Ich habe den Bericht gerade erst entdeckt.
Vielen Dank für den exklusiven Einblick.
Ich bin jetzt seit fast zwanzig Jahren Rickenbacker-Spieler und nenne eine original 1966er 330/12 mein eigen.
In einigen internationalen Foren und Facebook-Gruppen bin ich auch unterwegs,
bilde mir also ein, ein bisschen Ahnung von der Materie zu haben.
Ich mag diese Firma und finde, dass die Instrumente wirklich etwas besonderes sind.
Allerdings ist Rickenbacker auch keine Gitarrenfirma wie die meisten anderen.
Die Webpräsenz
www.rickenbacker.com sieht aus wie aus den 90er Jahren, auf ihr wird zudem
immer noch das 75. Jubiläum, welches allerdings 2007 war, gefeiert.
Klar, kann man machen, aber es ist schon irgendwie... eigenwillig.

Auch sonst ist die Seite eher eine Art 'Ahnengalerie' im Dornröschen-Schlaf.
Keine News, keine Teaser, nichts was GAS auslöst oder einen heiß auf die Gitarren und Bässe macht.
Leider ist das Verhältnis der Firma zu ihren Kunden auch ein wenig 'durchwachsen'.
Fragen, Kundenwünsche oder gar Ersatzteilbestellungen hat man gar nicht gerne.
Bei Rickresource.com lernte ich jemandem kennen, dem bei nachdringlichem Ersuchen bezüglich eines Ersatzteiles
erklärt wurde, dass man auf ihn als Kunden keinen Wert legen würde und dass er doch bitte auf Instrumente eines
anderen Herstellers umsteigen solle.
Ob berechtigt oder nicht, das wirkt auf Außenstehende nicht sympathisch.
Die Wartezeiten und die leeren Auslieferungsregale liegen an den neuen Umweltbestimmungen in
Kalifornien. Die Obergrenze an Schadstoffen darf beim Lackieren nicht überschritten werden,
deshalb können nicht beliebig viele Gitarren lackiert und hergestellt werden.
Fender hat das gelöst, indem viele Lackierungen in Mexiko gemacht werden, andere Hersteller haben
diese Möglichkeit nicht.
Nicht falsch verstehen:
Wie ich schon sagte, ich mag Rickenbacker und es gibt zu ihnen keine Alternative.
Entweder Du kaufst Dir eine original Rickenbacker oder Du kauft Dir keine.
Über die Jahre sind mir immer wieder Kopien begegnet.
Keine, absolut keine, kam an das Original in Punkto Klang und Authentizität heran.
Eine Rickenbacker besteht aus ganz besonderen Komponenten - und das ist nicht übertrieben.
Das fängt bei den Toaster-Pickups an, geht über den doppelten Trussrod bis hin
zum lackierten, rostroten Palisandergriffbrett.
Kein Hersteller aus Fernost hat diese Teile oder würde sie extra herstellen.
Deshalb geht nichts über das Original.
Gäbe es eine gute Kopie, dann wäre sie wahrscheinlich so teuer, dass man gleich das Original kaufen könnte.
Dazu kommt, dass die Gitarren qualitativ wirklich wahnsinnig gut und
lieebvoll gefertigt sind.
Ich persönlich würde mir wünschen dass Rickenbacker aus dem Schönheitsschlaf aufwacht und ein
bisschen zugänglicher wird, das Elitäre macht eben nicht immer sympathisch.
Auch Einsteigermodell wäre schön - das erste, was man hört ist "Schön, aber teuer...".
Stimmt. Leider.
Ansonsten, kein böses Blut. Ich will nicht ohne meine Rick sein und ja,
ich würde immer wieder eine kaufen.