/Kalibration der Geräte nicht stört/verändert
5. ordentlich eingebaut (Lüftung, Fassungen, Befestigung mit ordentlichen Klammern usw)
dazu kommt noch das gerade im Militärbereich oftmals Stahlröhren und keine Glasröhren verwendet wurden...auch waren damals die Rezepturen der Metalle wesentlich ausgefeilter als heute, denn als man dachte der Transistor übernimmt die Welt wurde viele Röhrenwerke geschlossen und die Leute entlassen, b.z.w. die Firmen gingen pleite, damit verschwand auch das KnowHow gute Röhren zu bauen...denn mit dem mechanischen Design hörts ja nicht auf...
Das ist ebenfalls Unsinn. Das Know-How ist heute mehr denn je vorhanden, aber es ist nicht mehr gefragt. Auch wenn es an manchen ewig gestrigen vorbeigegangen sein sollte: Der "Transistor" hat längst die Welt übernommen, ebenso seine Nachkommen wie FETs und IGBTs usw usw. Röhren sind nicht mehr relevant.
Und dass in China und diversen anderen Werken nur noch auf Profit produziert wird, das ist eh klar, und dass dann einige ihren eigenen Stempel draufstempeln und die dann als superduperrauschtnichtundbrummtnichtundhatkeinemikrofonie-Röhren verkaufen, das ist auch logisch. Da kostet dann eine Röhre im Wert von 4 eben 24, aber der Musiker zahlt das ja.
Ich weiß, warum ich einen Bestand an alten Röhren habe und warum ich den neuen Teilen kritisch gegenüberstehe. Die Chinesen und die anderen Firmen wissen sehrwohl, wie man ordentliche Röhren baut, aber warum sollen sie was an ihrer Qualität ändern, solange man ihnen das niedrigqualitative Zeug abkauft, das sie gerade produzieren?
Ich würde die Röhren abkühlen lassen ..die 5 Minuten hat ja wohl jeder! (wobei die Konstruktion des Amps auch ne Rolle spielt in nem Orange ohne Wärmeabzug bleibts länger warm als in nem Marshall der oben und Hinten überall Gitter hat!...)
Allein schon deswegen, weil man den Amp erstmal "entkabeln" muss und sein sonstiges Zeug wegräumen muss, ist das kein Problem. Den gängigen ECC83/EL34/6L6GC darf ein normaler Transport aber nichts ausmachen.