Quaken oder Gähnen?

von fedfred, 30.12.07.

  1. fedfred

    fedfred Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.12.07   #1
    Hallo miteinander!

    ich singe in einer emo-/posthardcore/melocore - band. wir haben im herbst diesen jahres 2 demosongs aufgenommen und dabei bin ich über folgendes ins grübeln gekommen:

    unser produzent meinte, dass ich mit meiner stimme von der tonlage und von der klangfarbe her ziemlich im frequenzbereich der gitarren liege und daher nicht recht hervorsteche. um das zu beheben - so meinte er - könnte ich versuchen, etwas quakig zu singen, da das die stimme heller erscheinen lässt. wer nicht weiß, was ich meine höre sich bitte 2/3 billy talent - stücke an ;)
    aber quasi im gleichen atemzug meinte er auch, dass ich schön kraftvoll singen soll. das heißt also: stütze und "gähnen". ich denke ihr wisst, was ich meine. schön den kehlkopf unten lassen und mund auf! (nebenbei: ich habe nich gesangsunterricht gehabt, sondern versuche, es selbst so gut wie möglich hinzubekommen.) das macht die stimme kraftvoll und voluminös aber gleichzeitig auch "tiefer", sodass ich wieder mit den gitarren auf einem level war/bin.

    meine frage jetzt: was ist besser?

    klar: das ist subjektiv und ich solls sicher so machen, wie ich mich am wohlsten fühle. aber da sind noch 2 weitere fragen:

    1. wenn ich "quake" rutscht der kehlkopf hoch, und damit besteht die gefahr, dass ich meine stimme auf dauer kaputt mache. --> stimmt das?
    2. welche der beiden "techniken" passt besser zur musik, eurer meinung nach?
    dazu könnt ihr auf

    www.myspace.com/cutemdown

    gehen und euch einen eindruck bilden.

    ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen! wär euch sehr dankbar!
    achso: guten rutsch ins jahr 2008 ^^

    mfg Felix
     
  2. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 30.12.07   #2
    Hi, ich find du hast eine gut klingende Stimme. Lass sie bitte so wie sie ist und verfälsche sie nicht indem du den Hals durch dieses "Quaken" eng machst um heller zu klingen. Wenn sich deine Stimme nicht gegen die Gitarren durchsetzen kann, dann brauchst du wahrscheinlich besseres Equipment und eure Songs müssen besser gemixt werden. Ist doch Blödsinn, dass du deine Stimme verstellen musst wegen ähnlichen Frequenzen :screwy: Bleib wie du bist!

    Auch von mir nen Guten Rutsch!
     
  3. Marion-Anschi

    Marion-Anschi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.12.07   #3
    Hallo!
    Also hier geb ich auch mal meinen Senf dazu!

    Halte dir immer vor Augen, das DU Dein Instrument in Dir hast und wenn du nicht irgendwie von Frankenstein abstammst, keine Knöpfe besitzt um daran zu drehen!!!
    Gitarren schon, und ein Produzent hat auch Knöpfe zum drehen! ALSO! Laß dir um gottes Willen keinen Mist einreden und mach dir am Ende damit noch deine Stimme kaputt, ein Stimmband kann man nicht mal eben wieder neu aufziehen! Wenn die anderen rumzicken, würd ich vorschlagen du suchst dir ne Band die deine Stimme zu würdigen weiß!
    Wenn du Probleme mit der Stütze beim Singen hast würde dir die eine oder andere Stunde bei einer/m guten Gesangslehrer bestimmt nicht schaden, ich sprec h aus Erfahrung! Ich war unter der Knute einer Opernsängerin , ich hab es nie bereut! Ich singe auch Hauptsächlich Rockgeschichten!!!!!

    Du schaffst das:great: Mit netten Grüßen, Marion und auch nen guten Rutsch
     
  4. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 31.12.07   #4
    Hallo !
    Ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an. Euer Produzent erzählt Blödsinn.
    Eine Gesangsstimme kann man zwar verstellen, aber das Ergebnis klingt meistens furchtbar. Etwas anderes ist es, mit den Klangfarben seiner Stimme zu spielen, das bringt Abwechslung und interessante Effekte.
    Zu Deiner Frage Nr. 1: der Kehlkopf steigt immer ein bisschen nach oben, wenn man hoch singt, das lässt sich kaum ganz vermeiden. Die Gähn- und andere Vorstellungen sollen diesem Steigen entgegenwirken, d.h. der Kehlkopf soll weiter unten bleiben - aber wie gesagt, bei den meisten steigt er trotzdem, es ist natürlich nur eine minimale Bewegung.
    Und auch darüber, ob der tiefgestellte Kehlkopf überhaupt Sinn macht, streiten sich die Fachleute !
    Ich selbst komme mit diesen Vorstellungen sehr gut klar, wobei ich nicht so sehr auf den Kehlkopf, sondern auf ein freies, flexibles, durchlässiges Gefühl beim Singen achte.
    Jedenfalls, keine Angst, so lange Du nicht zuviel presst und drückst oder heiser wirst, holst Du dir so schnell keinen Schaden.
    schöne Grüße
    Bell
     
  5. fedfred

    fedfred Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.12.07   #5
    wie meinst du das? in wie fern kann man mit der klangfarbe spielen? welche effekte meinst du und wie stell ich das an? bin jetz ziemlich neugierig geworden...

    gruß, felix
     
  6. Basselch

    Basselch MOD Recording HCA Mikros Moderator HCA

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    Erstellt: 01.01.08   #6
    Hallo, Felix,

    schönes Stück, auch wenn's nicht meine bevorzugte Musikrichtung ist! Laß Dich nicht verbiegen; ich gehe mal davon aus, daß der Produzent keine Ahnung vom Gesang hat. Beim Sänger ist es immer am einfachsten, einzugreifen (schon mal 'nem Gitarristen gesagt "Dreh' mal leiser, Du matschst alles zu?" ;) - ach so, ich darf das sagen, da ich selbst auch so was elektrisches spiele... ;) ).
    Wenn Du bewußt "quäkig" singst, ohne daß dies Deine normale Stimmfärbung ist, machst Du den Hals zu, wirst eng und gibst zuviel Druck auf den Kehlkopf, was auf Dauer der Stimme sehr wohl schaden kann, je nachdem, wie robust sie ist. Dabei fällt mir gerade auf, daß sich der Produzent mit den Aussagen "quakig" und "kraftvoll" eigentlich glanzvoll selbst widersprochen hat...
    Was ihr bei eurer Konkurrenz-um-die-Frequenz-Situation braucht, ist "Köpfchen" beim Arrangieren sowie bei der Soundauswahl und im Mixing. Für die Stimme muß immer noch irgendwo ein Plätzchen sein - ob man z. B. die Gitarren im Panorama anders anordnet, bewußt Frequenzbereiche freihält oder einfach das Arrangement etwas ausdünnt.

    Viele Grüße
    Klaus
     
  7. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 01.01.08   #7
    Hallo Felix !
    "Mit Klangfarben spielen", damit meine ich, dass man die verschiedenen Nuancen, die die eigene Stimme hat, bewusst einsetzt. Als erstes fällt mir die Dynamik ein, also Variationen in der Lautstärke. Man muss z.B. nicht einen ganzen Song oder gar ein komplettes Set in der selben Lautstärke durchbrettern, sondern kann bestimmte Passagen - je nach Text oder Stimmung des Songs - verändern. Man kann außerdem seine Resonanzen variieren, um die Stimme mal metallischer und mal weicher klingen zu lassen, also z.B. mit extremem Vordersitz singen (besonders bei Frauenstimmen entspricht das dem hohen Belt), oder aber mit mehr Bruststimme. Oder etwas klassischer angehaucht, kopfiger singen. Man kann vom Hauchen bis zum Fauchen einiges an kurzen Effekten einsetzen, eben mit der Stimme spielen. Im Prinzip dasselbe, was die Schauspieler machen.
    Ich hatte gestern abend einen langen, langen Silvestergig und war in dieser Bandkonstellation die Leadsängerin. Zwar haben wir "nur" Covers gespielt, aber verschiedene Stile. Hätte ich jetzt alles im selben Sound und in der selben Lautstärke gesungen, wärs für das Publikum auf Dauer recht langweilig gewesen - und ich wäre den Songs nicht gerecht geworden. Manche Swing-Nummern haben witzige, oder auch sehr ironische Texte, und die Stimme muss ein wenig über der Musik schweben, sozusagen "lächeln". Eine Soulnummer braucht hingegen Power und entsprechende Lautstärke. Herzschmerzsongs kann man hauchig singen, und man erzählt immer eine Geschichte. Die muss lebendig sein.
    Eure Songs sind auch Geschichten. Erzählst Du eine Geschichte immer im selben Tonfall ?
    Darauf wollte ich hinaus. Ich hoffe nur, dass ich mich halbwegs verständlich ausgedrückt habe. Bin heute etwas angeschlagen ;)
    schöne Grüße
    Bell
     
  8. fedfred

    fedfred Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.08   #8
    vielen lieben danke an den basselch! stimmt... unser produzent hat sich in dem punkt wirklich total selbst widersprochen. Er ist ja auch "nur" bassist ;) da ich aber bisher keine studio-erfahrung hatte, wusste ich nicht recht, was ich davon halten soll - deshalb: besser nachfragen.

    auch vielen dank an bell. Ich denke, ich habe verstanden, was du meinst und versuche, es jetzt auch verstärkt einzusetzen.

    Liebe grüße und adios!

    felix
     
  9. f0rce

    f0rce Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.01.08   #9
    deine gesangsstimme klingt imho ziemlich gut. ich bin nicht so der recording profi aber kann man die stimme nicht einfach doppeln? 2 spuren quasi (also genau das selbe sonst hörts sich ja an wie n chor) - wobei ich deine stimme eigentlich ziemlich genau richtig find. n ticken lauter könnts an manchen stellen vll sein (kann man ja beim mischen machen) aber sonst toll :>
     
  10. Buddy Polly

    Buddy Polly Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.01.08   #10
    Auf keinen Fall die Stimme verstellen!!! Deine Gesangsstimme ist wunderbar! Zudem gehört das bei der Mucke so, zeig dem Produzenten mal Killswitch Engage ;)
    Entweder du doppelst deine Stimme, das klingt dann wie ein Chorus. Eine Spur könnt ihr ohne Effekte lassen(bis auf Kompressor, den braucht man schon), das geht dann mitten in die Fresse. Auf die andere könnt ihr Hall oder Delay draufmachen und sie etwas leiser beimischen. Ihr könntet auch ein anderes Mikro ausprobieren, ich hab meine Platte mit nem Sennheiser Tom Mikro eingesungen. Da ist echt alles erlaubt, probiert halt rum. Aber bitte nicht die Stimme verstellen.
     
  11. ZamZombie

    ZamZombie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.01.08   #11
    Wenn sich deine Stimme im ähnlichen Freq. Berreich wie die Gitarren bewegt, wieso versucht ihr's nicht einfach mal mit Gitarren anders stimmen?^^ Vllt stimmt das euren Produzenten ja zufrieden?
     
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