Nord Piano (2): Keine Wärme, keine Fülle? Dünn und Synthetisch?

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jeeens
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Liebe Community,

eigentlich sollte es letzte Woche so weit sein: Ich verbrachte einige Stunden im Music-Store und testete alle möglichen Piano/E-Piano Kombinationen, die ich sowohl für zuhause als auch für unterwegs gebrauchen konnte - mit dem Ziel, noch am gleichen Tag endlich zuzuschlagen. Doch Fehlanzeige! Warum? Ganz einfach. Ich ging eigentlich davon aus, dass das Nord Piano 2 das richtige für mich sei: Soundvielfalt (ständige Erweiterung der Library, Design (ich liebe dieses Rot), schwedisches Produkt (musikalisch bin ich dem Norden häufig sehr nah), wertvolle Extras wie die dynamischen Pedalgeräusche und vieles mehr sprechen für sich. Doch ich habe ein großes Problem mit den Pianos: Egal ob Flügel oder Klavier, sie wirken nach meinem Geschmack alle sehr synthetisch. Irgendwie fehlt bei tiefen Tönen der Wumms und allgemein fehlen Wärme und Fülle. An den Einstellungen kann das nicht liegen - ich hatte alle Filter und Extras aus, um die Pianos so roh wie möglich zu hören.

Zuerst dachte ich, es läge am Kopfhörer. Ich ließ mir dann den besten Ohrenwärmer geben, den sie da hatten - doch das Problem blieb. Als ich mich dann an andere Geräte setzte, insbesondere an das Roland RD-700NX mit seinen SuperNATURAL Sounds, bestätigte sich mein Eindruck. Denn hier war das, was ich beim Nord vermisst, in beeindruckender Weise präsent. Nun frage ich mich: Woran kann das liegen? Oder sind die Nord Pianos klangtechnisch wirklich so dünn?

Verwirrte Grüße
Jens
 
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schmatti
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Hallo Jens, mir ist genau das selbe nur mit dem Nord Stage 2 passiert. Als ich das Instrument zu Hause hatte und die A-Pianos durchgespielt habe, kam im Gegensatz zum Testen im Geschäft nichts mehr rüber. Insbesondere die Dynamik und Wärme fehlen nach meinem Empfinden. Die Pianosounds sind für den Bandeinsatz optimiert, als Stagepiano zu Hause aus meiner Sicht eher nicht. Ich bin dann beim Roland RD700NX hängen geblieben und habe hier all das gefunden, was ich beim Stage vermisst habe. Klare Empfehlung :great:

Gruß Matthias
 
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jeeens
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Hi,

danke für deine Antwort. Im Geschäft aber war alles okay? Das würde ja die Vermutung Nahe legen, dass man doch irgendwas beachten muss beim Anschluss an Abhören.

Gruß
Jens
 
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Ich würde auch noch mal die Yamaha testen z.B S90XS oder Motif.

mfg
 
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Ich habe die gleiche Erfahrung mit dem Nord Stage 2 gemacht. Ohne Optimierung mit dem EQ geht es nicht. Ich musste anfangs die zu Hause vorbereiteten Einstellungen auf der Bühne nachjustieren. Inzwischen bin ich zufrieden oder habe mich an den anderen/natürlichen Sound gewöhnt. Kürzlich bekamm ich von meinen Bandkollegen ein Kompliment für den tollen Klavierklang.
 
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zum Stage 2 kann ich nichts sagen, aber seit einem Jahr spiele ich das Clavia Nord Piano: für mich das beste Teil überhaupt.
Insbesondere die E-Pianos (Rhodes und Wurli habe ich noch im Original, da habe ich den direkten Vergleich, CP70 hatte ich mal) und Flügelsounds (Steinway + Bösendorfer), die Parameter (der Klang, wenn man beim Rhodes nur das Pedal gedrückt hält, oder auch beim Flügel der Effekt, wenn man 3 Tasten gedrückt hält + Pedal: diese Saiten schwingen beim Anschlagen anderer Töne mit....)... das Schnarren der metallischen Klangzungen in den Tiefen...
Tastatur und Spielgefühl haben zumindest bei mir bewirkt, daß ich das Rhdoes nicht mehr schleppen muß. Dazu kommt, daß die alten Schweden ihre Geräte sehr bühnenorientiert konzipiert haben: alle Effekte im direkten Zugriff, ein LIVE-Modus mit 5 Vorbelegungen (reicht im Normalfall)...
Das Roland habe ich dann nicht mehr getestet...

war auch am Montag im MusicStore, wollte eigentlich einen Moog Little Phatty mitnehmen...
dann hat mich der Mono Evolver begeistert, aber letztlich bin ich mit dem Clavia Nord Lead 2x rausgegangen... Alter Schwede.

Gruß
Rüdiger
 
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jeeens
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Guten Morgen,

danke für eure Nachrichten. Nichts für ungut - aber mir geht es wirklich ganz speziell um das beschriebene Phänomen bzw. Problem mit dem Sound bei den akustischen Pianos. Mich interessiert nach wie vor, ob jemand dafür eine Erklärung bzw. Lösung hat oder ob man das einfach als Unterschied zu anderen Geräten akzeptieren muss.

Viele Grüße
Jens
 
HammondToby
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Nun ja, Pianosounds sind wohl diejenigen, an denen sich die Geschmäcker am meisten scheiden. Mir persönlich gefallen die Nord-Klänge um Längen besser als die von Roland. Ich habe letztens einen Auftritt auf einem gestellten RD-700NX gespielt und fand das Piano im Nachklang, so ungefähr eine Sekunde nach Tastenanschlag, steril und tot. Aber, wie schon getippt, das sind persönliche Empfindungen, das sieht jeder anders, Du kannst also keine allgemeingültige Antwort auf Deine Frage erwarten. Ich komme mit dem Stage 2 und dessen Samples super zu Recht - zu Hause wie live - und mir ist kein Fehlen der Wärme aufgefallen. So was liegt einfach an den Hörgewohnheiten und fertig: wenn er in Deinen Ohren nicht gut genug klingt, musst Du was anderes kaufen.

Grüße vom HammondToby
 
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jeeens
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Hallo Toby,

danke auch für deine Nachricht. Natürlich gibt es bei Musik und Klang unendlich viele Geschmäcker. Aber mir geht es hier ja nicht um etwas Subjektives, sondern um etwas im Zweifel objektiv Messbares. Mindestens der vermisste Wumms, der Bass, das Tiefe, was eigentlich die von mir vermisste Wärme erzeugen sollte, werden ja schon recht einheitlich wahrgenommen von Musikern bzw. Menschen.

Gruß
Jens
 
HammondToby
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Finde ich gar nicht. Ich mag z.B. die etwas höhenbetonten Steinway- oder Yamaha-Bässe (von den Flügeln, ich meine gerade nicht den Stage) sehr gerne. Das, was viele als 'warme Bässe' bezeichnen, empfinde ich als mumpfig, bedeckt und wenig definiert. Das suche ich also gar nicht. Deshalb bleibt der Frequenzgang natürlich immer noch messbar, ich würde mir ein 'warmes' Piano aber nie kaufen. Ansonsten scheinen die Nords einfach nicht Deinem Geschmack zu entsprechen. Mit dem EQ stark nachzuhelfen empfinde ich dabei immer als Flicklösung, dabei kommen auch keine natürlich klingenden Bässe raus. Als Sounddesignelement ist das was anders, aber auf einem 'normalen' Klavierklang mag ich eigentlich flat bleiben.

So ging's mir letztens, als ich für eine Location mit Flügel aussuchen war. Knapp 50 habe ich gespielt und ich persönlich bin immer auf der helleren Klangseite geblieben. Für das, was ich mache, ist das auch eher geeignet als lyrische Klänge. Letztendlich hat dann ein Yamaha C6 das Rennen gemacht, auf den konnten wir Pianisten uns einigen, weil er ein bisschen von allem hatte.

Grüße vom HammondToby
 
schmatti
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Ich hatte es ja bereits angerissen. Die Clavia A-Pianos sind aus meiner Sicht ausschließlich für den Bandeinsatz optimiert. Da machen sie auch ohne Zweifel ihren Job. Bass, Tiefe oder Wumms wie du es nennst, haben da nichts zu suchen um gegen den Rest der Band zu bestehen. Wenn Soundtuning am Instrument nichts befriedigendes für dich bringt, musst du wirklich ein anderes Piano kaufen.
 
Boogie_Blaster
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Da hilft nur gekonntes EQing oder doch der Wechsel zum Roland, dessen Klangcharakter ich mag, das aber im Ausklang ziemlich leblos daher kommt.

Zum Nord: Probiere mal bei den verschiedenen Sounds, das Mittenband bei 2.5 bis 3.0 kHz um bis zu 5dB abzusenken - solo gespielt empfinde diesen Bereich als etwas überbetont, z.B. beim Steinway.
Je nach Sample kann es Sinn machen, ein klein wenig Bass und/oder Höhen dazuzugeben, aber weniger ist wie immer mehr.

Grundsätzlich EQe ich immer nach dem Motto: den nervigsten Frequenzbereich ausfindig machen und je nach Situation absenken, den Rest möglichst flat lassen. Zusätzlich hilft es, die Eigenheiten der Sounds zu verinnerlichen: das bright Grand kann eine leichte Höhenabsenkung und etwas Volumen bei 250 Hz vertragen, das C7-1 schneidet bei 4,5-5 kHz ganz schön rein etc... usw.
 
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Hi,

und nochmal danke für eure Hilfe. :) Kann man das Roland-Gerät denn per EQ ausreichend für den von dir angesprochenen Bandeinsatz optimieren?

Gruß
Jens
 
HammondToby
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Der EQ im RD-700NX ist zumindest semiparametrisch, man kann also einstellen, auf welcher Frequenz er greift und wie stark er anheben oder absenken soll ... und das auf allen 4 Bändern. Damit kann man schon einiges zaubern. Mit etwas Tüftelei bekommt man das garantiert bandtauglich hin, ja! Das ist auch immer eine Frage des Gitarrensounds, eine Grundrichtung kann so ungefähr vorgegeben werden, aber ob das immer genau auf jede Band anwendbar ist, ist eine andere Frage. Prinzipiell hilft da mal eine (oder auch mehrere) "Soundeinstellprobe" und Feedbacks vom Tonmann. Live liegt es meistens nicht an den Möglichkeiten des Equipments (und das RD ist ein Topgerät, keine Frage!), sondern an Absprachen und den Einstellungen ;)

Viele Grüße vom HammondToby
 
schmatti
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Toll finde ich am RD700NX die Soundfocus Funktion. Hier wird je nach Soundcharakter die Dynamik, Eq, Filter u.ä. beeinflusst und die Durchsetzung live im direkten Zugang beeinflusst. Mit dem EQ kann man wirklich gut arbeiten (wird als Grafik angezeigt). Weiterhin lassen sich voreingestellte EQ einstellungen mit den Tasten S1 und S2 im Spiel abrufen.
 
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Hallo,

oki doki. Echt super, dass es das Forum hier gibt. Euren Antworten entnehme ich, dass mich meine Wahrnehmung nicht getäuscht hat. Ich werde nun morgen noch einmal ins Musik Produktiv fahren und schauen, ob sich meine bisherige Meinung bestätigt und dann werde ich mich entscheiden.

Schade im Übrigen, dass das V-Piano so schwer ist. Sonst wäre das auch noch eine interessante Alternative für mich.

Viele Grüße
Jens
 
maurus
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Hallo, die skeptischen Eindrücke von den akustischen Pianos bei den Nords kann ich *nicht* bestätigen. Mein NE3HP (mit denselben Klängen) schlägt (im Kopfhörer, und im Vergleich zu dem Flügel, der bei mir zuhause steht) alles, was ich bisher an Yamaha und anderen gehört habe, mit nur leichten EQ, der im Wesentlichen die Eigenheiten des Kopfhörers kompensiert. Und ja, die Spreu trennt sich vom Weizen in den langen Ausklingphasen der Töne und Akkorde. Mein Favorit ist der Bösendorfer. - Verstärkung ist ein anderes Kapitel, da kommt alles auf den Übertragungsweg an.

Proviso: Mag sein, dass die Roland Supernaturals mithalten können oder noch besser sind, *die* hab ich bislang noch nicht gehört.
 
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Und du redest auch von Tiefe, Wärme Wumms und nicht von anderen (für mich durchaus nachvollziehbaren) Vorteilen des Nords? Das hört nämlich jetzt wieder so an, als wäre es doch eine Einstellungs- oder Abhörsache.

Gruß
Jens
 
maurus
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Vielleicht. Ich weiss ja nicht, was du mit Tiefe, Wärme, Wumms meinst bzw. suchst. Ich rede von der Nähe zu einem akustischen Instrument.
 
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jeeens
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Also ich weiß wirklich nicht wie ich es besser beschreiben könnte. Egal - ich mache mir noch einmal ein Bild bzw. einen Ton ;) davon im Laden und frage da auch noch einmal explizit nach. Ich gebe dann noch einmal Bescheid.

Gruß
Jens
 

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