Mythos, Brands, Gehirnwäsche

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  • #22
Warum muss man der „ich kaufe rational“ oder „ich kaufe irrational“ Typ sein?

Ich habe meinen Wiedereinstieg in Sachen E-Gitarre betont rational mit einer PRS SE gestartet. Extrem gute Verarbeitung und hohe Funktionalität, bei absolut vernünftigem Preis. Klanglich auch völlig ok, aber am Ende aber für mich nicht „dauerinspirierend“. Dann habe ich ins Marken Regal gegriffen: Eine Gibson Les Paul Studio Worn Faded, die nicht teurer, als die PRS SE war. Gefiel mir auf die Dauer deutlich besser und dennoch, bohrte in mir irgendwann wieder die Frage „geht da noch doch mehr?“
Mit der Les Paul Studio bin ich in ein großes Musikgeschäft und habe intensiv verglichen (völlig Brand übergreifend und ohne (realisierbare) Budget Restriktionen), mit den Ziel mir die Gitarre zu holen, die „über jeden Zweifel erhaben ist“. Die für mich “beste“ Gitarre, war dann eine Gibson CS R7. Habe ich diese Gitarre kaufen müssen? Klares Nein! Die 2% die sie vokaler und geiler, als die Studio tönt, ist nicht essentiell. Bereue ich es sie gekauft zu haben? Nein! Im Gegenteil, diese Gitarre hat mich vom GAS befreit! Eine irrationale Entscheidung, die mir rationale Entscheidungen ermöglicht.
(… und auch kein „die hohen Trauben, sind alle sauer!“…😉)

Mittlerweile ist mein Hauptinstrument eine Music Man Stingray, über die ich mehr durch Zufall gestolpert bin und die ich, in „Summe“, für mich überragend finde. Das ist auch ein hochpreisiges Instrument, aber für mich ist das einfach ein sehr sehr gutes Werkzeug, völlig ohne Fanboy/Poser Attitüde.

…und nichtsdestotrotz, irgendwann hatte ich Bock auf eine Rickenbacker 360. Sicherlich die „unvernünftigste“ Gitarre, die ich habe, trotzdem leider geil…
 
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  • #23

  • #24
Das ganze ist doch einfach eine Sache der persönlichen Mentalität ...
Was dem einen unendlich wichtig ist, geht dem anderen am A.... vorbei 😉
Und das ist auch völlig ok.

Ich selber sehe mich da eher als "Wanderer zwischen den Welten" ...
Im Prinzip habe ich so vom Gefühl her lieber ein Original. In der Praxis ist es dann eher so, dass ich vor einem Kauf ziemlich genau weiß was für einen Gitarrentyp ich haben möchte, ich informiere mich ausführlich und teste nach Möglichkeit selbst, und kaufe dann die Gitarre, die mich als "Gesamtpaket" von Klang, Bespielbarkeit, Qualität und Optik her am meisten überzeugt - egal was draufsteht 🙂

Entsprechend bunt ist meine Mischung hier ... Originale, Nachbauten, preiswerte Alternativen ... es lebe die Vielfalt! 😉
 
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  • #25
ad Kopie:
Meine Gibson Studio ist einmal umgefallen und da hatte ich einen Bruch der Kopfplatte. Das wurde dann repariert. Meine Harley Benton sowie ESP "SC Type" sind vielleicht "Kopien", nur haben die das Gibson Design aus meiner Sicht verbessert, indem sie einen "neck volute" haben.

... und ich will sie trotzdem nicht haben.

Ich fühle mich auch in keiner Weise als gehirngewaschen, weil meine Vorliebe für bestimmte Gitarren nicht der zu heftig konsumierten Werbung entspringt, sondern sich aus meinen früheren Wünschen, die teils unerfüllt bleiben mussten, entwickelt hat.
Wenn du mit 17 z.b. eine Gibson Les Paul bewundert hast, aber dir nicht leisten konntest, wirst du mit 60 genau die nehmen, egal wie viele HBs oder sonstige sie dir nachwerfen.
Selbst das Preis Leistungs-Argument zieht nicht, weil die Billigsdorfer in ein paar Jahren nichts mehr wert sind, ich aber an einer Fender oder Gibson noch nie einen Cent Verlust gemacht habe. Ganz im Gegenteil.
Das kannst du auf alle Themen übertragen, nicht nur auf Gitarren. Wenn du nicht Geld ablegen, sondern einen Wertzuwachs haben willst, musst du dir die richtige Rolex und den richtigen Ferrari kaufen. Klar, dazu gehört eine gewisse Sachkenntnis und auch das nötige Spielgeld. Aber es funktioniert zuverlässig.
 
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  • #26
Ich mag logischerweise die Marken Gibson, Fender, PRS, Gretsch und deren Klassiker.
Ab und an haben aber auch die traditionellen Gitarren Eigenheiten, die mich stören und die ich so nicht haben will: bei einer Jazzmaster stört mich das Schaltungs-Gedöns und die Bridge, Fano hat einen simplen Dreifach-Toggle und eine Tune-o-Matic mit STP auf ihrer JM6. Aber ist das nun noch eine Jazzmaster?
Wenn Drittanbieter mit coolen Weiterentwicklungen oder Nischenprodukten auf Basis der traditionellen Gitarren locken, dann hat man mich auch bei solchen im Boot.

Manche haben es geschafft, sich vom reinen Kopieren komplett zu emanzipieren, z.B. Ibanez.
Manche haben von Anfang an versucht, nicht direkt zu kopieren und fingen erst später damit an, z.B. PRS.

Es stört mich nicht, dass Firmen wie Eastman, Maybach oder Tokai zu wenig oder nix Eigenständiges im Portfolio haben, aber ich nehme es durchaus so wahr.
Warum sollte ich aber dann auf deren nahezu 1:1 Kopien von Originalen zurückgreifen?
Die Qualität steht außer Zweifel und ich kann es absolut nachvollziehen, wenn sich jemand dafür entscheidet. Ich habe aber einfach ein zwiespältiges Verhältnis, wenn eine Firma nur kopiert.

Denn da ist für mich der wesentliche Unterschied zu den Kopien von z.B. PRS: Die haben Gitarren mit einer eigenständigen Linie im Programm, lange bevor sie jetzt auch noch Interpretationen von Fender und Gibson ins Programm genommen haben. Wenngleich mir die Silver Sky gar nicht zusagt, da fand ich das Konzept mit der Swamp Ash Special sympathischer und PRS-liker.

Klar, zur Monokultur mit wenigen etablierten Korpusformen, die jeder haben will, haben wir doch selbst durch unser Kaufverhalten beigetragen. Da ists schwer für einen Hersteller, ohne Risiko was Eigenständiges zu etablieren. Ich kann aber einfach nix damit anfangen, wenn überhaupt kein eigener Anspruch bei einer Firma vorhanden ist, auch mal ihr eigenes Ding zu machen.
 
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  • #27
@daklause
Eine Volute ist für mich auch keine Verbesserung.
Ich habe einen Bass mit Volute, die Haptik gefällt mir absolut nicht!
Wenn die Halskonstruktion ordentlich geschäftet ist, hat man an dem kritischen Punkt eh eine höhere Stabilität, weil die Faserrichtung in der Kopfplatte günstiger ist.
D.h. die Volute braucht man eigentlich nur, wenn man sich als Hersteller die Kosten für das Schäften und saubere Ansetzen der Kopfplatte sparen will. Wie eben vermutlich bei Harley Benton.
 
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  • #28
Also es war zu einer Zeit , in der ein Computer noch ins Reich von Science Fiction gehörte
da war ich eines Abends in einer Discothek ( Räumlichkeit zum Tanzen nach Musik und um Bekanntschaften zu schließen)
Da trat eine Band auf ,der Gitarrist hatte eine Schwarze Les Paul Custom umhängen die er über einen Marshall
Full Stack spielte, Leute das war ein Sound , sowas wollte ich auch haben , es vergingen aber viele Jahre und sie ist Weiß
Ja zu deiner Frage , ich fing mit einer Framus Acoustik an , dann kam eine Ibanez ,die nächste war eine E-Gitarre von Cimar.
Nach einiger Zeit hatte ich dann eine Gibson Pro . Das nächste Erlebniß hatte ich als ich die Roxy Music Lp For your Pleasure
aufklappte da war Manzanera mit einer Roten Firebird VII abgebildet, die Gitarre steckte mir dermaßen in der Nase ,daß ich sie mir
einige Jahre später Kaufte! Mittlerweile habe ich noch einige andere Gitarren auch von Gibson, eine Alibi Strat von Fender Usa
aber auch eine PRS CE 24 und die ist aus der Frühzeit der Firma ,fast noch eine Pre Factory, das IST EIN ORIGINAL, Paul hatte damals
einen klugen Gedanken THE BEST OF BOTH WORLDS , ein WENIG GIBSON ein WENIG FENDER . Wie wir uns schon mal zum Thema
Gretsch unterhielten , ich nenne eine 5420 mein Eigen , handwerklich sehr gut gemacht, klingt gut ,spielt sich gut aber ich denke die
Japanischen 6120 sind evtl noch besser aber sie kosten meist mehr als das Doppelte, habe auch eine wunder bare Tele von Thomas Kortman
gebaut , die übertrift sogar das Original, und eine Cort Strat ist auch noch da ,die spielt auch sehr gut.
Aber Originale sind eben Paulas aus den späten Fünfzigern, Pre CBS Strat und Tele , Gretsches aus USA.
DAS WICHTIGSTE ist Freude an der Musik zu haben , egal ob iher zu Hause spielt ,in kleinen Clubs oder auch in Stadien.

keep on Rockin`` in a healthy World
 
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  • #29
Bei mir schlagen mehrere Herzen in der Brust.
Bei "Arbeitsgitarren" ist mir mehr oder weniger die Marke egal, Hauptsache sie entsprechen meinen Anforderungen.
Mit dem Großteil meiner Gitarren"anhäufung" (von Sammlung kann man da nicht sprechen) hab ich mir meine Jugendträume erfüllt.
Und da muss für mich die Marke stimmen.
Sobald ich es mir leisten konnte, habe ich mir den Traum einer Gretsch erfüllt. Es war damals gar nicht so leicht an eine ranzukommen.
Mit einer der inflationären, preiswerten Elektromatic Nachbauten wäre es nicht dasselbe gewesen. Klingt jetzt vielleicht etwas snobistisch, aber so empfinde ich das.
 
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  • #30
Wie eben vermutlich bei Harley Benton.
Nicht alle Benton Paulas haben die Volute. Ich hatte zwei Les Pauls von denen ohne.
Ich glaube das ist so ein "kann man machen muss man aber nicht" Ding.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Wenn du mit 17 z.b. eine Gibson Les Paul bewundert hast, aber dir nicht leisten konntest, wirst du mit 60 genau die nehmen, egal wie viele HBs oder sonstige sie dir nachwerfen.
Nein.
Ich bin jetzt 65 und brauch noch immer keine Gibson oder Fender obwohl ich beide seit 1970 kenne.
Ein Markenname ist einfach ein Name sonst nichts.
Qualität ist etwas anders und hat nichts mit einem Aufdruck zu tun.
Eine gute Gitarre ist eine gute Gitarre weil sie eine gute Gitarre ist und nicht weil etwas bestimmtes auf der Kopfplatte steht.
Dein Argument mag für dich zutreffen allgemeingültig so wie du es formulierst ist es definitv nicht.

Das soll nicht heissen das diese Hersteller keine gute Gitarren bauen aber es muss bei jeder überpüfbar sein und kann nicht von einem Aufdruck auf der Kopfplatte abgeleitet werden.
 
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  • #31
... und ich will sie trotzdem nicht haben.
Wenn du mit 17 z.b. eine Gibson Les Paul bewundert hast, aber dir nicht leisten konntest, wirst du mit 60 genau die nehmen, egal wie viele HBs oder sonstige sie dir nachwerfen.
Da hast Du fast exakt meinen Fall getroffen, mit leichter Abweichung 😉

Ca. 1991 (mit ca. 22) wollte ich eine Les Paul Standard in schwarz, Black Beauty, ab in den Laden gekauft.
Ca. 1990?1992? wollte ich mir ein paar Custom Gitarren machen lassen: Also Bestellungen in einem Geschäft aufgegeben für Jackson Custom Gitarren.

- ich war mit den Gitarren überglücklich

ca. 1996 - Musik und Gitarrenpause für mehr als 20 Jahre (Gitarren nur im Koffer)

Die Zeitreise brachte mich ins Jahr 2019 und alles war anders.

Meine neuen Schecter Gitarren für € 800 sind genau so gut wie meine Jackson Custom
Meine HB550 ist besser als meine Les Paul Standard

Mit ca. 50:
Aus dem Grund habe ich ohne jemals zu vermissen, die teuren Gitarren verkauft ...

Bei mir hat sich inzwischen in allen Lebenslagen ein Preis/Leistungsdenken manifestiert.
 
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  • #32
Ich fühle mich auch in keiner Weise als gehirngewaschen, weil meine Vorliebe für bestimmte Gitarren nicht der zu heftig konsumierten Werbung entspringt, sondern sich aus meinen früheren Wünschen, die teils unerfüllt bleiben mussten, entwickelt hat.
Das ist auch nicht mein Empfinden für Jemanden der sich für ein bestimmtes Produkt entscheidet, auch nicht zwangsläufig die Absicht eines Anbieters, wird aber wenn es sich so betätigt sicherlich gern in Kauf genommen ☺️. Vielleicht ist der Begriff auch nicht ganz passend.

Ich denke, dass so wie RED-DC5 schrieb eher die Tatsache des Live Erlebnisses mit einem Gitarristen mit ausgewähltem Gear ist, der als Multiplikator und/oder Beschleuniger wirken kann.

Meine erste Liebe galt der Stratocaster, mit der ich heute so wenig anfangen kann wie mit der Les Paul, wenngleich beide sicherlich zu Recht zu den verbreitetsten Designs gehören. Ich bin mit Telecasters, Gretsches und ES33X besser bedient, habe dies aber erst über die Jahre herausgefunden. Geblieben ist die Vorliebe zu den großen Marken.

Und es soll in meinem Geschreibsel auch keinerlei Wertung enthalten sein, ich bin ja selbst anfällig für die großen Brands! Mich interessiert wie es zustande kommt und da bilden die Antworten einen sehr informativen Querschnitt ab.
 
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  • #33
Alleine schon die Tatsache, dass man von einer Kopie spricht, macht es für mich uninteressant.
Da könnt ihr argumentieren, was ihr wollt.
Original oder Kopie? Na was schon?

Müsstest du dann nicht Heritage kaufen?
Ist doch mehr "Original" als Gibson.
Die Frage ist ernst gemeint.


Zum Thema an sich:

Ich denke, die meisten brauchen einfach Inspiration von außen dafür, dass ihnen ein Instrument gefällt (von mir aus nenn es extrinsische Motivation).
Bewährte Markenhersteller liefern das, weil über die Jahrzehnte Musiker Ikonen deren Instrumente gespielt haben.
Heute läuft es halt über Youtube Influencer (neben Instagram und Co) - wer da groß mitverdienen will, kann es sich idR nicht leisten, sich kritisch zu den großen Marken zu äußern.
Das gilt selbstverständlich auch für die großen Händler, die einen eigenen Youtube Channel haben.

Dass viele Menschen jemanden brauchen, der ihnen sagt was gut und was weniger gut ist, ist ja nichts Neues.
Und das Bedürfnis haben, "dazuzugehören" bei der breiten Masse bzw. bei denen, die das Sagen haben und den Ton angeben.
Der Rest erklärt sich von selbst.

Ich selbst bin da sehr pragmatisch und kaufe das, was für mich die beste Qualität, den besten Sound, die beste Haptik fürs Geld bietet.
Ist mir ziemlich egal, was z.B. bei Gitarren auf der Kopfplatte steht.

Als ich eine Strat wollte, habe ich mir eine bei Haar bauen lassen, weil das für mich die bessere Entscheidung war, als beim Fender Custom Shop zu schauen.
Als ich meine Liebe zu SGs wieder entdeckt habe (obwohl ich eigentlich erst eine LP wollte), haben mir halt die FGN DCs besser gefallen als die Gibson SG Standards - der Preis war bei beiden gleich.

Zur europäischen FGN DC10 gibt bzw. gab es genau ein Händler Video von Rockland Music mit einem kurzen Soundschnipsel, nichtmal ein Review.
Mir fällt keine andere Gitarre ein, die in den letzten 10 Jahren hergestellt wurde, von einer doch gar nicht soo unbekannten Marke, die weniger gehyped wurde (wenn man es so nennen möchte), um nicht zu sagen, komplett ignoriert wurde in der Influencer Szene. War mir in dem Fall schlichtweg egal, weil ich mir selbst eine Meinung bilden konnte und weiß, was ich da habe. Mittlerweile sogar drei Stück an der Zahl.

Gestern hab ich im User Thread ein Video verlinkt von Guitaristas, in dem der Herr eine von den neuen Epiphone 61er SGs vorstellt.
701 £ hat er dafür gezahlt.
Er ärgert sich darüber, dass das Bevel auf der Rückseite am unteren Horn nicht komplett ausgeführt wurde (obwohl es im praktischen Gebrauch wirklich wurscht ist - aber ist eben nicht wie beim "Original") und stellt auch mehrmals die (u.a. auch von seinen Viewern) gestellte Frage in den Raum, ob es nicht besser gewesen wäre, eine gebrauchte Gibson zu kaufen.
Zwar meint er, dass er den Kauf der Epi nicht bereut und dass ihm die dort verbauten Burstbucker PUs auch mehr taugen als die heißeren 490er, die man bei Gibson öfters bekommt - so richtig glücklich scheint er aber nicht zu wirken, so zumindest mein persönlicher Eindruck.

Da habe ich mich dann auch gefragt, wo denn jetzt das Problem wäre - die Gitarre lässt sich seiner Aussage nach sehr gut bei flacher Saitenlage spielen, ist augenscheinlich besser verarbeitet als das, was man von Gibsons Standard Linie gewohnt ist und klingt auch prima.
Das zeigt dann eben auch, dass man im Kopf schon eine gewisse, tradierte Preisvorstellung hat, die eben auch an Marken-Namen gebunden ist, ganz unabhängig davon, was man dann tatsächlich geboten bekommt.
 
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  • #34
Natürlich setzt man bei den großen Marken auch eine gewisse Qualität als selbstverständlich voraus
was bei den NoNames so nicht geht. Daher sind Markengitarren für viele Musiker natürlich interessanter.
 
  • #35
..wenn es um Pioniere geht: Framus, Hopf, Hoyer, Höfner, Eko, Bartolini, Fenton Weil, ... durchaus auch in dieser Kategorie zu suchen. Der Blick nach Westen dürfte klar von einem gewissen Kulturimperialismus geprägt sein ... dem kann man vermutlich kaum entgehen. Und natürlich auch von einem gigantischen Werbeaufwand/Endorsereinsatz, der sich verglichen mit den dürftigen Bemühungen europäischer Unternehmen (von den Briten mit Vox und Marshall mal abgesehen) klar auszahlen dürfte. Wenn es aber um eigene kreative Antriebe geht, finde ich die Auseinandersetzung mit eben gerade nicht standardisierten Ideen und Instrumenten sehr reizvoll. Ich bin also sicher nicht brand-ungebunden, aber meine Vorstellungen erstrecken sich gerade auch auf nicht-mainstream-brands.
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Natürlich setzt man bei den großen Marken auch eine gewisse Qualität als selbstverständlich voraus
...mh, seit ich in einem Grundiggerät nur noch japanische Bauteile gefunden habe, bin ich von dem Tripp geheilt :D Brands dienen der Kundenorientierung und -bindung, einfach wie ein Mercedesstern, Mustererkennung und Imageabruf. Wer solchen Impulsen nicht mehr ausgesetzt ist, etwa auch, weil die persönlichen Ziele nicht mehr so ganz auf der gesellschaftlichen Mittelschiene liegen, der hat gute Chancen, auch dem emotionalen Anteil dieser Strategie zu entgehen.
 
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  • #36
Gitarren haben was mit Leidenschaft zu tun. also spielt hier natürlich die Emotionalität eine große Rolle. Und das ist auch gut so!!!! Wer in erster Linie nur auf das Preisschild achtet, das günstige Angebot sucht und dann noch mit der Lupe nach Lacknasen sucht, dem ist die Leidenschaft irgendwie abhanden gekommen. Zum Glück ist das bei mir nicht so. Gitarren sind ja keine Staubsauger oder Kaffeemaschinen
 
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  • #37
Wenn du nicht Geld ablegen, sondern einen Wertzuwachs haben willst, musst du dir die richtige Rolex und den richtigen Ferrari kaufen.
..das liest sich recht lustig für mich. Ich denke, wenn Wertzuwachs das ausschlaggebende Kriterium wäre, lägen Anschaffungen im glorreichen Statussymbolbereich doch wohl eher hinter Immobilien und Investitionen in Politiker zurück :D

Wenn du mit 17 z.b. eine Gibson Les Paul bewundert hast, aber dir nicht leisten konntest, wirst du mit 60 genau die nehmen
.. das scheint mir schon wesentlich einleuchtender und ist auch nach meiner Einschätzung sicher zutreffend. Vermutlich bin ich sogar ein gutes Beispiel dafür, weil ich meine erste "echte" mit 18 hatte, und etliche teure in den Jahren danach. Mich haben aber auch in jungen Jahren immer schon Exoten gereizt, also Instrumente, die durchaus nicht so ohne weiteres entgegenkommend waren, bis man sich einen Zugang zu ihnen erkämpft hatte. Aber sicher habe ich nie Mangel gelitten an guten, verlässlichen und einsatzfähigen Instrumenten. Ich habe aber auch schon früh feststellen können, dass der Name auf dem Kopf dafür weder eine Garantie darstellt, noch solche Kriterien anhand dessen auszuschließen wären.

Gitarren haben was mit Leidenschaft zu tun.
...wenn ich so in meiner Gitarrengeschichte zurückdenke, ich glaube, ich habe keinem Gerät mehr nachgefiebert und gejagt, als diesem Teil, als ich sie in einem Laden als Deko über der Testkabinentür habe hängen sehen ... :D nicht unbedingt ein Markenkauf ...
 

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  • #39
Ich fühle mich auch in keiner Weise als gehirngewaschen, weil meine Vorliebe für bestimmte Gitarren nicht der zu heftig konsumierten Werbung entspringt, sondern sich aus meinen früheren Wünschen, die teils unerfüllt bleiben mussten, entwickelt hat.
Wenn du mit 17 z.b. eine Gibson Les Paul bewundert hast, aber dir nicht leisten konntest, wirst du mit 60 genau die nehmen, egal wie viele HBs oder sonstige sie dir nachwerfen.
…wer mag für sich unterscheiden, warum „unerfüllte Träume“ zu Träumen wurden? War/ist es geschicktes Marketing oder ist es ein Teil der Musik Geschichte ist, dass die Claptons, Hendrix, Slashes, Greens,… dieser Welt, “Symbole“ der eigenen Jugend erschaffen haben.
„Böse“ Menschen nennen das gehirngewaschen, „verständige“ eben sentimental…
Aber letztlich ist es IMO auch ok. bzw. völlig normal, sich von Werbung beeinflussen zu lassen. Wer glaubt, dagegen immun zu sein, ist auch naiv.
 
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  • #40
Bei Dir gibt es hinsichtlich der Formen der Modelle immer noch Gemeinsamkeiten mit den Ikonen.

Dean Zelinsky hat beim Besuch seiner Familie in Chicago - zurecht - gesagt. "Wenn du heute Gitarren entwirfst, musst innerhalb der Box der Erwartungshaltung ein Produkt entwickeln, welches Alleinstellungsmerkmal hat. Brichst du aus der Box aus, baust du Kleinserie."

Basierend auf dieser Aussage würde ich sagen: "Die Hersteller würden es gerne neu erfinden, aber die Kunden lassen sie nicht aus der Erwartungsbox." (Und Kleinserie aka Ritter ist da jetzt mal ausgenommen).

Selbst ein James Trussart ist mit seinen sehr alternativen Materialien in der Box geblieben und betreibt dort seine eigene Nische ...

https://jamestrussart.com

ESP zeigt jährlich auf der NAMM die ganz oben angesiedelten Designerstücke ... 10.000 $ + ... die wenigsten davon wären tauglich für ein Serienmodell.

eigener Bildtests

Also doch auf die Optik reingefallen :whistle: ...

Gruß
Martin
 
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