Organisation / Zielsetzung / Aufgabenteilung / "Erfolg" einer Band

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Moin alle miteinander,

ich beschäftige mich seit des Lockdowns mit diesen Fragen: Was will man mit einer Band erreichen? Wie organisiert man die Band? Welche Aufgaben gibt uns und wie kann man sie teilen? Welche Ziele will man erreichen?

Ich habe mit der Suchfunktion ein paar ähnliche Themen gefunden, aber dort wurde meistens diskutiert, ob eine Band eine Hierarchie braucht o.ä.; darum soll es in diesem Thema nicht gehen. Falls es sonst Überschneidungen gibt, sorry, diese Threads habe ich nicht gefunden.

Zum Thema (bewusst etwas provokant formuliert):
Wer kennt es nicht: Man hat coole Leute gefunden, mit denen es gut passt, man hat tolle Songs geschrieben, die wöchentliche Probe läuft und macht Spaß, man hat ein paar Konzerte gespielt, aber die Frage, die bleibt: Wars das? Ende der Fahnenstange? Wie kommt man mit einer Band wirklich weiter?
Wenn man nach Zielen fragt, dann sagen alle, dass für sie der Spaß im Vordergrund steht und dass sie gerne "erfolgreicher" werden wollen. Aber was bedeutet erfolgreich? Wie kann man Erfolg messen? Wie kann man Ziele setzen und kontrollieren? Und vor allem: Was sind die Aufgaben, die erfüllt werden müssen, um diese Ziele zu erreichen? Viele Bands bezeichnen sich als "ambitionierte Hobbymusiker" oder "Semi-Professionell", aber was bleibt hängen, außer vielleicht einer Handvoll Konzerte im Jahr und der wöchentlichen Probe? Letztlich ist auch eine Hobbyband eine Art Firma, auch wenn man es nicht so nennen will.

Ich muss sagen, dass ich keine konkreten Antworten auf diese Fragen habe, aber ich würde mir von diesem Thread erhoffen, dass wir vielleicht in einen produktiven Austausch kommen und unsere Erfahrungen teilen.
Während des Lockdowns habe ich für mich selbst die Frage beantwortet, was die übergeordnete Aufgabe/Funktion einer Band eigentlich ist: Content erstellen. Um sich selbst zu bewerben braucht man Produkte, und das ist im wesentlichen die eigene Musik. Daraus resultiert alles weitere: CD-Verkäufe, Merch-Verkäufe, Downloads, Streams, Klicks, tolle Erlebnisse bei Konzerten, uvm., oder auch schlicht und einfach Einnahmen. Ich habe leider keine Ausbildung in Wirtschaft oder angrenzenden Bereichen, aber ich denke, wenn eine Band "erfolgreicher" werden möchte, dann bezieht sich das auf konkret messbare Größen wie die eben aufgezählten. Für mich bleibt aber noch die Frage: Was muss alles dafür getan werden, um Content zu erstellen und letztendlich "erfolgreicher" zu werden? Und wie sind diese Aufgaben in einem Prozess organisiert?
Für einige von euch mag das trivial sein, aber ich stelle mir den Prozess in etwa so vor wie in dieser Skizze:


Zuerst kommt die Festlegung eines "Konzepts", also ein Bandname (eine "Marke" / "Corporate Identity") für eine bestimmte Zielgruppe, mit einem Genre und vielleicht einer eigenen Story. Dann müssen Songs geschrieben werden, was ja auch in jeder Band anders läuft (darüber möchte ich nicht im Detail diskutieren): Die einen schreiben alles gemeinsam, bei anderen gibt es ein Bandmitglied, das alle Songs schreibt. Jedenfalls gibt es hier einen wechselseitigen Prozess zwischen dem Songwriting und dem Lernen / Proben der Songs. Oft fällt einem im Proberaum auf, dass noch Songelemente angepasst werden müssen. Wenn nun die Songs feststehen und sitzen, dann geht es daran, diese aufzunehmen, ob in Eigenregie oder im Studio. Danach geht es an die Veröffentlichung, im Idealfall wäre das ja sowohl online als auch offline Promotion mit einer Tour, bei der es dann zu Verkäufen von CDs und Merch kommt, und letztlich auch zu einer größeren Wahrnehmung durch das Publikum. Hier hängt es m.E. sehr oft bei Bands, weil das ihre gewöhnliche Expertise übersteigt: Wie kommt man an Gigs? Wie organisiert man das alles? Ich sehe oft bei Social Media, dass eine Band einen Song hochgeladen hat. Das Potential des Songs kann sich aber nicht entfalten, wenn er nicht richtig promoted wird. Da werden gerne tausende Euro ins Tonstudio investiert, aber jede Art von "messbarem Erfolg" bleibt aus und hinterlässt eine Band mit Ratlosigkeit. Am Ende müssen der Prozess und die Ziele evaluiert werden, und man stellt fest, dass die ganze Arbeit nicht so fruchtet, wie man sich das erhofft hat.

Ich weiß, dass ich jetzt mehr Fragen als Antworten aufgeworfen habe und dass sicher jedes dieser Punkte mehrstündige Diskussionen hervorbringen kann. Ich denke, es sollte klar sein, dass es heute äußersten Seltenheitswert hat, wenn man von einem Recruiter entdeckt wird und einen Plattendeal mit einem Label an Land zieht. Ich denke, jede Band muss in Vorleistung gehen und ihren Erfolg selbst in die Hand nehmen. Ich würde mich freuen, wenn wir hier jetzt in einen Austausch über meine Fragen ganz am Anfang des Beitrags gelangen: Wie organisiert man eine Band? Welche Aufgaben gibt es und wie kann man sie teilen, um seine Ziele zu erreichen? Und noch ein wichtiger Punkt, den ich bisher nicht genannt habe: Wie viel Zeitaufwand muss für diese Aufgaben betrieben werden? Und wie schafft man eine Kontinuität, damit man für seine Fans ("Kunden") auch regelmäßig Content raus bringen kann? (z.B. fängt man mit dem Songwriting fürs zweite Album an, während das erste noch in der Promotion steckt?). So viele offene Fragen.

Ich bin mir sicher, dass viele Wege nach Rom führen und man viele dieser Fragen nur individuell beantworten und lösen kann. Aber was sind eure Erfahrungen?
Mein Ziel wäre es, meine Kreislaufgrafik kontinuierlich basierend auf euren Beiträgen zu erweitern. Also haut doch einfach mal in die Tasten, was euch zu diesem komplexen und umfangreichen (Teil)-Thema einfällt!

Viele Grüße
Marc
 
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Interessanter Ansatz, ich habe den Eindruck dass Du (irgendwo schreibst Du es ja auch explizit) eine Band als "Firma" ansiehst und nun versuchst, dies "generalstabsmäßig" "aufzuziehen", bzw. zu analysieren.

Da könnte man vermutlich ganze Bücher und Doktorarbeiten drüber schreiben, die Zeit habe ich gerade nicht ;-) aber ein paar Gedanken trotzdem mal von mir (auch wenn ich wenig Ahnung oder Einblick ins "echte" Musikbusiness habe).

Bitte nicht betrachten als "ich erkläre Dir von oben herab wie es funktioniert", sondern nur als Beitrag zu einem möglichen "Erklärungsmodell" oder nur als Denkanstoß.


Der Einstieg dürfte bei jeder Band ein wenig anders sein. Die Zielsetzung ist nicht immer gleich, sondern vermutlich ein breites Spektrum. Selbst Du verknüpfst in Deinem Post gleich zwei sehr unterschiedliche Ziele:
Wenn man nach Zielen fragt, dann sagen alle, dass für sie der Spaß im Vordergrund steht und dass sie gerne "erfolgreicher" werden wollen.

"Spaß" und "erfolgreicher werden" sind unterschiedliche Zieldimensionen, das geht vollkommen unabhängig voneinander. Du hast schon selbst erkannt, dass "erfolgreich" auch unterschiedlich meßbar sein könnte: Anzahl verkaufte Tonträger, Anzahl Downloads, Menge eingenommener Euros, Zuschauer bei Konzerten oder künstlerische Anerkennung (Preise etc.)...

(Meine bescheidenen Ziele als Hobbymusiker sind: Spaß haben bei der wöchentlichen Probe mit netten Leuten, mit denne ich auch gerne ein bier trinken kann und ein bis zwei Handvoll Auftritte im Jahr. Erfolg nur in dem Sinne, dass ich mich freue, wenn das Publikum irgendwie zeigt, dass es auch Spass dabei hat.)

Zuerst kommt die Festlegung eines "Konzepts", also ein Bandname (eine "Marke" / "Corporate Identity") für eine bestimmte Zielgruppe, mit einem Genre und vielleicht einer eigenen Story.

Sehe ich etwas anders, nicht nur, weil Du hier Sachen verknüpfst, die ncht zwingend zusammengehören.

m.E. kommt zuerst die Zielsetzung, darüber müssen sich die Beteiligten einig sein, also i.d.R. die Bandmitglieder, bzw. der "harte Kern". Daraus kann sich dann ableiten: Genre, Zielgruppe, Konzept, ggf. dann erst der Name usw.

Was dann auch noch geklärt werden muss (damit wären wir bei Deinem Schaubild): Wie organisiert man die Band und "alles" drumherum? Macht die Band alles selbst oder werden bestimmte "Funktionen" an bezahlte oder ehrenamtliche Dienstleister gegeben? Tonstudio&Produktion, Werbung, Verkaufsabwicklung, Merch, Auftritte an Land ziehen und nicht vergessen Abrechnung, Steuer usw, jenachdem wie kommerziell das Ganze wird. Vielleicht auch Gastmusiker einkaufen, manche Bands bezahlen Leute für Texten und Komponieren/Arrangieren... manche Bands wollen aer auch "alles" selbst machen (oder müssen alles selbst machen).

(später vielleicht mehr)
 
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glombi
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Hi Marc,

ich gehe davon aus, dass du Banderfahrung hast, auch wenn viele deiner Fragen und Ideen damit wahrscheinlich obsolet wären? Dein Ansatz sieht mir nämlich sehr nach Studienarbeit für VWL/BWL aus...

Du sagst zwar, dass du nicht über die Organisationsform der Band diskutieren willst. Da du aber Erfolg scheinbar auch finanziell definierst, wäre vor dem Hintergrund der reibungslosen Gewinnverteilung eine klare Regelung zu Beginn sehr wichtig.

Außerdem ist ein großer Teil der Bandorganisation in deiner Zielrichtung sicher auch, Musiker bei der Stange zu halten, neue zu finden, die Wechsel finanziell, vertraglich und organisatorisch abzuwickeln. Eine Band ist halt dynamisch.

Ein Kochrezept für Hits oder zumindest möglichst erfolgversprechende Songs wäre bei deinem Firmenansatz sicher auch hilfreich. Genau wegen dieses Selbstanspruches (der wohl nicht zum Rest der Band gepasst hat) ist wohl andererseits der Major bei BAP gegangen worden.

Der Rest von deinem Kreis ist sicher nicht verkehrt, aber auch nicht wirklich neu oder mehrwertbehaftet.

Meine Erfahrung aus nur zwei Band über insgesamt ca. 8 Jahre ist - Es kommt eh immer alles anders, als man es sich vorher denkt...

Gruß und viel Erfolg,
glombi
 
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99% der Musiker und Bands hier im Forum denken, so glaube ich, nicht in Kategorien wie "Content" oder "Kunden". Zumindest finanziell werden die meisten mehr reinbuttern, als rauskommt, das ist auch bei meiner Band so. Im Coverbereich wird das sicherlich anders sein, ich glaube aber nicht, dass man das so Reißbrett-artig planen kann (siehe auch Glombis Beitrag). Professionalisierung im Marketing ist schön und gut, aber auch vor Corona war die Liveszene schon so tot, dass man es als Amateurband sehr schwer hatte.

Trotzdem lohnt sich deine Fragestellung. Erreichbare und messbare Ziele sollte man sich setzen und auf einen gemeinsamen Nenner kommen, bei uns war das alles zwischen "mehr Gigs spielen" über "eine CD aufnehmen" bis hin zu "im Radio gespielt werden". Das wurde aber in vielen anderen Threads schon diskutiert.
Alles andere - z.B. Stage Rider, Bühnenoutfit usw. ergibt und ergab sich bei uns und ist ein dynamischer Prozess.
 
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Wie kommt man mit einer Band wirklich weiter?

Gute Frage!
Meiner bescheidenen Meinung nach am schnellsten indem du alle Punkte außer Konzept, Songwriting und Songs lernen auslagerst an Profis, Manager, Bookingagentur, Produzenten usw.
Oder: Jedes Bandmitglied spezialisiert sich auf ein bis zwei Einzelpunkte. Das kostet aber nicht nur Zeit.
Selbst die Punkte Konzept und Songwriting könnte man anderen überlassen, wie im Schlager und Pop heutzutage üblich.

Wie viel Zeitaufwand muss für diese Aufgaben betrieben werden?

Es sollte Lebensinhalt sein, mit Ehepartner/in und Kindern wird das verständlicherweise eher nix mit dem ganz großen Erfolg als Newcommer.
 
Filztier
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Ich nenne es "Arbeitsteilung".
Meiner Meinung nach unumgänglich, damit das "Gesamtkonzept" Band überhaupt funktioniert.
Je nachdem wie hoch die Ambitionen gesteckt sind kommen da ganz unterschiedliche Aufgabengebiete auf eine Band zu, die es zu verteilen gibt.
Eine "Erfolgsformel" gibt es dabei nicht. Ich habe schon die verschiedensten Mischformen bei der Aufgabenverteilung erlebt, die alle funktioniert haben.
 
Hastomedia
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Hi Leute,

ich komme aus dem Musikbusiness und das schon seit 1988, also eine verdammt lange Zeit. Hierbei habe ich neben Produzenten und Musikmanagern einige Leute kennenlernen dürfen, die es drauf hatten. Aber immer wieder habe ich dabei vor allem ein paar wichtige Dinge gelernt, die man sich selbst fragen muß und das ganz regelmäßig:

1. Was will ich persönlich erreichen? Profi oder Hobbymusiker?
2. Wollen meine Bandmitglieder auch unbedingt Profimusiker werden?
3. Bin ich in dieser Band wirklich richtig aufgehoben und bringt sie mich weiter?
4. Bin ich / seid Ihr bereit, alles, wirklich alles dafür zu tun, was notwendig ist?

Kann man alle 4 Fragen mit JA beantworten, so geht es mit folgenden Fragen/Themen weiter:
Niemand schafft alle Ziele sofort zu erreichen, aber man muß daran arbeiten und die Ziele dürfen müssen realistisch und erreichbar sowie eindeutig formuliert und terminiert sein.

1. Welche künstlerischen Ziele hat die Band im 1. Jahr nach Gründung (Musikrichtung, Bandname, Anzahl Songs/Monat, Anzahl Proben/Woche)?

2. Welche wirtschaftlichen Ziele hat die Band im 1. Jahr nach Gründung (Anzahl Auftritte, Mindestgagen, eventuelle Kooperation mit Bookingagenturen und/oder Musikmanagement, Veröffentlichung von Songs im Internet und evtl. auf CD sowie der Vermarktung, uns.)

3. Sind wir bereit, unsere Ziele in kurzen Abständen (z.B. monatlich) kritisch zu kontrollieren, uns Rat bei Profis einzuholen und eventuell auch selbst Geld zu investieren in die Band (neben Probenraummiete und eigene Instrumente), was ja quasi das eigene Unternehmen darstellt?

4. Drei Monate vor dem Ende des 1. Jahres sollte eine Planung für das 2. Jahr gemacht werden, die Bilanz zieht mit dem Erreichten und auch die Mißerfolge des 1. Jahres beinhalten muß, sowie Lösungen für die Bekämpfung der Misserfolge. Gleichzeitig kommt spätestens jetzt auch die Frage auf, welche Unternehmensform macht Sinn (GBR, Gmbh, Verein, usw.)

5. Sind wir bereit, in ein oder mehrere Videos zu investieren? Hierbei gibt es 2 Unterschiede:
a) Video zur Erlangung von Auftritten
b) Video zur Vermarktung von Songs (Musikvideo)
Letzteres kann eventuell noch warten, falls ihr mit der Anzahl und auch Zuschauerzahl noch hinter Euren Zielen hinterherhinken solltet. Zu Coronazeiten ist es aber genau umgekehrt, da ihr nicht einmal auftreten dürft.
Das Musikvideo macht aber nur bei einer professionellen Audioaufnahme mit entsprechendem Mix Sinn. Das sind dann auch gleich einmal die beiden größten Investitionen der Band. Es sei denn, ihr findet einen Sponsor, Produzenten, o.ä., der das für Euch vorab bezahlt.

Leider habe ich nicht mehr Zeit, aber das sollte für den Anfang erst einmal reichen.

Liebe Grüße
Harry Stoll

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.... ich weiß nicht , aber wenn ich das so lese , muß ich auch zwangsläufig an die strukturierung einer erfolgsfirma denken ..... und genau das seh ich anders , oder will es zumindest auch in den raum werfen .

es gibt und gab , auch tatsächlich musiker , die musik gemacht haben , weil sie dadurch glück und andere gefühle weitergeben wollten . es gibt zig songs , die aus situationen entstanden sind und nicht mit dem hintergrund kohle zu verdienen , was ja bei den oben aufgeführten beiträgen wohl der hauptgrund ist .

musik , band ..... das kann auch etwas ganz anderes sein , was nichts mit "erfolg " im üblichen sinne zu tun hat .... wie zb selbstverwirklichung oder eben auch umgesetzte kreativität , beides kann mehr als nur glücklich machen und ist somit auch als " erfolgreich " einzustufen .
 
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Spannendes Thema.
Ein paar Anmerkungen dazu:

(1) Du beschreibst hier aus meiner Sicht das Produktmanagement einer einzelnen Band, ohne besondere externe Einflüsse. Hier sind erstmal zwei Aspekte etwas "außen vor":

=> Viele Musiker sind nicht nur in einem einzigen Ensemble aktiv, sondern in mehreren. Bei dem Modell "der einen" Band wird die Frage: Welche Funktion hat diese Band für das "Individuum Musiker" in dessen eigenem Konzept - egal, ob "Geschäftsmodell" oder "künstlerische Entwicklung"? nicht adressiert. (Ok, das gibt dein Modell auch nicht vor, wäre aber für die Gesamtsicht aus meiner Perspektive interessant.) Diese Frage stellt sich für mich aber in Anbetracht begrenzter Ressourcen immer, egal ob als Amateur oder als Profi: Weshalb bin ich in einem bestimmten Ensemble aktiv?

=> Ich sehe den "Deming-Cycle" als zu begrenzt an, da er einerseits bestimmter interne Rückkopplungswege nicht berücksichtigt (Live > Promotion, Live > Songwriting etc.), andererseits fehlen mir hier die externen Einflüsse: Das Konzept wird hoffentlich nicht nur von den Liveerfahrungen beeinflusst, sondern auch vom Leben drumherum, von anderen Künst(l)e(r)n etc. (Quasi als Research & Development.) Je nach Konzept können auch Recording oder Live entfallen.

(2) Wenn du ein Geschäftsmodell beschreiben wolltest, dann würde ich konsequenterweise eine Beschreibungssystematik dafür wählen, schlimmstenfalls das Business Model Canvas (passt immer). Aus dem Bild, das du gezeigt hast, würde ich eher 3 "Blöcke" machen: Konzept, Organisation (als interne Organisation für die Kommunikations- und Planungsprozesse), "Rest" (ggf. noch unterteilt in "Musik" und "Rest") und diese dann betrachten.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Nachtrag:
.... ich weiß nicht , aber wenn ich das so lese , muß ich auch zwangsläufig an die strukturierung einer erfolgsfirma denken ..... und genau das seh ich anders , oder will es zumindest auch in den raum werfen .<...>
musik , band ..... das kann auch etwas ganz anderes sein , was nichts mit "erfolg " im üblichen sinne zu tun hat .... wie zb selbstverwirklichung oder eben auch umgesetzte kreativität , beides kann mehr als nur glücklich machen und ist somit auch als " erfolgreich " einzustufen .
Auch wenn das Bild so sehr nach Powerpoint und Unternehmensberatung aussieht - als Gedankenspiel taugt es auch für das Freizeitduo, das ab&zu mal bei der AWO auftritt und alte Stones-Songs zum besten gibt (ist übrigens schon die Konzeptbeschreibung - mit dem Spaß haben, das man kennt): Die müssen sich auch zu allen Fragen positionieren, geht aber schneller. Songwriting? Haben Jagger/Richards schon gemacht. - Arrangement: Ja, weil die Cajon klingt nicht wie Charlie Watts, und die Yamaha-Akustik nicht wie Ron Wood und Keif zusammen. - Songs lernen und üben? Ja bitte. - Recording? Nur bei der Probe mit dem Smartphone um mal zu hören, wie's klingt. - Promotion: Mundpropaganda. - Live: klar, nur in diesem Jahr selten. Die AWO-Weihnachtsfeier wurde gestrichen. - Überprüfung des Konzepts: "Wollen wir auch noch was von Them oder den Faces dazu nehmen? Ach nö, lass mal." Fertig.
Soll heißen: Nicht vom Bild abschrecken lassen, einfach überlegen, was dahinter steht.
 
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Hallo Bass-Zicke,

du hast sicherlich auch Recht, aber ich hatte den Eindruck, dass der um Rat fragende Nutzer wissen wollte, wie man wirtschaftlichen Erfolg mit einer Band erzielen kann und darauf basierend habe ich meine Erfahrungen u Gedanken in die Diskussion geworfen.

DIE KUNST hatte bei mir immer Vorrang. Wenn man aber seinen wirtschaftlichen Erfolg nicht nur dem Glück anvertrauen will, dann muss man wohl oder übel einige Regeln der Branche u Wirtschaft beachten.

Mir persönlich war die künstlerische Freiheit immer wichtiger.

LG
Harry Stoll

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du hast sicherlich auch Recht, aber ich hatte den Eindruck, dass der um Rat fragende Nutzer wissen wollte, wie man wirtschaftlichen Erfolg mit einer Band erzielen kann

Die Antwort ist relativ einfach: Man muss bereit sein Musik zu machen, auf die man persönlich überhaupt keinen Bock hat, aber so tun, als wäre es das Geilste...

Gruß,
glombi
 
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Man muss bereit sein Musik zu machen, auf die man persönlich überhaupt keinen Bock hat, aber so tun, als wäre es das Geilste

These von mir: Es gibt mehr als nur ein Konzept, mit Musik wirtschaftlich Erfolg zu haben.

Variante A (die von Dir beschriebene): Analysieren, mit welcher Musik man mit begrenztem Invest möglichst viel Kohle machen kann und dann genau das machen --> Das hat m.E. Dieter Bohlen mit Modern Talking perfektioniert. Immerhin ist er ja auch Betriebswirt und kein Musiker.

Variante B: Musik machen, von der man überzeugt ist und alles daran setzen, dies dem Publikum und auch der Branche klar zu machen, will heißen auch mit der angemessenen Qualität. z.B. war Queen zweifellos auch wirtschaftlich erfolgreich. Ich nehme den Beteiligten aber auch durchaus ab, dass sie ziemlich Bock auf die Musik hatten, die sie gemacht haben, auch dass sie sich bewusst waren, dass einiges davon unternehmerisch ein Risiko war.

Es gibt vermutlich noch viele weitere denkbare Varianten...
 
abolesco
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Das Thema Bock haben oder eben nicht gehört mMn. in den Block Konzept (Zielsetzung). Wenn jmd. keine Lust hat, braucht er/sie halt nicht mitspielen. Und man sollte es sich auch unter Ziele notieren diese Lust nicht zu verlieren.
Das gilt für jede Art von Band/Team.
 
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Wer kennt es nicht: Man hat coole Leute gefunden, mit denen es gut passt, man hat tolle Songs geschrieben, die wöchentliche Probe läuft und macht Spaß, man hat ein paar Konzerte gespielt, aber die Frage, die bleibt: Wars das? Ende der Fahnenstange? Wie kommt man mit einer Band wirklich weiter?
Interessante Frage :)

Wenn man nach Zielen fragt, dann sagen alle, dass für sie der Spaß im Vordergrund steht und dass sie gerne "erfolgreicher" werden wollen. Aber was bedeutet erfolgreich? Wie kann man Erfolg messen? Wie kann man Ziele setzen und kontrollieren? Und vor allem: Was sind die Aufgaben, die erfüllt werden müssen, um diese Ziele zu erreichen?
Das einfachste wäre einmal, sich als Band darüber auszutauschen, was "Erfolg" für Euch bedeutet. Mittel dazu sind:
  • freies Gespräch
  • Brainstorming (es gibt kein Richtig oder Falsch (!) = aufgeschobene Bewertung)
  • Clustern/Gruppieren (immer wieder ein Augenöffner)
  • u.ä.
Sobald ihr deutlich konkreter wisst, was für Euch "Erfolg" sein soll, sind Deine Folgefragen schon fast offensichtlich zu beantworten. Mit der Erfolgs-Diskussion startest Du Band-Veränderungen, die am übersichtlichsten in der Teamuhr zu sehen sind:

4-1Teamuhr.gif


Zu lesen als:
  • Testphase "Erfolg"
  • Nahkampfphase "Erfolg"
  • Organisationsphase "Erfolg"
  • Leistungsphase "Erfolg"

Die Annahme ist dabei, dass jede dieser 4 Phasen notwendig ist, in dieser Reihenfolge. Will heißen: Es findet ohnehin so statt, und zu merken, wo man gerade steht, kann überaus nützlich sein, etwa um ein Auseinanderbrechen zu vermeiden. In der Phase 3 "Norming" rauft man sich wieder zusammen und der Weg ist frei für Neues (Phase 4 "Performing").


Zu Deinem Kreislauf fehlt mir darin eine wichtige Erfolgskomponente: Eure Hörer und Fans. Jedenfalls sollten sie sichtbarer sein, falls Eure Musik ein Echo finden soll ;-)

Gutes Gelingen :)
 
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Ich würde dir zu dem Thema das Buch "Bandologie" empfehlen. Das behandelt im Wesentlichen - sehr unterhaltsam - genau deine Fragen.
 
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Moin alle miteinander,

erstmal: freut mich, dass wir hier schon eine spannende Diskussion zustande bringen!

Einige von euch haben die Intention meines Threads möglicherweise zu sehr auf die Aspekte "Band als Firma" und "wirtschaftlicher Erfolg" reduziert. Ich habe diese nur als Vergleich aufgenommen, um das Modell aufzubauen. Das Ziel wäre vor allem, ein generalisiertes Modell an der Hand zu haben, das sich auf individuelle Ziele anpassen lässt. Viele Bands entwickeln sich ja aus der Idee, Spaß zu haben und sich entfalten zu wollen. Meine Band startete auch als "einmal die Woche Lärm machen, Bier trinken und damit zufrieden sein". Zielsetzungen sind unterschiedlich. Weiterentwickeln kann man sich nur, wenn man Erfahrungen sammelt. Aber es gibt für jede Band irgendwann bestimmte Stolpersteine, die zum Beispiel zu Unzufriedenheit innerhalb der Band führen, oder dazu, dass die teuer produzierte CD nicht so durchstartet, wie man sich das vielleicht erhofft hat. In vielen Bands entwickelt sich dann ggf. eine Lethargie, man kommt nicht weiter, ggf. gibt es auch Besetzungswechsel oder die Band löst sich auf / gründet sich neu / usw. Dieses Modell kann vielleicht helfen, etwas vorausschauender zu sein und Ziele überprüfbar festzuzurren. Ich sag mal als Beispiel von meinen Erfahrungen: Wir haben einen gewissen vierstelligen Betrag fürs Tonstudio ausgegeben und waren so überzeugt von unserer Musik, dass wir dachten, dass der Rest von alleine klappt. Dabei haben wir die Erfahrung gesammelt: War nicht so. Wären wir etwas weitsichtiger gewesen, hätten wir vielleicht gewusst, dass wir auch noch einen gewissen Betrag für Promotion, Musikvideo, usw. ausgeben müssen. Oder halt jemanden engagieren, der einem diese Arbeit abnimmt. Man sollte sich dann klar sein, dass man nicht nur Stunden über Stunden mit dem eigentlichen musizieren verbringt, sondern auch genauso viele Stunden rein stecken muss, um Social Media zu füttern, Veranstalter anzuschreiben, Konzerte, Interviewtermine zu akquirieren, und so weiter und so fort. Ich denke, was letztlich zählt ist ein gewisser Output, der der Erwartungshaltung eines potentiellen Fans auch gerecht wird. Dass die eigene Musik bei den Streamingservices hörbar ist reicht nicht. Man muss Fans und die, die es werden könnten, regelmäßig davon überzeugen wie geil man ist (etwas pointiert ;-) ). Wenn man so wie ich im Bereich Metal unterwegs ist, dann ist von Anfang an klar, dass die Band vermutlich nicht für den eigenen Lebensunterhalt sorgen wird. Aber gehen wir davon aus, dass man von seiner eigenen Musik überzeugt ist und ebenso davon überzeugt ist, dass diese Musik bestimmten Menschen da draußen gefallen könnte, dann stellt sich die Frage: Wie bringe ich meine Musik ("Produkte") nach draußen und sorge dafür, dass sie auch von Leuten gehört / konsumiert wird?

Kurz: Vielleicht kann dieses oder ein ähnliches Modell helfen, einer Band klar zu machen, was auf sie zukommt, wenn sie "erfolgreicher" werden will. Es kann für die eigene Organisation verwendet werden, für die Zielsetzung, für die Planung der weiteren Schritte und für die Aufgabenteilung.


Was dann auch noch geklärt werden muss (damit wären wir bei Deinem Schaubild): Wie organisiert man die Band und "alles" drumherum? Macht die Band alles selbst oder werden bestimmte "Funktionen" an bezahlte oder ehrenamtliche Dienstleister gegeben? Tonstudio&Produktion, Werbung, Verkaufsabwicklung, Merch, Auftritte an Land ziehen und nicht vergessen Abrechnung, Steuer usw, jenachdem wie kommerziell das Ganze wird. Vielleicht auch Gastmusiker einkaufen, manche Bands bezahlen Leute für Texten und Komponieren/Arrangieren... manche Bands wollen aer auch "alles" selbst machen (oder müssen alles selbst machen).
(später vielleicht mehr)

Guter Punkt, das muss auf jeden Fall ins Modell rein. Die Band hat alle Zügel selbst in der Hand, aber es kann durchaus sehr sinnvoll sein, bestimmte Schritte auszulagern, weil andere Dienstleister solche Aufgaben besser, schneller und günstiger erledigen können. Ich würde mir selbst z.B. kein Mixing/Mastering zutrauen. So müsste eine Band sich also gemeinsam hinsetzen und überlegen, wer was kann und wer wozu Lust hat. Es wird bestimmte Aufgaben geben, die man dann auslagert, aber es bleiben bestimmt auch tendenziell unangenehme Aufgaben übrig, die die Band selbst erledigen muss.


musik , band ..... das kann auch etwas ganz anderes sein , was nichts mit "erfolg " im üblichen sinne zu tun hat .... wie zb selbstverwirklichung oder eben auch umgesetzte kreativität , beides kann mehr als nur glücklich machen und ist somit auch als " erfolgreich " einzustufen .

Ich stimme dir da 100% zu, würde diesen Aspekt dann auch in die Kategorie "Zielsetzung" aufnehmen. Wenn alle Bandmitglieder auf derselben Wellenlänge sind, dann gibt es ja am Ende des Kreises auch nichts, was man verändern müsste.


(1) Du beschreibst hier aus meiner Sicht das Produktmanagement einer einzelnen Band, ohne besondere externe Einflüsse. Hier sind erstmal zwei Aspekte etwas "außen vor":

=> Viele Musiker sind nicht nur in einem einzigen Ensemble aktiv, sondern in mehreren. Bei dem Modell "der einen" Band wird die Frage: Welche Funktion hat diese Band für das "Individuum Musiker" in dessen eigenem Konzept - egal, ob "Geschäftsmodell" oder "künstlerische Entwicklung"? nicht adressiert. (Ok, das gibt dein Modell auch nicht vor, wäre aber für die Gesamtsicht aus meiner Perspektive interessant.) Diese Frage stellt sich für mich aber in Anbetracht begrenzter Ressourcen immer, egal ob als Amateur oder als Profi: Weshalb bin ich in einem bestimmten Ensemble aktiv?

=> Ich sehe den "Deming-Cycle" als zu begrenzt an, da er einerseits bestimmter interne Rückkopplungswege nicht berücksichtigt (Live > Promotion, Live > Songwriting etc.), andererseits fehlen mir hier die externen Einflüsse: Das Konzept wird hoffentlich nicht nur von den Liveerfahrungen beeinflusst, sondern auch vom Leben drumherum, von anderen Künst(l)e(r)n etc. (Quasi als Research & Development.) Je nach Konzept können auch Recording oder Live entfallen.

(2) Wenn du ein Geschäftsmodell beschreiben wolltest, dann würde ich konsequenterweise eine Beschreibungssystematik dafür wählen, schlimmstenfalls das Business Model Canvas (passt immer). Aus dem Bild, das du gezeigt hast, würde ich eher 3 "Blöcke" machen: Konzept, Organisation (als interne Organisation für die Kommunikations- und Planungsprozesse), "Rest" (ggf. noch unterteilt in "Musik" und "Rest") und diese dann betrachten.

Danke, alles gute Punkte! Ich habe überhaupt keinen Background in VWL/BWL o.ä. und deswegen einfach mal aufgeschrieben, was mir so durch den Kopf geisterte. Ich versuche mal solche externen Faktoren auch noch mit aufzunehmen.




Interessante Frage :)
Das einfachste wäre einmal, sich als Band darüber auszutauschen, was "Erfolg" für Euch bedeutet. Mittel dazu sind:
  • freies Gespräch
  • Brainstorming (es gibt kein Richtig oder Falsch (!) = aufgeschobene Bewertung)
  • Clustern/Gruppieren (immer wieder ein Augenöffner)
  • u.ä.
Sobald ihr deutlich konkreter wisst, was für Euch "Erfolg" sein soll, sind Deine Folgefragen schon fast offensichtlich zu beantworten. Mit der Erfolgs-Diskussion startest Du Band-Veränderungen, die am übersichtlichsten in der Teamuhr zu sehen sind:

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Zu lesen als:
  • Testphase "Erfolg"
  • Nahkampfphase "Erfolg"
  • Organisationsphase "Erfolg"
  • Leistungsphase "Erfolg"

Die Annahme ist dabei, dass jede dieser 4 Phasen notwendig ist, in dieser Reihenfolge. Will heißen: Es findet ohnehin so statt, und zu merken, wo man gerade steht, kann überaus nützlich sein, etwa um ein Auseinanderbrechen zu vermeiden. In der Phase 3 "Norming" rauft man sich wieder zusammen und der Weg ist frei für Neues (Phase 4 "Performing").


Zu Deinem Kreislauf fehlt mir darin eine wichtige Erfolgskomponente: Eure Hörer und Fans. Jedenfalls sollten sie sichtbarer sein, falls Eure Musik ein Echo finden soll ;-)

Gutes Gelingen :)

Super Beitrag, diese ganzen Aspekte der internen Kommunikation sind total wichtig. Ich habe oft das Gefühl, dass bestimmte Erwartungen gar nicht ausgesprochen werden, oder dass individuelle Ziele nicht mit übergeordneten Bandzielen gleichzusetzen sind.


Ich würde dir zu dem Thema das Buch "Bandologie" empfehlen. Das behandelt im Wesentlichen - sehr unterhaltsam - genau deine Fragen.

Kenne ich noch nicht, aber finde ich total cool, habe es gleich mal in den digitalen Einkaufswagen geworfen ;-) :) Bin gespannt, was ich daraus noch so alles lernen kann!

Lasst uns gerne noch etwas weiter diskutieren und Erfahrungen austauschen,

Viele Grüße
Marc
 
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MS-SPO
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Super Beitrag, diese ganzen Aspekte der internen Kommunikation sind total wichtig.
Danke + Gerne

Ich habe oft das Gefühl, dass bestimmte Erwartungen gar nicht ausgesprochen werden, oder dass individuelle Ziele nicht mit übergeordneten Bandzielen gleichzusetzen sind.
Stimmt, ein (Band-) Ziel ist vermutlich nicht identisch mit (Indvidual-) Zielen.

Noch eine Anregung: Falls Ihr in so eine Diskussion geht, versucht doch auch zu gegebener Zeit den oder die Partner Deiner Mitspieler mit einzubeziehen, dann wird's (noch) organischer.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
P.S.: Ich hoffe, das kommt jetzt nicht als Schleichwerbung an, aber sobald ganz verschiedene Leute an so einem Geschehen mitreden wollen oder müssen, kann man schnell in eine Sackgasse geraten.

Im Bandbeispiel könnte das der Fall sein, sobald beispielsweise all diese hier unter einen Hut zu bringen sind:
  • Bandmitglieder
  • Partner, Familien
  • Fans
  • Producer, Marktvermittler usw.
  • PR
  • usw.
Jede/r hat unterschiedliche Interessen, Verständnisse und Ansprüche, so dass ein Konzept ... sehr schnell an Wirklichkeiten scheitern kann. Hier dann ein Ausweg, den ich anbiete, sobald wir Herdenimmunität erreicht haben, für zügigen Austausch und ein allseitig getragenes organisches Konzept:

Gutes Gelingen + schon einmal "Guten Rutsch"
 
cosmodog
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Bin gerade über diesen Faden gestolpert. Als ich die ganzen Flowcharts und Diagramme gesehen habe, habe ich mich gefragt, wie das zum Selbstverständnis eines oder einer Gruppe von Künstlern passt.

Es mag etwas naiv und romantisierend erscheinen, aber sollte nicht ein Künstler eher in Kategorien wie Thema und Ausdruck denken? Dieses ganze wirtschaftswissenschaftliche Getue, passt nach meinem Geschmack nicht dazu. Wer sich entscheidet, künstlerisch tätig zu werden, muss sich doch bewusst sein, dass es eine brotlose Beschäftigung ist. Er soll doch sein Schaffen nicht an wirtschaftlichen Zwängen ausrichten.

Leider sind wir alle so konditioniert: Erfolg muss messbar sein, die Maßeinheit muss sich irgendwie in €/Stunde oder Ertrag pro eingesetztem € ummünzen lassen. Das führt im realen Leben mittlerweile dazu, dass das Wohlergehen der Menschen keine Rolle mehr spielt, wenn es sich nicht lohnt. Bevor ich jetzt ins Politische abdrifte und der Faden geschlossen wird, komme ich zurück zum Thema.

Meine kurzgefassten Gedanken dazu:

Versteht sich eine Band als "Spaßparty" zum eigenen Vergnügen, spielen diese Überlegungen keine Rolle.

Erhebt eine Band den Anspruch, Kunst zu gestalten, steht das künstlerische Schaffen über dem wirtschaftlichen Erfolg. Also spielen diese Überlegungen auch da keine Rolle. (Wenn sie relevant sind, haben sie dafür ihre Manager.):tongue:

Wer Musik für die Massen machen will, um reich zu werden, kann sich mit den o.g. Kennzahlen beschäftigen. Aber das sind dann nach meinem Verständnis eher Handwerker, als Künstler.
 

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