Probleme mit Stimmführung

von DrHirnlos, 14.07.19.

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  1. DrHirnlos

    DrHirnlos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.07.19   #1
    Hallo zusammen,

    ich habe Fragen zur Stimmführung.
    Es geht um folgende Akkorde:
    upload_2019-7-14_10-15-9.png
    Das würde ich so mit der Stimmführung hinbekommen, denke ich. Wenn ich mich allerdings jetzt am Original orientiere, dann sind die Oberstimme und der Bass vorgegeben:
    upload_2019-7-14_10-16-19.png
    Hier hätte ich (aufgrund der gesetzten Töne) Probleme, immer die Stimmführungsregeln zu beachten.
    Eine Möglichkeit (mit Regelverletzungen) wäre z.B.
    upload_2019-7-14_10-21-7.png
    Allerdings habe ich dann z.B. vom zweiten auf den dritten Akkord nur fallende Stimmen. Außerdem ist mir im ersten Akkord der Bass zu nah an den anderen Stimmen.
    Der Sinn der Stimmführungsregeln ist ja, dass das ganze gut (unauffällig) klingt und jede Stimme für sich eine angenehme Melodie / Stimmführung hat. Das finde ich hier ok.
    Wie würdet ihr mit sowas umgehen? Lieber am Original orientieren und die Regeln brechen, oder lieber sauber Führen und dafür nicht so sehr am Original sein?
    Das ist Pop-Musik, zur Info.

    Danke für jede Hilfe!
     
  2. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 14.07.19   #2
    Hallo und willkommen im Musiker-Board! :)

    In der Melodie tut sich nichts?
    Mit diesen Vorgaben bin ich bei der gleichen Lösung gelandet und habe dann das kleine h im ersten Takt wegelassen, damit die aufsteigende Mittelstimme hervortritt.

    linie.jpg

    Gruß Claus
     
  3. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.07.19   #3
    Wenn es um Pop-Musik geht, würde ich mich nicht (unbedingt) an die Stimmführungsregeln halten. Letztendlich ist die Frage, welche Aufgabe die drei Akkorde im Stück haben. Wenn sie zum Beispiel eine Fläche im Hintergrund bilden sollen, würde ich einfach vollstimmige Akkorde spielen, z.B. so:

    upload_2019-7-14_18-23-9.png


    Wenn es z.B. ein Chor sein soll, der von vier Leuten gesungen wird, muß man sich natürlich auf vier Stimmen begrenzen. Z.B. so:

    upload_2019-7-14_18-22-23.png

    Wenn ich selber der Komponist bin und tun und walten kann, wie ich will und es stilistisch passt, würde ich alles fünfstimmig aussetzen, dem ersten Akkord eine Sexte verpassen und den zweiten Akkord in einen Verminderten verwandeln:

    upload_2019-7-14_18-32-23.png

    Oder vierstimmig als Drop2 so:
    upload_2019-7-14_18-36-3.png
    oder so (Drop2 ohne Verminderten):

    upload_2019-7-14_18-37-17.png

    Viele Grüße,
    McCoy
     
  4. DrHirnlos

    DrHirnlos Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.07.19   #4
    Hi, das ist viel Input, danke!!!
    Also ich würde das mit ein paar Leuten vom Orchester mal spielen wollen. Ich kann das für so viele Leute setzen, wie nötig ist - habe also freie Bahn... (auch was die Instrumente angeht).
    Mein Gefühl sagt mir, dass ich die klassischen Stimmführungsregeln erst einmal außen vor lasse. Ich würde versuchen, möglichst viele Töne der jeweiligen Akkorde zu belegen, dabei aber darauf achten, dass die jeweilige Stimme "in sich" gut klingt. Also die Auflösungen in die richtige Richtung gehen usw.
    Damit wäre dann ja indirekt auch eins der Ziele der Stimmführungsregeln erreicht.
    Was haltet ihr von der Strategie?
     
  5. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.07.19   #5
    Ja, klassische Stimmführungsregeln gelten für die Popularmusik nicht unbedingt. Da sind eher Satztechniken wie Close Voicing, Drop2, Drop 2&4, Shearingsatz etc. gefragt. Es lohnt sich, da noch mittels eine Arrangierlehre etwas tiefer einzusteigen. Z.B. diese hier: https://www.zvab.com/servlet/BookDetailsPL?bi=8757936513
    Viele Grüße,
    McCoy
     
  6. recordingguy

    recordingguy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.19   #6
    Wenn es von einem Orchester gespielt wird, kann man auch die parallelen vermeiden in dem man einfach Stimmkreuzung macht. Je nachdem wie es Orchestriert sind, fallen dann die parallelen evtl gar nicht mehr auf
     
  7. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 03.08.19   #7
    „Rein – vermindert: Ungehindert! Vermindert – rein: Das lass sein!“

    upload_2019-8-3_14-40-11.png
     
  8. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 03.08.19   #8
    Wie schon oben gesagt, hat das Parallelenverbot in der Popmusik sowieso keine Relevanz. Insofern handelt es sich bei der in Frage stehenden Aufgabenstellung IMHO um eine reine Denksportaufgabe, die sich am Regelwerk orientiert. In einem echten Choralsatz würde man wohl einfach den Bass anders führen.
     
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