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Nochmal: Aufteilung Geld innerhalb einer Band

  • Ersteller Gast98793
  • Erstellt am
Da habt ihr beide natürlich Recht, der Steuervorteil ist nur gegeben, wenn auch entsprechende Einnahmen mit der Band GbR generiert werden, die wiederum versteuert werden müssten. Bei jungen Hobbybands mit eigener Musik ist das vermutlich selten der Fall.
Auf der anderen Seite ist die gesamte Fragestellung nach der Gagenverteilung natürlich auch erst interessant, wenn die Band Gagen erhält, die die laufenden Kosten wie Sprit, Proberaummiete etc. deutlich übersteigen.

Der Einwand war von mir aber auch eher als Randbemerkung gemeint: Es kann sich schon auch finanziell lohnen, Material zu kaufen.


Überdies meine ich, dass die Modernisierung von Equipment oder qualitative Aufrüstung durchaus ein Motivationsfaktor bei Bands sein kann. Du argumentierst ja geradezu anders herum, indem Du anführst, warum der eine dem anderen etwas mitfinanzieren sollte (weil jener sich teures Zeug gekauft hat). Demzufolge wäre es ausreichend, wenn sich z.B. ein Schlagzeuger nur einen Kesselsatz von Tromsa zulegt (weiß nicht, ob es die Firma heute noch gibt) und kein Sonor-Kit (o.ä.). Im Endeffekt führt eine solche Argumentation dahin, dass ordentliche Ausstattung nachrangig ist, Hauptsache Krach. Also ich hatte z.B. ganz am Anfang einen Selbstbau-Verzerrer in einer Pappschachtel und zwei hintereinander geschaltete Radios. Das kostete quasi nichts, klang aber auch nach nichts. Ob man damit heute einen Hund hinterm Ofen vorlockt?
Das ist in der Theorie natürlich vollkommen richtig. In der Praxis ist mir das Problem allerdings tatsächlich noch nicht begegnet. Die Musiker, mit denen ich bisher zusammengespielt habe, waren alle eher Jäger und Sammler. ;-) Aber insbesondere hatten einfach alle ein eigenes Interesse daran, mit livetauglichem-Equipment zu spielen (ganz unabhängig von der Preisklasse). Und wenn die Band an einer Stelle das Gefühl hatte, dass hier aus verschiedenen Gründen eine Optimierung nötig wäre, wurde das eben angesprochen.
Ich unterstelle einer zusammenspielenden Band einfach mal, dass prinzipiell alle daran interessiert sind, dass die Band gut klingt.

Ich fände es auch schwierig zu entscheiden, welches Equipment jetzt bandrelevant ist. Benötigt der Gitarrist wirklich die vierte Gitarre oder wird tatsächlich auch das zweite Schlagzeug bezahlt, das der Drummer zur Probenvorbereitung zuhause nutzt, aber auch, wenn er mit anderen Musikern spielt? Oder was ist, wenn jemand einfach nicht den finanziellen Spielraum hat, um sich teures Equipment zu leisten? Der "Gagen-Bonus" wird ja prozentual ausgezahlt. Kauft der eine Kram für 10.000€ bleiben für die anderen nur ein paar % übrig, auch wenn sie gefühlt viel Geld ausgeben. Entsprechend würde die Entlassung bei Neuanschaffung ja auch nicht sonderlich groß ausfallen.
Das sind natürlich jetzt extreme Beispiele, genau wie dein Beispiel mit dem Hundequälenden Radioverstärker. :D. Ich denke, dass weder deine Lösung noch die gleiche Gagenverteilung allen Eventualitäten standhalten muss. Wenn man Sonderfälle oder Leute, die die Regelungen ausnutzen wollen, dabei hat, funktioniert es halt nicht.

Ich persönlich fände die Regelung nach den persönlichen Erfahrungen, die ich gemacht habe, einfach nicht besonders fair oder zielführend. Wenn sich aber fünf Leute treffen, für die das funktioniert, ist es doch super.

(Ich könnte mir eher vorstellen, mit den 25% der Gagen auf Dauer die gesamten Instrumente zu finanzieren, so dass (nach entsprechend vielen Gagen...) für Auftritte ausschließlich Bandeigeigentum verwendet werden kann. Damit stellt man sicher, dass die technischen Ansprüche der Band berücksichtigt sind und jeder hält den gleichen Anteil an den Sachen. Aber der Ansatz funktioniert wohl theoretisch besser als praktisch...
Oder man könnte sich vorstellen, zumindest Verschleissteile zu finanzieren, wie Saiten, Batterien, Felle und Sticks. Oder, oder...)
 
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Also wir machen es so: Alles Geld kommt in einen Topf und wir kaufen ganz viel Bier davon.
 
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(Ich könnte mir eher vorstellen, mit den 25% der Gagen auf Dauer die gesamten Instrumente zu finanzieren, so dass (nach entsprechend vielen Gagen...) für Auftritte ausschließlich Bandeigeigentum verwendet werden kann.
Slightly OT, aber das kann ich mir nun so gar nicht vorstellen. Selbst bei den "ganz großen" sind die Eigentumsverhältnisse klar (=jedem gehören "seine" Instrumente). Was es halt im Band-Kontext immer braucht (und was oft auch schwierig ist), ist die Proberaum-Anlage, also entweder kleine PA/Monitoring, oder Mixer/In-Ear. Die braucht man nämlich "nur" für die Band. Weil sich mein Ansatz "jeder sollte sich mit eigenem Equipment laut machen können" vor allem bei den Vocals immer zu total fragend-ausdruckslosen Blicken führt ("Wie? Ich soll selbst ein Mikro und eine Monitorbox kaufen? Das war bisher immer da, das sehe ich nicht ein.." - "Ohne Verstärker würde meine E-Gitarre auch keiner hören, und den habe ich gekauft." - "Na das ist ja was ganz Anderes" - "..."), ist es doch meistens/immer so dass einer (oft der mit der meisten Motivation) eine Lösung bereitstellt.

Wenn es Geld zu vereilen gibt, wird Geld verteilt, nach welchem Modus sich die Band auch immer einigen kann.

Bei weniger gewinnorientierten Bands fließt ein "Überschuss" doch in der Regel in die Merch-Produktion, Studio-Aufnahmen, Proberaummiete, ...

Ich finde die hier geführte Diskussion etwas hypothetisch-theoretisch. Wie ja auch schon gesagt - wenn was verdient wird, dann kann man auch über die Verteilung reden... wenn man der Meinung ist, dass die Band das aushält.
 
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So ganz stimmt das nicht. Das hängt auch von den Gigs ab die man spielt, sowohl Anzahl als auch Größenordnung. Da kann durchaus alleine durch die eigenen Gigs schon was bei rumkommen. Wo da die Grenze liegt lässt sich aber schwer sagen.

Sorry, da kann eigentlich nur Verlust bei rumkommen, denn das Geld, dass der Verantalter bei der Gema abdrückt, könnte er sonst direkt der Band geben. Und das die Gema mehr ausschüttet als sie einnimmt wäre mir neu. Gema loht sich m.E. nur wenn die Songs woanders gespielt oder gestreamt etc werden.

Manchmal ist es offensichtlich. Wenn es z.B. einen Bandleader gibt, der Musikanten um sich scharrt. In den meisten Hobbybands leisten aber eben einfach alle ihren eigenen Beitrag (der durchaus sehr unterschiedlich ausfallen kann).

Ich gebe Dir recht, wenn Du sagst, dass der Beitrag der einzelnen Bandmitglieder recht unterschiedlich ausfallen kann. Nach meiner Erfahrung ist es eben leider nicht so, dass sich das alles schon irgendwie zumindest halbwegs ausgleicht. Oft bleibt der Großteil des Aufwandes eben bei einigen wenigen hängen, nicht immer aber oft. Das führt dann zu einer Schieflage und zu Spannungen. Ob man das finanziell regeln muss ist eine andere Frage. Aber nochmal: wenn die Aufgaben klar verteilt sind und einige deutlich und nachvollziehbar mehr leisten, ist aus meiner Sicht auch eine finanzielle Lösung nicht abwegig.

Ich denke es hängt sicher auch etwas an der konkreten Konstellation. Wenn man mit guten Freunden eine Band gründet, ist es auch für mich nachvollziehbar die Gage paritätisch zu verteilen. Das ganze hat dann eben noch eine persönliche Dimension. Wenn aber z.B. ein Liedermacher ein komplettes Set an Songs fertig hat und feststellt, da könnte ein Trommler (z.B. Cajon) noch ganz gut dazu passen und sich per Anzeige jemanden sucht, dann sieht es möglicherweise etwas anders aus. Wenns gut läuft, die musikalische und persönliche Chemie stimmt, dann ist mit relativ wenig Proben vielleicht schon alles geregelt. Ich hätte kein schlechtes Gewissen als Autor da 60% zu nehmen und dem Trommler 40% zu geben. Muss ich ehrlich sagen. Ob man jemanden findet, der das so mitmacht ist eine andere Frage. Am Ende entscheidet der Markt und auch wie ein potentieller Mitmusiker den Wert und die Erfolgsaussichten des Songmaterials einschätzt. Per se ungerecht fände ich in einem solchen Fall jedoch eine 60/40 - Einteilung nicht.
 
Darf ich mal fragen wie alt Du bist, @Socke19 ???

Deine Ansichten, in dem Bereich sin, mMn....... nunja, doch etwas ungestüm ego-voreingenommen?
Nicht falsch verstehen, aber erlaube mir die Frage, in wievielen Bands hast Du schon gespielt?

Oder anders: Was ist Dein Grundanliegen?
Ich habe da zwar meine Vermutung, aberich hoffe, dass es nicht so ist, wie ich denke........
 
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Sorry, da kann eigentlich nur Verlust bei rumkommen, denn das Geld, dass der Verantalter bei der Gema abdrückt, könnte er sonst direkt der Band geben. ...

Echt, wie alt bist Du, und seit wievielen Jahren spielst Du schon in Bands?

Es ist nämlich ein wirklich interessantes Maß an Unwissenheit, das Du uns hier präsentierst... Ein Veranstalter oder Kneipenwirt kann es sich nicht aussuchen, ob er Gema zahlt oder nicht - die zahlt er so oder so, man kann da nach Pauschalen gehen oder je nach Veranstaltung abrechnen, die Preise richten sich nach der Größe der Location, der Höhe des Eintritts und (bei den Pauschalen) an wievielen Tagen pro Woche geöffnet ist. Hier gibt es mehr dazu: https://www.gema.de

Und ob Du als Musiker mit selbstkomponierter Musik etwas von der Gema rausbekommt, hängt davon ab, ob Du bei der Gema angemeldet bist und Deine Gigs meldest. Und Du solltest eine darauf spezialisierte Agentur beauftragen, sich um die Abrechnung mit der Gema zu kümmern, aber dann kommt da durchaus was bei rum.
 
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Darf ich mal fragen wie alt Du bist, @Socke19 ???

Deine Ansichten, in dem Bereich sin, mMn....... nunja, doch etwas ungestüm ego-voreingenommen?
Nicht falsch verstehen, aber erlaube mir die Frage, in wievielen Bands hast Du schon gespielt?

Oder anders: Was ist Dein Grundanliegen?
Ich habe da zwar meine Vermutung, aberich hoffe, dass es nicht so ist, wie ich denke........

hey Jakari,
erstmal danke für Deinen Beitrag!
Entschuldige jedoch bitte, aber das Alter spielt hier überhaupt keine Rolle und ist auch kein Argument. Was genau findest Du ego-voreingenommen? Was ist mein Grundanliegen? Mir gings nur darum, was ihr findet welchen Stellenwert Songwriting für Euch hat. Und die vorherrschende Meinung scheint hier zu sein, dass es sich eben mit allen anderen Leistungen "verrechnet". Ist doch ok! Ich hab halt eine andere Meinung. Ich wollte einfach einen Austausch darüber, um für mich mehr Klarheit in dieser Frage zu gewinnen.

Echt, wie alt bist Du, und seit wievielen Jahren spielst Du schon in Bands?

Es ist nämlich ein wirklich interessantes Maß an Unwissenheit, das Du uns hier präsentierst... Ein Veranstalter oder Kneipenwirt kann es sich nicht aussuchen, ob er Gema zahlt oder nicht - die zahlt er so oder so, man kann da nach Pauschalen gehen oder je nach Veranstaltung abrechnen, die Preise richten sich nach der Größe der Location, der Höhe des Eintritts und (bei den Pauschalen) an wievielen Tagen pro Woche geöffnet ist. Hier gibt es mehr dazu: https://www.gema.de

Und ob Du als Musiker mit selbstkomponierter Musik etwas von der Gema rausbekommt, hängt davon ab, ob Du bei der Gema angemeldet bist und Deine Gigs meldest. Und Du solltest eine darauf spezialisierte Agentur beauftragen, sich um die Abrechnung mit der Gema zu kümmern, aber dann kommt da durchaus was bei rum.

Hey ho mix4munich, auch Dir Danke für Deinen Beitrag! Doch nun mal langsam. Bitte keine Unterstellungen! Meine Aussage bezog sich darauf, wenn die eigenen Songs gar nicht bei der Gema gelistet sind. Dann muss der Veranstalter auch nichts melden und kann entsprechend mehr für die Band ausschütten. Was ist an der Aussage falsch, das sich Gema nur lohnt, wenn die Songs fremdverwertet, im Radio gespielt oder gestreamt etc. werden? Was genau ist hier meine Unwissenheit? Wo ist mein Denkfehler?

Danke nochmal für Eure Antworten!
 
Dann muss der Veranstalter auch nichts melden und kann entsprechend mehr für die Band ausschütten.
Klar. Im Club ist beim Aufbau Totenstille, wenn die Gäste kommen läuft auch keine Musik, wenn die Band die Bühne verlassen hat ist auch wieder still. Es läuft nix vom Band, es wird nicht aus Versehen mal ein Coversong (an)gespielt, sondern die Band spielt ausschließlich ihre Songs. So war das bei uns immer. :D

Natürlich NICHT. Wir haben bei unseren Auftritten immer brav die Liste befüllt bzw. die Angaben des Veranstalters gegengecheckt. Muss der eh machen, weil eben auch anderweitig Musik läuft.

Und so fein moralisch-ethisch richtig die eine oder andere Idee ist, wenn die Songs nun mal eben nicht "genug" Leute kaufen wollen oder die Streaming-Geschichte nur wenig abwirft, dann ist das eben so dass das nur geringfügig honoriert wird. Pflegepersonal wird auch (zu) schlecht bezahlt, obwohl die Leute einen verdammt wichtigen Job machen. Kann man ändern wollen und für kämpfen, aber das geht halt nicht über "ich meine aber".

In Summe scheinen wir uns aber wieder dahin zu bewegen, wo wir schonmal waren: Musiker (und Künstler allgemein) können vom "Event", also der eigentlichen Aufführung, vielleicht leben (wenn sie bekannt sind), aber eben nicht mehr von der Konserve, den Rechten, der Vermarktung. Ist ja auch irgendwie logisch - es gibt so viel Musik, so viele Nischen, aber nicht unbedingt mehr Hörer bzw. die Hörer verteilen sich auf diese Nischen und (Sub-)Genres. Und dann wird nicht mehr physisch gekauft, sondern "nur noch" elektronisch genutzt. Abegesehen von den Sachen mit "Event"-Charakter - die signierte Platte oder das Shirt vom Merch-Stand bei der Tour, die Limited Edition Vinyl Edition, usw. ... der Beruf "Songwriter" war immer schon schwer, wirklich einfacher geworden ist er mit Sicherheit nicht, ... nun kann man sagen "Isso, findet euch damit ab" oder "finde ich nicht gut".

Was nicht geht ist "finde ich nicht gut, also umgehe ich bestehende Regelungen".
 
Was nicht geht ist "finde ich nicht gut, also umgehe ich bestehende Regelungen".
Prinzipiell geht das bezogen auf die Ausgangsfrage schon. Der Thread zeigt zwar, dass anscheinend die Mehrheit der (hier antwortenden) Musiker eine "leistungsbezogene" Gagenaufteilung ablehnt oder für nicht/schwer praktikabel hält, aber prinzipiell spricht ja nichts dagegen es einfach so zu handhaben, wenn alle Beteiligten damit einverstanden sind. In dem fall muss man ja nicht die Musikindustrie verändern sondern "nur" seine Mitmusiker davon überzeugen, dass das Songwriting ein finanziell zu honorierender Mehrwert ist.
 
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@Korki - gibt hier zwei Paar Schuhe. Die Band kann intern alles vereinbaren, was nicht geltenden Gesetzen widerspricht (Vertragsfreiheit, gilt auch und gerade bei GBRs). Da sind wir uns einig.

Aber - Der Wirt wird nicht einfach der Band mehr Kohle geben, weil sie eigene Songs spielt anstatt Songs wo eine GEMA-Gebühr anfällt, weil ehr die VA eh anmelden muss/wird und es total müssig ist wegen Dreieurofiffzich alles im Detail auszurechnen. Band kriegt Betrag X wie vereinbart (wenn überhaupt...), kann den "wie auch immer" intern verteilen, Wirt meldet VA mit gespielter Musik bei der GEMA an und gut is'. Die Vorstellung "oh ihr spielt nur eigene Songs und ich muss keine GEMA zahlen, also kriegt ihr 3% mehr Gage" ist an der Realität vorbei.
 
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Die Vorstellung "oh ihr spielt nur eigene Songs und ich muss keine GEMA zahlen, also kriegt ihr 3% mehr Gage" ist an der Realität vorbei.
Nun ja, Veranstalter denken durchaus wirtschaftlich und oft auch sehr kleinlich, gerade weil sie wissen, dass sich viele kleine Summen eben zu einer Großen addieren. Umgekehrt vermute ich schon, dass wenn ein Veranstalter nicht nur für die Songs vom Band etc. Gemagebühren abdrückt, sondern eben auch für die Live-Songs der Band, dass dann entweder der Fixbetrag etwas kleiner ausfällt oder entsprechend die Gewinnbeteiligung sich verringert. Dass man quasi zusätzliche 3% bekommt wenn man eigene Songs spielt und die nicht bei der Gema gemeldet sind, halte ich auch für unrealistisch:)
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Wir hätten damals den Teufel getan, und einzelne Songs bei der GEMA angemeldet. Viel zu viel Aufhebens für vermutlich "Null" an Return-on-investment (ROI)
sehe ich für den Amateurbereich mit Live-Betrieb ganz ähnlich.
 
Ein paar Gedankenanstöße zu diesem älteren Beitrag.

Person A schreibt Lieder (Text und Musik) und könnte diese im Grunde auch allein aufführen als Singer / Songwriter Gitarre/Gesang.

Nun sollen Person B (Bass) und

Person C (Drums) dazu kommen.

An den Liedern als solches wird nichts mehr verändert, im besten Falle wird besprochen die Bridge 2 Takte zu verlängern (oder so etwas)... .

Person A hat zu Bass und Drums an bestimmten Stellen des Liedes konkrete Vorstellungen wie das sein soll und kann das auch vorspielen. Den Rest ihres Parts sollen sich Drummer und Basser selber ausdenken (wird aber mit Person A besprochen).

A ) Ich möchte gerne noch einmal zunächst den Eingangsgedanken aufgreifen, der ja von kreativen Beiträgen und "Gerechtigkeit" handelt. Dem kann man sich am einfachsten über den Begriff der Schöpfungshöhe aus den Urheberrecht nähern - das wurde so noch nicht angesprochen. Demnach wäre es vermutlich so:
  • A schöpft das gesamte Musikwerk, mit allen Rechten und Ansprüchen.
  • B oder C können in bestimmten Situationen keine bis nur eine geringe Schöpfungshöhe zeigen (keine: "spiel' das einfach", simple Anpassungen; geringe: "denk' Dir dazu doch 'was aus").

Bei geringer oder nicht unerheblicher Schöpfungshöhe könnten dem B oder dem C Miturheberrechte entstehen. Neben der Verteilung ergeben sich dann auch besondere Rechte und Pflichten, die sich alle um die gemeinsame Ausübung der entstandenen Rechte drehen.

Geringe bis keine Schöpfungshöhe nennt das UrhR schlicht "durch Gehilfen erbracht". Die Menge der Arbeit spielt dabei keine Rolle, nur der schöpferische Beitrag. Auch eingekaufte Musikdienstleister, weiter oben diskutiert, wären in diesem Sinne wohl eher nur unschöpferische Gehilfen.

Damit bewegen wir uns etwa im Rahmen der Musikindustrie, die letztendlich mit Rechten und darüber mit Lizenzen handelt.


B ) Kommen wir zur Praxis. Je nach Band könnte relativ schnell eine Situation entstehen, wo die Einzelrechte nach Teil A möglicherweise verfolgbar wären, aber durch schöpferische Beiträge von B oder C ein derartiges Geflecht entsteht, dass es mehr Aufwand als Nutzen bringt, sie im Einzelnen abzurechnen. Das spräche für geeignete Pauschalisierungen.

Wenn zusätzlich die Soloaufführung dem Bandauftritt wich, dann wird es spätestens nach der 100. Aufführung der Werke des Alleinschöpfers A ... einfach nur Arbeit gewesen, die man auch gerecht anerkennen muss.


C ) Um aus dieser Pfennigfuchserecke heraus zum Erfolg zu kommen, hat sich beispielsweise folgende Entfachungsstrategie bewährt.

  • C1 Jede/r bringt ein, was er/sie sowieso hat (Werke, Instrumente, Ausrüstung, LKW, ...); den Edelbass trug also der Bassist sowieso schon usw.

  • C2 Nur die tatsächlichen Mehrkosten, etwa für einen Auftritt oder für Aufnahmen, erhält Jede/r erstattet (A ließ sein Werk verfielfachen und binden; usw.)

  • C3 Der verbleibende Gewinn wird nach einem vorher festgelegten Schlüssel verteilt

  • C4 Es empfiehlt sich, vor dieser Verteilung einen, auch erheblichen, Teil in die Band erfolgsanfachend zu reinvestiern.

Beispiel: Ein Auftritt bringt 300 Euro Gage.

C2: A's Kopier- und Bindekosten: 30 Euro; verbleiben 270 Euro zum Aufteilen
C2: B musste aus dem Urlaub anreisen; Mehrkosten: 50 €uro; verbleiben 220 Euro zum verteilen

C4: 100 Euro sollen für bekanntheitsfördernde Maßnahmen reinvestiert werden; verbleiben 120 Euro zum Verteilen

C3: Als Schlüssel wurde vereinbart A:B:C = 4:3:3. Damit erhält A 120 *4/10 = 48 Euro, B und C jeweils 36 Euro. (4:3:3 würde etwa das schöpferische Werk von A honorieren, sowie die Aufführungsmühen aller Drei. Gleichheit hat hier in der Tendenz eher einen förderlichen Einfluss.)

(Mit Steuerpflichten ergeben sich dann natürlich weitere Minderungen!)


Mögliche Folge der Reinvestiton: Es winken plötzlich 2 Auftritte mit zusammen 1.000 Euro Gage. Usw. Es geht voran ...

Grüße, Michael
 
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Tja, beim Geld hört irgendwie oft die Freundschaft auf. Einerseits schade, dass wir da so materialistisch sind, auf der anderen Seite sollte es gesamtgesehen, ja schon einigermaßen „gerecht“ ablaufen.

Mir persönlich ist es zum Glück einfach zu blöd, da jeden Cent zurück zu rechnen.
Dass ich Musik mache, ist finanziell eh ein „Desaster“ und mir da Gedanken zu machen, ob mir eher 10% oder 20% der Gage „zustehen“, weil ich das und das und das alles etwas mehr oder besser mache, als der Rest der Band, lohnt sich wohl kaum, wenn man bedenkt, wieviel Konfliktpotenzial darin liegt, das auszudiskutieren.
Am Ende bleiben da aber immer wieder nur die drei A: Akzeptieren, Ändern oder Abhaun.
Oft muss man da „Akzeptieren“ wählen und die Kröte einfach schlucken, dass es nicht zu 100% „gerecht“ abläuft, wenn man Musik in einer Band machen möchte.
Doch man muss sich entscheiden und dass dann auch umsetzen! Es einfach nur blöd finden und ständig schlechte Laune zu haben, aber es nicht ändern (können) oder sich auch nicht von den Haufen zu trennen, ist die schlechteste Lösung.
 
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Dass ich Musik mache, ist finanziell eh ein „Desaster“
...oder wie ich sage "ein Hobby"! Wenn ich mir anschaue, was meine sportelnden Freunde für ihre neuen Fahrräder ausgeben, oder das 1-2 Mal im Jahr genutzten Kitesurf-Equipment, dann ist mein Hobby doch - trotz diverser Gitarren - recht "günstig". :engel:
 
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Sorry, da kann eigentlich nur Verlust bei rumkommen, denn das Geld, dass der Verantalter bei der Gema abdrückt, könnte er sonst direkt der Band geben. Und das die Gema mehr ausschüttet als sie einnimmt wäre mir neu. Gema loht sich m.E. nur wenn die Songs woanders gespielt oder gestreamt etc werden.
Wo hab ich geschrieben, dass die GEMA mehr auszahlt als sie einnimmt? Wenn das mal von ernsthaftem Interesse sein sollte empfehle ich ausdrücklich sich auf den Seiten der GEMA umzuschauen, sich von deren Mitarbeitern beraten zu lassen (und das machen die aus meiner Erfahrung sehr gut) und sich mit GEMA Mitgliedern zu unterhalten die in das eigene Schema passen. Ich bin kein sonderlicher Fan der GEMA, aber hier zu pauschalisieren, dass man als Amateur ohne Airplays nichtmal seinen Mitgliedsbeitrag herausbekommt stimmt so nicht, aber wen's interessiert, das lässt sich ja recherchieren.
 
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Nun ja, Veranstalter denken durchaus wirtschaftlich und oft auch sehr kleinlich, gerade weil sie wissen, dass sich viele kleine Summen eben zu einer Großen addieren. Umgekehrt vermute ich schon, dass wenn ein Veranstalter nicht nur für die Songs vom Band etc. Gemagebühren abdrückt, sondern eben auch für die Live-Songs der Band, dass dann entweder der Fixbetrag etwas kleiner ausfällt oder entsprechend die Gewinnbeteiligung sich verringert. Dass man quasi zusätzliche 3% bekommt wenn man eigene Songs spielt und die nicht bei der Gema gemeldet sind, halte ich auch für unrealistisch:)

Auch wenn das jetzt eher eine Randdiskussion ist und mit dem Kern nicht so viel zu tun hat, will ich da auch noch meinen Senf beisteuern: Nach meiner Erfahrung haben die meisten Veranstalter, die Bands auftreten holen, einen Pauschalvertrag bei der GEMA, der sowohl Musik vom Band als auch jegliche Live-Aufführung abdeckt. Für deren Kostenkalkulation ist es also wirklich egal, ob eine Band bei der GEMA gemeldete Songs spielt oder nicht. Man hat mit GEMA-freiem Material keinen bessere Verhandlungsposition gegenüber dem Veranstalter.

(Dann gibt es die andere Sorte Veranstalter, die für Live-Aufführungen nichts mit der GEMA zu tun haben wollen und entsprechend ist es so, dass sie Bands mit GEMA-Material gar nicht erst auftreten lassen, aber das ist wieder eine andere Geschichte.)
 
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... Hey ho mix4munich, auch Dir Danke für Deinen Beitrag! Doch nun mal langsam. Bitte keine Unterstellungen! ...

Vielleicht kam mein voriger Post etwas zu harsch rüber - weder Jugend noch Unwissenheit stellen ein Vergehen dar. Man ist nunmal soundso alt, man spielt seit soundso vielen Jahren in einer Band oder in mehreren - daran ist nichts Gutes und nichts Schlechtes, das ist halt so. Und: Ich empfehle wirklich die Webseite der Gema, da steht sehr viel Wissenswertes drauf.

Als Band mit eigener Musik schüttet die Gema rund 50 EUR pro Gig an Tantiemen an die Urheber aus. Nicht die Welt. Aber bei 20 Gigs im Jahr kommt da auch etwas zusammen. Was es für Downloads, verkaufte CDs oder Airplay gibt, weiß ich jetzt nicht. Demgegenüber steht der Mitgliedsbeitrag pro Person von 50 EUR pro Jahr (und einmalig rund 130 EUR Aufnahmegebühr) - d.h. ab ca. 10 Gigs pro Jahr mit selbstkomponierter Musik könnte man sich Gedanken über eine Anmeldung machen. Aber prinzipiell bevorzugt die Gema die großen Künstler, d.h. als kleines Licht muss man unbedingt eine darauf spezialisierte Agentur beauftragen, die sich darum kümmert, dass Ihr das Geld auch wirklich bekommt. Dann kann sich das lohnen, sofern man als Musiker auch aktiv ist. Diese Zahlen kommen von der Band eines Bekannten.
 
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Auch wenn das jetzt eher eine Randdiskussion ist und mit dem Kern nicht so viel zu tun hat, will ich da auch noch meinen Senf beisteuern: Nach meiner Erfahrung haben die meisten Veranstalter, die Bands auftreten holen, einen Pauschalvertrag bei der GEMA, der sowohl Musik vom Band als auch jegliche Live-Aufführung abdeckt. Für deren Kostenkalkulation ist es also wirklich egal, ob eine Band bei der GEMA gemeldete Songs spielt oder nicht. Man hat mit GEMA-freiem Material keinen bessere Verhandlungsposition gegenüber dem Veranstalter

Als Band mit eigener Musik schüttet die Gema rund 50 EUR pro Gig an Tantiemen an die Urheber aus. Nicht die Welt. Aber bei 20 Gigs im Jahr kommt da auch etwas zusammen. Was es für Downloads, verkaufte CDs oder Airplay gibt, weiß ich jetzt nicht.

Danke für die Infos, ich war da wohl auch etwas vorschnell. Ich hätte wirklich gedacht, die Veranstalter zahlen das ganz konkret, was gespielt wird, weil ja auch immer Listen ausgefüllt werden. Wenn der Veranstalter aber pauschal Gema zahlt, dann kann ich das nachvollziehen. Dann war da mein Denkfehler.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Wo hab ich geschrieben, dass die GEMA mehr auszahlt als sie einnimmt?
Sorry, hast Du nicht. Ich war wirklich ein bisschen auf nem falschen Dampfer. Mein Gedankengang war so, wenn der Veranstalter konkret dafür zahlt, was gespielt wird und da auch was bei rum kommt, dass er das bei Bandgage aus wirtschaftlichen Gründen eben mit einpreist, sprich abzieht, als Aufwendung für den Gig. Hätte für mich Sinn gemacht. Wenn's aber so nicht Usus ist bzw. die Veranstalter pauschal Gema bezahlen, dann kommt auch für Musiker was bei raus.
 
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Aber prinzipiell bevorzugt die Gema die großen Künstler, d.h. als kleines Licht muss man unbedingt eine darauf spezialisierte Agentur beauftragen, die sich darum kümmert, dass Ihr das Geld auch wirklich bekommt. Dann kann sich das lohnen, sofern man als Musiker auch aktiv ist. Diese Zahlen kommen von der Band eines Bekannten.

Danke für die Infos! So eine spezialisierte Agentur kostet bestimmt auch etwas. Ist zwar jetzt eher Zukunftsmusik aber wie finde ich so eine Agentur? Unter "Künstleragentur" bei Google? Aber die vermitteln ja eher Aufträge oder?
 
Aber prinzipiell bevorzugt die Gema die großen Künstler, d.h. als kleines Licht muss man unbedingt eine darauf spezialisierte Agentur beauftragen, die sich darum kümmert, dass Ihr das Geld auch wirklich bekommt. Dann kann sich das lohnen, sofern man als Musiker auch aktiv ist. Diese Zahlen kommen von der Band eines Bekannten.
Das mit der Agentur sehe ich persönlich nicht als zwingend notwendig an, gerade wenn man vorrangig Live spielt ist das System bei der GEMA relativ einfach. Die haben ein entsprechendes Web Interface in dem man alles bequem eintragen kann. Die Auszahlungen erfolgen Turnus mäßig, da muss man nichts eintreiben oder so, das ist ein automatisierter Prozeß. Man muss natürlich schauen, dass die Veranstaltungen auch gemeldet sind und gemeldet werden. Veranstalter tun aber gut daran, Veranstaltungen ordentlich zu melden, eine nachträgliche Schätzung der GEMA kann schnell zu deutlich höheren Gebühren führen. Die Airplay Verwertung läuft etwas anders, zur Identifikation werden ISR Codes für einzelne Tracks und EAN bzw UP Codes für die Identifizierung von ganzen Alben / Single Releases benötigt.
 

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