Oktavreinheit

von baschti1979, 28.09.16.

  1. baschti1979

    baschti1979 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #1
    Servus zusammen,

    ich habe eine Frage: Hat die Spannung/Biegung des Halses einen Einfluss auf die Stimmung bzw. die Oktavreinheit (wobei ich mir nicht mal sicher bin, ob der Begriff hier passt...)?
    Ich habe das Problem, dass sich meine Gitarre jeweils nur bei eine D-/ oder einem E-Akkord wirklich sauber gestimmt anhört. Spiele ich ein perfektes D und danach ein E, hört sich die h-/ und folglich auch die hohe e-Saite etwas zu tief an - und umgekehrt.
    Gibt es irgendeine Möglichkeit, da was dran zu drehen? Z.B. über die Einstellung des Halses?
    Bei Konzerten nervt es mich (und wahrscheinlich auch die Zuhörer), dass ich ständig an meiner Gitarre rumstimme...

    Vielen Dank im Voraus...
    Sebastian
     
  2. frama78

    frama78 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #2
    Ich vermute eher, dass dein Sattel nicht gut gekerbt ist. Vielleicht wäre ein Setup bei einem (richtigen) Gitarrentechniker/Gitarrenbauer kein Fehler? Die 30-50,- würde ich echt investieren.
     
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  3. baschti1979

    baschti1979 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #3
    Danke für die fixe Antwort! Habe ich mir auch schon gedacht, allerdings dachte ich es schadet nicht, hier mal nachzufragen, ob es auch eine "Do-it-yourself-Variante" gibt ;-)
     
  4. rw

    rw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #4
    Unabhängig davon ist die Gitarre ein Instrument, das eben nicht rein gestimmt ist...
     
  5. Gitarrenknecht

    Gitarrenknecht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #5
    Ein wenig Graphitstaub auf dem Sattel u. evtl auf der Brücke hilft dabei, exakt zu stimmen, weil nichts mehr hängen bleibt. Ist billiger als der Weg zum Tech. Wenn der Garphit nicht staubförmig im Haus ist, leistet ein Bleistift gute Dienste.

    Unabhängig davon hab ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass es durchaus tagesformabhängig ist, wie leicht man eine Stimmung findet, mit der man zufrieden ist. Ob das an der Feinhörigkeit oder an der Grobmotorik liegt, weiß ich gar nicht mal.
     
  6. bemoll

    bemoll Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #6
    Die Halskrümmung hat nur geringen Einfluss auf die Oktavreinheit: wenn zu stark, ist die Saitenlage meist zu hoch und die Töne in den hohen Lagen klingen durch den höheren Druck und Weg aufs Griffbrett dann meist verstimmt.
    Wie schon rw richtig bemerkte, ist die Gitarre weder rein noch temperiert stimmbar - außer es wäre eine mit verschiebbaren Bünden.
    Ergo stimmen E ud D-Dur und teilweise dann sogar auch noch C- Dur leicht derangiert. Es bleibt also ein Kompromiss. Bei KlassikGitarren hilft als eben dieser Kompromiss folgender Stimmvorgang:
    1. A-Saite nach Gabel oder Stimmgerät pitchen 2. E/d jeweils "rein" in Quarte zur A-Saite stimmen.3. G Saite zur d Saite stimmen.4. h-Saite (als oktavierte Quinte) zur 6. Saite stimmen 5.:1. Saite zur 6. Saite (doppelte Oktave) einstimmen.
    Es gibt noch andere Methoden für Kompromiss-Stimmungen, aber dies erst einmal zum Einstieg.
    Andere nehmen einfach ein gutes Stimmgerät ;-)
    HTH
    bemoll
     
  7. saitentsauber

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    Erstellt: 29.09.16   #7
    Ob es tatsächlich an Deiner Gitarre liegt oder an dem zuerst von rw ins Spiel gebrachten Sachverhalt, kannst Du vielleicht dadurch herausfinden, indem Du Deine mit anderen Gitarren vergleichst.
     
  8. baschti1979

    baschti1979 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.09.16   #8
    Vielen Dank für alle Tipps bisher, werde sie nach und nach abarbeiten. Dass eine Gitarre nie wirklich rein gestimmt ist und werden kann, ist mir bewusst. Allerdings ist es mir bei dieser eben besonders aufgefallen (will nicht ausschließen, dass ich da aktuell vielleicht auch ein bisschen empfindlich bin, weil ich das erste Mal wirklich solo und ohne Band auf der Bühne stehe und da nix zu kaschieren ist ;-)). Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in der aktuellen Setlist eben Lieder hintereinander haben, in denen jeweils E-Dur und D-Dur recht dominante Akkorde sind.
    Am Wochenende kommen nochmal neue Saiten drauf (obwohl die aktuellen noch nicht wirklich alt sind), bei der Gelegenheit teste ich mal den Tipp mit dem Graphit. Außerdem ist ein Stimmgerät bestellt (bisher nutze ich das im Preamp eingebaute in meiner Takamine) und ich werde mal die von bemoll vorgeschlagene Stimm-Strategie versuchen.
    Wenn das alles nicht hilft, geht´s vielleicht wirklich mal zum Techniker.
    Vielen Danke jedenfalls bis hierher, hat schonmal sehr geholfen!
     
  9. Bully51

    Bully51 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.09.16   #9
    Folgende Stimmmethode führt oft zu zufriedenstellenden Ergebnissen bei offenen Vollakkorden:

    Zunächst g auf der hohen e-saite nach Stimmgerät, pp. stimmen. Dann den G-Akkord mit der Variante c auf der h-Saite dazu spielen und die h-saite sowie die g-saite (leer) stimmen. Dann in den D-Akkord wechseln und die d-saite dazu stimmen. Dann nach A ... u.s.w.
     
  10. emptypockets

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    Erstellt: 29.09.16   #10
    Es ist schön, wenn man verschiedene Methoden beherrscht, die Quadratur des Kreisen hinzukriegen..... .

    Aber ernsthaft: all diese Methoden führen dazu, dass man tatsächlich mindestens die Hälfte der Zeit mit Stimmen verbringt, und einem Ideal nachläuft, das sowieso nicht erreicht werden kann.

    Die Gitarre ist nunmal ein nicht perfekt stimmbares Instrument. Je früher man sich damit abfindet, umso besser ist es für die Nerven. Wer früher 'mal Hannes Wader bei einem Konzert erlebt hat, in denen er teilweise gefühlte 75 % mit Stimmen verbrachte, weiß, was ich meine.

    Dazu passt die Geschichte, die gerne erzählt wird, nämlich, dass Bluesgitarristen gerne die Hälfte eines Konzertes mit Stimmen verbingen......und den Rest der Zeit auf einer verstimmten Gitarre spielen!

    Also: Gitarre durchstimmen, mit Stimmgerät oder einer einfachen anderen Methode, und spielen. Gegebenenfalls nachstimmen.

    Fertig.
     
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  11. bemoll

    bemoll Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.10.16   #11
    oder- auch wenn ich das vielleicht schon mal gebracht haben sollte:
    Der Gitarrist stimmt immer, die Gitarre nie! ;-)
    LG
    bemoll
     
  12. six harvest

    six harvest Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.10.16   #12
    ...stimmt! :-)

    Ich stimme meistens mit Capo auf dem 2.Bund. Das ist für mich ein guter Kompromiss, auch für die Stimmung ohne Capo. Geht natürlich nur mit Capos, die die Saiten nicht zu sehr festhalten...

    LG Sigi
     
  13. GeiGit

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    Erstellt: 03.10.16   #13
    Genau da würde ich an Deiner Stelle ansetzen!
    Meine Erfahrung ist, dass fast jede Gitarre einen zu hohen Sattel hat und dementsprechend die Töne der gegriffenen Bünde in der ersten Lage tendenziell zu hoch sind.
    Das liegt daran, dass die Saiten durch das (zu weite) Runterdrücken der Saiten auf den Bund gespannt werden.
    Ich habe bei meinen eigenen und vielen Gitarren aus dem Bekanntenkreis die Sattelhöhe korrigiert und die Gitarren klangen danach nicht mehr verstimmt.
    Wie viele Blatt 80g-Papier passen den zwischen Saite und erstem Bund wenn Du einen Capo zwischen zweiten und dritten Bund setzt?
    Mehr wie drei? Dann ist der Sattel zu hoch und der Gang zum Gitarrenbauer lohnt sich definitiv!
     
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  14. OldRocker

    OldRocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.10.16   #14
    Hey zusamm,

    es wurde hier schon erwähnt, dass eine Gitarre nie richtig stimmbar ist. Die Sattelhöhe ist natürlich immens wichtig für die Intonation auf den ersten zwei Bünden-und auch dementsprechend verheerend wenn sie zu hoch ist, denn schliessliich spielen wir hier die allermeisten Akkorde. Die Halskrümmung spielt ebenso eine grosse Rolle, da sie auf die ersten Bünde ähnliche Auswirkungen hat wie die Sattelhöhe...
    Und dennoch gibt es Gitarren die besser intonieren als andere. Das hängt mit vielen mechanischen Faktoren zusammen die sich im Endeffekt sogar teilweise auf die Spielweise des Gitarristen auswirken. Das alles zusammen ist in seiner Wechselwirkung sehr komplex und entscheidet doch grundlegend über die Intonation des Spielers auf einer bestimmten Gitarre.
    Dabei fällt immer wieder auf, dass sehr gut gemachte Gitarren-auch schon in mittleren Preislagen-teilweise sehr gut intonieren und selbst teure teilweise gar nicht.
    Die vielzitierte "Oktavreinheit" ist dabei ein fast schon trügerischer Anhaltspunkt, denn beim Intonationschaos der Gitarre zeigt dieser nur an ob die Gitarre auf dem 12. Bund halbwegs richtig intoniert, was nicht viel über alle anderen Lagen aussagt.
    Auffällig ist bei gehörmässig gut intonierenden Gitarren immer wieder, dass diese auf der Oktave gehörmässig gut sind, nachgemessen aber einen Tick zu hoch liegen. Wichtig ist das herstellerseitige Know How über den Kompromiss bei Mensurlängenkorrekturen pro Saite und am Sattel sowie dessen Höhe usw.usw....

    Bernie
     
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