Pegel 0 dbfs bei Klavier-/ Flügel Aufnahme? matched Pair Mikrofon

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napi33

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Titel etwas "geschmeidiger" gemacht. MfG. Basselch

Guten Abend zusammen

Zunächst einmal ein paar Infos zu meinem Equipment:
Audiointerface: Steinberg UR 22 MKII
Mirkofone: Oktava MK012
DAW: Pro Tools First (seit ein paar Tagen, vorher nur Audacity :D)
PC: Windows 10 Notebook

Mein Problem

In der Vergangenheit wusste ich nicht das Aufnehmen doch ne Menge Theorie beinhaltet, bin aber mittlerweile kräftig am lesen, aber dennoch sind ein paar Fragen Offen (da ich wahrscheinlich die Begriffe verwechsel).
Mein Wissen wurde zuletzt erweitert mit dem Thema 0 DBFS. Da ich mit den Grundlagen des Binärsystems vertraut bin, ergibt dies auf jeden Fall Sinn. Ich würde deshalb da ich die maximale Lautstärke des Stückes relativ genau einhalte so hoch wie möglich, mit minimaler "Reserve" einpegeln. Genau beim Einpegeln ist aber mein Problem.
Vorher habe ich eingepegelt, indem ich meine Preamps des Audiointerface so geregelt habe, bis die Cliping LED nicht mehr geblinkt hat. Dennoch hatte ich dann mit Audacity Probleme bei der Lautstärke Dynamik. Laute Passagen waren nicht so laut wie ich sie im Proberaum (Klavier Flügel) waren. Deshalb war ich dann auf dBFS gestoßen.

Soweit ich weiß hat mein Problem entweder mit dem Thema Recording oder Mixing zu tun hat , da Mastering extern stattfindet (und hoffentlich bei einer Aufnahme mit 2 Spuren erstmal zu vernachlässigen ist ? )

Muss ich nun am Audiointerface so hoch wie möglich einpegeln, und dann in der DAW einen Pegel (welchen ? ) regeln um die 0 dBFS einzuhalten, oder ist es dann schon zu spät. Denn ich habe immer wieder gelesen, dass man so wie möglich einpegeln sollte. Aber bei den vielen Regler in der DAW bin ich etwas irritiert.

Ich beschäftige mich zwar seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema und mir wurde klar, dass ein perfekte Aufnahme für mich als Laien unerreichbar ist (solch ein Studium ist ja auch nicht grundlos da ;) )
Da ich jedoch in 3 Tagen wieder die Möglichkeit habe an einem Flügel aufzunehmen, würde ich gerne meine Fehler, die ich mit Sicherheit zur Genüge machen werde, so gering wie möglich halten, und erhoffe mir von euch ein paar Tipps und würde mich total über den einen oder anderen Link freuen, da ich manchmal nicht weiß wie die Themen heißen, die mir die oben beschriebenen Probleme bereiten.


Eine letzte Frage, die ich mich kaum traue zu stellen, wage ich dennoch mal (hoffentlich hält sich das Kopfschütteln in Grenzen :D):

Mit den matched Pair Mikrofonen nimmt man soweit ich es verstehe direkt 2 Monospuren auf, also ein Mikro für Links , eines für Rechts. Nun weiß ich das einige ihren Flügel mit 4 Mikrofonen, 2 Näher dran und 2 weiter weg (für den Hall) positionieren. *Kopfschütteln fängt wahrscheinlich langsam an :)
Wäre es dämlich dies mit 2 Mikrofonen zu immitieren, in dem man die Nah und Fern Aufnahmen zusammen mischt und später die eine Monospur stereo hört?

Oder anders gesagt: Wo ist der Haken an dieser Idee?:)


Vielen Dank im Voraus für eure Mühe, und das Lesen den langen Textes
 
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adrachin

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Am besten Du vergisst das mit den 0 DBFS gleich wieder.

Am Interface bei einer Aufnahme eines Flügels muss man nicht bis zum Clipping aufdrehen. Also bei einer lauten Passage drehen bis Rot wird und dann wieder ein gutes Stück zurück.

In der Spur sollten dann -18 bis max -10 landen. Laut kann man dann gerne mit dem Lautstärkeregler an den Boxen machen.

Entsprechende Informationen über den geeigneten Aufnahmepegel bringt eine Suche nach Gain Staging.

Wo ist der Haken an dieser Idee?

Kein Haken. Das geht so nicht.
 
LoboMix

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Es ist definitiv nicht nötig, bei einer Aufnahme-bit-Tiefe von 24 bit des Wandlers (von der ich jetzt mal ohne nachzufragen ausgehe, das sollte ohnehin die Voreinstellung in der DAW/im Interface sein) höher als bis -12 dBFS auszusteuern bei der Aufnahme. Da 1 bit 6 dB Dynamik entspricht, verliert man so maximal 2 bit. Aber auch das nur theoretisch, da die meisten Wandler/Interfaces über kaum mehr als realistische 120 dB Dynamikumfang verfügen, real also ´nur´ 20 bit Dynamikumfang bieten (aber dennoch den 24-bit-Wertebereich).

Wenn man dann die Peaks später auf 0 dBFS anheben will, macht man das üblicherweise mit der "Normalisierungs"-Funktion in der DAW (wobei praktisch -0,1 dBFS nicht überschritten werden sollten - das Thema "Intersample-Peaks will ich hier mal ganz außen vor lassen, da es meiner Ansicht nach ohnehin kaum eine praktische Relevanz hat). Von weitergehenden Bearbeitungen wie Kompression / Limiting will ich hier nicht schreiben, denn egal, wie weit man die Lautheit maximieren will, geschieht dies ohnehin immer in der DAW, nicht beim Einpegeln während der Aufnahme selber.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bei der Aufnahme ein etwas größerer "Sicherheitsabstand" sinnvoll ist und der Endpegel immer in der DAW hergestellt wird.
Der Maximalpegel soll auch nur bei echten ff/fff-Passagen erreicht werden. Ein leises Stück soll natürlich in der Relation leise bleiben und kann dann in seinem relativen Maximalpegel durchaus bei nur z.B. - 15/-20 dBFS liegen. Das gilt jedenfalls für das Klassik-Genre bzw. immer dann, wenn der Flügel in seiner akustischen, originalen Klangestalt abgebildet werden soll.

Weiter gilt das alles im Besonderen dann, wenn das Endmedium z.B. eine CD mit 16 bit sein soll und man möglichst wenig Dynamik des kleineren 16-bit Wertebereichs verschenken will. Wenn die Kette durchgehend eine bit-Tiefe von 24 bit einhält, könnte man sich die Normalisiererei im Prinzip sogar sparen. Durch den hohen Rauschspannungsabstand würde es klanglich keinerlei Nachteile bringen, wenn jemand am Ende am Verstärker weiter aufdreht.

Zur Mikrofonierung: Mono bleibt Mono und kann nie zu einem echten Stereo gewandelt werden.
Mit zwei Mikrofonen kann man einen Flügel durchaus sehr gut aufnehmen, wobei ich als Stereo-Mikrofonierung immer eine Äquivalenzanordnung (z.B. ORTF, NOS, EBS - bitte ggf. googeln) oder eine Klein-AB-Anordnung (max. 60 cm Abstand) einsetzen würde und nicht X/Y. Für mich sind die Laufzeitunterschiede bei der Abbildung des Flügelklangs wichtig, zumindest, wenn es um Flügel solo geht.
Wenn es dann zu ´trocken´ klingt, kann man später in der DAW einen angemessenen Hall dazu geben.
Einen echten Raum kann man nur mit weiteren zwei Mikros aufnehmen, was aber in der Summe einen Bedarf von 4 Mikrofonen ergibt. Das wiederum macht aber nur dann Sinn, wenn der Raum auch wirklich hervorragend (!) klingt. Ansonsten würde ich immer künstlichen/technischen Hall bevorzugen.
 
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Vielen lieben Dank euch beiden, vorallem um die Uhrzeit :)

Also bei einer lauten Passage drehen bis Rot wird und dann wieder ein gutes Stück zurück.
Das hatte ich damals als ich Audacity benutzt habe getan, jedoch war das auch alles. Danach hab ich es direkt expotiert.
Gain Staging ist den ich mir nochmal genauer anlesen werde.

Da 1 bit 6 dB Dynamik entspricht, verliert man so maximal 2 bit. Aber auch das nur theoretisch, da die meisten Wandler/Interfaces über kaum mehr als realistische 120 dB Dynamikumfang verfügen
Klingt logisch. Hab ich wohl etwas zu theoretisch gesehen. Dachte mir nur: 6dB und ich verliere schon 50% der Zustände. Aber so wie ich das verstehe meist du ich erreiche diesen Bereich sowieso dann kaum, sodass es nicht von wirklicher Bedeutung ist richtig?

Wenn man dann die Peaks später auf 9 dBFS anheben will
Rein vom Verständnis her:
Anheben um 9 dBFS
oder auf -9 dbFS
oder gibt es positive dbFS (dachte 0 wäre maximaler Wert und alles drüber ist "verschwendung"

oder eine Klein-AB-Anordnung (max. 60 cm Abstand)
Genau die bevorzuge ich auch. Mir gefiel XY (sofern ich die 90° etc. überhaupt korrekt eingehalten habe, was ich doch hoffe) gar nicht.
Die AB Mikrofonierung fand ich deutlich besser wegen den, von dir bereits erwähnten, Laufzeitunterschiede.

Einen echten Raum Das wiederum macht aber nur dann Sinn, wenn der Raum auch wirklich hervorragend (!) klingt.
Danke, ein wichtiger Hinweis von dir.
Die Person bei der ich das weiß, die nimmt im Konservatorium mit einem Steinway Flügel und einem natürlich optimierten Raum auf.
Ich hingegen nicht. Eher kleiner Raum (vll 10-12qm) und kleiner Flügel. Wäre meine mono-stereo Idee nicht zum scheitern verurteilt gewesen, hätte ich es dennoch mal anprobiert, aber das spare ich mir dann lieber.

kann man später in der DAW einen angemessenen Hall dazu geben.

Du scheinst dich direkt mit Klavieraufnahmen auszukennen. Wäre interessant wenn du mir paar Begriffe zuwerfen könntest, denn meist ist haben solche Dinge wie Hall besondere Begriffe, von denen es je nach Anwendung so viele gibt.
Interessant wäre wenn du, falls du Erfahrung hast, mir sagen könntest, was so für Effekte bei Klavieraufnahmen (eher klassische Richtung) so benutzt werden.
Dachte immer man macht wenig, um es "authentisch" zu halten.
 
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Rein vom Verständnis her:
Anheben um 9 dBFS
oder auf -9 dbFS
oder gibt es positive dbFS (dachte 0 wäre maximaler Wert und alles drüber ist "verschwendung"
Da muss ich mich entschuldigen, ich hatte mich vertippt. Es muss natürlich "0 dBFS" heißen (habe ich im Beitrag oben korrigiert).
Durch die DAW-interne bit-Tiefe üblicherweise größer als 24 bit ist, z.B. 32 bit float-Format, kann die DAW intern tatsächlich Pegel über 0 dBFS darstellen. Für die Ausgabe über das Interface muss dann aber trotzdem wieder auf die 0 dBFS des 24-bit-Raums normalisiert werden, da der D/A-Wandler sonst übersteuert wird.

Die Person bei der ich das weiß, die nimmt im Konservatorium mit einem Steinway Flügel und einem natürlich optimierten Raum auf.
Ich hingegen nicht. Eher kleiner Raum (vll 10-12qm) und kleiner Flügel.
Das ist allerdings ein sehr kleiner Raum. Da lohnen sich nicht nur die Raum-Mikros nicht, es könnte sogar sein, dass man mit dem Klang nie zufrieden sein wird, weil der Raum möglicherweise zu ungünstig färbt. Kleine Flügel klingen wiederum selber oft etwas topfig und dünn im Bass, vor allem die sog. "Stutzflügel", da die effektive Saitenlänge einfach zu kurz ist. Es gibt aber auch ganz gute kleine Flügel.

Du scheinst dich direkt mit Klavieraufnahmen auszukennen. Wäre interessant wenn du mir paar Begriffe zuwerfen könntest, denn meist ist haben solche Dinge wie Hall besondere Begriffe, von denen es je nach Anwendung so viele gibt.
Interessant wäre wenn du, falls du Erfahrung hast, mir sagen könntest, was so für Effekte bei Klavieraufnahmen (eher klassische Richtung) so benutzt werden.
Dachte immer man macht wenig, um es "authentisch" zu halten.
Wie die Benennungen in Pro Tools sind, weiß ich nicht. In Samplitude (das Programm, das ich benutze) nehme ich üblicherweise für nachträglichen Hall das Samplitude-eigene Raumsimulator-Plug-In. Dort kann man dann aus einer mitgelieferten Sammlung von Impuls-Antworten die nach eigenem Geschmack passende aussuchen und weitere Einstellungen vornehmen (z.B. Länge des Nachhalls kürzen, Anteil tiefer/hoher Frequenzen einstellen usw.). Einfach etwas experimentieren und selber ausprobieren.

Weitere Effekte benutze ich für klassische Aufnahmen nicht bzw. nur sehr sparsam. EQ z.B. nur dann, wenn die Klangquelle (hier der Flügel) Schwächen hat (zu grell / zu dumpf), die man ausgleichen muss.
Kompressor allenfalls dann, wenn die Aufnahmedynamik jede realistische Wiedergabedynamik überschreitet. Da auch bei sehr guten Abhörsituationen kaum mehr als 40-50 dB Wiedergabedynamik möglich sind, müsste man also eine reale Aufnahmedynamik von z.B. 60 dB oder mehr auf diese 40-50 dB einengen. Wenn die Aufnahmedynamik nicht so groß ist, braucht man eigentlich keinen Kompressor.
 
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Basselch

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Hallo,

Nun weiß ich das einige ihren Flügel mit 4 Mikrofonen, 2 Näher dran und 2 weiter weg (für den Hall) positionieren.

...nur der Abrundung halber, da LoboMix und adrachin den fachlichen Aspekt schon ausgeleuchtet haben: Es gibt durchaus auch weit komplexere Mikrofonanordnungen zur Aufnahme eines Flügels, ganz interessant vielleicht hierzu die links auf der Seite von Eberhard Sengpiel: KLICK. Einfach mal so als Beispiel, was Profis für einen gewaltigen Aufwand treiben, um möglichst perfekte Aufnahmen unter Top-Bedingungen hinzubekommen - wovon man als Hobbyist allerdings nur träumen kann...
Mikrofonierungsmäßig würde ich in dieselbe Kerbe schlagen wie LoboMix - auch ich habe mit Klein-AB gute Erfahrungen gemacht. Selten habe ich auch schon mal Stützen für den Flügel verwandt (z. B. mal bei einem Chorkonzert, bei dem ein relativ leiser und hell klingender "Romantikflügel" die Begleitung übernahm), dann schauen die Stützen aber eher schräg von oben in den geöffneten Flügel und hängen nicht direkt über den Saiten.

Viele Grüße
Klaus
 
LoboMix

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Es gibt durchaus auch weit komplexere Mikrofonanordnungen zur Aufnahme eines Flügels, ganz interessant vielleicht hierzu die links auf der Seite von Eberhard Sengpiel: KLICK. Einfach mal so als Beispiel, was Profis für einen gewaltigen Aufwand treiben, um möglichst perfekte Aufnahmen unter Top-Bedingungen hinzubekommen - wovon man als Hobbyist allerdings nur träumen kann...
Gerade die beeindruckenden Beispiele von Sengpiel machen allerdings auch sehr deutlich, dass die Rahmenbedingungen dort stets absolut optimal waren: Top-Flügel und Top-Räume, wie Du auch schriebst! Davon kann man als Amateur wirklich nur träumen.
Ansonsten lohnt sich der zusätzliche Aufwand in der Regel nicht. Im Gegenteil wird man immer wieder mit Bedingungen konfrontiert, bei denen es weniger darum geht, den Original-Klang so optimal wie möglich einzufangen (denn dieser ist milde gesagt eher zweifelhaft), sondern darum, zu kaschieren und zu ´verschönern´.
Das ist dann auch wieder Aufwand, der aber nicht Aufnahme- und Mikrofonseitig anfällt, sondern in der Nachbearbeitung. Oft leider ein etwas undankbarer Aufwand, denn Top wird es auch mit viel technischem Schnickschnack eigentlich nie.

Im besten Fall eines sehr guten Instruments, eines sehr guten Spielers und gelungener Mikrofonierung musste ich später außer dem Schneiden praktisch gar nichts nachbearbeiten.
 
chaos.klaus

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Ich würde deshalb da ich die maximale Lautstärke des Stückes relativ genau einhalte so hoch wie möglich, mit minimaler "Reserve" einpegeln. Genau beim Einpegeln ist aber mein Problem.
Vorher habe ich eingepegelt, indem ich meine Preamps des Audiointerface so geregelt habe, bis die Cliping LED nicht mehr geblinkt hat. Dennoch hatte ich dann mit Audacity Probleme bei der Lautstärke Dynamik. Laute Passagen waren nicht so laut wie ich sie im Proberaum (Klavier Flügel) waren. Deshalb war ich dann auf dBFS gestoßen.

Das hast du schon richtig so gemacht. Clipping muss halt unbedingt vermieden werden.

Trenne "Lautstärke" und "Pegel" gedanklich. Dass es nicht so laut ist wie im Proberum, lässt sich am einfachsten beheben indem du deine Anlage/Kopfhörer weiter aufdrehst. So bekommst du bei gleichem digitalen Pegel mehr Lautstärke.

Soweit ich weiß hat mein Problem entweder mit dem Thema Recording oder Mixing zu tun hat , da Mastering extern stattfindet (und hoffentlich bei einer Aufnahme mit 2 Spuren erstmal zu vernachlässigen ist ? )

Grob: Im Mix führt man alle Spuren zusammen und nutzt verschiedene Werkzeuge (Fader, Effekte) um dafür zu sorgen, dass alles gut zusammen klingt. Beim Mastering macht man nochmal den letzten Schliff an der Stereo-Summe, sorgt dafür dass das Material auf einer Vielzahl von Anlagen passabel klingt (=Premastering) und bereitet rein technisch alles für das Zielmedium vor (CD, DVD, iTunes, Spotify, Youtube, ... Vinyl, Kassette, Minidisc, ... ;) )

Man kann schon selber seinen Kram mastern. Besser ist es wenn es jemand anderes macht der das Material mit "frischen Ohren" anhört, aber man kann es selbst machen, gerade wenn man ja nun keine kommerziellen Ansprüche hat. Auf jeden Fall sollte man für sich die Prozesse trennen.

Du *musst* mit dem Pegel am Ende überhaupt nicht bis an 0dBfs ran. Das ist nur das Maximum das möglich ist. Wenn du später zB eine mp3 oder aac Datei habe willst, solltest du sogar nur bis etwa -1dBfs exportieren, damit die encoder klar kommen. Das alles hat aber nichts damit zu tun wie du beim Aufnehmen einpegelst, denn da willst du einfach nur clipping vermeiden. Du hebst einfach zum Schluss den Pegel auf das gewünschte Niveau, wenn sich nichts mehr an den Pegeln ändert und du den maximalen Pegel der fertigen Aufnahme kennst.

Muss ich nun am Audiointerface so hoch wie möglich einpegeln, und dann in der DAW einen Pegel (welchen ? ) regeln um die 0 dBFS einzuhalten, oder ist es dann schon zu spät. Denn ich habe immer wieder gelesen, dass man so wie möglich einpegeln sollte. Aber bei den vielen Regler in der DAW bin ich etwas irritiert.

Pegle den Vorverstärker so ein dass du in der DAW die höchsten peaks bei etwa -12dBfs bis -6dBfs bekommst. Die genaue Zahl ist egal. Es geht nur darum dass noch Luft nach oben ist und die Pegelspitzen nicht 0dBFS erreichen und dann clippen. Wiederum solltest du nicht so niedrig pegeln, dass Rauschen ein Problem wird. Wenn du mit 24bit aufnimmst, kannst du aber locker bei -12dB pegeln oder sogar niedriger.

Interessante Info am Rande: günstigere A/D-Konverter tuen sich etwas schwer am oberen Ende der Skala. Auch deshalb sollte man bei der Aufnahme nicht bis an 0dBFS heran. Ist nicht so wild, aber ein wieterer Grund nicht höher als -6dBFS zu pegeln.

Ich beschäftige mich zwar seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema und mir wurde klar, dass ein perfekte Aufnahme für mich als Laien unerreichbar ist (solch ein Studium ist ja auch nicht grundlos da ;) )

Naja, eine Stereo-Aufnahme machen die halbwegs ordentlich klingt, das bekommst du mit etwas Übung schon


Wäre es dämlich dies mit 2 Mikrofonen zu immitieren, in dem man die Nah und Fern Aufnahmen zusammen mischt und später die eine Monospur stereo hört?

Ersmal: Du hörst am Ende ja eh zwei Kanäle, sei es über einen Kopfhörer oder Boxen. Das Zielformat ist also Stereo. Wenn du jetzt nur mit einem einzigen Mikro (=mono) aufnimmst, dann wird es beim mischen auf beide Kanäle (L und R) geroutet und du kannst mit dem Pan-Pot dieses Mono-Signal beliebig im Stereo-Panorama zwischen links und rechts verteilen. Damit ist das Endergebnis stereo, auch wenn die Quelle mono war. Soviel zu mono und stereo.

Wenn du nur zwei Mikros hast, dann würde ich auf jedenfall mehr Wert darauf legen dass die Aufnahme stereo ist. Eine Raummikrofonierung macht in deinem Raum sicher kaum Sinn. Wenn du den Raumanteil auf der Aufnahme verändern willst, dann kannst du einfach den Abstand der Mikrofone zum Instument ändern. Mehr Abstand = mehr Raumanteil.

Meine Tipps für Flügelaufnahme:

Es gibt verschiedenste Stellen an denen nutzbarer Klang aus dem Flügel kommt. Da du keinen gut klingenden Raum zur Verfügung hast, würde ich eher nah mikrofonieren. Lass jemanden den Flügel Spielen und gehe einfach mal um den Flügel herum und halte deinen Kopf an verschiedene Positionen. Wenn du eine Position gefunden hast an der dir der Sound gefällt, stell dort eine Stereo-Mikrofonierung auf. So einfach ist das. :]

Ein Flügel ist ein großes Objekt. Ein gerichtetes Mikrofon dass nah am Flügel steht, nimmt immer nur einen Ausschnitt des Instruments auf. Der größte Teil des Klangs kommt vom Resonanzboden, also der großen Holzplatte! Die Saiten selbst bringen eher die Brillianz.

Einige Kanditaten:

1) Mikrofone parallel zur Klaviatur, etwa 30cm über den Saiten und 30cm hinter den Hämmern senkrecht ach unten gerichtet, etwa 50cm voneinander entfernt. Man fängt viel von den Saiten ein, der Klang ist deshalb eher brilliant. Eignet sich gut für Pop. Je näher man an die Hämmer rückt, desto perkussiver wird das Ergebnis.

2) XY oder ORTF direkt über dem Resonanzboden, schräg etwas in Richtung Hämmer gerichtet. Das klingt relativ ausgewogen, da man eben den Resonanzboden gut abdecken kann.

3) Resonanzboden von unten. Ja, auch das kann man machen. Einfach mal ein Stero-System unter den Flügel stellen. Muss man nicht mögen, aber ich finde es eine interessante Farbe ... sofern man Absorber auf den Boden legt.

4) Mein Favorit: Die Schalllöcher. Der Metallrahmen auf den die Saiten gespannt sind hat Schalllöcher und hier kommt oft ein sehr nutzbarer Klang raus, auch wenn der Flügel selbst nicht der aller beste ist. Weich aber nicht zu matt, voll, interessantes Stereopanorama.

Idealerweise probierst du nacheinander verschiedene Mikrofonierungen aus und entscheidest dann was dir am besten gefällt.
 
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Das Zielformat ist also Stereo. Wenn du jetzt nur mit einem einzigen Mikro (=mono) aufnimmst, dann wird es beim mischen auf beide Kanäle (L und R) geroutet und du kannst mit dem Pan-Pot dieses Mono-Signal beliebig im Stereo-Panorama zwischen links und rechts verteilen. Damit ist das Endergebnis stereo, auch wenn die Quelle mono war. Soviel zu mono und stereo.
Einspruch meinerseits (dann mache ich hier mal den "Erbsenzähler"). Ein gepanntes Mono-Signal ist immer noch ein Mono-Signal, auch wenn es aus zwei (oder ggf. noch mehr) Lautsprechern erklingt. Denn Mono-Signale sind zu 100% korreliert (Korrelationsgrad = 1). Stereo beginnt erst, wenn die Korrelation kleiner als 100% ist, was auch schon bei X/Y-Mikrofonierung der Fall ist. Laufzeitunterschiede wie sie durch die größeren Abstände bei ORTF, AB und co. dazu kommen, verbessern in der Regel den Stereoeindruck. Bekanntlich soll sich die Korrelationsanzeige im Bereich 0 bis +1 bewegen bei einem statistischen Mittelwert um +0,5 wo man mit einem guten, ausgewogenen Stereosignal rechnen kann. (Der Bereich 0 bis -1 zeigt eine Verpolung des Signals an, der Stereoeindruck leidet darunter.)

Stereo durch Pannen von Mono-Signalen ("Knüppelkstereofonie") wird es dann zu Stereo, wenn man verschiedene Signale hat, also üblicherweise mehrere Instrumente mit Einzelmikrofonen abnimmt.
 
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Ja, ich wollte auch schon unterscheiden zwischen einer Stereo-Spur oder einem Stereo-Format und ob ein Signal tatsächlich Stereo-Information enthält. Habe mich aber dagegen entschieden weil der Text schon so lang war. ;)

Stereo durch Pannen von Mono-Signalen ("Knüppelkstereofonie") wird es dann zu Stereo, wenn man verschiedene Signale hat, also üblicherweise mehrere Instrumente mit Einzelmikrofonen abnimmt.

Knüppelsterephonie ist wenn du unkorrelierte Mono-Signale nur hart links und rechts pannst.

In Signal ist stereo wenn der linke Kanal vom rechten verschieden ist. Dazu reicht auch schon eine Pegeldifferenz und die siehst du auf einem Korellationsmesser nicht.
 
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, z.B. 32 bit float-Format, kann die DAW intern tatsächlich Pegel über 0 dBFS darstellen.

Verstehe. Die 32 Bit float sind dann wohl auch der Grund warum es intern in der DAW eigentlich nie zu Clipping/Verlusten (Oder nennt man es nur beim Audiointerface Clipping?) kommt, richtig?

Das ist allerdings ein sehr kleiner Raum. Da lohnen sich nicht nur die Raum-Mikros nicht, es könnte sogar sein, dass man mit dem Klang nie zufrieden sein wird
Geb ich dir recht. War dennoch positiv überrascht von dem kleinen Raum und bin echt froh das ich diesen für schmales Geld stundenweise Mieten kann.
Ist eine gute Gelegenheit um ein wenig sich mit den Grundlagen der Flügelaufnahme zu beschäftigen, und Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln, in der ich mit großer Sicherheit einen besseren Flügel und Raum haben werde.

Es gibt durchaus auch weit komplexere Mikrofonanordnungen zur Aufnahme eines Flügels
Eine der Seiten, die mich zuerst geschockt hat. War mit ganz oben bei der Suche nach der richtigen Mikrofonierung, und brachte mehr verwirrung :D
Auch interessant fand ich die Vorgehensweise bei gesampleten Flügel für VST und den Aufwand dahinter. Bei meinem VST, Pianoteq 5, ist es doch eher mathematischer Natur und profitiert von Fouriertransformationen.

Trenne "Lautstärke" und "Pegel" gedanklich.
Da hätten wir das Problem der Vermischung von Begrifflichkeiten :)
Meine natürlich den Pegel, wobei ich anfangs ja sogar die 0dBFS überschritten hatten, wodurch ich den angesprochenen "Verlust" hatte.

Mastering macht man nochmal den letzten Schliff an der Stereo-Summeund bereitet rein technisch alles für das Zielmedium vor

So hab ich das auch verstanden bei der Internet Recherche und deshalb mich deshalb nicht weiter damit auseinander gesetzt.

Idealerweise probierst du nacheinander verschiedene Mikrofonierungen aus und entscheidest dann was dir am besten gefällt.
Werde ich machen. Dann kann ich in Ruhe zuhause mir das mal genauer anhören und schauen was am Ende am Besten klingt
 
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