Restauration einer Egmond Lucky-7

von fenderfc10, 01.11.09.

  1. fenderfc10

    fenderfc10 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.11.09   #1
    Hallo

    Ich bin im besitz einer Egmond Lucky Seven, welche ich gern wieder einsatzbereit machen würde. Die Egmond ist eine Schlaggitarre mit einem recht dünnen Speerholzkorpus. Sie war wohl mal Elektrifiziert, von dieser zeit zeugen jedoch nur noch die vier Bohrlöcher im Hals, an denen vermutlich ein Floatig-Pickup befestigt war, sowie ein loch an der Unterseite das genau Klinkenbuchsengrösse hat. Da ich vorerst nicht vorhabe sie zu wieder in dieser Form aufzurüsten, habe ich mich entschlossen, dies im A-Gitarrenforum zu Posten.

    Zum Zustand: Der Hals ist fast gerade, allerdings sitzt er, zwar fest, aber irgendwie schräg in seiner Fassung.(Bild 3) Da er geleimt ist dürfte er in seiner Lage jedoch recht schwer zu korigieren sein, weshalb ich ihn vorerst so lassen werde wie er ist... Einen Halsstab hat sich die Firma Egmond damals leider auch gespart. Zwingend sind zwei Reperaturen nötig: Sie braucht einen neuen Steg, und es fehlen zwei Mechaniken.

    Und hier treten auch prompt meine ersten Probleme auf:

    Zum Steg:
    Der Steg, dessen Positionierung aufgrund der weniger dunklen farbe unter dieser noch recht gut zu erkennen ist, (Bild 1) sollte abmessungen von etwa 14,5 mal 1,2 cm haben. Einen kleineren als den ursprüngelichen Steg würde ich ungern einbauen, das ich der Stabilität der Decke nur bedingt traue. Leider geben die Internetanbieter bei denen ich bisher nach einem solchen Archtop-Steg gesucht habe, die Abmessungen nicht an.

    Zu den Mechaniken
    Wie auf dem Photo zu erkennen, handelt es sich um offene Mechaniken, (Bild 4)die zu je drei Stück auf einer Metallplatte (Bild 2) angeordnet sind. bei der unteren Platte fehlen die zwei Bolzen die von der Unterseite der Kopfplatte auf die Oberseite reichen. An denen wird oben die Saite befestigt, und unten ist ein Zahnrad dran, das in das Schneckenrad des Wirbels greift. (Wenn mir jemand den korekten Ausdruck dafür nennen könnte, wäre ich ihm sehr dankbar... spart nähmlich Zeit. Falls jemand nicht wissen sollte was ich meine, sollte er sich bild 4 anschauen, da sind sie sehr gut zu sehen... )
    Ich habe die vermutung das sowas schwer zu bekommen wäre, und daher kommt natürlich auch ein tausch der ganzen Dreiergruppe in frage.

    Soweit so gut,

    MfG

    fenderfc10
     

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    Erstellt: 01.11.09   #2
    Hallo,
    ich hab auch so eine;)

    Zum Hals:
    der ist nicht geleimt, sondern geschraubt. Mit der Schraube (unter der Plastikkappe) kann man
    den Halswinkel verstellen.
    Die Schraube geht durch die Halsstütze und ist mit einer Gegenmutter im Halsblock fixiert.
    In der Halstasche befindet sich eine kegelförmige Spiralfeder.
    Schraube etwas lösen: das Halsende geht nach oben.
    Aber Vorsicht, bei einigen Egmond-Modellen ist der Hals noch mit einer Holzschraube in der
    Decke befestigt. Die befindet sich in diesem Fall unter dem letzten Bundmarkierer.

    hier ein paar Bilder meiner "Vander", die beiden letzten Bilder sind von einer Egmond Toledo,da kann man das Prinzip besser erkennen:
     

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  3. fenderfc10

    fenderfc10 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.11.09   #3
    Hallo

    Erst mal danke, History, für den sehr aufschlussreichen Beitrag. Von selbst wäre ich da vermutlich nie drauf gekommen... (Wer kommt darauf eine Schraube unter einem Bundmarkierer zu verstecken?) Kann man denn den Hals auch komplett abschrauben, um dieses System mal zu sehen, oder empfiehlt sich das eher nicht?
    Deine Lucky Seven befindet sich ja in einem bedeutend besseren Zustand als meine... Hast du die so gekauft, oder hast du sie restauriert?

    MfG

    fenderfc10
     
  4. History

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    Erstellt: 02.11.09   #4
    Ich würde Dir nicht empfehlen, den Hals komplett abzuschrauben. Ich hab das auch mal bei
    einer Wandergitarre gemacht. War ein übles gefummle, den wieder dran zu kriegen, die Feder ist ziemlich stark.
    Bei der Archtop kommt man ja auch nicht an die Gegenplatte/Mutter im Inneren ran;)

    Zu der Gitarre: So Eine war meine erste Gitarre, die hieß Lido und kostete damals (1964)
    85.-DM.
    Dieses Exemplar habe ich vor einigen Jahren für 40€ bei Ebay erwischt, also in etwa zum Neupreis:)
    Hatte lange danach gesucht. Das Instrument wurde als" Wander-Gitarre" angeboten, da waren auch Nylonsaiten aufgezogen.:D

    Weiter Infos bekommst Du auf www.egmondguitars.nl
    Wim Markenhoff ist "Mr. Egmond". Eventuell kann er Dir auch die Ersatztteile besorgen.
     
  5. fenderfc10

    fenderfc10 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.09   #5
    Danke für den Link, auf der Seite ist ein Ersatzteilhändler verlinkt. Scheinbar werden in Holland noch derartige Mechaniken vertrieben (von Allparts) in D konnte ich aber noch keinen Anbieter finden. (Es gibt zwar einen Importeur, der führt dieses Teil aber nicht...) Ich werde dann noch ein weilchen suchen, und wenn alle Stricke reißen vieleicht auch in den Niederlanden bestellen.

    MfG

    fenderfc10
     
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