Reparatur einer Musima Schlaggitarre

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Hallo zusammen,
nach längerer MB-Abstinenz melde ich mich mal wieder, um ein paar Ratschläge von euch einzuholen. :D
Aber erstmal zur Vorgeschichte: vor zwei Wochen habe ich in einem An- & Verkauf zwei etwas heruntergekommene Gitarren erstanden. Die Archtop, um die sich dieser Thread dreht und eine E-Gitarre, welche demnächst ihren eigenen Thread bekommt (sie ist allerdings weit besser in Schuss). Beide Instrumente wurden zu DDR-Zeiten im Vogtland hergestellt.

Als ich die Archtop bekam, hingen noch ein paar rostige Saiten darauf, welche ich gleich entfernt und den Steg sowie den Saitenhalter entfernt habe. Danach sah die Gitarre folgendermaßen aus:
Hauptprobleme sind/waren der nur noch an schiefen rostigen Schrauben hängende Saitenhalter und vor allem die von selbigem eingedrückte Decke (dazu später mehr). Der Hals ist erstaunlicherweise noch gut in Form.
Als nächstes habe ich den Saitenhalterhalter (???) abgeschraubt.
Die Löcher habe ich mit Holzkit verschlossen und mit neuen Schrauben das Teil wieder drangeschraubt.
Als ich die Aufkleber entfernt habe, kam folgendes zum Vorschein:
Es handelt sich also um eine Musima!
Nachdem ich einen hervorstehenden Bund mit der Kneifzange vorsichtig entfernt hatte, habe ich dünne Westerngitarrensaiten in D-Standard Stimmung aufgezogen, um erstmal zu hören, ob sich weiterer Aufwand lohnen würde und siehe da: sie klingt sehr laut und schön und spielt sich sogar recht gut. :eek:
Nun zum Hauptproblem der Gitarre: die Feder vom Saitenhalter hat im Laufe der Jahre die Decke eingedrückt. :(
Bewegen tut sich da nichts, die Stabilität der Gitarre scheint nicht akut in Gefahr zu sein. Ich habe mal versucht, hinein zu fotografieren und dabei hat sich herausgestellt, dass die Querstrebe im Bereich, wo die Decke eingedrückt ist sich an beiden Enden gelöst hat.

Nun zu meinen Fragen:
-Besteht Hoffnung, die Decke irgendwie wieder in ihre Ursprungsform zu bringen?
-Ist es wahrscheinlich, dass sich die Lage verschlimmert, wenn man nichts unternimmt und auf ihr spielt?
-Wozu ist die Feder am Saitenhalter?
-Kann zufällig jemand etwas über das Modell sagen?

Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit und schon mal im Vorraus für eure Antworten! :D

LG,
Bobbi
 
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Kann zufällig jemand etwas über das Modell sagen?
Falls sich hier (im MB) niemand findet (oder auch sonst), empfiehlt sich ein (virtueller) Besuch im Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen (klick).

Vielleicht findet sich da auch jemand, der was zur Feder sagen kann - z.B. ob das Teil original ist.
 
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Das kann man reparieren, aber dafuer muss der Korpus auseinander.
Die Feder sieht mir nicht original aus. Kann es sein, dass da jemand versucht hat, ein Bixby nachzuempfinden?
 
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"Bigsby" :)
 
Erstmal danke für die Antworten soweit!

Falls sich hier (im MB) niemand findet (oder auch sonst), empfiehlt sich ein (virtueller) Besuch im Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen (klick).
Ok, das werde ich ggf. mal machen, danke!

Das kann man reparieren, aber dafuer muss der Korpus auseinander.
Ist das ein Arbeitsschritt, der für einen Nicht-Gitarrenbauer realisierbar wäre?

Die Feder sieht mir nicht original aus. Kann es sein, dass da jemand versucht hat, ein Bixby nachzuempfinden?
Falls ja, wüsste ich nicht, wie er sich vorgestellt hat, dass das funktionieren soll... :weird:

Die eingangs erwähnte andere Gitarre hat jetzt übrigens auch einen Thread!
https://www.musiker-board.de/threads/heinz-seifert-favorit-elektric-reparatur.662711/#post-8299256
 
Ich denke, ich würde als erstes einen Saitenhalter ohne Feder befestigen. Das sieht ja grauenhaft aus für die Decke. Die Decke wieder in Form zu bringen, dürfte leider ein ausgesprochen großer Aufwand sein.
Und ich denke, ich würde auch bei Saiten mit möglichst niedrigem Zug bleiben; die Schäden sehen mir nach Bespannung mit dem Gegenteil aus + Druck auf die Decke durch die Feder.
 
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Die Feder hebt den Saitenhalter aus der Normalstellung. Wenn ich gegen die Feder den Saitenhalter heunterdrücke, bende ich down. Ziehe ich den Halter hoch, bende ich up.
Ist das eine Arbeit für den Laien?
Eher nein, aber einmal muß man ja anfangen. Wenn man sorgfältig arbeitet und sich schlau macht, bevor man was versaut, wäre es machbar. Das ist ja auch keine Stradivari oder Guarneri, sondern ein Massenprodukt aus der Ex-DDR. Cool, ja. Aber nicht unersetzlich.
 
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Die Feder hebt den Saitenhalter aus der Normalstellung. Wenn ich gegen die Feder den Saitenhalter heunterdrücke, bende ich down. Ziehe ich den Halter hoch, bende ich up.
Achso, danke für die Aufklärung!
Eher nein, aber einmal muß man ja anfangen.
Stimmt, aber ich glaube, die Decke abzunehmen wäre mir dann doch noch etwas viel für den Anfang... :confused:
Ich war heute mal beim Gitarrenbauer meines Vertrauens und die Deckenreparatur wäre durchaus noch in einem erschwinglichen Rahmen, das werde ich also wahrscheinlich lieber vom Profi machen lassen. Er würde dann auch gleich einen Saitenhalter ohne Feder montieren.
Die fehlenden Bünde will ich aber versuchen, selbst zu ersetzen und auch einen der vorhandenen müsste ich wohl austauschen, da er schon etwas absteht und beim Spielen stört.

Wie erkenne ich denn am besten, welche Größe die Bünde haben müssen? Einen Jumbo-Fret hatte ich noch rumzuliegen, der ist auf jeden Fall deutlich zu groß. Hatten die Schlaggitarren damals eigentlich einheitlich große Bünde oder waren die individuell unterschiedlich?
 
Welchen Bunddraht Du verwendest, ist eigentlich egal. Hauptsache, Du bleibst beim gleichen Bunddraht für das ganze Griffbrett.
Fette Bünde sind für Akustik eher wenig zielführend. Benden will man eh nicht.
Also wären Medium ganz brauchbar. Du wirst sowieso alles neu bebunden müssen.
 
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Indeed. Einzelne Bünde würde ich nicht wechseln. Wenn, dann alle. Das Ganze ist auch gar nicht so teuer - abgesehen vom Werkzeug.
 
Danke für den Tipp, dann werde ich wohl alle austauschen. :redface:
 
Hallo bobbi441,
bin heute über den Thread zu der Musima Archtop gestolpert und neugierig geworden.
Ist denn die Reparatur inzwischen gelungen?
 

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