Probleme beim Stimmen der Gitarre - Insbesondere h-Saite

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agentstarburst
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Hallo allerseits!

Mein erster Thread hier und gleich eine Frage, die mich schon seit einiger Zeit beschäftigt. Ich habe eine Art&Lutherie Steelstring Dreadnought, mit der ich eigentlich recht zufrieden bin. Mein Gitarrenlehrer zeigte mir die Flagolettmethode um meine Gitarre zu stimmen (alle Saiten Bund 5/7 vergleichen, außer H, da 4/5 vergleichen, wenn ich das jetzt hier so trocken richtig im Kopf habe).

Das klappt soweit auch ganz gut, ich stimme also zunächst A nach einem Referenzton und gehe dann nach oben durch, bis ich keine Oberschwingungen mehr höre, wenn ich die jeweilig zusammengehörigen Saiten vergleiche. Spiele ich jedoch jetzt einen Akkord, dann klingt die Gitarre total schief. Prüfe ich jetzt die Stimmung mit dem Stimmgerät, ist die H-Saite (und folglich auch die E-Saite) fast einen Halbton zu tief. Stimme ich jetzt konventionell, dann hört man auch, dass die H-Saite i.Vgl. zu G zu tief ist.

Mein Gitarrenlehrer meinte, dass das mit der Oktavreinheit der Gitarre zusammenhängen könnte. Wir haben uns jedoch nicht zu lange mit der Fragestellung beschäftigt, da ich meine Stunde natürlich zu spielen und nicht für technische Details nutzen wollte! :D Ich habe mich dann ersteinmal damit abgefunden, dass die Gitarre offenbar nicht "optimal" ist und ab der H-Saite die Gitarre einach konventionell gestimmt.

Jetzt kommt aber das Witzige: Ich habe mir bei Thomann zwei Reisegitarren bestellt, die ich ausprobieren wollte. Eine Martin Backpacker Steel und eine Martin LX1 (Little Martin). Bei beiden hatte ich das gleiche Phänomen. Mache ich etwas falsch? Die Gitarren können ja kaum alle dasselbe Problem haben, denke ich mal!

Vielen Dank für eure Antworten!

Gruß,
Fabian
 
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man temperierte\ stimmung
flageolett ist mathematisch korrekt, aber akustisch falsch.
habe jetzt keine lust dazu eine dissertation zu verfassen, schlag's bei Wiki nach. "Temperierte Stimmung"
 
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Versuch mal die Variante von Kevin Ryan - und lass uns wissen, was Du vom Ergebnis hälst!
 
Keine Angst, Deine Gitarre ist wahrscheinlich völlig in Ordnung. Das Stimmen über Flageoletts funktioniert nur bei reinen Intervallen (5. und 7. Bund). Hier vergleicht man Oktaven und Quinten.
Unreine Intervalle wie die Terz stimmen nicht mit der entsprechenden Obertonfrequenz überein. Ja das hat was mit der gleichstufigen Stimmung zu tun. Es ist schlicht falsch G und H Saite wie beschrieben stimmen zu wollen.

Was aber funktioniert: Tiefe E Saite im 5. Bund als Flageolett (2. Oktave) mit der leeren hohen E-Saite vergleichen und dann die H Saite über Flageoletts über 5 und7 nach der hohen E stimmen.
 
hallo agentstarburst,

zunächst mal: WILLKOMMEN im forum!

zu deinem problem: ganz ehrlich? kauf dir ein stimmgerät = problem erledigt.
 
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Hallo allerseits,

vielen Dank ersteinmal für die regen Antworten. Was ich noch nicht ganz verstanden habe: Ist die Terz, die ich vergleiche unrein aufgrund der temperierten Stimmung, oder ist das Vergleichen der Terz ein grundsätzlich falscher Ansatz?

@Saitentsauber/jafko: Die von euch vorgeschlagenen Ansätze werde ich testen!

@Shendandoah: Stimmgerät (das ich schon habe) ist hier sicher der konstruktivste Ansatz, aber da ich ja zum Einen das Stimmen der Gitarre via Gehör üben will und zum Anderen mich der Hintergrund auch einfach interessiert die Frage.

Gruß,
Fabian
 
... Ist die Terz, die ich vergleiche unrein aufgrund der temperierten Stimmung, oder ist das Vergleichen der Terz ein grundsätzlich falscher Ansatz?

Ersteres. Und weil wir heute durchweg die gleichstufige Stimmung verwenden, ist es auch grundsätzlich falsch. :)
 
Grundsätzlich ist ein Stimmgerät eine sinnvolle Anschaffung.

ALLERDINGS gehöre ich wohl mittlerweile zu einer aussterbenden Gitarristen-Rasse: ich kann mir anhand einer gestimmten Saite (gerne nach Gehör zum Piano beispielsweise) alle anderen Saiten vernünftig stimmen, und das eben OHNE den Einsatz eines Stimmgeräts. Zum Einsatz kommt eben jene "4./5.-Bund-und-5./7.-Bund-Flageolett"-Geschichte, die hier so verteufelt wird. Ergänzt man diese aber durch einen kleinen Vergleich über Oktaven hinweg und justiert dann nach Ohr und Gefühl und Erfahrung nach, ist man praktisch ebenso gut und ausreichend exakt. Warum kann ich das? Weil ich es damals so lernen musste. Warum mag ich das? Weil ich eben heute auch mal fix irgendwo irgendeine Gitarre so stimmen kann, dass wieder gescheit drauf gespielt werden kann. Ohne jegliche Technik, einfach so...

Insofer, lieber Fabian, genau so: Stimmen üben (auch wenn die Vergleiche immer eine Krücke sind und man nachjustieren muss), dann mit Stimmgerät kontrollieren und einstellen. Mit der Zeit wird das!
 
Wenn ich Jafkos hinweis auf die gleichstufige stimmung folge, komme ich u.a. auf folgendes:
Die große Terz (386 Cent) der reinen Stimmung wird bei der gleichstufigen Stimmung (400 Cent) immerhin um zirka 14 Cent vergrößert ("geschärft")
Das würde, sofern ich den text richtig verstehe, bedeuten, dass bei stimmung via flageolett 4. bund G-saite auf 5. bund H-saite das H um rund 14 Cent zu tief heraus kommt. Nach (meinem) gehör und der mit stimmgerät gestimmten gitarre könnte das in etwa hinkommen. Der flageolett-ton im 4. bund der G-saite zeigt auf meinem stimmgerät auch ein etwas zu tiefes H an.

Gruss, Ben
 

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