Rhythmus vom Blatt lesen.

von Askar, 02.11.09.

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  1. Askar

    Askar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.11.09   #1
    HeHo,

    ich habe mir vorgenommen, mich ein wenig in die Musiktheorie einzulesen. Als Ziel habe ich mir gesteckt, dass wenn ich mir ein Blatt mit Noten anschaue, ich schon grob den Rythmus erkenne und im Kopf durchspielen bzw. mitzählen kann.

    Ich habe mir verschiedene Links hier aus dem Forum rausgesucht und angefangen zu lesen und zusätzlich auch noch in einem Buch nachgeschlagen: "Harmonielehre und Songwriting".

    Wie ich es bislang verstanden habe:

    Es gibt Take: | | | |

    In einem 4/4 Takt, passen vier noten mit dem Notenwert viertel Note in einen Takt also:

    | 1 2 3 4 | 1 2 3 4 | 1 2 3 4 | 1 2 3 4| (1,2,3,4 sollen virtel Noten sein)

    Also passt eine ganze Note in jeden Takt:

    | 1 | 1 | 1 | 1 |


    Oder eben zwei Virtel Noten und 4 Achtel Noten

    | v v a a a a |


    in einen 3/4 Takt passen 3 Noten mit dem Notenwert 1/4 also:

    | v v v | v v v |

    Oder eine zwei viertel Noten und eine Achtel Note:

    | v v a a | v v a a |

    Und das würde ich dann wie folgt zählen:

    1 2 3 u | 1 2 3 u | oder? | 1 2 u 3 | 1 2 u 3 |

    Irgendwie schaffe ich den Sprung dahin nicht wo es dann mal los geht :-)!

    Diese ganzen 5 Jahre alten Kinder die etwas auf dem Klavier vom Blatt spielen erscheinen mir gerade alle wie super Genies.

    Nur als Beispiel (eben gegoogelt): http://www.happy-hour.biz/bilder/sample/HL00100041.jpg

    Ich habe echt keinen plan wie das klingt, wie gehe ich denn da nun weiter vor?

    Hilfe :-) !
     
  2. WilliamBasie

    WilliamBasie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.11.09   #2
    hallo Anskar, Übung macht den meister und es ist noch kein solcher vom Himmel gefallen (zumindest hat der es nicht überlebt...)

    Deine grafische Darstellung ist zur Annäherung nicht sehr geeignet, weil deine Viertel und Achtel alle den gleichen Platzbedarf haben - wenn du das optisch so darstellst, daß eine Viertelnote doppelt soviel Platz braucht, als eine Achtelnote, dann wird es vielleicht übersichtlicher...?

    Hast Du ein Metronom?
    Eine gute Übung ist folgende:
    passende Geschwindigkeit einstellen und einfach mit den Schlägen des Metronoms synchron mitklatschen. Wenn das sicher geht, dann klatscht du auf jeden Metronomschlag (bei gleicher Einstellung) zweimal, wenn auch das sicher geht, dann viermal.

    Bei der Annahme, daß das Metronom Viertel schlägt haben wir dann Viertel, Achtel und Sechzehntel geübt - nächste Stufe ist die Kombination vom Vorhergegangenen:

    Metronom - zwei Takte Viertel (=8 Schläge mit dem Metronom), zwei Takte Achtel (=8x 2 Schläge), zwei Takte Sechzehntel (=8x 4 Schläge) und wieder zweitaktig zurück zu den Vierteln. Das wird solage geübt, bis es verinnerlicht ist.
    Erstens dient das dem späteren Timing, zweitens bekommt man ein Körpergefühl für die Länge verschiedener Notenwerte.

    Wenn das alles geht, dann ist die nächste Übung beliege Kombinationen aus den Notenwerten innerhalb von einem Takt...usw usf etc...


    Das ist kein Hexenwerk, das ist einfach eine Sache der Übung - ok, vielleicht kann das jemand schneller als ein anderer, aber können tuts jeder. Also hau rein.


    falls du das Ganze unabhängig von Noten üben wolltest, dann google mal nach Ta ke ti na - wenn du aber auf Noten aufbauen willst, dann probiers erst auf dem anderen Weg.
     
  3. Fluty

    Fluty HCA Querflöte HCA

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    Erstellt: 03.11.09   #3
    Hallo!

    Das mit dem Klatschen ist auf alle Fälle schon ein guter Tipp. Ergänzend dazu musst du aber verstehen, wo genau die Noten bzw. die Taktschläge in deinen Takten liegen - und nach deinem ersten Post vermute ich, dass dir das noch nicht immer ganz klar ist. Für den Anfang ist es hilfreich, sich bei jedem Takt genau zu überlegen, welche Noten du jeweils zu einem Vierteltaktschlag zusammenfassen kannst (also z.B. eine Viertel oder zwei Achtel oder vier Sechzehntel oder ...). Das kann man auch ruhig mal in den Noten markieren, um so einen besseren Überblick zu bekommen. Damit dürfte dann z.B. hier

    deutlich werden, dass nur deine erste Zählweise richtig sein kann, weil jeweils die beiden Achtelnoten zusammen den 3. Taktschlag ( 3 u) ergeben. In deiner zweiten Variante wären, wenn man es notieren würde, die Achtelnoten auf Taktschlag 2, also: v a a v

    Noch deutlicher wird das, wenn du gleichzeitig zum Klatschen der Rhythmen die Viertelschläge mit dem Fuß klopfst. Die ganzen Taktschläge (also die Zahlen) wären dann immer genau da, wo der Fuß unten ist. An den Stellen, wo Achtelnoten sind, hast du jeweils noch eine Note bei "und" zwischen den Taktschlägen, also da, wo der Fuß oben ist.
     
  4. almtaltrommler

    almtaltrommler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.09   #4
    Mein bescheidener Tipp:
    Die kleinen aber feinen Bücher "Rhythm Coach 1 bzw. 2" von Richard Filz
    http://www.filz.at/books.php?e (oder auch in Amazonien)
    haben mich echt weitergebracht, stellen deine rhythmischen Bemühungen auf ein gutes Fundament :)
     
  5. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 04.11.09   #5
    Das ist keine Musiktheorie, das ist Praxis. Es geht dir ja schließlich um die praktische Ausführung, nicht ums Analysieren/Komponieren.

    Wenn du genauer erklären kannst, wo dein Problem liegt, wirst du bessere Antworten bekommen. Du hast alles soweit richtig erklärt und offensichtlich auch rational richtig verstanden, aber an welchem Punkt scheiterst du genau?

    Solche fünfjährigen Kinder sind der absolute Ausnahmefall und als erstrebenswertes Ideal keineswegs geeignet. Jeder muß in seinem Alter und in seiner Lebenssituation einen eigenen Weg finden, Dinge zu lernen und sich anzueignen. Wer das mit 5 tut ist in einer grundsätzlich anderen Situation als mit z.B. 35 und die Lernsituationen sind überhaupt nicht vergleichbar.

    "Wie es klingt" hängt ja auch von den Tonhöhen ab. Deine obigen Fragen und die Tatsache, daß wir hier im Rhythmus-Unterforum sind weisen aber auf Fragen nach dem Rhythmus hin. Geht es dir auch um die Tonhöhen?

    Rhythmus funktioniert in Mustern. Kein Musiker kann beliebig schwere Rhythmen vom Blatt lesen und perfekt wiedergeben, aber alle Musiker haben einen Grund"wort"schatz an Rhythmen, die ihnen vertraut sind. Und sie können unbekannte Muster von den bekannten ableiten.

    Rhythmusmuster kann man lernen und man sollte dabei vom Einfachen zum Schweren vorgehen. Das passiert im Musikunterricht. Hast du Instrumentalunterricht? Wein nein, denk mal drüber nach. Wie vier Viertel pro Takt klingen, kannst du dir vielleicht jetzt schon vorstellen. Der Schritt zu Achtelnoten funktioniert gut über klatschen/klopfen, wie bereits in anderen Postings erwähnt. Die Mischung verschiedener Notenwerte muß man üben, aber aus der dabei gewonnenen Erfahrung kannst du neue Rhythmen ableiten und dein Rhythmusmuster-Repertoire vergrößern.

    Harald
     
  6. Askar

    Askar Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.12.09   #6
    Danke schonma für die Antworten!

    Ich habe nun ein Lied ausgesucht: z.B Silbermond - Symphonie
    http://img455.imageshack.us/img455/6691/symphonie13qi.jpg

    Nun schaue ich mir das an und sehe aha als erstes haben wir da eine 8tel Note gefolgt von einer 4tel.

    Das wird dann so aussehen:

    1-u-2-u-3-u-4-u


    Da fängt schon das erste Problem an, weil ich nicht weiß, ob ich auf der 1 oder auf dem und starte. Es könnte ja auch so aussehen:

    1-u-2-u-3-u-4-u


    würde ja beides gleich klingen oder?


    Wenn ich das nun für die ersten beiden Takte durchziehe:
    1-u-2-u-3-u-4-u | 1-u-2-u-3-u-4-u |

    Ich bin mir irgendwie nicht sicher wie das zu lesen ist also, wenn ich zwei 8tel Noten hintereinander habe ob sich das auf den Abstand der Töne bezieht also so, dass die eine gleich nach der anderen klingt, oder erst auf dem und.

    sozusagend, dass alle 8tel Noten immer nur auf einem und liegen können.
    1-u-2-u-3-u-4-u


    Ahh ich komme mir vor wie ein Idiot ich hoffe Jemand versteht was ich hier sagen will und sieht mein Problem... .

    Danke
     
  7. Fluty

    Fluty HCA Querflöte HCA

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    Erstellt: 16.12.09   #7
    Da hast du dir aber für den Anfang gleich was Schwieriges rausgesucht! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich deine Frage richtig verstanden habe, aber versuche mal eine Antwort.

    Also, generell gilt erstmal, dass du die Viertelnote einen Taktschlag zählst (in einem Takt mit nur Vierteln also auf 1 2 3 4). Achtelnoten bedeuten die halbe Klangdauer der Viertel, du kannst also jede Viertelnote in zwei Achtel unterteilen. Um das besser zählen zu können zählt man dann an den Stellen, wo Achtel stehen, mit dem "und" zwischen den Zählzeiten (der Takt nur mit Achteln wäre also 1 u 2 u 3 u 4 u). Wenn du mit dem Fuß mitzählst wäre das Klopfen immer da, wo die Zahl ist, beim "und" ist der Fuß zwischen den Taktschlägen oben. Wenn du mit Metronom arbeitest, wäre das "klick" jeweils dir Zahl, das "und" ist genau zwischen den Klicks.

    In komplexeren Rhythmen muss man das dann "nur" entsprechend kombinieren. Wenn man sich das von dir gepostete Stück mal als 4/4-Takt vorstellt, käme da dann in den ersten beiden Takten sowas raus (die Zählzeiten, die zum gleichen Ton gehören, sind mit Bindestrich verbunden):

    1 u-2 u-3 u-4 u-1 2 u-3 4 u

    Du beginnst also auf jeden Fall bei der ersten Note oder Pause im Takt immer mit 1 zu zählen. Etwas kompliziert ist dieser Rhythmus, weil du viele Noten hast, die auf "und" beginnen und dann den Taktschlag in der Mitte haben.
     
  8. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 16.12.09   #8
    @Askar

    Vielleicht hilft es dir, wenn du das bildlich siehst.

    Im Anhang sind zwei verschiedene Ansichten der ersten 3 Takte. In der Balken-Ansicht repräsentieren die Balken die Noten. Sie liegen auf einem Taktraster. Man erkennt die Notenposition, Notenlänge und Tonhöhe.

    Darunter sind zwei Notenzeilen - oben die Noten der Melodie und unten eine durchgehende Achtel-Reihe. Dazwischen die Zählzeiten. In den Noten wird der Zeitpunkt der Noten erst anhand der Aufteilung der einzelnen Noten erkennbar. (Das ist letztendlich auch der Grund für die Überbindung in der Taktmitte. Du kannst so schneller erkennen, daß die dritte Note eine Achtel vor Taktmitte (vor der 3) gespielt bzw. gesungen wird.)

    Gruß
     

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  9. Askar

    Askar Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.12.09   #9
    Hallo,

    @Fluty & MaBa

    SUPER! Ich glaube nun habe ich es verstanden!

    Vielen Dank!

    Askar
     
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