Mundharmonika Kauf

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samuel070300
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Hi, ich möchte eine Mundharmonika kaufen bin aber relativ unschlüssig welche für meinen Gebrauch geeignet wäre!

...wir spielen akustisch mit Gitarre, Klavier und Stimme hauptsächchlich Country und Rock. Die Mundharmonika brauchen wir für Soli in Hits von Bob Dylan, Cat Stevens,...
Wir transponieren aber auch relativ viel (je nach Stimmlage).

Wäre es also wahrscheinlich sinnvoll ein komplettes Set zu kaufen?

Wenn ja, dann welche Art, Blues, Richter?
....ich habe keine Erfahrung mit Mundharmonikas und kenne mich auch nicht mit den verschiedenen Stimmarten aus...

Danke im Voraus für eure Beiträge!!
 
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gug
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Ein komplettes Set brauchst du nicht, aber mehrere Tonarten schon. Es kommt drauf an, in welcher Tonart die Songs sind. Also die gängigen Tonarten kaufen.
Beim Blues/Folk/Rock wird oft und gern "cross" gespielt, das heißt du gehst im Quintenzirkel eine Stufe zurück, um die Tonart für die Harp zu ermitteln. Beispiel: Der Song ist in C, die Harp ist in F.
Du könntest aber natürlich auch eine C-Harp nehmen. Du hast dann eine anders klingende Begleitung, die braver klingt für meine Ohren. Das wird aber auch oft gemacht, z.B. auch im Folk oder Volkslied.

http://www.seydel1847.de/epages/Sey...Seydel/Categories/Harpfinder/Positionstabelle

Und kaufe nicht die ganz billigen (gibt es manchmal für 10 € mit Buch und CD, ist verlockend , aber du brichst dir einen ab).
Du denkst bei solchen "Schnäppchen", du kannst die Töne nicht formen, dabei liegt es nur daran, dass sie schwer gängig ist. Bei ab/um 25 € herum kannst du aber Harps kaufen, die dich nicht verzweifeln lassen.
 
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Einer der "Klassiker" schlechthin wäre die Hohner Blues Harp; blankes Metall und Holz-Kanzellenkörper...

Mein Favorit ist es aber nicht mehr (...schmeckte irgendwann nach "Thunfisch-Dose...")
Ich bevorzuge mittlerweile eloxierte Deckel und Plastik-Kanzellenkörper - meine Wahl fiel auf die Hohner Pro Harp:






Günstigere Variante, selbes Prinzip: Hohner Special 20:


Hohner Special 20 Classic D





Die machen viel Freude...! :)



HTH
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Hallo Samuel

Noch etwas Hintergrundinformation.

Die sogenannte Bluesharp ist eines von mehreren Mundharmonika-Modellen, die im Richter-Stimmsystem eingerichtet sind. Du kaufst also nicht "entweder ... oder ... "
Die handlichen 10-Kanal-Instrumente sind aufgrund ihrer Konstruktion (Blas- und Ziehzunge gemeinsam in einer Kanzelle untergebracht) dazu geeignet, Töne zu biegen = benden. Das erreicht man z.B. mit Spieltechniken wie blowbend und drawbend.
Diese Spieltechnik lässt sich immer dann anwenden, wenn Blas- und Ziehton mindestens einen Ganzton auseinander sind und sich die beiden Zungen in einer Kanzelle befinden. In welchem Stimmsystem die Mundharmonika eingerichtet ist, ist dabei eigentlich egal. Allerdings haben die unterschiedlichen Anordnungen der Stimmzungen zur Folge, das die Tonkombinationen, bei denen sich Töne benden lassen unterschiedlich sind.

Die 10-Kanal Richter-Harps eigenen sich aufgrund der für sie typischen Ton- bzw. Zungenfolge für das Spielen von Blues-Skalen besonders gut. Grund: Wenn man in der sogenannten Cross-Position (2. Kanal ziehen - Quinte über dem Grundton der Harp) mit der Dur-Tonleiter beginnt, geht die Tonfolge so aus, dass die sogenannten Bluenotes mit Bending gespielt werden können. Bluenotes sind Töne der Bluesskala, die etwas versetzt zur diatonischen Tonleiter liegen und daher nur auf Instrumenten gespielt werden können, die sich frei intonieren lassen. Genau das macht man beim Benden. Diese Idee stammt nicht von Richter, sondern von Leuten, die mit diesen Harps herumexperimentiert haben und dabei die Biegsamkeit der Töne entdeckten.

Für Musikstile, in denen es diese Bluenotes nicht gibt, bevorzugt man auf der Richter-Harp meistens andere Spielpositionen. Welche, hängt von der Tonart ab, in der die Melodie steht. Dur spielt man dann in der 1. Position = straigt position. Das bedeutet, dass der Ton in Kanzelle 1 blasen als Grundton der Tonleiter gewählt wird.

Wenn das Fehlen der Töne F und A in der unteren Oktave der (C-Dur) Richter-Harp und die Verdrehung der Tonfolge in der oberen Oktave stört, greift man zu anderen Stimmsystemen, in denen diese Töne enthalten sind. Das ist z.B. beim Solo-Stimmsystem der Fall. Das wird in allen Oktavlagen mit demselben Atemschema gespielt und lässt sich daher recht schnell lernen.

Eine sehr kompakte Soloharps ist die Orchestra von Seydel. Hier im Vergleich mit der Marine Band Solo von Hohner

Medium 20556 anzeigen
Es gibt aber auch noch ganz andere Stimmsysteme, die von Musikern erdacht wurden, um für einen bestimmten Musikstil typische Skalen oder Melodiefiguren besser spielen zu können. Das Team von Seydel ist der flexibelste Anbieter aller erdenklicher Stimmsysteme und bietet einen Configurator an, mit dessen Hilfe man sich sein eigenes Stimmsystem bestellen kann. Was realisierbar ist, wird gebaut.


Die Mundharmonika brauchen wir für Soli in Hits von Bob Dylan, Cat Stevens,...
Ich kenne von denen jetzt nicht jeden Song, schätze aber, dass für viele ihrer Songs Richter-Harps geeignet sind. Wie gut, das hängt von der einzelnen Melodie ab. Falls man Akkorde spielen möchte, muss man natürlich auch die in der Melodie steckenden Harmonien berücksichtigen und gegebenenfalls mehrere Harps zum Wechseln in die Hand nehmen (siehe Orange Blossom). Was da geht oder auch nicht muss man dann im Einzelfall analysieren bzw. ausprobieren. Da eine Bluesharp für sehr viele Songs passt, macht man damit in dem Genre schonmal nichts verkehrt.

Zum Thema Komplett-Set findest Du hier im Unterforum diverse Anmerkungen. Ich rate in der Regel dazu, mit dem Kauf einzelner Harps zu beginnen und verschiedene Modelle und Hersteller auszuprobieren. Nur so findet man heraus, mit welcher Harp man am besten zurecht kommt. Wenn sich dann die Lieblingsharp herauskristallisiert hat, ergänzt man die dann nach und nach zu einem Set.


Noch ein Schmankerl ;-)

Bluesharp versus Chromatic ab 3:40



Wenn man es kann, ist es fast egal welche Harp man zum Spielen nimmt. :-D

Gruß
Lisa
 
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Dylan benutze häufig die Tonarten G und C in 1. Position (d.h. selbe Tonart wie der Song).
bzw. die Tonarten D und A (seltener C) für das Spiel in 2. Position (Song-Tonarten A und E (bzw. G). Alles gut dokumentiert...


Später kamen mehr (und auch exotischere) Tonarten dazu, z.B. Db und Bb (gerne auch 2. Position für Songs in Ab und F), Ab, Eb, sogar High G.

Selten kam die 4. Position (u.a. auf dem Album 'No Mercy') mal zum Einsatz; 3. Position hat Dylan praktisch nie gespielt.



HTH
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samuel070300
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Danke mal euch allen für die vielen Beiträge!!
Waren sehr hilfreich... Noch eine weotere Frage aber... sollte man sich ein Lehrbuch dazukaufen oder kommt man auch mit reinhören, Internet und dem guten alten Üben und Probieren gut weiter?

Vielen Dank!
 
Lisa2
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Die gute Mischung macht's!
Was Dir persönlich am besten weiterhilft ... :nix:

Schau Dich in diesem Unterforum mal gründlich um, dann wirst Du auch auf hilfreiche Information von wenig oder gar nicht mehr hier aktiven Usern finden. Da gibt es Links zu sehr hilfreichen Videos, Webseiten und Mundharmonikabüchern. Am besten arbeitest Du die mal systematisch durch. Wenn dann ganz konkrete Fragen auftauchen, kannst Du die im entsprechenden Zusammenhang stellen. Dann fängt man nicht bei "Adam und Eva" an. :)

Viel Erfolg.

Lisa
 
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hairmetal81
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Ich kann dir auf alle Fälle die Youtube-Videos von Adam Gussow empfehlen! ...da sind auch ein paar richtig gute für Anfänger dabei! :great:


Auch mit diesem Buch von Jon Gindick habe ich gute Erfahrungen gemacht...: :)


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HTH
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