Multi-Effektboard direkt in PA

von singwas, 26.10.16.

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  1. singwas

    singwas Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.16   #1
    Hier kommt eine Mischpult-Anfängerfrage: wie behandelt man ein Multieffektboard ohne Bühnen-Amp in einer PA? Also wie "regelt" man den Input aus dem Effektboard? Ich mische meine Patches im Board komplett (per Kopfhörer) - Amp-Sim, Effekte, am Ende Speaker-Sim - das Ganze per DI-Box ab zur PA. Ich würde sagen: input-Gain so regeln, dass es nicht übersteuert, alles andere bleibt aus (kein Compressor, Equalizer etc.). Oder wie macht man das? Ich habe ein kleines Mackie DL 806 Mischpult, aber das ist ja eher ne geräteunabhängige Frage.
     
  2. chris_kah

    chris_kah HCA PA- und E-Technik HCA

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    Erstellt: 26.10.16   #2
    Wenn du über eine DI gehst sieht dein Mischpult ein Signal ähnlich wie ein Mikrofon. Input Gain tatsächlich so anpassen dass nichts übersteuert (eher etwas Luft lassen, da eine Gitarre - ich nehme mal an, es handelt sich um eine Gitarre - recht perkussiv ist und Pegelspitzen hat).
    Kompressor, Equalizer - ist Geschmacksfrage.
    Ich mache das mit meinem Multieffekt eher so, dass da alles fix und fertig rauskommt, der Kanal am Mischpult in der Regel neutral und auf Durchzug steht.
    Ich verwende meinen Multeffekt aber gezielt, um verschiedene Instumente anzupassen, so dass am Ende immer in etwa die gleiche Lautsärke rauskommt. Dafür verwende ich Patches, und die verwenden teilweise einen Kompressor und eigentlich alle einen EQ, der das jewilige Instrument anpasst.
    In der Regel mischen wir uns von der Bühne aus selber (oder Ecke in der Kneipe).
    Da ist das dann eine gute Vereinfachung.
     
  3. der onk

    der onk HCA PA-Technik HCA

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    Erstellt: 26.10.16   #3
    Man regelt es so, daß es sich gut anhört. ;-)

    Letztendlich hängt es von der Qualität des angebotenen Signals ab und da liegt bei DI-Lösungen oft der Hase im Pfeffer, denn abhängig von der heimischen (oder im Proberaum befindlichen) Abhöre können die Sounds aus dem Multieffektkisterl höchst unterschiedlich tönen, denn der eine erstellt sie via Kopfhörer, der andere über Studiomonitore, der nächste über eine kleine PA und der übernächste über eine Gitarrenanlage... man wird also Anpassungen vornehmen müssen, damit die Chose via vor Ort genutzter PA und Monitoranlage brauchbar tönt.
    Bedarf nach EQ und Kompressor als Werkzeuge kann da durchaus bestehen, aber das Wie ist pauschal nicht zu beantworten.


    domg
     
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  4. singwas

    singwas Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.10.16   #4
    Ich spiele über einen Roland GR 55 oder Boss GP 10. Beim ersteren unterlege ich einige Sounds mit Syth-Pads. Nix besonderes, eigentlich das gleiche was man durch Delay und Hall an "Shimmer" erzeugen kann. Andererseits verwende ich auch cleane, percussive Funk-Gitarrensounds. Stimmt: es ist wirklich nicht leicht, die gleichmässige "Lautstärke" der Patches zu bestimmen. Gibt es da irgendein "neutrales" Meßverfahren? Welches z.B. per Kabel-Input erstmal den Output misst? Klar, entscheidend ist natürlich, was am Ende aus der Anlage rauskommt. Gut wäre, wenn man wenigstens im Vorfeld alles gut vorbereiten könnte.
     
  5. der onk

    der onk HCA PA-Technik HCA

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    Erstellt: 28.10.16   #5
    Pegelmessung scheidet aus; da kann man wirklich nur Pi mal Daumen passend einstellen, sich selber natürlich gutes Monitoring auf die Bühne stellen und die Sounds so programmieren, daß das Volumenpedal am Ende der Kette sitzt und genug "Luft" zum Nachregeln hat.

    Denn wie laut ein Sound tatsächlich ist, hängt viel vom Klang ab und der Durchsetzungsfähigkeit im Arrangement. So kann z.B. ein Clean-Sound sich weit besser durchsetzen als ein heftig verzerrter und so muß letzterer deutlich lauter programmiert werden oder eben anders verschlankt werden. Sprich: Man programmiert IMMER mit zu viel Gain und Bass.

    Aussagekräftig wird der pegel der Sounds eh erst im Kontext mit der Band und dann merkt man im Verlauf des Gigs dann schon, daß man z.B. bei Sound xy immer einen Tacken lauter machen muß und speichert den dann halt ein paar dB lauter neu ab. Für "working-musician-setups" mit einer Handvoll Sounds ist das absolut praktikabel (und ich muß zugeben, daß man mit der Handvoll auch in Top-40-Bands bestehen kann, wenn die Sounds an sich gut sind); gehört man allerdings zu der Zunft, die pro Titel mit fünf individuellen Sounds antritt, wird das mit dem Anpassen der Pegel etwas arbeitsintensiver... ;-)


    domg
     
  6. Gast 2356

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    Erstellt: 29.10.16   #6
    Ich versuche "fertige" Sounds rauszuschicken, sprich: Kanalfader möglichst neutral
    Dann kann der Mensch am Mischpult möglichst wenig versaubeuteln, bzw. hat einen lockern Job.
     
  7. mHs

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    Erstellt: 30.10.16   #7
    Eigentlich finde ich so eine Aussage schade. Wünschenswert wäre doch, wenn Musiker und Tontechniker einander vertrauen würden.
    Ich, als "Toni", finde es immer recht angenehm, wenn ich relativ fertige Sounds von den Musikern bekomme, bei denen Effekte mit zu ihrem Sound gehören.
    Den finalen Mix, die Abstimmung im Raum möchte ich dann aber noch selbst machen dürfen. Letztlich bin ich der einzige, der auch hört, was nach seiner Aktion aus den Lautsprechern heraus kommt.
    Effekte, wie z.B. Hall sind individuell auf den Raum zu optimieren. Wenn mir dann ein Gitarrist seinen Standard schickt, dann kann das für den Raum viel zu viel oder auch zu wenig sein.
    Bei EQs sollte der Sound weitgehend so abgestimmt sein, wie es für das Arrangement sinnvoll ist. Wenn die PA auf den Raum gut eingestellt ist, dann sollte das auch dann weitgehnd passen. Letztlich behalte ich mir aber vor, da noch nachregeln zu dürfen.

    Die Einstellung finde ich gut. Einen lockeren Job habe ich aber erst, wenn die Signale so kommen, dass ich damit was anfangen kann (und auch darf).
    Sind die Sounds zu komplex, aus Sicht des Musikers fertig abgemischt und mir fehlen die Eingriffsmöglichkeiten, dann werde ich zum Faderschubser degradiert. Darauf habe ich dann aber keine Lust.
     
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  8. Gast 2356

    Gast 2356 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 30.10.16   #8
    So sollte es sein.

    Das ist genau die richtige Einstellung und der erwartete Job.

    Ewig lange Hallfahnen sollten natürlich nicht angeliefert werden. Aber jeder Gitarrist sollte irgendwann merken, dass weniger bei Effekten immer mehr an Sound bedeutet. Ziel ist natürlich, das was auf der Bühne abgeht möglichst authentisch zum Puplikum zu bringen. Wenn das hall und delaylastige U2 Sounds sind, haben diese auch so ans Puplikum zu gehen, wenn es ein furztrockener Bluessound ist, dann soll der auch furztrocken ans Puplikum gehen und nicht mit Hall, Delay oder sonstigen Schnickschnak an den Geschmack des Mischers angepasst werden.
     
  9. mHs

    mHs PA-MOD Moderator HFU

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    Erstellt: 30.10.16   #9
    Grundsätzlich ja, aber nicht jeder Saal verträgt so einen von Gitarristen fertig abgelieferten Sound. Und dann ist es besser, die Hallfahnen sind nicht ganz so lang, wie eigentlich gewünscht, dafür funktioniert die Musik dann in dem Saal aber.

    Nur um genau das zu beurteilen steht der Mann am Pult unten im Saal, der Musiker kann es von der Bühne aus aus gewöhnlich nicht beurteilen.
    Manchen Musikern und ihrer Musik würde es gut tun, etwas mehr Vertrauen zu ihrem Toni zu haben. Das Ergebnis würde besser.
     
  10. dabbler

    dabbler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.10.16   #10
    Das kann ich nur unterschreiben. Leider werden oft zu hohe Effektpegel geliefert. Im Proberaum super, im In-Ear auch, aber im Raum mit signifikanten Hall- und Echoanteilen dann einfach zu viel. Aber deshalb sollte man sich als Band ja auch nen festen Tonmensch suchen mit dem man das dann mit der Zeit passend abspricht und korrigiert, und dann ist alles gut. :-)
     
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