[Review] Sherwood Sh 805

von mYa, 17.02.08.

  1. mYa

    mYa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.02.08   #1
    Dies wird mein erstes Review, ich hoffe, es gelingt mir einigermaßen. :)

    Sherwood Sh 805

    Eine, meiner Meinung nach, sehr schick aussehende Westerngitarre für den "kleineren" Geldbeutel. ;)
    UVP ist 269€ , wobei ich die Gitarre auch schon für 222 € im Internet gesehen habe. Ich hab sie beim örtlichen Musiklädele für etwa 240-250€ bekommen, ich weiß es nicht mehr genau, der Kauf liegt fast ein Jahr zurück (war mein "Realschulabschluss-Ganz-Guter-Notendurchschnitt-Geschenk").

    Kleine Daten am Rande:

    Hals: Nato
    Bünde: 22
    Griffbrett: Palisander
    Decke: Fichte
    Mensur: ~655mm (ca., selber gemessen)
    Halsbreite: ~44mm (")
    Mechaniken sind verchromt und "ölgekapselt"
    Hat ein 4-Band-EQ (EQ-7545)

    Was Tonabnehmer und Preamp angeht müsste ich morgen mal den Karton rauskramen und gucken was dort steht, im Internet find ich die Informationen dazu nämlich nich und selber wissen tu ichs nich. :o

    Alsooooo:

    Was die äußerliche Verarbeitung angeht, ist eigentlich kein Manko zu sehen. Wenn man ins Schalloch guckt, sieht man des sie innen nicht PERFEKT verarbeitet ist und wenn man hineingreift ins Schalloch, merkt man ab und zu ein bisschen kleine "Holzkrummen" abstehen, aber wirklich nur minimal und joar. Weiß nicht ob das prinzipiell bei Westerngitarren so ist, aber ist mir aufgefallen, aber ist keine große Macke. Sieht man eigentlich kaum und hören tut mans nicht.

    Die Bünde sind nicht scharfkantig und die Bundstäbe ansicht trotz täglichen Gebrauchs sind noch in einem sehr guten Zustand (erwähne ich nur, weil ab und zu ich hier von großem Verschleiß von Bundstäben höre --> hauptsächlich zwar bei Egitarren. Aber evt. ist das erwähnenswert).

    Das Stimmen der Gitarre ist ein leichtes, die Mechaniken laufen gut und sie ist ohrtechnisch gesehen oktavrein und auch mit dem Stimmgerättest kann ich das bestätigen. Finde ich ehrlich gesagt wirklich wichtig! Es gibt nichts schlimmeres als nicht gestimmte Gitarren (und da ich eine nicht ganz so leicht stimmbare Egitarre habe...grrrrr) :)

    Was die Bespielbarkeit angeht, fand ich sie von Anfang an sehr bequem. Ich hab so mittelgroße Hände (bin 170cm groß) und doch, liegt sehr gut in der Hand! Auch was die Korpusform angeht, ist die Gitarre sehr angenehm und praktisch.

    Sie hat, finde ich, einen etwas dünnen, kälteren Klang. Aber ich finde für manche Songs ist das richtig passend. Fürs simples Akkordschrammeln klingt se richtig schön und was Arpeggien angeht, verklingen die Töne nacheinander richtig schön.
    Vielleicht hab ich nicht die wahnsinns Ahnung, aber als Begleitinstrument für Akkordschrammeln, Arpeggien, ... ist sie sehr gut geeignet, auch wenn die tiefe E-Saite etwas scheppert, wenn man richtig beim Saitenanschlagen RICHTIG reindonnert - muss man halt etwas feinfüllig sein. :)

    Die Tonabnehmer sind völlig in Ordnung für den Preis, soweit ich das beurteilen kann. Hab sie bisjetzt nur an meinen kleinen Marshall MG CDR15 benutzt. Klang soweit eigentlich ganz gut, abgesehen davon, dass der Marshall etwas von den Frequenzen gefressen hat. Also es klang wärmer als unplugged und weniger stählernd kalt. Wie weit das jetzt vom Amp kommt :confused:

    Also letztendlich bin ich total zufrieden mit der Gitarre. Sie klingt total gut für den Preis, lässt sich einfach stimmen und hält auch lange die Stimmung, gute Bespielbarkeit, gute Verarbeitung und sieht auch noch schick aus. =)
    Also ich würd sie nochmal kaufen! :great:

    Hier noch 4 Aufnahmen. Sorry für die schlechte Qualität und meine etwas bescheidenen Gitarrenkünste. :o

    Aufnahme1
    Aufnahme2
    Aufnahme3
    Aufnahme4

    Dann noch 2 Bilder im Anhang. Joar, soweit von mir dazu. :)
    Vielen Dank fürs Lesen!
     

    Anhänge:

  2. Jiko

    Jiko Ex-Mod Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 18.02.08   #2
    A was - "bescheidene Gitarrenkünste" - das sind die perfekten Lagerfeuer-Fähigkeiten! ;) Ich spiele sehr ähnlich.
    Schöne Gitarre - wirkt für den Preis voll in Ordnung, zwar keine massive Decke, was in der Preisklasse aber auch noch nicht so verbreitet ist - und wenn dafür der Tonabnehmer gut ist, dann ist man da schonmal entschädigt. Passt :great:

    Viel Spaß noch mit der Gitarre und *bewert* ;)
     
  3. stuckl

    stuckl Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.02.08   #3
    Ich muss da mal nachhaken:

    Das Kriterium "massive Decke", kann man das mehr oder weniger vernachlässigen, wenn man sich sagt: "Ich spiele die dann eben NUR über eine Anlage!"???

    Denn ich verstehe soweit, dass man mit zuviel Kraft spielt, wenn man eine Sperrholzdecke hat und einen "lauten" Ton erzeugen möchte.

    Aber wenn die PA für die Lautstärke sorgt.... Sehe ich das soweit richtig?!

    Habe selbst eine Yamaha APX 4a SPL, die müsste wohl auch eine massive Decke haben.

    Ich frage jedoch wegen Beratung von Schülern / Kunden in der Preisklasse 220 bis 300,--€...
     
  4. Jiko

    Jiko Ex-Mod Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 19.02.08   #4
    Theoretisch ja, praktisch findet man in der Preisklasse, in der man Sperrholzdecken findet, selten richtig gute Tonabnehmer, ausreichend, aber nicht perfekt. Theoretisch aber ja. Von den Zuschauern wird wohl keiner bemerken, ob die Gitarre eine massive Decke hat oder nicht.

    Kann sein, dass das jetzt an mir und der Uhrzeit liegt, aber :confused: Was willst du mit diesem Satz ausdrücken? Eine Sperrholzdecke klingt nicht wirklich leiser, wenn du darauf anspielen willst. "Anfänger" verwenden oft dünnere Saiten, weil sie schonender für die Finger sind -dadurch kann der Klang leiser werden. Ich würde aber wirklich nicht sagen, dass eine Gitarre mit massiver Decke lauter klingt als eine mit Sperrholzdecke und denselben Maßen.

    Ich selbst würde in der Preisklasse dazu raten:
    http://www.musik-schmidt.de/osc-schmidt/catalog/redwood-d1-ce-p-13752.html
    Massive Decke UND ein wirklich guter Hybrid-Tonabnehmer von L.R.Baggs.
     
  5. stuckl

    stuckl Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 20.02.08   #5
    >>> Gutes Argument mit dem Tonabnehmer. Letztlich war mein Argument also ein "Totschlagsargument"...

    Denn: Das eine (massiv) ist nichts ohne das andere (guter Tonabnehmer).



    Ähm, tja, das war dann meine irrige Annahme. Meine Argumentation war immer: Man braucht eine Massiv-Decke, weil man sonst mit zuviel Kraft spielt, um "Klangfülle oder Lautstärke" zu erzeugen.

    Wozu braucht man denn "eigentlich" wirklich eine massive Decke, mal dumm gefragt. Klingt halt besser, voller, oder wie ist das genau?


    Danke für die Redwood-Empfehlung. Für meine Schüler / Kunden gleich noch die Frage hinterher: Gibt es die auch in schwarz oder zumindest sunburst?

    Und dann noch die Frage: Ibanes AEG-Reihe, (auch 299,--€), die hat noch keine massive Decke, oder? Es steht nie ausdrücklich da und jemand meinte, dann wäre es auch keine massive Decke...

    lg
    stuckl
     
  6. Disgracer

    Disgracer A-Gitarren-Mod Moderator

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    Erstellt: 20.02.08   #6
    also wenn nix dabei steht, kann man immer davon ausgehen, dass da nix massiv ist.

    und der satz mit "massiv" "kraft" und "lautstärke" ist auch eher so.. lala

    also massiv ist nicht gleich laut. das hat eigentlich nichts miteinander zu tun.
    es gibt sowohl massive leise, als auch nicht massive laute instrumente.

    massive decken klingen normalerweise einfach "besser", in vielerlei hinsicht:
    z.b. ist es wesentlich einfacher dynamische und klangliche verläufe zu spielen
    viele nicht massive gitarren neigen dazu alles gleichzumachen und so dem spieler viele möglichkeiten des ausdruckes zu nehmen.
    mal ein beispiel was ich meine (außerdem will ich das erzählen.. *g*): ich hatte heute so einige klassische gitarren in der hand und hab da zum test ein paar stücke drauf gespielt. da hatte ich eine ~150€ gitarre mit laminierter fichtendecke und irgendwas-holz-zargen/boden. ich spielte den anfang von asturias (hihi, mehr kann ich net *g*). wer das lied kennt, weiß dass es da eine melodie im basslauf gibt, die von hohen begleittönen gedeckt wird. und irgendwann kommen dann so akkorde, wo alle saiten gleichzeitig angeschlagen werden.
    auf dieser günstigen gitarre war es schonmal extrem schwer die melodie hervorzuheben. ich musste echt mit dem daumen total fest in die bass-saiten hauen, damit sich die melodie von den begleittönen abhob. von nuancen, die ansich in die melodie gehören ganz zu schweigen. bei den akkorden kam ein eher mulmiges "plumpf", weil alle töne ineinander schmierten.
    so zum vergleich das andere extrem: eine spezialkonstruktion eines gitarrenbauers, dessen namen ich vergessen haben. mit zwei decken (eine fichte eine zeder). abgeschrägter decke. doppelten massiv palisander-zargen.
    gleiches lied: ohne jegliche anstrengung stach die melodie heraus, die begleittöne flüsterten brav dazwischen. es war keinerlei problem die melodie dynamisch und klanglich zu akzentuieren. einfach leicht den daumen drehen, schon klang es lauter/leiser/weicher/härter. bei den akkorden explodierte erstmal die welt. muss ich einfach mal sagen. ich saß total ungläubig da und fragte mich ob das grade echt aus der gitarre kam, bzw ich dafür verantwortlich war. der unterschied war in etwa der eines chinesischen gongs im vergleich mit nem kind das topfschlagen macht..
    es war also überhaupt kein problem unglaublich laute und zugleich gut klingende akkorde harauszuprügeln, oder aber sich zurückzunehmen und das ganze weicher klingen zu lassen.

    gut das war jetzt so ein extrembeispiel zwischen einer 150€ und einer 7500€ gitarre. aber die ganze geschichte mit der klangvielfalt fängt bei der massiven decke an.
    man kann das ganze ganz gut testen indem man mal an verschiedenen stellen der gitarre die saiten anschlägt: direkt am griffbrett, überm schalloch, am steg.
    bei den meisten laminierten/günstigeren modellen ist hier kaum ein großer unterschied merkbar. aber je hochwertiger die instrumente werden, desto größer die klangliche vielfalt.
    und der fortgeschrittene spieler muss nicht einmal groß die hand bewegen um diese sounds abzurufen. das geschieht dann durch die handhaltung, bzw die stellung des plektrums und den anschlag selbst.
     
  7. stuckl

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    Erstellt: 20.02.08   #7
    @disgracer: Danke! Fasse zusammen: Formel zu einfach: Massiv gleich: Lautes Spiel besser möglich, aber: Dynamische Differenzierung, keine Gleichmacherei!
     
  8. Jiko

    Jiko Ex-Mod Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 20.02.08   #8
    Ich würde so zusammenfassen:
    Massive Decke bringt differenziertere, klarere Sounds und keinen "Brei", mit der Lautstärke hat massiv oder nicht massiv weniger zu tun, als viel mehr mit der Form und der Saitenstärke.

    DIE Redwood gibt es nur "natürlich". Die nächste schwarze mit Tonabnehmer kostet 400€ und das ist eben nicht wirklich soooo günstig im Vergleich. Ohne Tonabnehmer kostet die schwarze dann 300€. Von schwarzen würde ich aber sowieso generell eher abraten, weil Kratzer, Fingerabdrücke etc. einfach zu gut zu sehen sind, während Kratzer bei "natürlichen" kaum sichtbar sind. Bei einer schwarzen ist man, wenn man sie optisch akzeptabel halten will, lange mit Putzen beschäftigt. :o

    EDIT: Wenn es Moderatoren möglich ist, Themen zu teilen, dann wäre das evtl. nicht schlecht, da diese Diskussion mit dem Review hier inzwischen weniger zu tun hat. Da geht's gerade eher um "Western mit oder ohne massive Decke?" und das Gefühl, damit ein Review vollzuspammen, finde ich nicht so prickelnd.
     
  9. stuckl

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    Erstellt: 20.02.08   #9
    Hei, ok, dann geht es für mein Thema gerne hier weiter:

    https://www.musiker-board.de/vb/git...cutoff-apx-gr-e-massiv-decke-unter-300-a.html

    @mYa: Danke für dein Review und sorry, dass ich mich wieder habe verleiten lassen, vom Thema wegzukommen und meine Fragen zu stellen.

    Vllt. kommentieren noch einige den Review?
     
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