Oboe zusätzlich lernen?

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elisa02

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Hallo,

ich spiele seit 5 1/2 Jahren Querflöte.
Nun habe ich von meinem Verein das Angebot bekommen, kostenlos noch Oboe zu lernen.
Ich habe jetzt allerdings schon oft gelesen, dass man Oboe nicht in Kombination mit einem anderen Instrument lernen sollte.
Was sind eure Erfahrungen?

LG Elisa
 
Claus

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Hallo Elisa,

willkommen im Musiker-Board. :)

Was wurde denn als Grund angeführt, die Oboe exklusiv zu spielen?
Ich habe auch schon Manches gelesen oder gehört, was man bei meinem Instrument tun oder lassen soll - ob es ein nützlicher Rat oder Unsinn war, musste ich letztlich selbst entscheiden.


Bei Spaß an der Sache und der sich bietenden Gelegenheit würde ich es ausprobieren.
Dann zeigt sich am Ende von selbst, ob es mit der Oboe als Zweitinstrument klappt oder eben nicht.

Nach meiner Erfahrung ist es letztlich eine Frage der natürlichen Eignung, der Motivation und genügend erforderlicher Übungszeit, ob sich weitere Instrumente erlernen lassen oder nicht.

Gruß Claus
 
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elisa02

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Hallo Claus,

Vielen Dank für die Antwort.
Der Hauptgrund war, dass ein zusätzliches Instrument den Ansatz beim anderen Instrument verschlechtern soll, bzw. dass man auf der Oboe generell keinen guten Ansatz haben kann, wenn man noch ein anderes Instrument spielt.
Motivation bringe ich auf jeden Fall genug mit, allerdings wäre ich später die einzige Oboe im Verein, sodass ich das Flöte spielen (zumindest im Orchester) an den Nagel hängen müsste.
 
Claus

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Den gleichen Spruch über den Ansatz kenne ich zu "Trompete und Saxophon", "Klavier und Synthie" oder andere Doppelungen... :rolleyes:

Tatsächlich sind der Ansatz oder die (Fein-)Motorik derart individuelle Angelegenheiten, dass die Aussage meines Erachtens bestenfalls so lauten könnte:
Es kann sein, dass dein Ansatz Schwierigkeiten machen wird, weil er sich nicht so gut auf die Unterschiedlichkeit einstellen kann - das muss so aber nicht kommen!

Selbst wenn es haken sollte, wäre meine Herangehensweise, das Problem sehr genau zu untersuchen und zu schauen, ob durch die neuen Anforderungen nicht doch schon länger vorhandene Fehlentwicklungen des Ansatzes deutlich wurden.

Du wirst als Erste merken, ob Du dich auf beiden Instrumenten wohl fühlst und die Entwicklung in die richtige Richtung geht.

Meine mittlerweile reicht langjährigen Erfahrungen zeigen mir eigentlich immer, dass Angst der größte Feind der natürlichen Herangehensweise ist.
Viele scheinbar "fürsorgliche" Ratschläge werden von Musikerkollegen und Lehrern ungeprüft von Generation zu Generation einfach nur weitergegeben.


Gruß Claus
 
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Primut

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Hallo Elisa,

ja, ich möchte @Claus in allen Punkten beipflichten und noch ein wenig ergänzen:
Unser Körper ist vom Prinzip her das flexibelste Instrument überhaupt!!! Aber letztlich funktioniert er nur ganzheitlich, d.h. die psychologische Seite ist nicht zu unterschätzen.
Claus hat es ja schon angedeutet, dass die Angst ein wesentliche Einschränkung sein kann, was selbstredend natürlich stimmt, ich würde aber noch etwas weiter gehen:
Wenn du eine positive mentale Einstellung zu verschiedenen Instrumenten und Ansätzen hast, dann wirkt sich das eben auch positiv auf die unterschiedlichen Ansätze und den Lernerfolg aus.
Wenn du dagegen die überholte Meinung (unbewusst?) verinnerlicht hast, dass es mit unterschiedlichen Instumenten und Ansätzen sehr schwierig wird, dann kann es tatsächlich für dich schwierig werden (im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung), obwohl das gar nicht nötig wäre weil es letztendlich vorrangig nur ein mentales Problem ist.
Ich kenne beispielsweise einen Tubisten, der aber Trompete studiert hat und unterrichtet... oder beispielsweise James Morrison, der eine komplette Big-Band (also Holz- und Belchbläser) nahezu alleine (halt bis aufs Schlagzeug) eingespielt hat.
Wenn man offen ist und will, kann sehr also sehr viel gehen.
 
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Amateurdiva

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Die Sprüche zum Ansatz kenne ich auch seit Generationen und in beliebiger Kombination. Davon würde ich mich aber erstmal nicht irritieren lassen, denn entscheidend ist, was dir mehr liegt. Und es wäre schade, wenn ein sich vielleicht erfreulich entwickelnder Instrumentenwechsel wegen eines solchen Vorwandes gar nicht erst versucht würde. Wie viele haben erst im zweiten oder dritten Anlauf ihr Trauminstrument gefunden?

- Oboe gilt als schwierig zu spielen
-- Mag sein, aber jedes Instrument hat früher oder später (oder auch immer) seine Schwierigkeiten, wenn es gekonnt bedient werden will. Die Frage ist ja, ob genug Leidenschaft dabei ist, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Allerdings solltest du nicht versuchen, die Sachen, die du auf der Flöte kannst auf der Oboe spielen zu wollen. Dinge, die auf der Flöte einfach flutschen brauchen auf der Oboe sehr viel mehr Übung. Vorzeichen in den unterschiedlichen Oktaven werden nicht mit derselben zusätzlichen Klappe gespielt, sondern sind jedes Mal ein anderer Griff.
-- Du wirst relativ viel Übung brauchen für einen schönen Ton, der nicht ausschließlich quäkig-kieksend klingt, wobei eine gewisse Affinität für Enten nicht fehl am Platz ist. Wenn Du beim Vibrato angekommen bist (gibt es das bei den Flöten?), hast du tonlich schon eine Menge erreicht.
-- Inwieweit Dynamik anders ist, kann ich nicht einschätzen.

- das Instrument ist kostspielig
-- Ursprünglich war ich mal froh, dass mein oboespielendes Kind nicht Fagott lernen wollte. Bis kürzlich die Nebeninstrumente (d'Amore, E-Horn) ins Spiel kamen. Seitdem füttern wir wieder das Sparschwein. Bis jemand tatsächlich beim Kontrafagott ankommt dauert im Verhältnis länger.
-- Du brauchst regelmäßig neue Mundstücke. Fertige aus der Packung gibt es zwar, diese sind aber teuer. Bei Schülern sorgt i. d. R. der Lehrer für spielbare Rohre und kann diese auch nachbearbeiten oder stellt sie komplett selbst her.

- du bist begehrt
... und wirst die Flöte im Orchester an den Nagel hängen können. Mit der Oboe bist du gefragtt, egal ob Klassik oder Blasorchester. Der Junioroboist hier könnte vermutlich jeden Tag in einem anderen Orchester mitspielen.

Fazit:
Probier es aus. Allerdings nur mit einem professionellen Lehrer.
 
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LoboMix

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Von Anton Stadler - das war der Klarinettist, der Mozarts Klarinettenkonzert uraufgeführt hat und überhaupt viele seiner Werke, in denen die Klarinette oder das Bassetthorn (eine tiefe Klarinette) vorkam - ist überliefert, dass er auch ein sehr guter Oboist und Fagottist war. Da Mozart hohe Ansprüche an seine Musiker und Sänger hatte, muss Stadler sehr gut gewesen sein, das zeigt ja auch das Klarinettenkonzert selber.
Anders als mit der Kombination mehrerer Blasinstrumente hätte Stadler seinerzeit wohl auch kaum ein halbwegs vernünftiges Einkommen erzielen können, zumal die Klarinette noch wenig bekannt und verbreitet war und sie nur wenige Komponisten einsetzten. Vergleichbare Kombinationen gab es in der Vergangenheit bei Profi-Musikern oft, zeitweise dürfte es die Regel gewesen sein. Es geht also, und das auch auf einem hohen Niveau.

Dass heute bei Profimusikern das Spezialistentum üblich ist, hat mit den enormen Schwierigkeiten, der Verschiedenheit und Komplexität der zu bewältigenden Literatur zu tun, und natürlich damit, dass alles stets perfekt klingen muss.

Ich finde es dennoch bedauerlich, dass dieses eher restriktive Denken so stark in den Amateurbereich eingedrungen ist. Ich finde, wer Spaß an den verschiedenen Instrumenten hat und genug Zeit, Muße und Enthusiasmus mitbringt, sich mit ihnen in ausreichendem Maße zu befassen, der sollte das ruhig tun bzw. es zumindest ausprobieren. Wenn es nicht klappt - man kann ja nicht immer für alles gleichermaßen begabt sein -, dann wird man das schon feststellen. Wenn es gut klappt, hat man einen Gewinn gemacht.
 
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Gast268846

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Ich habe schon ein paar Jahre Klarinette gespielt und steige gerade auf Oboe um. Die ersten Versuche sind deutlich besser gelungen als damals die ersten Versuche auf der Klarinette und das Mundstück bzw Rohrblatt sind so unterschiedlich, dass man nicht auf die Idee kommt das eine genauso wie das Andere in den Mund zu nehmen. Und Atemtechnik, Stütze etc. sind auch hilfreich. Also wer Lust hat beides zu probieren - nur zu!
 
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Kreissäge

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5 1/2 Jahre Querflöte sind natürlich auch noch nicht so viel. Ich würde Dir eher den Rat geben, lerne ein Instrument, das aber richtig. Irgendetwas wird Dich schließlich damals dazu bewogen haben Dir die Querflöte auszusuchen. Wenn Du gut Querflöte spielst und intonationssicher bist, bist Du genauso begehrt.

Wie hoch der Übeaufwand bei der Querflöte ist weiß ich natürlich nicht, aber ich kann Dir mit Sicherheit sagen dass der Überaufwand bei der Oboe sehr hoch sein wird bis die ganze Sache nicht nur tonschön sondern auch nicht mehr holzschnittartig klingt.
 
FlötenSaiten

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Der Eröffnungsthread ist von Juli 2017 und elisa02 war zuletzt im August 2017 hier.
 
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Kreissäge

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Ja das habe ich später auch bemerkt.
 

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