Noten für Band schreiben ohne Notenkentnisse?

von Lacer, 27.03.12.

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  1. Lacer

    Lacer Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.03.12   #1
    Hey. Bin Gitarrist einer professionellen Live-Cover-Band und spiel schon mein Leben lang nur nach Gehör, Leadsheets, also ganz ohne Noten.

    Jetzt würd ich gern für den Rest der Band (u.a. Bläser (Saxophon, Trompete, Pusaune), Keyboards, Bass) Noten schreiben.

    Hauptsächlich geht es mir um die Bläsergruppe.
    Wenn ich z.b. in Cubase mit meinem Fantom-S Midinoten einspiele und das Notenlayout ausdrucke, bringt das nicht viel, oder?

    Soweit ich weiß müssen auf dem Notenblatt die Taktzahl und die Tonart (mit Vorzeichen) stehen. Richtig?

    Gibt es ein Programm wo ich z.b. einstellen kann:

    Midi Spur 1 = Saxophon: Erstell mir von dem eingespielten ein "für Saxophonisten gut lesbares Notenblatt"
    Midi Spur 2 = Trompete: Erstell mir von dem eingespielten ein "für Tropmetisten gut lesbares Notenblatt"
    Midi Spur 3 = Posaune : Erstell mir von dem eingespielten ein "für Posaunisten gut lesbares Notenblatt"

    Gibt es da was?
    Habe mit Noten leider garnichts am Hut. Meine Kentnisse beschränken sich darauf, das ich weiß wo das "C" liegt ;)

    P.S: Bevor hier Sprüche kommen alá : "OMG! Wie kann man denn als Gitarrist ohne Notenkentnisse in einer professionellen Liveband spielen??? ". ...... Man kann! Punkt! ;)
     
  2. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 27.03.12   #2
    Solche Sprüche kommen hier schon nicht, keine Sorge. Man kann Musik gut mit und ohne Noten machen, und das gilt für Gitarre genauso wie für Blasinstrumente.

    Aber es ist natürlich so: wenn du dich selbst als professioneller Musiker begreifst (ich auch ;)), dann ist doch eine ernsthafte und kompromisslose Beschäftigung mit der Materie dein tägliches Brot. Für einen professionell denkenden Musiker ist das doch kein Problem, sowas simples wie Notenschrift zu lernen. Da setzt du dich einen Tag hin, und dann kannst du das. Inklusive aller Besonderheiten für Blasinstrumente, die wir hier auch gerne klären können.

    Ich schreibe das, weil ich als Posaunist (Posaune schreibt man übrigens mit "o") oft Noten von Leuten vorgelegt bekommen habe, die keine Ahnung hatten. Das Ergebnis war oft eine musikalische Katastrophe, und bei allen Bläsern machen sich solche Leute lächerlich, weil sie zeigen, daß ihnen eine ernsthafte Beschäftigung mit Musik am A...vorbei geht. Wenn du professionell denkst, schaffst du's dir drauf.

    Genau. Weil ordentliche Noten neben der Primärnotation (Tonhöhen und Tondauern) auch die Sekundärnotation brauchen: Tempoangaben, Dynamik, Artikulation, Orientierungszeichen. Und das Layout muß dem Verwendungszweck angemessen sein: in einer Coverband müssen die Noten IMHO maximal zwei DIN A4-Seiten belegen, damit man nicht blättern muss. Spätestens beim ersten Open-Air-Gig bei Wind draußen weisst du, warum. Coda-Passagen sollten grafisch abgesetzt vom restlichen Notentext sein. Die Schriftgröße sollte so gewählt sein, dass man die Noten aus Entfernung auch noch gut erkennt. Das Layout beeinflusst letztlich übrigens auch, wie schnell Bläser Stücke auswendig lernen können und wie schnell Noten damit überflüssig werden - was ja letztlich die wünschenswerteste Situation ist.

    "Trompeter" bitte.
    Klar gibt es das, Notensatzprogramme wie Sibelius und Finale sind im professionellen Bereich das Mittel der Wahl. Da wird auch per MIDI eingespielt, aber anders als bei Cubase liegt hier der Fokus eindeutig darauf, ein grafisch möglichst gutes Ergebnis zu haben.

    Harald
     
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  3. gorch

    gorch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.03.12   #3
    Wenn Du noch ein wenig Zeit hast. Fishman hat auf der Musikmesse einen Midi-Pickup vorgestellt, der Dein Gitarrenspiel per Funk als Midi in den Computer spielt. Dann hättest Du was Du benötigst. Das Gerät soll im Sommer auf dem Markt kommen. Ich warte auch drauf. :-)

    Mit dem Gerät kannst Du beliebige Instrumente über eine reguläre Gitarre spielen. Parallel dazu kannst Du weiterhin das klassische Gitarrensignal aufnehmen und in gewohnter Manier weiterverarbeiten.
     
  4. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 28.03.12   #4
    Das kann sicher unter Umständen hilfreich sein.

    Das Problem bzw. die Herausforderung für einen Arrangeur besteht aber ja gerade darin, daß professionelle Noten mehr enthalten, als typischerweise über MIDI-Daten übertragen wird. Über MIDI kann man gerade mal die Primärnotation in den Griff bekommen, aber die Sekundärnotation macht ja erst die eigentliche Aussagekraft der Noten aus. Und die kann man bisher kaum bzw. nur sehr umständlich über MIDI transportieren.

    Harald
     
  5. turko

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    Erstellt: 28.03.12   #5
    Abgesehen von der Transposition ist noch wo anders Vorsicht geboten bei dem, was Du vor hast:

    Es so gut wie UNMÖGLICH, die Noten-LÄNGEN midimäßig so einzuspielen, daß sich daraus ein gut lesbares Notenbild ergibt. Das ist meistens ein Wald von 16-tel Pausen ... wenn Du das vor hast, mußt Du die Notenlängen, und natürlich die Startpunkte (quantisieren) im Midieditor säubern und glätten, .... sonst wirst Du mit dem Notenbild nicht froh werden ... bzw. Deine Musikerkollegen ...

    LG, Thomas
     
  6. FlixTF

    FlixTF Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.03.12   #6
    Also wenn du die Instrumente alle als Midi-Spur in deinem Projekt hast, ist es recht simpel würde ich sagen. Besorge dir Guitar Pro, Exportiere die Midi Spuren einzeln aus deinem Projekt und Importiere sie einzeln in Guitar Pro.
    Dann werden sie dir sowohl als Tabulatur, als auch in Form von Noten dargestellt und du brauchst sie nur noch auszudrucken.
    Audiospuren wie bspw. Gitarrenaufnahmen müsstest du dann eben noch von Hand als Tabulatur aufschreiben, danach werden auch diese dir automatisch als Noten angezeigt.
    Welches instrument jetzt nach Welchem Notenschlüssel arbeitet, weiß ich persönlich auch nicht, sollte man in diesem Fall unbedingt vorher in Erfahrung bringen, um Katastrophen wie die bisherig genannten zu vermeiden.

    LG, Flix
     
  7. Jürgen K

    Jürgen K Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.05.12   #7
    Hallo,

    wenn ich nicht Schreiben und Lesen kann (sondern nur sprechen, weil ich ja Redner bin) und unbedingt schreiben will, dann hilft nur eins: ich muss es lernen. Ansonsten wird es aussehen, wie das Werk eines Analphabeten, der es mit irgendwelchen Krücken mal versucht hat. Wer das ernsthaft möchte, mag es tun, mein Rat lautet: der Mensch ist so alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.

    Grüße
    Jürgen
    Für Alphabetisierung :great:
     
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