Hab Steel Panther auch live gesehen und fand ihren Auftritt richtig gut.
Verstehe einfach nicht, wieso sich Leute aufregen, dass sie das Glam Genre auf die Schippe nehmen. Auch muss man beachten, WER sich lustig darüber macht. In diesem Fall ist es eine Band, die aus 80's Veteranen besteht, welche selber grosse Fans des Stils sind. Michael Starr war früher Sänger in der besten Van Halen Coverband aus den vereinigten Staaten und hört privat gerne Warrant, Dokken oder Ratt. Satchel bzw. Russ Parrish war ein ganz Grosser in der 80er LA Gitarren Szene und hielt sogar eine Professur am renommiert GIT inne. Unter anderem war er Teil des Electric Fence Duos. Sein Partner: kein geringerer als Paul Gilbert.
Wenn jetzt Typen solchen Kalibers das Glam Genre mokieren, dann darf man getrost glauben, dass dies nicht aus einem Ressentiment der Stilistik gegenüber geschieht, sondern vielmehr in den finanziellen Gegebenheiten des derzeitigen Musikabsatzmarktes wurzelt. Sie haben lediglich eine Marktnische entdeckt, und wollen daraus Kapital generieren. Musiker sein ist schön und gut, aber wenn man dann die ganze Zeit am Existenzminimum leben muss, ist man dann schon mal bereit die eigenen Idealvorstellungen anzupassen und zu "optimieren".
Ich gönne es Ihnen, da sie vor allem musikalisch gesehen einiges auf den Tisch bringen. Ob die Lyrics jetzt gut oder schlecht sind, interessiert mich nicht. Ich höre Musik der Musik wegen; solange die zu Grunde liegenden Noten der Lyrics gut eingesungen sind und auch harmonisch ins Gesamtbild passen, reicht mir das schon vollkommen aus. Wenn ich was gescheites lesen oder hören will, so kauf ich mir ein Buch/Hörbuch von Mark Twain oder Hermann Hesse.
Und ja: Ich stimme hier einigen (z.B. Alpha) zu. Der 80's Rock fuhr auf der luftig-lockeren, zum Teil sinnfreien, dopaminausschüttenden Schiene ziemlich gut... die Richtung "Das Leben ist so hart... Nehmt keine Drogen... ich bin so krass wegen meiner Lebenserfahrung blahblah" passt einfach nicht in die 80er. Reagan war an der Macht, Wirtschaftskonjunktur, der Mittelstand blühte auf, Leute kauften sich Häuser und Autos auf Kredit etc.

Kurzum: Das Leben war schön! Und schön war auch die Musik. Nachher gab's ja genug von der depressiven, sozial-kritischen Musik in den 90ern.