Hier mal ein paar Impressionen vom heutigen Messebesuch (rein persönlicher Eindruck aus Bassisten-Sicht):
+ die Idee mit Camps etc. ist gut und kommt wohl auch ganz gut an (Live-Auftritte in schalldichter Großkabine plus anschließender Autogrammstunde)
+ auch die Bemühungen, rund um die Musikmesse viel Live-Acts zu ermöglichen, ist eine gute Sache
+ auf der ProLight & Sound war ich das erste Mal, macht einen guten und gut gefüllten Eindruck
+ Dass MuMe und PL&S gemeinsam besucht werden können, und das nicht nur von Fachbesuchern, macht absolut Sinn, weil sich die Bereiche in vielen Teilgebieten heftig überschneiden. So war beispielsweise Radial Engineering, die u.a. Preamps ("ToneBone") und DI-Boxen herstellen, auf der PL&S vertreten, aber nicht auf der MuMe
+
Ibanez* und Orange haben ein wenig die Fahne der größeren Hersteller hochgehalten, lobenswert auch das Engagement des MusicStore, der immerhin einige
Fender*-, Gibson- oder PRS-Modelle mitgebracht hatte
+
Yamaha* und Co. (Line6,
Steinberg*, ...) in einem eigenen Areal mit Testmöglichkeiten und Live-Performances wirklich gut vertreten, da kann sich manch ein Mitbewerber mindestens eine Scheibe von abschneiden
- git/b-Bereich insgesamt (= halbe Halle mit viel Platz zwischendrin) SEHR übersichtlich, und das ist wirklich diplomatisch ausgedrückt
- Im git/b-Bereich gefühlt 50% der Aussteller aus Fernost mit z.T. SEHR preiswerten Instrumenten (oder Zubehör oder ...)
- wer meint, bei der Abwesenheit der Großen könnten die Kleinen groß auftrumpfen, irrt leider; immerhin einige Boutiquen am Start, mehr aber auch nicht
- die Zuordnung zu den einzelnen Hallen ist nicht immer schlüssig. So war ein Stand von u.a. Spector und Ned Steinberger Design in Halle 8.0 bei den akustischen Instrumenten, weil es an dem Gemeinschaftsstand halt auch E-Celli und Semi-Akustik-Gitarren gab. Macht das Ganze imo etwas unübersichtlich.
Eine Neuerung sei noch erwähnt, die mir im Vorfeld komplett entgangen war: das Mitbringen von Instrumenten oder z.B. Kopfhörern ist möglich und erlaubt! Es gibt an den Garderoben einen Instrumenten-Check-In. - So schön diese Neuerung auch ist: für mich als Bassisten hätte es nicht viel gebracht, da die Gelegenheiten zum Equipment-Testen einfach zu spärlich waren. Aber zumindest ist der eigene Kopfhörer hygienischer, als sich die Aussteller-Muscheln über die Ohren zu stülpen ...
Mein Fazit fällt gemischt aus. Die Kombination aus MuMe und PL&S ist immer noch einen Besuch wert, trotz der heftigen Verschiebungen der Schwerpunkte. Für git/b/dr alleine lohnt es sich eigentlich nur noch, wenn man die Camps, Workshops und Clinics mitmachen und -erleben will. Rein von Ausstellerseite VIEL zu dürftig geworden. Dabei eröffnet die Möglichkeit, Equipment mitzubringen, ganz neue Perspektiven, nicht nur für Instrumente, sondern auch z.B. für Effekte ... Inwieweit das veränderte Konzept mit geänderten Schwerpunkten (Live-Events, Musikerziehung, ...) überlebensfähig ist, sei dahingestellt. Es wäre aber toll, wenn die ursprüngliche Kernkompetenz der MuMe, nämlich eine Art Leistungsschau der Musikbranche, wieder gestärkt werden könnte.
Und zum Schluß noch ein Dankeschön an die mb-Kollegen, mit denen ich mich mittags ein wenig austauschen konnte ...
Euer
MrC