Das gibt es nur beim vorgelagertem MIII nicht.
Beim Konverter genauso wenig, das habe ich aber wirklich nur kurz ausprobiert, aber mit einem eindeutigen Ergebnis. (Das kann allerdings von der Handgröße oder der Ergonomie des Instruments abhängig sein.)
Was ist denn ein "artgerecht gespielter Standardbass"?
Mit "artgerecht" meine ich im weitesten Sinne Wechselbass, d.h. zu jedem Grundton verschiedene Begleitrhythmen zu haben und diese auf beliebige andere Grundtöne übertragen zu können, dazu Überleitungen und Kadenzen.
Das ganze ohne bei den Akkorden auf den Oktavknick zu achten, aber dennoch tonartunabhängigen Griffen den Vorzug zu geben z.B. 6-Akkord als Grundton+Dreiklang der Moll-Parallele und nicht Grundton, Terz und Sexte.
Monteverdi, wir beantworten im Übrigen unterschiedliche Fragen.
Du schreibst allgemein über den Quintkonverter, ob er gut oder schlecht ist und wer den spielt und was er für Zukunftschancen hat usw. Das ist ja alles völlig richtig.
Aber ich beantworte Malinecks Frage nach einer Erweiterung des Standardbasses, die sich ähnlich einfach spielt und vor allem mit geringem Übeaufwand auskommt und das ist eine ganz andere Frage.
Warum muss man den Standardbass, wenn man ihn halbwegs beherrscht, nicht mehr groß üben?
Weil er weitgehend automatisiert ist, genauer weil wir ihn als Begleitbass (im besten Fall) ohne Zutun des Großhirns spielen (sondern mit Rückenmark und Hirnstamm, glaube ich).
Das setzt voraus, dass die Anzahl an unterschiedlichen Bewegungsmustern beschränkt bleibt, aber nicht, dass man sie nicht erweitern kann und somit nicht, dass man sich mit den Beschränkungen des Standardbasses abfinden muss.
Deshalb halte ich Malinecks Suche nicht für aussichtslos, denke aber, dass eine zweite Melodiestimme so nicht funktionieren kann.
Was sind jetzt Erweiterungen des Standardbass, die man automatisieren kann?
- Weniger Schwammigkeit bei den Begleitakkorden, weil man sich die Akkorde selber bauen kann, nur, wenn sie sich einheitlich (und nicht zu kompliziert), insbesondere tonartunabhängig greifen lassen und genauso alle Umkehrungen dieser Akkorde.
- Akkorde über eine Oktave hinaus, nur wenn es immer der selbe Griff ist (und dieser keine zu große Verrenkung der Hand erfordert).
- Akkordfolgen/Kadenzen, bei denen sich wie beim Standardbass die Tonhöhe möglichst nicht ändert, nur wenn sich die komplette Folge immer gleich (und einfach genug) greift und somit auch jede nötige Umkehrung der einzelnen Akkorde
- Akkordfolgen/Kadenzen, bei denen sich die Tonhöhe ändern darf/soll, dafür aber nicht die Stellung jedes einzelnen Akkordes, nur wenn die Sprünge von einem Akkord Ton zum anderen nicht von der Tonart abhängen (und auch nicht übermäßig groß sind).
Die Liste lässt sich wahrscheinlich erweitern und Akkord kann man in der Liste immer durch Melodie im Akkordraum und Arpeggio ersetzen.
Jedenfalls bezieht sich darauf meine Einschätzung der Systeme.
Der QK scheitert brutal an seiner extremen Tonartabhängigkeit und seiner teils sehr geringen Eignung für Chromatik.
Beim 3-reihigen MIII ist die Anzahl an Bewegungsmuster gegenüber dem 5-reihigen MIII dreimal so hoch und es greifen sich niemals alle drei Muster für das selbe gleich einfach. Deswegen halte ich ihn nicht für ein Begleitsystem und damit nicht für automatisierbar.
Der 5-reihige MIII liegt deutlich vorne, aber 100 von 100 bekommt er auch nicht. Noch mehr Reihen wären besser.
Und wenn sich jemand fragt, wie ich darauf komme, ich bin in vielen Bereichen Theoretiker.
Dennoch spiele ich meine Instrumente nach ihrer Eignung (, die ich ihnen zuschreibe.)
Noten spiele ich fast ausschließlich auf dem Pianoakkordeon und wenn es zwei echt polyphone Melodien sind entweder beide mit der rechten Hand oder eine rechts die andere mit dem 3-reihigen MIII, aber generell kaum, weil mich die Einschränkungen bei der Dynamik zu sehr stören.
Aber eine Begleitung ohne enge Beschränkungen, einerseits einfach genug um Raum für Improvisationen zu haben und andererseits bei Bedarf voll und wirksam genug, spiele ich rechts mit dem 5-reihigen Knopfakkordeon (mit oder ohne Standardbass).
Dafür habe ich dieses Instrument und für nichts anderes. Und es funktioniert damit!