Orientalische Tonleiter/Modes/Tabs??

von Brodequin, 18.08.04.

  1. Brodequin

    Brodequin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.04   #1
    Hey leute,
    kann mir einer ne "Orient Tonleiter" geben? gibs ja bestimmt...und überhaupt was wisst ihr über modes die orientalisch orientiert sind?! könnt mir vllt. sogar tab beispiele geben oder seiten wo ich was darüber finde?!

    danke shcon ma im vorraus

    Grind on oder so
     
  2. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.08.04   #2
    Spiel south of heaven von Slayer unplugged, und du hast orient pur :-)

    PS: harmonisch moll kommt immer gut, aber auch phrygisch.
     
  3. Mctwist

    Mctwist Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.04   #3
    HIER gibt es exotische Scales.Einfach im rechten Frame bisschen Scrollen.
     
  4. Anto

    Anto Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.04   #4
    harmonisch moll
    bei der a moll Tonleiter kommt noch ein gis hinzu
     
  5. Brodequin

    Brodequin Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.04   #5
    yeah
    danke mctwist
     
  6. Fastel

    Fastel Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.08.04   #6
    hmm... ich seh bei der seite nicht durch. was bedeuten die zahlen in den tabs/punkten?

    und was ist simplified / strict spelling?

    gibts da irgendwie auch nen trick wie man die noten etwas orientalischer klingen lassen kann? oder just feeling? :o
     
  7. Mctwist

    Mctwist Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.04   #7
    Die Zahlen sind die Intervalle vom Grundton aus gesehen.
    Aber klick mal "Display note names" an,vllt. wird es dann einfacher.


    @Bordequin:

    np
     
  8. *Guitar-Guru*

    *Guitar-Guru* Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.04   #8
    Mixolydisch b2 b6!!!!!! DIE orientalische Skale überhaupt!
    John Lord (früher bei Deep Purple, Whitesnake) hat die oft gebraucht!

    Gruß Guru
     
  9. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 21.08.04   #9
    unterschreib


    Nur nenn ichs phrygisch #3 :-)

    Kommt klasse, wenn man mitten in einem Stück auf einmal ein paar Sekunden lang auf soner Skala rumeiert...
     
  10. Fastel

    Fastel Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.08.04   #10
    hab mal gesucht... ist das die phyrgische tonleiter?

    E|-0-1-3-5-8-10-12-
     
  11. redruM

    redruM Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.04   #11
    Zigeuner Moll haut rein!

    wie Harmonisch moll. nur mit erhöhter 4ter Stufe!
    also insgesamt erhöhte 4te und 7te stufe!

    (bei a moll: dis statt d und his stat h)

    cu
     
  12. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 21.08.04   #12
    0-1-3-5-7-8-10-12


    Und so wirds dann orientalisch

    0-1-4-5-7-8-10-12

    nahöstliche Lautenmusik hat oft solche Skalen.

    Wie du das nennst, bleibt dir überlassen. Ob phrygisch mit erhöhter 3. Stufe, Mixolydisch mit erniedrigter 2. und 6. Stufe, natürlich moll mit erniedrigter 2. und erhöhter 3. Stufe.......alles dasselbe.

    Ich nenns halt nach der Skala, die ohne Erweiterung am nächsten rankommt. In diesem Phall phrygisch, weil man da nur eine Stufe verändern muss.


    Aber wenn du willst, kannste auch sagen, es wäre die Dur Skala mit erniedrigter 2., 6. und 7. Stufe. ;-)



    gut kann man das auf der D und G Saite machen. Die D Saite immer leer mitspielen und auf der g-Saite Melodie dazu.


    e----------------------------------------------------------
    H-------h-p-p--------p---p-p-p--------h----------h-------
    G-7---7-8-7-5-7---5-3-5-3-2-0-2----7-8-11---11-12-14--usw
    D-0---0-------0---0---0--------0----0---0-----0-----------
    A--------------------------------------------------------
    E----------------------------------------------------------


    Auf Drop D kann man dann gelegentlich noch die A und E Saite mitklingen lassen bzw. noch ne Basslinie dazu spielen.

    Das ganze in nem entsprechenden Rhythmus.....und ab gehts.


    Kommt auch gut auf ner Strat, clean, mit dünnem Plektrum ganz hinten 2mm vorm Steg angerissen (so dass das Plek schon am Saitenreiter kratzt). Klingt dann nach Sitar.

    Oder mit ner Strat out of phase.....
     
  13. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 21.08.04   #13
    Leute, lernt nicht so viele Skalen. Es ist nämlich mal wieder alles viel einfacher, wenn man das Prinzip versteht.

    So wie die Modes dorisch, mixoloydisch etc. entstehen, indem man die Tone von C-Dur über D-Moll spielt bzw. G-Dur - genau so ist das auch mit harmonisch Moll

    Harmonisch Moll in A, wie von Ray aufgeschrieben:

    0-1-4-5-7-8-10-12 (Tonmaterial E F Ab A H C D E)

    Wie das über E klingt, wurde ja schon gesagt. Die Täne klingen dann als Harmonisch Moll 5 (HM 5 - weil das Matarial von A über die Quinte E gespielt wird). IM Rock und Metal sehr verbreitet

    Jetzt mal die selben(!!) Töne über D-Moll spielen ergibt wiederum eine andere KLangwirkung - nämlich Harmonisch Moll 4, weil das Material von A über die Quarte d gespielt wird.

    Ich muss mir also nur z.B. dieses Grifffbild merken:

    4-5----7--8---------------------------
    --5--6-------------------------
    4-5----7--------------------------
    ----6--7-----------------------
    --5----7--8---------------------
    4-5----7--8--------------------------

    gebräuchlich

    über A-Moll = Harmonisch Moll 1
    über E7 = Harmonisch Moll 5
    über Dm = Harmonisch Moll 4 (auch bekannt aus der jiddischen Musik)

    eher im Jazz zu finden - wenn überhaupt

    über Cmaj7 = Harmonisch Moll 3
    über Fmaj7 = Harmonisch Moll 6

    Somit habt ihr mit einer einzigen Skala (!!) 5 verschiedene Klangwirkungen, ohne dass ihr euch irgendwelche Tonabstände einzelner Leitern merken müsst.

    Leidiglich den Abstand zu den einzelnen Akkordstufen muss man auswendig lernen (1 Stunde Kopfarbeit). Der Rest ist spielen und ausprobieren, wie es über die verschiedenen Akkorde klingen kann.
     
  14. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 21.08.04   #14
    Für die Praxis stimmt das latürnich.

    Wenn ich allerdings den Begleitakkrod mal weglasse, dann markiert ja nur noch der Anfangspunkt einer Tonleiter die Art. C-Dur und A-Moll bleiben dann trotzdem zwei verschiedene Tonleitern, auch ohne C-Dur oder A-Moll Akkord im Hintergrund.

    Insofern denke ich bei meiner oben dargestellten orientalischen Skala immer an phrygisch mit der erhöhten 3. Und nie an natürlich Moll über einem anderen Akkord.


    PS: was empfindest du, wenn du "alle meine Entchen" in C über A-Moll spielst? Eine Dur-Melodie über Moll? Oder einfach seltsam anmutende Töne der A-Moll-Skala, die komischerweise auf C anfangen und enden?

    Streng genommen wäre das dann ja alles A-Moll. Der Akkord ist A-Moll, die vorkommenden Töne der Melodie sind der A-Moll-Skala entnommen...............trotzdem empfinde ich es als Töne der C-Dur-Skala.
     
  15. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 21.08.04   #15
    Ich denk da in der Praxis gar nicht dran :D (zum Denken hat man beim Spielen auch wenig Zeit)

    # da ich die Skalen/Griffbilder optisch auf dem Griffbrett vor mir sehe

    # weiß, welche Töne wo auf dem Griffbrett sind. Für den "Spanier" in HM5 nehm ich die A-Skala und fang dann einfach auf einem E an.
     
  16. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 08.12.04   #16
    Wenn Ihr nicht nur für einen Mitteleuropäer "orientalisch" klingen wollt, müßt Ihre Euch mit einer weiteren Musiktradition vertraut machen, was heißt: viel hören und in Theoretica einlesen. Ein wohlfeiler Anfang ist m.E. immer noch:

    Touma, Habib Hassan (1975): Die Musik der Araber. (Taschenbücher zur Musikwissenschaft, 36) Wilhelmshaven: Heinrichshofen
     
  17. franticfanatic

    franticfanatic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.12.04   #17
    üäh, man irgendwie versteh ich davon ne ganze menge nicht. hast du mal nen buch geschrieben??
     
  18. VoodooChild

    VoodooChild Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.09   #18
    Also mir gefällt besonders die folgende (notation in tabs):

    0-1-4-5-7-8-11-12

    klingt sehr orientalisch in meinen Ohren.
    Weiss evtl jemand wie die Leiter heisst?

    EDIT: Mir fällt grad auf das diese tonleiter bei einem sehr bekannten Track verwendet wurde ... ich sag nur Pulp Fiction ;)
     
  19. Degalf

    Degalf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.12.12   #19

    Die Orient Skala schlecht hin! :great:
     
  20. overtonemagic

    overtonemagic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.12.12   #20
    Zunächst einmal sollte jedem klar sein, dass sich "richtige" orientalische Musik nicht so einfach in unser 12-Ton-System quetschen lässt. Diese Musik ist ungefähr ein halbes Jahrtausend v. Chr. entstanden, lange bevor wir uns um ein Tonsystem bemüht haben, das komplexe harmonische Bewegungen zulässt. Ja, sicher, man kann Harmonisch Moll und Phrygisch-Skalen irgendwo dazu shreddern und sich denken: Juhu, das klingt jetzt irgendwie arg. Aber mit orientalischer Musik hat das noch lange nichts zu tun, nur weil ein paar der darin verwendeten Intervalle damit übereinstimmen.
    Auch wenn sich einige orientalische Tonleitern wie selbstverständlich mit unseren Instrumenten spielen lassen, bleibt doch der eigentliche Charakter dieser Musik im Verborgenen, wenn man das ihnen zugrunde liegende Tonsystem und seine improvisatorische Anwendung nicht kennt.

    In der echten orientalischen Musik wird eine Oktave typischerweise in 22, 24 oder mehr Halbtonschritte aufgeteilt. Das 24-Ton-System ist für uns natürlich sehr praktisch, denn die "halben Halbtöne" können wir mit vielen unserer Instrumente imitieren - etwa durch Bendings auf der Gitarre oder der Trompete (weiß nicht, wie das dort heißt), und auf bundlosen Saiteninstrumenten ist es ohnehin direkt möglich.

    Ein "Maqam" (Tonleiter) basiert in seinem (oder ihrem - keine Ahnung) strukturellen Aufbau auf einer Intervallfolge ("Jin"), die aus vier Tönen besteht. Eine Oktave besteht aus zwei (außer in Sonderfällen) identischen aneinandergereihten Jins. Außerdem hat jedes Maqam eine typische Abschlusssequenz/-Kadenz, die am Ende einer Melodie gespielt wird.


    Hier die wahrscheinlich wichtigste Grund-Tonleiter:

    c - d - (eb-e) - f - g - a - (bb-b) - c

    Wenn ich (eb-e) und (bb-b) schreibe, meine ich die jeweiligen Zwischentöne. (Ich kenne leider keine bessere Bezeichnung.)
    Diese Tonleiter, so wie sie hier steht, bildet - genauso wie die normale Durtonleiter den Modus Ionisch - das erste wichtige Maqam: Rast. Das Jin, auf dem dieser Modus basiert, ist schon deutlich zu sehen: c - d - (eb-e) - f. Diese Struktur wird von g bis c genau so wiederholt.


    Und hier nun die 7 wichtigsten Maqamat:

    1. Rast
    c - d - (eb-e) - f - g - a - (bb-b) - c
    Kadenz: f - (eb-e) - d - c

    2. Bayati
    d - (eb-e) - f - g - a - (bb-b) - c - d
    Kadenz: g - f - (eb-e) - d

    3. Sikah
    (eb-e) - f - g - a - (bb-b) - c - d - (eb-e)
    Kadenz: a - g - f - g - f - (eb-e)

    4. Nahawand ( = Äolisch)
    c - d - eb - f - g - ab - bb - c
    Kadenz: f - eb - d - c

    5. Hijaz ( = HM 5)
    d - eb - f# - g - a - bb - c - d
    Kadenz: g - f# - eb - d

    6. Kurdy ( = Phrygisch)
    d - eb - f - g - a - bb - c - d
    Kadenz: g - f - eb - d

    7. Agam ( = Ionisch)
    bb - c - d - eb - f - g - a - bb
    Kadenz: eb - d - c - bb


    Viel Spaß beim Ausprobieren. Ich hoffe, ich habe keinen Fehler gemacht..
     
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