Nocte Obducta / Galgendämmerung / 2002 / LP

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Label: Grind Syndicate Media
Genre: Progressive/Black Metal, Avantgarde

Spieldauer: 50:33

1. Fruchtige Fäulnis 03:00
2. Der Durst in meinen Augen 09:38
3. Eins mit der Essenz der Nacht 05:30
4. Nebel über den Urnenfeldern 07:00
5. Totgeburt 03:43
6. Der Sand des späten Winters 01:53
7. Galgendämmerung 04:37
8. Spiele mir ein Frühlingslied am Friedhofstore 04:39
9. Wenn nur im Tod noch Frieden liegt - Teil 1+2 10:33

Links:
Nocte Obducta - Offizielle Webseite
Nocte Obducta @ Metal-Archives
Nocte Obducta @ Wikipedia

Kalte Schreie aus Dämonenkehlen kreischen zu psychedelischen und teils epischen Gitarrenfahrten, schnelle Blasts wechseln sich mit progresivem Death und langsamen, getragenen Melodien, die an Jazz oder Post-Rock erinnern. - Nocte Obducta, die einzige wirklich linke Black Metal band, hat mit diesen Frühlingsliedern ein Meisterstück geschaffen.

Nocte Obducta ist wohl die am meisten missachtete, verachtete, gehasste und verkannte Extrem-Metal-Band Deutschlands (wenn nicht gar der gesamten Welt). Mittlerweile ist sie nurnoch zu einem degradierten, untoten Studioprojekt geworden. der Black Metal-Szene zu vntrve, der restlichen Metal-szene zu trve.
Meiner Meinung nach ist die Musik dieser Band auf einem Niveau mit Größen des progressiven Extremmetalls wie Opeth, Enslaved oder Emperor. Letztendlich sind bei einem Label gelandet, welches die Musik die Band nicht zu schätzen wusste, kommerziell produzieren wollte und gerade deswegen scheiterte. Nocte Obducta sind Nocte Obducta und nicht irgendeine Band, die sich ein Label hochzüchten kann. diese musik ist der Leidenschaft der jungs entstiegen. Wollen wir hoffen, dass ihnen die Anerkennung in späteren zeiten einmal zugute kommt.

Galgendämmerung ist das letzte Album, welches man dem black metal zuordnen kann. vom Klang her ist es das beste der Alben. nicht so rumpelig wie Schwarzmetall und auch besser produziert als die beiden ersten Alben. allerdings ist es nicht so überlaut wie die Nektar-zweiteiler, wo man vor lauter kompression und Schlagzeug-Geschepper die Gitarrenmelodien kaummehr raushört. das schlagzeug ist hart und trocken, nicht so überproduziert-plastikmäßig wie bei Dimmu Borgir und konsorten.

Die meisten songs haben technische Gitarrenriffs im Stile von Enslaveds Frost/Eld und Blast-Parts mit 16tel-Geschredder, dazu teils Akkord-Keyboards. Trotzdem sind die Songs keinesfalls geradlinig komponiert, manchmal ganz unerwartet ein komplexer Deathmetal-Einschub oder eine klar gespielte Sequenz mit ganz besonderer Atmosphäre.
die Death-metal-Growls aus den ersten beiden alben vermisst man jedoch manchmal. Marcels Schreie sind jedoch unvergleichlich, hoch und kalt, als hätte er einen Dämon verschluckt.

Spielerisch ist das ganze hervorragend, Marcel vermag die komplexen Riffs fehlerfrei und wuchtig rüberzubringen. der Schlagzeuger wechselt Problemlos zwischen komplexem Getrommel und Blasts. gerade die Blastsbeats sind (neben die von Weakling und Enslaved) eine der besten und härtesten, die ich kenne. Der Bass ist eher Jazz/Blues-orientiert, anstatt lediglich die akkorde zu untermauern.
Die Texte entstammen der dunklen Romantik. Sie sind vielschichtig und Reich an Metaphern, sie unterstreichen die düstere, sterbende Atmosphäre der Musik sehr gut. jemand, der Splattertexte oder stumpfen Satanismus gewohnt ist, wird sicher Mühe haben, sie zu interpretieren.

Der einzige Kritikpunkt am Album - Es ist schon nach 50 minuten zu Ende.

Fazit: 10 / 10 Punkten.
Hört auf diese Band zu verschmähen und werdet eins mit der Essenz der Nacht!
 
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